Work-Life-Balance. Bewertung und Ausblick


Seminararbeit, 2013

15 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung und Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Arbeit

2 Definitorische Ansätze zur Klärung des Begriffs Work-Life-Balance
2.1 WLB nach Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
2.2 WLB nach Kastner

3 Bewertung von WLB-Maßnahmen
3.1 Maßnahmen zur Erreichung der Work-Life-Balance
3.1.1 Individuelle Ebene
3.1.2 Unternehmensebene
3.1.3 Gesetzgeberische Rahmenbedingungen
3.2 WLB-Maßnahmen im Hinblick auf die Zielerreichung

4 Schlussbetrachtung
4.1 Zusammenfassendes Praxisbeispiel
4.2 Kritische Auseinandersetzung
4.3 Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Einführung und Problemstellung

Die Arbeits- und Lebenswelt hat sich unter dem Einfluss neuer Technologien, der Globalisierung, dem Wandel der Rollenbilder und soziostrukturellen Veränderungen wie die zunehmende Instabilität von Partnerschaften und der immer älter werdenden Gesellschaft rapide verändert.

Der Stellenabbau bei Kernbelegschaften, die Verlagerung unternehmerischer Risiken auf die Mitarbeiter, die Zunahme von befristeten Verträgen und Leiharbeit führt zu immer höheren Produktivitätserwartungen der Unternehmen. Die Folge ist eine Zunahme der psycho- und sozio-emotionalen Störungen, die auf gestiegenem Zeitdruck, erhöhten Mobilitätsanforderungen, zunehmendem Interaktionsstress in Dienstleistungsberufen und der Angst vor Arbeitsplatzverlust beruhen.

Traditionelle Erholungsphasen wie das Wochenende oder der geregelte Feierabend werden beeinträchtigt durch die Entgrenzung der Arbeitszeiten und Schichtdienst.1 Den veränderten Anforderungen der Arbeitswelt stehen Lebensentwürfe gegenüber, die auffallend die persönliche Gesundheit bzw. soziale Aspekte betonen.2 Einen Ausgleich zwischen den divergierenden Anforderungen und Interessen zu schaffen, der sowohl den Unternehmen als auch den Arbeitnehmern gerecht wird, ist die Aufgabe der Konzepte und Maßnahmen, die unter dem Schlagwort „Work-Life- Balance“3 subsumiert werden.

1.2 Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit ist es, einen ersten Überblick über die Vielschichtigkeit und die viel- fältigen Wechselbeziehungen der WLB-Konzepte zu geben. So wird die große Anzahl möglicher Maßnahmen verständlich, die zur Verbesserung der individuellen WLB bei- tragen können. Es soll verdeutlicht werden, dass nur das Zusammenwirken von persön- lichen Einstellungen und Verhaltensweisen mit den angebotenen Maßnahmen der Un- ternehmen sowie bestimmter durch die Politik gesetzter Rahmenbedingungen, zu einer verbesserten WLB führen kann.

1.3 Gang der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit mit dem Titel „Work-Life-Balance - Bewertung und Ausblick“ gliedert sich in folgende Kapitel.

In Kapitel 2 werden zunächst zwei verschiedene definitorische Ansätze zur Klärung des Begriffs „Work-Life-Balance“ vorgestellt und diskutiert.

Kapitel 3 geht auf Maßnahmen ein, die auf der individuellen, unternehmerischen und politischen Ebene zur Verbesserung der WLB ergriffen werden können. Diese werden in einen Zusammenhang mit den Zielen gesetzt, deren Erreichung je nach individueller Ausgangslage eine Verbesserung der empfundenen WLB mit sich bringen könnte. In Kapitel 4 erfolgt eine Schlussbetrachtung anhand eines Beispiels implementierter WLB-Maßnahmen, gefolgt von einer kritischen Auseinandersetzung zur Umsetzung und Umsetzbarkeit.

2 Definitorische Ansätze zur Klärung des Begriffs Work- Life-Balance

2.1 WLB nach Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) definiert Work-Life-Balance als eine „neue, intelligente Verzahnung von Arbeits- und Privatle- ben vor dem Hintergrund einer veränderten und sich dynamisch verändernden Arbeits- und Lebenswelt.“4 Es bleibt ungeklärt, was eine „intelligente“ Verzahnung ausmacht und wodurch sie sich von einer „nicht intelligenten“ Verzahnung unterscheidet. Auch wird nicht erläutert, welche Veränderungen der Arbeitswelt einen Einfluss auf die WLB haben, so dass für die weitere Untersuchung eine leistungsfähigere Definition gefunden werden muss.

2.2 WLB nach Kastner

Als weiterer Definitionsversuch wird der Ansatz von Kastner betrachtet. Kastner weist darauf hin, dass zum Lebensbereich „Arbeit“ nicht nur Belastungen und Anspannung gehören, sondern auch Entspannung und Erholung. Auf der anderen Seite ist der private Bereich auch nicht nur von Erholung gekennzeichnet, sondern kann ebenfalls belas- tende Tätigkeiten mit sich bringen. Er führt u.a. als Beispiel den berufstätigen Familien- vater an, der sich nach einem anstrengenden Wochenende auf die erholsame berufliche Arbeit freut.5 Nach Kastner zeigen Ergebnisse der Arbeitslosenforschung, dass „Erwerbsarbeit eine persönlichkeits- und gesundheitsfördernde Funktion hat. Arbeitslo- sigkeit macht im Prinzip kränker als anspruchsvolle Arbeit.“6 Es ist fraglich, ob bei Er- werbstätigen, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben von belastender Berufsarbeit gesprochen werden kann, während dem Freizeitbereich zuzurechnende Tätigkeiten, wie Kindererziehung oder Gartenpflege, als Arbeit anzusehen sind. Zur Überwindung dieser konzeptionellen Schwierigkeiten verzichtet Kastner auf die Begriffe „Work“ und „Life“ und schlägt vor, stattdessen von investiven und konsumtiven Tätigkeiten zu sprechen. „Investive Tätigkeiten sind solche (affin zu „work“), bei denen wir für die Zukunft Energie, Zeit, Geld einsetzen, um in einem hoffentlich zufriedenstellenden return on investment Lebensbedürfnisse befriedigen zu können.“7 Darunter fallen auch Eigenar- beit oder unbezahltes soziales Engagement. „Konsumtive Tätigkeiten sind solche, in denen wir das Verdiente verbrauchen bzw. die Früchte unserer investiven Bemühungen ernten (affin zu „life“).“8

Weitere Unterscheidungsmöglichkeiten sieht Kastner darin, ob Tätigkeiten als sinnhaft oder sinnlos bzw. motivierend/lustfördernd oder demotivierend/lustmindernd empfun- den werden. Durch Kombination dieser drei Dimensionen ergeben sich acht Tätigkeits- profile:9

A : investive Tätigkeiten, die Spaß machen, aber zumindest langfristig sinnlos sind (zu lang ausgedehnte Gespräche)

A‘: investiv, motivierend, sinnvoll (Erwerbstätige, die ihr Hobby zum Beruf gemacht haben) B : konsumtiv, motivierend, unsinnig (Rauchen, Alkohol trinken)

B‘: konsumtiv, motivierend, sinnvoll (Urlaub, Tätigkeiten eines Ruheständlers) 3 Bewertung von WLB-Maßnahmen - 4 -

C : investiv, aber demotivierend und sinnlos (Arbeit, die nur um des Geldverdienens willen geleistet wird) C‘: investiv, demotivierend, aber sinnvoll (Reinigungsarbeiten, Beziehungen zu unsympathischen Kunden pflegen) D : konsumtiv, demotivierend, sinnlos (arbeitslos sein)

D‘: konsumtiv, demotivierend, aber sinnvoll (Krankenhausaufenthalt)

In den vier Tätigkeitsprofilen A‘, B‘, C‘ und D‘ mit den motivierenden und sinnvollen Tätigkeiten vermutet Kastner einen eher geringen WLB-Druck. Allerdings sollten auch hier investive und konsumtive Tätigkeiten ausbalanciert werden. Den größten Druck vermutet Kastner bei Personen, deren Berufs- und/oder Privatleben durch die Tätigkeitsprofile C und D gekennzeichnet ist.10

3 Bewertung von WLB-Maßnahmen

3.1 Maßnahmen zur Erreichung der Work-Life-Balance

Obwohl eine gelungene Balance zwischen den Anforderungen des Berufs und dem Privatleben von jedem Individuum selbst empfunden und beeinflusst werden kann, sind auch Arbeitgeber als diejenigen beteiligt, die entsprechende WLB ermöglichende Maßnahmen in ihren Unternehmen umsetzen sollten. Dies kann auf freiwilliger Basis als Einzelmaßnahme oder durch Tarifverträge geschehen. Der Gesetzgeber gibt durch gesetzliche Regelungen Rahmenbedingungen vor, die sowohl individuelle Lebensent- würfe unterstützen als auch der Erreichung übergeordneter Ziele (z.B. Erhöhung der Geburtenrate, Entlastung des Gesundheitssystems) dienen. Auf jeder der im Folgenden dargestellten drei Ebenen finden sich spezifische Verhaltensempfehlungen, Maßnahmen und Konsequenzen. Das BMFSFJ spricht von einer dreifachen Win- Situation mit Vor- teilen für die Beschäftigten, die Arbeitgeber und die gesamte Gesellschaft, sofern einer Vielzahl von Beschäftigten die Balance zwischen Berufsleben, Familie und Freizeit gelingt.11

[...]


1 Vgl. (Kastner, 2011): S. 19 f.

2 Vgl. (Opaschowski, 2011): S. 446

3 Im Folgenden auch abgekürzt als WLB

4 Vgl. BMFSFJ (2005): S. 4

5 Vgl. (Kastner, 2011): S. 2 f.

6 Vgl. ebd. S. 4

7 Vgl. ebd. S. 5

8 Vgl. ebd. S. 6

9 Vgl. ebd. S. 6 f.

10 Vgl. (Kastner, 2011): S. 7

11 Vgl. BMFSFJ (2005) S. 4

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Work-Life-Balance. Bewertung und Ausblick
Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Veranstaltung
Human Resource Management
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
15
Katalognummer
V278399
ISBN (eBook)
9783656708421
ISBN (Buch)
9783656710455
Dateigröße
531 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
work-life-balance, bewertung, ausblick
Arbeit zitieren
Annika Mohn-Granser (Autor), 2013, Work-Life-Balance. Bewertung und Ausblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278399

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