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1914-2014. Hundert Jahre Krieg und Trauma im englischsprachigen Roman

Titel: 1914-2014. Hundert Jahre Krieg und Trauma im englischsprachigen Roman

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2014 , 76 Seiten

Autor:in: Matthias Dickert (Autor:in)

Anglistik - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Auswirkungen des 1. Weltkrieges lassen sich historisch und literarisch nicht nur an den nachfolgenden Generationen festmachen, sondern sie brachten auch viele militärische Veränderungen mit sich. Der erste Weltkrieg gilt als erster technisierter und industrialisierter Krieg, da er neue Arten der Kriegsführung wie Materialschlachten oder den Stellungskrieg einführte, sowie neue Formen von Sterben und Tod mit sich brachte. Diese neue Kriegsführung und das Leiden an der Front bedeuteten nicht nur eine radikale Veränderung des Krieges, sondern sie hatten einen massiven Einfluss auf das (literarische) Bild des Soldaten. Konnte man vorher von einer Art ritterlicher Darstellung des Soldaten sprechen in der das soldatische Leben als ehrenvoll beschrieben wurde, so wurden durch die horrenden Verluste, das Kämpfen und Sterben an der Front sowie die neuen Formen von körperlichen und seelischen Verletzungen eine radikal neue Form der literarische Darstellung initiiert die auf dem Trauma Hundertausender aufgebaut war. Gasangriffe, Dauerfeuer, Verschüttet werden im Graben und der tägliche Anblick von Toten und Verletzten traumatisierte eine ganze Generation.
Medizin und Psychologie konnten diesen traumatisierten Menschen in der Regel nicht helfen
und diagnostizierte sie oft als Simulanten. Neue Begriffe wie Kriegszitterer oder Geuele-Cassée (zerrissene Fresse) zeigten die Grausamkeit der neuen Zeit. Verdun wurde, so wie später Stalingrad, Sinnbild dieser Tragödie. Diese radikalen Neuerungen forderte jedoch eine literarische Reaktion heraus, die sich vor allem in Gedichten und Kurzgeschichten und weniger im Roman zeigte.
Die Namensliste der englischsprachigen Schriftsteller ist lang und reicht von Kipling, Somerset Maugham, Sherwood Anderson, D.H. Lawrence über Gertrude Stein, Virginia Woolf und Katherine Mansfield zu Thomas Wolfe sowie William Faulkner und Ernest Hemingway und sie zeigt dadurch den tiefgreifenden Einfluss den Krieg und das Schreiben über ihn mit sich brachten. Dazu gehört auch die thematische Verbindung zwischen Trauma und Krieg, die hier Gegenstand einer literarischen Reflexion sind. Ziel ist es deshalb, eine Art Überblick über die Entwicklung dieser Thematik im englischsprachigen Roman des 20. und 21. Jahrhunderts zu geben.

Leseprobe


Gliederung

1. Vorbemerkung

2. Der gegenwärtige englische Roman

3. Englische und amerikanische Kriegsliteratur im 20. Jahrhundert

4. Vorwort Rebecca West

5. Trauma und Krieg in The Return of the Soldier (1918)

6. Die Darstellung von Trauma in The Return of the Soldier

7. Schlussbemerkung in The Return of the Soldier

8. Vorwort Slaughterhouse 5

9. Trauma und Krieg in Slaughterhouse 5 (1969)

10. Schlussbemerkung Slaughterhouse 5

11. Vorbemerkung Guantanamo Boy (2009)

12. Das Gefangenenlager Guantanamo Bay

13. Identität in Guantanamo Boy

14. Das traumatische Scheitern islamischer Hybridität

15. Guantanamo Boy – eine moderne Variante der Robinsonade?

16. Schlussbemerkung Guantanamo Boy

17. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die literarische Entwicklung und Darstellung der komplexen Verbindung zwischen Krieg und Trauma im englischsprachigen Roman des 20. und 21. Jahrhunderts unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven und Epochen.

  • Historische und psychologische Einordnung von Kriegstraumata in der Literatur.
  • Analyse der spezifischen Perspektiven von Zivilisten, Soldaten und Jugendlichen.
  • Untersuchung literarischer Gattungen wie dem modernen Roman, der Robinsonade und postkolonialen Ansätzen.
  • Reflexion über die Rolle von Religion, Identitätssuche und Migration in Krisenzeiten.
  • Kritische Auseinandersetzung mit weltpolitischen Konflikten und deren literarischer Verarbeitung.

Auszug aus dem Buch

Die Darstellung von Trauma in The Return of the Soldier

West beginnt ihren Roman zwar ohne Einleitung mit einem Verweis auf die Kriegshandlungen in Frankreich, ohne Dramatik und ohne Pathos, ja mit einem Hauch Gleichgültigkeit, was den Verbleib von Kittys Ehemann Chris angeht („somewhere in France“), erwähnt aber ein traumatisches Ereignis, das sich bis zum Schluss als Leitmotiv im Roman hält und Trauma an Sterben und Tod gebunden wird. Kitty und ihr Ehemann haben früh ihren Sohn Oliver verloren (TRS: 3).

Die Einleitung des Romans führt den Leser in die englische Oberschicht ein und beschreibt zunächst deren Umgang mit dem Ersten Weltkrieg. Die Haupterzählerin ist Jenny, eine Cousine des Hauses, die wie alle auf die Rückkehr von Chris, dem Hausherrn von Baldry Court, wartet. West benutzt für diese Rahmenhandlung des Wartens den Titel ihres Buches bewusst (TRS: 6).

Die Einführung zentraler militärischer Begriffe, die immer wieder mit der Thematik des Ersten Weltkrieges in Verbindung gebracht wird („No Man’s Land“ [TRS: 6] „shell burst“, „shell shock“ [TRS: 12] sowie die Assoziierung des Krieges mit den Begriffen „dirt“ und „death“ [TRS: 7] und der Verweis auf einen Alptraum mit Soldaten ohne Hände und Arme [TRS: 6]) geben dem Roman im ersten Kapitel einen dramatischen Anstrich, den West bewusst dazu benutzt, den Kontrast zwischen Front und Heimat („life core of his heart“ – TRS: 7; „He was so happy here“ – TRS: 7) aufzubauen.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorbemerkung: Einführung in die literarische Tradition der Kriegsverarbeitung und die spezifische Bedeutung des Ersten Weltkrieges als Ur-Katastrophe des 20. Jahrhunderts.

Der gegenwärtige englische Roman: Diskussion über die Entwicklung des Romans im 20. Jahrhundert, beeinflusst durch Realismus, Modernismus und gesellschaftspolitischen Wandel.

Englische und amerikanische Kriegsliteratur im 20. Jahrhundert: Überblick über die Entwicklung der Kriegsliteratur und die Rolle der War Poets bei der Veränderung des soldatischen Bildes.

Vorwort Rebecca West: Analyse von Rebecca Wests literarischer Rolle und der psychologischen Dimension ihres Romans im Kontext von Trauma und Krieg.

Trauma und Krieg in The Return of the Soldier (1918): Erläuterung der traumatischen Auswirkungen des Ersten Weltkrieges auf die Figur Christopher Baldry und deren soziale Einbettung.

Die Darstellung von Trauma in The Return of the Soldier: Detaillierte Betrachtung der narrativen Techniken und der Verwendung militärischer Begriffe zur Trauma-Darstellung.

Schlussbemerkung in The Return of the Soldier: Kritische Reflexion über das offene Ende des Romans und die Bedeutung von Trauma als zentrales Erzählelement.

Vorwort Slaughterhouse 5: Einführung in Kurt Vonneguts fiktionale Verarbeitung von Kriegstraumata des Zweiten Weltkrieges.

Trauma und Krieg in Slaughterhouse 5 (1969): Untersuchung der narrativen Experimente Vonneguts, wie Collage und Zeitreise, zur Trauma-Bewältigung.

Schlussbemerkung Slaughterhouse 5: Würdigung des Romans als Meilenstein, der durch seinen humanitären und philosophischen Ansatz die Unvermeidbarkeit und Absurdität des Krieges thematisiert.

Vorbemerkung Guantanamo Boy (2009): Einführung in den Roman von Anna Perera, der die Perspektive eines Jugendlichen auf den Krieg gegen den Terror fokussiert.

Das Gefangenenlager Guantanamo Bay: Historischer und politischer Kontext des Gefangenenlagers und dessen Auswirkungen auf das westliche Selbstverständnis.

Identität in Guantanamo Boy: Analyse der Identitätsproblematik im modernen globalen Kontext und der Fragilität demokratischer Werte.

Das traumatische Scheitern islamischer Hybridität: Untersuchung der Auswirkungen extremer politischer Bedingungen auf die Entwicklung eines jungen Muslims.

Guantanamo Boy – eine moderne Variante der Robinsonade?: Diskussion der Kategorisierung des Romans als negative Robinsonade unter modernen globalen Vorzeichen.

Schlussbemerkung Guantanamo Boy: Fazit zur Rolle des Romans innerhalb der islamisch geprägten Literatur und seiner kritischen Auseinandersetzung mit der westlichen Gesellschaft.

Ausblick: Zusammenfassender Rückblick auf die Entwicklung der Thematik Trauma und Krieg in den behandelten Werken und ihre anhaltende Relevanz.

Literatur: Verzeichnis der Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Krieg, Trauma, Literatur, 20. Jahrhundert, Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Guantanamo Boy, Postkolonialismus, Identität, Migration, Psychologie, Anti-Kriegs-Roman, Globalisierung, Hybridität, Robinsonade.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die literarische Darstellung von Trauma und Krieg im englischsprachigen Roman des 20. und 21. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Auswirkungen von Kriegen auf das Individuum, die literarische Verarbeitung traumatischer Erlebnisse und die Rolle von Identität und Religion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen Überblick über die Entwicklung der Thematik Trauma und Krieg anhand ausgewählter Romane zu geben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historische Kontexte mit psychologischen Ansätzen und narrativen Strategien verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Werke von Rebecca West, Kurt Vonnegut und Anna Perera hinsichtlich ihrer spezifischen Zugänge zum Thema Kriegstrauma.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Krieg, Trauma, Literatur, Identität, Migration und Postkolonialismus stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.

Warum ist das Thema heute noch aktuell?

Aufgrund anhaltender weltpolitischer Konflikte und der literarischen Auseinandersetzung mit den Folgen des 11. Septembers bleibt das Trauma als literarisches Motiv hochrelevant.

Was unterscheidet Vonneguts Slaughterhouse 5 von anderen Werken?

Der Roman nutzt postmoderne Techniken wie Science-Fiction-Elemente und eine nicht-lineare Struktur, um das Unaussprechliche des Krieges zu fiktionalisieren.

Warum wählt Anna Perera einen Jugendlichen als Hauptfigur?

Durch die Wahl eines Teenagers als Opfer amerikanischer Machtpolitik verdeutlicht die Autorin die Fragilität des modernen Freiheitsbegriffs.

Wie bewertet die Arbeit das Ende von Rebecca Wests Roman?

Das Ende wird als aufgesetzt und in seiner psychologischen Plausibilität als diskussionswürdig eingestuft, wobei es jedoch die Ambivalenz des Traumas unterstreicht.

Ende der Leseprobe aus 76 Seiten  - nach oben

Details

Titel
1914-2014. Hundert Jahre Krieg und Trauma im englischsprachigen Roman
Autor
Matthias Dickert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
76
Katalognummer
V278313
ISBN (eBook)
9783656711216
ISBN (Buch)
9783656712381
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hundert jahre krieg trauma roman
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Matthias Dickert (Autor:in), 2014, 1914-2014. Hundert Jahre Krieg und Trauma im englischsprachigen Roman, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278313
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Leseprobe aus  76  Seiten
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