In der vorliegenden Arbeit werde ich Heinrich Heines Ballade „Belsatzar“ zuerst formal und inhaltlich analysieren, um eine Grundlage zur Flammenschrift an Belsatzars Wand zu geben. Im dritten Kapitel werde ich als Erstes eine Einführung zur Schrift - dem Menetekelspruch – geben, indem ich das Buch David aus dem Alten Testament als Quelle hinzuziehe, um am Ende der Arbeit über das Hauptthema, die Parallelen zwischen dem Menetekel und der Geschichte der Ballade diskutieren zu können und um zu erläutern wie sich das Menetekel auf die Ballade auswirkt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Analyse des Gedichts „Belsatzar“
2.1. Form
2.2. Inhalt
3. Die Flammeninschrift
3.1. Die Bedeutung des Menetekels
3.2. Parallelen zwischen dem Menetekel und der Geschichte der deutschen Ballade
4. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Heinrich Heines Ballade „Belsatzar“ sowohl formal als auch inhaltlich, um eine Grundlage für die Analyse der darin vorkommenden Flammenschrift zu schaffen. Das zentrale Ziel besteht darin, das biblische Motiv des Menetekels zu erläutern und in einen literaturgeschichtlichen Kontext zu setzen, indem Parallelen zwischen der Deutung der Flammenschrift und der Entwicklung der deutschen Ballade aufgezeigt werden.
- Formale Analyse von Metrum und Tempus in Heines „Belsatzar“
- Strukturierte inhaltliche Interpretation der vier Teile der Ballade
- Biblische Herleitung und Bedeutung des Menetekel-Motivs
- Vergleich der biblischen Symbolik mit der literarischen Entwicklung der deutschen Ballade
Auszug aus dem Buch
3.2. Parallelen zwischen dem Menetekel und der Geschichte der deutschen Ballade
Mit dem erlangten Wissen über die Bedeutung des Menetekels, kann man nun in einem zweiten Schritt den Vergleich anstellen, wie die Bedeutung der Flammeninschrift mit der Geschichte der deutschen Ballade zusammenhängen könnte.
Die erste Form der deutschen Ballade war die Volksballade des Spätmittelalters, welche noch auf der Thematik der germanischen Heldenlieder beruhte und welche sich im 17. / 18. Jahrhundert zum Bänkelsang degradierte, bevor sie zur bekannten deutschen Kunstballade wurde.
Da „die Begriffsgeschichte […] die negative Bewertung des Bänkelsangs [jedoch] als moralisch bedenklich und ästhetisch minderwertig [spiegelt]“, könnte man an dieser Stelle der Geschichte der deutschen Ballade schon das Wort Tekel und seine Bedeutung herauslesen. Auf den Bänkelsang bezogen würde dies heissen, er ist auf der Waage der Literaturkritiker gewogen worden und als „zu leicht befunden worden“ - also als künstlerisch nicht perfekt genug, wenn man den Akzent auf das „ästhetisch [Minderwertige]“ setzt. Schliesslich wird der Begriff ‚Bänkelsänger’, mit welchem man einen miserablen Poeten bezeichnet, schon im 18. Jahrhundert negativ bewertet.
Doch seit der zweiten Hälfte desselben Jahrhunderts nahmen sich viele Dichter (Gleim, Bürger, Hölty, Schiller) vor den Bänkelsang zu fördern und in einer neuen Form neu zu beleben und schliesslich entstanden die ersten Kunstballaden, (Gottfried August Bürgers „Lenore“,1774), durch den Anstoss von J.G. Herders Sammlung alter Volkslieder.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung legt den Aufbau der Arbeit dar, von der formalen und inhaltlichen Analyse bis hin zur Diskussion der Parallelen zwischen dem Menetekel und der Geschichte der Ballade.
2. Analyse des Gedichts „Belsatzar“: Dieses Kapitel untersucht die formalen Aspekte wie Metrum und Enjambements sowie die inhaltliche Unterteilung der Ballade in vier prägnante Erzählabschnitte.
3. Die Flammeninschrift: Das Kapitel widmet sich der biblischen Bedeutung des Menetekels und verknüpft diese symbolisch mit der historischen Entwicklung und Auffächerung der deutschen Ballade.
4. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und stellt die positive Deutung der Wandlung der Ballade in den Kontrast zur destruktiven Bedeutung des Menetekels für König Belsatzar.
Schlüsselwörter
Heinrich Heine, Belsatzar, Ballade, Menetekel, Flammenschrift, Buch Daniel, Volksballade, Kunstballade, Bänkelsang, Literaturwissenschaft, Gotteslästerung, Metrum, Gedichtanalyse, Symbolik, Literaturgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert Heinrich Heines Ballade „Belsatzar“ und nutzt das biblische Motiv der Flammenschrift (Menetekel), um die literarische Entwicklung der deutschen Ballade zu reflektieren.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die formale und inhaltliche Analyse des Gedichts, die Exegese des biblischen Buchs Daniel und die literaturhistorische Einordnung der Balladenform.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu erläutern, wie sich das Menetekel auf die Ballade auswirkt und welche Parallelen zwischen dessen Deutung und der Geschichte der deutschen Ballade existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Autorin kombiniert eine textnahe formale und inhaltliche Analyse mit einem literaturgeschichtlichen Vergleich, der durch biblische Quellen gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse des Gedichtinhalts sowie eine Untersuchung der Bedeutung des Menetekels und dessen Übertragung auf die Gattungsgeschichte der Ballade.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Heinrich Heine, Belsatzar, Menetekel, Kunstballade, Volksballade, Gotteslästerung und literaturgeschichtliche Wandlung.
Wie deutet die Autorin das Wort „Mene“ im Kontext der Balladengeschichte?
Das Wort „Mene“ wird hier als Ende einer einheitlichen Herrschaft interpretiert, was auf die Ausdifferenzierung der Ballade in verschiedene Unterkategorien wie Ideen- oder historische Ballade verweist.
Warum wird das Menetekel am Ende positiv bewertet, obwohl es im biblischen Sinne eine Warnung ist?
Im Gegensatz zum Untergang Belsatzars wird die Aufteilung der Ballade in neue Formen als notwendiger und erfreulicher Entwicklungsschritt der Dichtkunst verstanden.
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- Jelena Zagoricnik (Autor), 2010, Heinrich Heines „Belsatzar“: Parallelen zwischen dem Menetekel und der Geschichte der deutschen Ballade, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278348