Genau hier knüpft die zu haltende Stunde an und bezieht sich dabei auf das Themengebiet „Orientieren, demokratisches Handeln und Mitbestimmen in Schule, Familie und Gemeinde“, genauer gesagt auf den Bereich der Gemeinde an dem exemplarischen Fallbeispiel der Gemeinde XX. Hierbei wurde der regional-thematische Ansatz zu Grunde gelegt. Wichtig hierbei ist auch der Vermittlung von fachlichen Grundkenntnissen, um die verschiedenen Aufgaben einer Gemeinde (Wahl- und Pflichtaufgaben) weiter vertiefen zu können. In Verbindung mit eigenen Erfahrungen aus Schule (Klassensprecher, SMV, Klassengemeinschaft) wird demokratisches Handeln und Mitbestimmen auch auf kommunaler Ebene erfahrbar gemacht. Die SuS können dadurch Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Gemeinde aufzeigen und in angemessener Weise anwenden.
Inhaltsverzeichnis
1 Bedingungsanalyse
1.1 Institutionelle Bedingungen
1.2 Soziokulturelle und anthropologische Voraussetzungen
1.3 Methodische und fachinhaltliche Voraussetzungen
1.4 Einbettung der Unterrichtsstunde in die Unterrichtssequenz
2 Didaktische Reflexion
2.1 Kompetenzen und Inhalte des Bildungsplans
2.2 Sachanalyse
2.3 Kompetenzen
2.3.1 Fachliche Kompetenz
2.3.2 Methodische Kompetenz
2.3.3 Soziale Kompetenz
2.3.4 Personale Kompetenz
2.4 Stundenziel
3 Methodische Reflexion
3.1 Einstieg
3.2 Erarbeitung
3.3 Anwendung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieses Unterrichtsentwurfs ist es, den Schülern der Klasse 6b ein grundlegendes Verständnis für die Struktur und die Aufgaben einer Gemeinde zu vermitteln, wobei insbesondere die Unterscheidung zwischen Wahl- und Pflichtaufgaben im Zentrum steht. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die demokratische Teilhabe und die Notwendigkeit, Interessen innerhalb einer kommunalen Gemeinschaft sachlich zu begründen und aktiv mitzugestalten.
- Unterscheidung von Wahl- und Pflichtaufgaben einer Gemeinde
- Strukturelle Grundlagen kommunaler Selbstverwaltung
- Förderung demokratischer Mitbestimmung und Partizipation
- Argumentationsaufbau für politische Entscheidungsprozesse
- Methodenkompetenz: Textarbeit und gestalterische Präsentation
Auszug aus dem Buch
2.2 Sachanalyse
Selbstverwaltung
Die Gemeinde als Ort, in dem der einzelne Mensch am unmittelbarsten mit öffentlichen Angelegenheiten in Berührung kommt. Strom- und Wasserversorgung, Meldewesen und Müllabfuhr sind kommunale Aufgaben. Zugleich sind die bürgerlichen Möglichkeiten auf Mitbestimmung/Mitwirkung hier am höchsten.
„(1) (...) In den Ländern, Kreisen und Gemeinden muß das Volk eine Vertretung haben, die aus allgemeinen, unmittelbaren, freien, gleichen und geheimen Wahlen hervorgegangen ist. (...) In Gemeinden kann an die Stelle einer gewählten Körperschaft die Gemeindeversammlung treten.
(2) Den Gemeinden muß das Recht gewährleistet sein, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze in eigener Verantwortung zu regeln. Auch die Gemeindeverbände haben im Rahmen ihres gesetzlichen Aufgabenbereiches nach Maßgabe der Gesetze das Recht der Selbstverwaltung. (...)“
Der Artikel 28 Grundgesetz garantiert somit die Selbstverwaltung der Gemeinden und blickt auf eine lange Tradition zurück. Der Ursprung der kommunalen Selbstverwaltung findet sich in der preußischen Städteverordnung des Freiherrn vom Stein 1808. Hier muss berücksichtigt werden, dass nur jene Bürger wählen durften, die über Grundbesitz verfügten oder ein selbstständiges Gewerbe ausübten. Frauen durften gar nicht wählen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Bedingungsanalyse: Dieses Kapitel erörtert die institutionellen, soziokulturellen und methodischen Voraussetzungen der Unterrichtsklasse und bettet das Thema in den laufenden Bildungsplan und die Unterrichtsreihe ein.
2 Didaktische Reflexion: Hier wird der theoretische Bezug zum Bildungsplan hergestellt, eine Sachanalyse zur kommunalen Selbstverwaltung durchgeführt und die anzubahnenden fachlichen, methodischen, sozialen und personalen Kompetenzen definiert.
3 Methodische Reflexion: Dieser Abschnitt beschreibt die konkrete methodische Umsetzung der Unterrichtsstunde, unterteilt in Einstieg, Erarbeitung und Anwendung, und begründet die gewählten Sozialformen sowie die didaktischen Entscheidungen des Lehrers.
Schlüsselwörter
Gemeinde, Selbstverwaltung, Wahlaufgaben, Pflichtaufgaben, Kommunalpolitik, Mitbestimmung, Demokratie, Bürgerentscheid, Unterrichtsentwurf, Partizipation, Kompetenzorientierung, Realschule, EWG, Gemeinderat, Interessenvertretung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Vermittlung des Themas „Die Gemeinde als Ort verschiedener Interessen und Aufgaben“ in einer 6. Realschulklasse, um den Schülern die Strukturen und Entscheidungsprozesse in einer Kommune näherzubringen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Mittelpunkt stehen die Unterscheidung von Wahl- und Pflichtaufgaben einer Gemeinde, das Prinzip der kommunalen Selbstverwaltung und die Möglichkeiten der demokratischen Mitgestaltung durch Bürger.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist, dass Schüler zwischen verschiedenen Aufgabenkategorien einer Gemeinde unterscheiden können und lernen, Argumente für kommunale Projekte in einem partizipativen Prozess zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fachdidaktische Analyse, die Einbettung in den Lehrplan (EWG) und die Anwendung von methodischen Schritten wie der Textanalyse ("Lesen – Markieren – Strukturieren") und Rollenspielen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bedingungsanalyse, eine didaktische Reflexion mit Sachanalyse der Hoheitsrechte der Gemeinden sowie eine detaillierte methodische Reflexion des Unterrichtsverlaufs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Gemeinde, Selbstverwaltung, Mitbestimmung, Wahl- und Pflichtaufgaben, Kommunalpolitik sowie Partizipation.
Warum ist das Thema "Gemeinde" für Sechstklässler relevant?
Es knüpft an die Lebenswelt der Schüler an, fördert das Verständnis für demokratische Prozesse und bereitet sie auf ihre zukünftige Rolle als mündige Bürger, auch im Hinblick auf das Wahlalter ab 16 Jahren, vor.
Welche Rolle spielt die Gruppenarbeit im Unterrichtsplan?
Die Gruppenarbeit dient dazu, die Schüler kooperativ Argumente sammeln und einen Flyer gestalten zu lassen, wodurch die Argumentationsfähigkeit und soziale Kompetenz durch den Rollenwechsel gestärkt werden sollen.
- Citation du texte
- Alexander Eisen (Auteur), 2014, Unterrichtsstunde: Die Gemeinde als Ort verschiedener Interessen und Aufgaben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278531