In Max Frischs Roman "Homo faber - Ein Bericht" aus dem Jahr 1957 berichtet der Protagonist Walter Faber aus seinem Leben und von Ereignissen, die sein fest bestehendes technisches und rationales Weltbild ins Wanken bringen und so neue Identitätsfragen aufwerfen.
Der schweizerische SChriftsteller Max Frisch, der schon in anderen Werken wie "Andorra" oder "Stiller" dieser Identitätsfrage nachgeht, thematisiert auch hier das Gegenüberstehen der Identität und dem Selbstbild, dem Wlter Faber gerecht werden will.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Charakterisierung der Hauptfigur Walter Faber bis zur vorgegebenen Textstelle
2.1 Das Weltbild des Rationalisten
2.2 Arbeitsauffassung und Pflichtbewusstsein
2.3 Frauenbild und emotionale Bindungen
3. Interpretation der Textstelle
3.1 Analyse der beruflichen Rechtfertigung
3.2 Sprachliche Analyse der Wiederholungen
3.3 Die Bedeutung der Farbe Rot
3.4 Der Kontrast zwischen Ratio und Emotion
4. Zusammenfassende Betrachtung der Identitätsentwicklung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Charakterisierung von Walter Faber in Max Frischs Roman „Homo faber – Ein Bericht“ unter besonderer Berücksichtigung der Textstelle auf den Seiten 96 bis 98. Ziel ist es, den beginnenden Zusammenbruch von Fabers rationalem Weltbild und seine zunehmende emotionale Verunsicherung infolge seiner Erlebnisse in Guatemala und auf der Schiffsreise aufzuzeigen.
- Das Selbstbild des „Homo faber“ als rationaler Techniker
- Die Funktion von Routine und technischem Verständnis als Abwehrmechanismus
- Die sprachliche und psychologische Analyse von Fabers Rechtfertigungszwang
- Die Symbolik von Farbe und Sprache als Ausdruck emotionaler Instabilität
- Die Entwicklung vom gewollten Selbstbild zur neuen Identität
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung der Farbe Rot
Die Farbe Rot spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Zum einen der rote Wein, der ihm eingeschenkt wird, und dann noch der rote Kopf.
Rot steht hier für das Emotionale, das er in Form des Weins als Genussmittel trinkt und was ihm als Blut in den Kopf schießt, ausgerechnet in den Kopf, wo doch seine Ratio, sein Leben sitzt. Kein Wunder meint er „ich hatte anderes im Kopf“, was er sogar am Schluss wiederholt. Er hatte Emotionen im Kopf, welche ihn so verwirren, dass er vergisst, was er bestellt hat, dass er sogar vom Kellner (!) verunsichert wird, von jemandem, der keine Ahnung von er „wahren Welt“, der Technik, hat. Er sieht in dieser Reise ein Vergehen und empfindet Minderwertigkeitsgefühle, die, seiner Ratio nach, eigentlich keinen Grund zum aufkommen haben.
Um diese Gefühle loszuwerden, flüchtet er sich in seinen „Lebenslauf“. Sein Tun und Schaffen sei nützlich, er ist viel um die Welt gereist und hat vieles erreicht. Warum also sich schlecht fühlen. Und doch fühlt er sich vor diesem Kellner, dem ungebildeten und mit nur wenig Ratio versehrten Mann, dazu gedrängt sich zu rechtfertigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in den Roman und die Zielsetzung der Analyse von Walter Fabers Identitätsfragen anhand der gewählten Textstelle.
2. Charakterisierung der Hauptfigur Walter Faber bis zur vorgegebenen Textstelle: Detaillierte Betrachtung von Fabers rationalem Weltbild, seiner Arbeitsmoral und seinem distanzierten Frauenbild.
3. Interpretation der Textstelle: Tiefgehende Untersuchung von Fabers Rechtfertigungsstrategien, sprachlichen Mustern wie Wiederholungen und der symbolischen Bedeutung von Farben.
4. Zusammenfassende Betrachtung der Identitätsentwicklung: Fazit über den Übergang von Fabers technokratischem Selbstbild hin zu einer von Emotionen geprägten neuen Identität.
Schlüsselwörter
Homo faber, Max Frisch, Walter Faber, Identitätskrise, Rationalismus, Technik, Emotionen, Rechtfertigung, Weltbild, Sabeth, Schuld, Ratio, Selbstbild, Entfremdung, Sprachanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die psychologische Entwicklung des Protagonisten Walter Faber in Max Frischs Roman, basierend auf einer spezifischen Passage in Paris.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen das rational-technische Weltbild, das Pflichtbewusstsein, das Verhältnis zu Frauen sowie der psychologische Zusammenbruch von Fabers bisheriger Ordnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist die Analyse, wie Faber versucht, seine spontanen Handlungen und die aufkommenden Emotionen vor sich selbst und seinem Vorgesetzten zu rechtfertigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine textnahe Interpretation, die sprachliche Besonderheiten (Wiederholungen, Pausen) und symbolische Motive (Farbe Rot, Kamera) zur Charakterisierung heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Charakterisierung der Figur und eine detaillierte Interpretation der ausgewählten Textstelle hinsichtlich ihrer linguistischen und thematischen Aussagekraft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Identitätskrise, Rationalismus, Rechtfertigung, Emotion, Technik und der Begriff des „Homo faber“ selbst.
Warum versucht Faber, seine Handlungen in Guatemala zu rechtfertigen?
Faber spürt durch seine ungeplanten Handlungen eine Verunsicherung und den Verlust der Kontrolle über sein technokratisches Weltbild, was ihn zu einer inneren Rechtfertigung drängt.
Welche Rolle spielt die Farbe Rot in der Interpretation?
Rot symbolisiert das Emotionale und Unkontrollierbare, das in Fabers rationalen Kopf (seine Ratio) eindringt und ihn in eine verunsichernde Gefühlswelt stürzt.
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- Mimy Le (Autor), 2014, Max Frisch: Homo faber. Szenenanalyse und Charakterisierung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278393