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Die Auflösung der französischen Nationalversammlung als Grundstein für das Ende der Kohabitationen

Título: Die Auflösung der französischen Nationalversammlung als Grundstein für das Ende der Kohabitationen

Trabajo Escrito , 2014 , 11 Páginas , Calificación: 2,2

Autor:in: Justus Lindl (Autor)

Política - Sistemas políticos en general y en comparación
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Als der französische Präsident Jacques Chirac am 21. April 1997 die Nationalversammlung auflöste, breitete sich Irritation aus. Trotz einer vier Fünftel Mehrheit der rechten Regierungsparteien wurden, etwa ein Jahr vor dem geplanten Urnengang Neuwahlen veranschlagt. Das Überraschungsmoment sorgte für schnelle, unterschiedliche Deutungsversuche. Doch auch bis heute zerbrechen sich Politologen den Kopf darüber, welche Beweggründe Chirac zu dieser Handlung trieben. Deshalb soll nicht versucht werden, eine möglichst valide Interpretation der Ereignisse vorzulegen, sondern vielmehr diese im Kontext der Entwicklung des politischen Systems Frankreichs zu setzen. Auch wenn sich jene Auflösung der Assemblée Nationale in eine fünfteilige Reihe der Nutzung dieses Verfassungsinstruments gesellt, ist ihre Natur einzigartig. Warum unterscheidet sie sich von den vorangegangenen? Welcher politische Kontext ermöglichte diese Individualität? Ferner blieben die Geschehnisse im April und Mai 1997 nicht ohne bleibende Wirkung. Welche Folgen hatte Chiracs Entscheidung auf das politische Systems Frankreichs? In einem ersten Teil soll die Auflösung der Nationalversammlung durch den Präsidenten als Instrument in der Verfassung und der historischen Praxis dargelegt werden. Weiterhin wird der politische Kontext durch die Betrachtung der wichtigen Akteure und der wirtschaftlich-gesellschaftlichen Lage Frankreichs erläutert. In einem zweiten Teil wird schließlich untersucht, welche kurz- und langfristigen Konsequenzen entstanden und schlussgefolgert, dass der 21. April 1997 das Datum der vorerst letzten Auflösung der Assemblée Nationale und das Ende der Kohabitationen markiert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I Die Auflösung der Assemblée Nationale in Verfassung und Wirklichkeit

Ein Instrument mit Tradition: De Gaulle und Mitterrand

Reformunfähiges Frankreich, Arbeitslosigkeit und Druck aus Europa

Chirac und Juppé: Das richtige Paar zur falschen Zeit

Reformbemühungen und Skandale

II Die Auflösung und ihre Konsequenzen

Der letzte Stoß zur großen Überraschung

Ein Schlag ins Gesicht: historische Wahlpleite

Erneute Kohabitation

Das Ende aller Kohabitationen

Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Hintergründe und Folgen der Auflösung der französischen Nationalversammlung durch Präsident Jacques Chirac am 21. April 1997. Ziel ist es, die Entscheidung in den historischen Kontext des politischen Systems der V. Republik einzuordnen und zu analysieren, warum dieser Akt sowohl die politischen Akteure als auch die zukünftige Praxis der Kohabitation nachhaltig prägte.

  • Die verfassungsrechtliche Befugnis des Präsidenten zur Parlamentsauflösung
  • Der sozioökonomische Druck auf Frankreich Mitte der 1990er Jahre
  • Die politische Dynamik zwischen Jacques Chirac und seinem Premierminister Alain Juppé
  • Die unmittelbaren Auswirkungen der Parlamentswahlen von 1997
  • Die langfristige Transformation des französischen Regierungssystems

Auszug aus dem Buch

Ein Instrument mit Tradition: De Gaulle und Mitterrand

Die genannte Praktik wurde in der V. Republik vor 1997 vier Mal eingesetzt, zwei Mal von De Gaulle und zwei Mal von Mitterrand. Am 9. Oktober 1962 löste De Gaulle die Nationalversammlung erstmals auf, nachdem diese die Regierung Pompidou 4 Tage vorher gestürzt hatte. Dadurch wurde das Volk zum Schiedsrichter zwischen Exekutive und Legislative und konnten indirekt zum Ausdruck bringen, ob die Regierung weiterbestehen sollte. Dieser Einsatz entsprach wohl gänzlich der Intention der Verfassungsväter. Die Assemblée Nationale bestand zu diesem Zeitpunkt bereits vier Jahre. Das zweite Mal nutzte De Gaulle diese Möglichkeit am 30. Mai 1968, aber nicht um eine politische Krise zwischen Parlament und Regierung zu lösen. Viel mehr reagierte er damit auf die nationale Krise, die durch die Maiunruhen verursacht wurde. Das französische Volk erlangte schließlich die Gelegenheit, seine politische Meinung durch Wahl in das Parlament zu tragen. Die Assemblée Nationale bestand zu diesem Zeitpunkt erst ein Jahr. Mitterrand, der die Nationalversammlung ebenfalls zwei Mal auflöste, hatte andere Beweggründe. In den Jahren 1981 und 1988 wurde er jeweils zum Staatspräsidenten gewählt und stand einer parlamentarischen Mehrheit der Opposition gegenüber. Es war naheliegend, dass Mitterrand also Neuwahlen der Assemblée National einberief, um seine Legislaturperioden mit einer Regierung des eigenen Lagers zu beginnen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Zäsur der Parlamentsauflösung von 1997 ein und umreißt die Forschungsfrage nach den Beweggründen und den systemischen Konsequenzen für Frankreich.

I Die Auflösung der Assemblée Nationale in Verfassung und Wirklichkeit: Dieses Kapitel erläutert die verfassungsrechtliche Grundlage des Auflösungsrechts und analysiert die Akteure sowie die ökonomischen Krisenfaktoren, die den politischen Druck auf Chirac und Juppé massiv erhöhten.

II Die Auflösung und ihre Konsequenzen: Das Kapitel behandelt den Ablauf der vorgezogenen Neuwahlen, die fatale Wahlniederlage der regierenden Rechten und die daraus resultierende dritte Kohabitation sowie die langfristigen Auswirkungen auf die französische Verfassungspraxis.

Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung resümiert, dass die Auflösung von 1997 eine unübliche und politisch riskante Maßnahme war, deren Schockwirkung zusammen mit der späteren Amtszeitverkürzung des Präsidenten Kohabitationen faktisch unwahrscheinlich gemacht hat.

Schlüsselwörter

Frankreich, V. Republik, Jacques Chirac, Alain Juppé, Nationalversammlung, Auflösung, Kohabitation, Parlamentswahl, Regierungswechsel, Verfassung, Exekutive, Legislative, Reformpolitik, politische Krise, Stabilitätspakt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Entscheidung des französischen Präsidenten Jacques Chirac, die Nationalversammlung im Jahr 1997 aufzulösen, und untersucht deren Beweggründe sowie die massiven Auswirkungen auf die französische Innenpolitik.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die verfassungsrechtlichen Befugnisse des Präsidenten, die sozioökonomische Lage Frankreichs Mitte der 90er Jahre, die Dynamik zwischen Chirac und Premierminister Juppé sowie die Entwicklung der Kohabitation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Einordnung des 21. April 1997 als entscheidende Zäsur, die das Ende der Ära häufiger Kohabitationen einläutete und das politische Handeln der folgenden Präsidenten nachhaltig beeinflusste.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit verwendet einen historisch-analytischen Ansatz, indem sie verfassungsrechtliche Vorgaben mit der politischen Praxis und den konkreten zeitgenössischen Ereignissen in Beziehung setzt.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Auflösung als verfassungsrechtliches Instrument, die Untersuchung des politischen Kontextes vor 1997 und die detaillierte Auswertung der Wahlergebnisse sowie deren Konsequenzen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Frankreich, Jacques Chirac, Nationalversammlung, Kohabitation, Regierungswechsel und Verfassung der V. Republik.

Welche Rolle spielte der Premierminister Alain Juppé bei dieser politischen Entscheidung?

Juppé galt als politisch isoliert und unbeliebt; sein enges, loyales Verhältnis zu Chirac sowie die Belastung durch Reformbemühungen und Skandale machten ihn zu einem entscheidenden Faktor für das Scheitern der Strategie des Präsidenten.

Wie hat sich die Praxis der Kohabitation seit 1997 verändert?

Durch die Verkürzung der Amtszeit des Präsidenten auf fünf Jahre und die zeitliche Angleichung der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen sind Kohabitationen in Frankreich heute weitgehend unwahrscheinlich geworden.

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Detalles

Título
Die Auflösung der französischen Nationalversammlung als Grundstein für das Ende der Kohabitationen
Universidad
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft)
Curso
Vertiefung politische Systeme: Das Parlament in Frankreich. Anspruch und Realität
Calificación
2,2
Autor
Justus Lindl (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
11
No. de catálogo
V278448
ISBN (Ebook)
9783656713876
ISBN (Libro)
9783656713562
Idioma
Alemán
Etiqueta
auflösung nationalversammlung grundstein ende kohabitationen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Justus Lindl (Autor), 2014, Die Auflösung der französischen Nationalversammlung als Grundstein für das Ende der Kohabitationen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278448
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