Die Idee, aus der sich Global Sourcing letztendlich entwickelt hat, ist nicht erst in den letzten Jahren entstanden, denn bereits zu Zeiten, als der amerikanische Kontinent noch nicht entdeckt war, betrieben Kaufleute einen weltweiten Handel. Heutzutage sind diesen Aktivitäten im Kontext der Globalisierung allerdings ganz andere Dimensionen zuzusprechen, was nun Gegenstand dieser Arbeit sein soll.
Aus dem Inhalt:
- Global Sourcing als strategisches Konzept
- Beweggründe für Gobal Sourcing
- Anforderungen an das Unternehmen
- Chancen und Risiken
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Global Sourcing als strategisches Konzept
2.1 Begriffliche Grundlagen
2.1.1 Definitionsrahmen
2.1.2 Abgrenzung
2.2 Beweggründe für Global Sourcing
2.2.1 Strategische Orientierungen
2.2.2 Motive aus Unternehmenssicht
2.3 Der Global Sourcing Prozess
2.4 Anforderungen an das Unternehmen
2.4.1 Beschaffungsorganisation
2.4.2 Mitarbeiter
2.4.3 Informations- und Kommunikationstechnologie
2.5 Chancen des Global Sourcings
2.6 Risiken des Global Sourcings
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in der theoretischen Durchdringung des Global Sourcing als strategisches Konzept, um dessen Potenziale zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und die damit verbundenen Anforderungen und Risiken für Unternehmen systematisch aufzuarbeiten.
- Strategische Bedeutung und Abgrenzung des Begriffs Global Sourcing.
- Analyse der Beweggründe und Motive für eine globale Beschaffungsstrategie.
- Prozessuale Gestaltung und organisatorische Anforderungen an das Unternehmen.
- Identifikation und Kategorisierung von Chancen und Risiken grenzüberschreitender Lieferrelationen.
- Bedeutung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien für den Beschaffungsprozess.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Definitionsrahmen
Der Begriff des Global Sourcings geht nach Ansicht der einschlägigen Autoren auf Hefler zurück, der bereits im Jahre 1981 in einem Artikel auf die Notwendigkeit der weltweiten Ressourcenerschließung verweist und zugleich schon betont, dass der weltweite Ressourcenfluss über die einfache Einbeziehung ausländischer Lieferanten hinausgeht. In der deutschen Literatur wurde der Begriff von Arnold geprägt, der Global Sourcing als eine systematische Ausdehnung der Beschaffungspolitik auf internationale Beschaffungsquellen versteht, wobei die funktionsübergreifende, strategisch orientierte Ausrichtung neben der Erschließung von Kostensenkungspotenzialen auch der Sicherung von Erfolgspositionen durch die Unterstützung anderer Geschäftsbereiche dient und somit als integriert und integrierend beschrieben wird. Die meisten deutschen Autoren folgen dieser Definition, lassen aber unter Umständen einzelne Elemente weg. Eine Ausnahme bildet Koppelmann, der im Gegensatz zu Arnold, welcher von einer zentralisierten Organisationsstruktur ausgeht, seine Definition von Global Sourcing zusätzlich an die Existenz von Produktionsstätten in aller Welt, die alle gemeinsam von einem Lieferanten beschaffen, knüpft, womit er eine vollständige Vernetzung der Produktion und der Versorgung zum Ausdruck bringen will.
In der englischsprachigen Literatur wird Global Sourcing heutzutage mitunter als „activity of searching and obtaining goods (…) on a possible worldwide scale, to comply with the needs of the company and with a view to continuing and enhancing the current competitive position of the company“ beschrieben, was annähernd deckungsgleich mit der Auffassung von Arnold ist. Dabei wird auch wieder ersichtlich, dass Global Sourcing nicht nur den operativen, weltweiten Beschaffungsvorgang, sondern insbesondere auch die strategischen Aspekte der Beschaffung sowie die Generierung von globalen Beschaffungssynergien miteinander vereint und sich dabei über alle Phasen des Beschaffungsprozesses erstreckt. Den wohl fortschrittlichsten Ansatz, der Ähnlichkeiten zu Koppelmanns Verständnis aufweist, liefern Trent und Monczka, indem sie in ihrem „Five Levels of Sourcing“ Konzept die höchste Ausprägung des Global Sourcings als eine weltweite, standort- und funktionsbereichsübergreifende Integration beschreiben, was dann einer vollständig gemeinsamen, funktionsbereichsübergreifenden Beschaffung aller weltweiten Standorte eines Unternehmens im Rahmen einer Gesamtstrategie gleichkommt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt den durch Globalisierung und Kostendruck wachsenden Bedarf an einer strategischen Optimierung der Beschaffung, um Wettbewerbsvorteile zu sichern.
2 Global Sourcing als strategisches Konzept: Das Kapitel definiert Global Sourcing als strategische Orientierung, grenzt es vom internationalen Einkauf ab, analysiert Beweggründe, den Prozess, Anforderungen an die Unternehmensorganisation sowie die vielfältigen Chancen und Risiken.
Schlüsselwörter
Global Sourcing, Beschaffungsmanagement, Strategische Beschaffung, Internationale Beschaffung, Wettbewerbsvorteile, Lieferantenmanagement, Beschaffungsmarktforschung, Kostensenkungspotenziale, E-Sourcing, Risikomanagement, Beschaffungsprozess, Globalisierung, Unternehmenserfolg, Supply Management, Beschaffungsstrategie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt das Global Sourcing als ein umfassendes strategisches Konzept zur Beschaffung von Gütern auf weltweiten Märkten, um die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu stärken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die begriffliche Einordnung, die Beweggründe für den globalen Einkauf, die prozessuale Umsetzung sowie eine detaillierte Analyse der damit verbundenen Chancen und Risiken.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, das Global Sourcing theoretisch fundiert aufzuarbeiten und das komplexe Spannungsfeld zwischen den erreichbaren Potenzialen und den existierenden Risiken für Unternehmen transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Zusammenführung wissenschaftlicher Ansätze verschiedener Autoren zur strategischen Beschaffung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition und Abgrenzung, die Beweggründe, den Beschaffungsprozess, die notwendigen Anforderungen an Organisation und Personal sowie die systematische Untersuchung von Chancen und Risiken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Global Sourcing, Beschaffungsstrategie, Kostensenkungspotenziale, Risikomanagement und Supply Management.
Wie unterscheidet sich Global Sourcing vom klassischen internationalen Einkauf?
Der Unterschied liegt primär in der strategischen Qualität: Global Sourcing ist ein systematisch geplanter, langfristiger Ansatz zur Generierung von Wettbewerbsvorteilen, während internationaler Einkauf oft rein operativ und opportunistisch agiert.
Welche Rolle spielt die Informationstechnik beim Global Sourcing?
Moderne IT-Systeme (E-Sourcing, E-Procurement) sind als Enabler für eine schnelle Kommunikation und effiziente Informationsbeschaffung über große Distanzen hinweg eine Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von Global Sourcing.
Warum können kulturelle Risiken den Erfolg beeinflussen?
Kulturelle Unterschiede, Sprachbarrieren oder abweichende Auffassungen von Pünktlichkeit und Genauigkeit können zu Missverständnissen in der Kommunikation und Vertragsabwicklung führen und somit den Erfolg einer grenzüberschreitenden Lieferrelation gefährden.
Welche Bedeutung kommt der Aufgabenteilung in der Beschaffung zu?
Eine strikte Trennung zwischen operativen Aufgaben des Tagesgeschäfts und strategischen Aufgaben wie Marktanalysen ist essentiell, um die notwendigen Kapazitäten für die komplexe Steuerung des Global Sourcings freizuhalten.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Betriebsw. Markus Diederichs, MBA (Autor:in), 2007, Das strategische Konzept des Global Sourcing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278519