Die Marktforschung ist eines der wichtigsten Werkzeuge des Marketings. Sie liefert Entscheidungshilfen für viele Unternehmensbereiche wie Controlling, Vertrieb, Beschaffung, Personaleinsatz oder Business Intelligence. Sie versteht sich weiterhin als systematische Sammlung, Aufbereitung, Analyse und Interpretation von Daten über Märkte und Marktbeeinflussungsmöglichkeiten zum Zweck der Informationsgewinnung für Marketingentscheidungen. Im Rahmen der Vorlesung „Marktforschung“ des Schwerpunktes Marketing der Hochschule Hof galt es den Begriff und die Durchführung einer Marktforschung zu verstehen und anzuwenden. Dazu wurde ein Quasi-Experiment zur Untersuchung der Multitaskingfähig in Abhängigkeit zur Handynutzung durchgeführt. Die Probanden hatten dabei die Aufgabe einem Film zu folgen, Fragen zu diesem zu beantworten und gleichzeitig eingehende Nachrichten auf ihrem Smartphone zu beantworten. Nach Vorgaben des Forschungsdesigns wurden dabei 594 Probanden von insgesamt 54 Kursteilnehmern zur Teilnahme an einem Quasi-Experiment gebeten. Ziel dieser Studienarbeit ist es, den Begriff der Multitaskingfähigkeit zu klären, den Aufbau und die Durchführung des Experiments zu beschreiben und im Anschluss die gewonnen Daten entsprechend verschiedener Hypothesen zu analysieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Explorative Recherche
2.1 Der Begriff Multitasking
2.2 Die Fähigkeit des Multitasking
2.3 Die Effizienz des Multitasking
2.4 Multitasking bei Männer und Frauen
3. Forschungsdesign des Quasi-Experiments
4. Analyse der gewonnenen Daten
4.1 Soziographische Merkmale der Versuchspersonen
4.2 Die Multitaskingfähigkeit von Männern und Frauen
4.3 Die Multitaskingfähigkeit von Studenten verschiedener Studiengänge
4.4 Die Existenz der Multitaskingfähigkeit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist es, den Begriff Multitasking wissenschaftlich zu klären und mittels eines durchgeführten Quasi-Experiments zu überprüfen, ob eine tatsächliche Multitaskingfähigkeit existiert. Hierbei wird insbesondere untersucht, wie sich die Handynutzung und eingehende Nachrichten auf die Konzentration und Leistungsfähigkeit bei der parallelen Bearbeitung von Aufgaben auswirken.
- Grundlagen und theoretische Einordnung des Multitasking-Begriffs
- Methodik des Quasi-Experiments im Marktforschungskontext
- Analyse soziographischer Merkmale der Versuchspersonen
- Untersuchung von geschlechtsspezifischen Unterschieden bei Multitasking
- Einfluss von Studiengängen auf die Multitasking-Leistung
- Evaluierung der Existenz von Multitaskingfähigkeit durch Datenanalyse
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Fähigkeit des Multitasking
Die Schnelllebigkeit des Alltags, sowohl im privaten, als auch im beruflichen Leben ver langt immer häufiger das Absolvieren mehrerer Tätigkeiten zur gleichen Zeit. Doch im mer mehr Kritiker behaupten, dass Multitaskingfähigkeit nicht existiert. Auf die Frage, ob wir Menschen tatsächlich multitaskingfähig sind, antwortet der Psychologe Prof. Rainer Wieland von der Bergischen Universität Wuppertal: „Nein, der Mensch kann eigentlich nur eine Sache auf einmal machen. Müssen wir zeitgleich verschiedene Informationen verarbeiten, wechseln wir bewusst oder unbewusst zwischen den Reizen hin und her.“
Auch der Aachener Psychologe Prof. Iring Koch zerstört den Mythos vom Multitasking: „Wir machen Dinge nicht gleichzeitig. Es ist tatsächlich so, dass wir zwischen den kog nitiven Prozessen binnen hundert Millisekunden oder weniger hin- und herschalten. Das bedeutet, wir fällen Entscheidungen hintereinander und unser Gehirn kann sich immer nur auf eine Aufgabe konzentrieren. Dabei können wir durchaus mehrere Sachverhalte parallel wahrnehmen: Sobald wir jedoch nicht nur wahrnehmen, sondern auch reagieren müssen, dann scheitert jeder Versuch von Gleichzeitigkeit.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Darstellung der Relevanz der Marktforschung und Einleitung in die experimentelle Untersuchung der Multitaskingfähigkeit anhand von 594 Probanden.
2. Explorative Recherche: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff Multitasking, dessen Effizienz und der wissenschaftlichen Debatte um die Existenz dieser Fähigkeit.
3. Forschungsdesign des Quasi-Experiments: Erläuterung der methodischen Vorgehensweise, der Stichprobenbildung und der Durchführung des Experiments unter kontrollierten Bedingungen.
4. Analyse der gewonnenen Daten: Auswertung der erhobenen Daten hinsichtlich soziodemografischer Aspekte, Geschlechtervergleiche und Studiengangsunterschiede.
5. Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass Multitaskingfähigkeit kritisch zu sehen ist und externe Ablenkungen die Leistung signifikant negativ beeinflussen.
Schlüsselwörter
Multitasking, Marktforschung, Quasi-Experiment, Konzentration, Handynutzung, Leistungsfähigkeit, empirische Analyse, Studienleistung, Geschlechtervergleich, Ablenkung, kognitive Prozesse, Stichprobenauswertung, Datenerhebung, Forschungsdesign, Arbeitspsychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung des Phänomens "Multitasking" und der Frage, ob Menschen tatsächlich in der Lage sind, komplexe Aufgaben parallel zu bewältigen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen des Multitaskings, die Durchführung eines praktischen Quasi-Experiments sowie die anschließende statistische Datenanalyse von Versuchspersonen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist die Überprüfung der Hypothese, ob Multitaskingfähigkeit tatsächlich existiert oder ob die parallele Ausführung von Aufgaben zu einer Leistungsminderung führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein Quasi-Experiment angewandt, bei dem Probanden während des Betrachtens eines Films mit eingehenden Nachrichten auf ihren Smartphones konfrontiert wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die soziographischen Daten der Stichprobe, vergleicht Testergebnisse nach Geschlecht und Studiengängen und wertet die Korrelationen zwischen Handynutzung und Aufgabenlösung aus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Multitasking, Marktforschung, Quasi-Experiment, Leistungsfähigkeit, Konzentration und statistische Korrelationsanalyse.
Bestätigen die Ergebnisse der Arbeit die Multitaskingfähigkeit?
Nein, die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Beeinflussung durch Handynachrichten die Aufmerksamkeit negativ beeinflusst und die Hypothese der Multitaskingfähigkeit verworfen werden muss.
Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede beim Multitasking?
Nein, die Analyse zeigt, dass das Geschlecht keinen signifikanten Einfluss auf die Testergebnisse hat; beide Geschlechter zeigen bei Ablenkung eine vergleichbare Leistungsverschlechterung.
Welchen Einfluss hat der Studiengang auf die Leistung?
Die Ergebnisse zeigen lediglich marginale Unterschiede zwischen den verschiedenen Studiengängen, woraus geschlossen wird, dass das Fachstudium keinen Einfluss auf die Multitasking-Leistung hat.
- Citar trabajo
- Simon Donat (Autor), 2014, Ein Quasiexperiment. Die Multitaskingfähigkeit junger gebildeter Zielgruppen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278435