Zeitgenössische, ideologische Einflüsse in J. R. R. Tolkiens "Der Herr der Ringe"


Studienarbeit, 2013

10 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Über den Autor & geschichtlicher Überblick

3. Rassismen in Tolkiens Werk
3.1 Die Haradrim
3.2 Elben und Zwerge

4. Die Säuberung des Auenlandes
4.1 Das Auenland unter „stalinistischer“ Herrschaft
4.2 Revolution im Auenland

5. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Primärliteratur

1. Einleitung

“Eine (politische) Ideologie ist eine Weltanschauung, die eine soziale, politsche und wirtschaftliche Organisation des menschlichen Lebens befürwortet.” (O´Brien, Williams, 2010, S. 93)

Das späte 19. Jahrhundert und der Beginn des 20. Jahrhunderts waren geprägt von verschiedensten Ideologien. In diesem Thesenpapier werden die Einflüsse dieser Ideologien auf das Werk „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien überprüft, was es unabdingbar macht, mit einer kurzen Biografie des Autors einzusteigen. Im Folgenden werden die auftretenden Weltanschauungen voneinander abgegrenzt und ihre Einflussnahme auf die Entstehung des Werkes anhand von Textbeispielen belegt.

Quelle: O´Brien, Robert; Williams, Marc: Global Political Economy, Palgrave MacMillan: Basingstoke, 3. Aufl. 2010, S. 93

2. Über den Autor & geschichtlicher Überblick

John Ronald Reuel (J.R.R.) Tolkien wurde am 3. Januar 1892 im Oranje Freistaat in Südafrika geboren. Drei Jahre später zog die Familie nach dem Tod seines Vaters nach Sarehole Mill, einem, zu dieser Zeit, noch von der industriellen Revolution verschonten, Vorort von Birmingham. 1904 starb Tolkiens Mutter und dem Waisen wurde die Obhut einer befreundeten Familie zu Teil, aus welcher seine spätere Frau Edith Bratt stammte. Schon während seiner Schulzeit entwickelte er ein begeistertes Interesse an verschiedenen Sprachen, welches er später auch in seiner akademischen Laufbahn verfolgte. Im Sommer 1916 wurde Tolkien als Offizier des Fernmeldewesens an die Front berufen, wo er wenig später im Schützengraben erkrankte. Durch mehrere folgende Erkrankungen sah er die Front nie wieder. Bis 1929 wurde Tolkien vier Mal Vater, erhielt eine Anstellung beim New English Dictionary und widmete sich vor allem seiner Passion, der Philologie und (seiner) Mythologie. Ab 1920 forcierte Tolkien seine akademische Laufbahn, welche mit Umwegen in einer Professur für Anglistik an der Oxford University mündete. Tolkien starb am 2. September 1973 in Bournemouth (England).

Folgende Grafik veranschaulicht die weltpolitischen Einflüsse auf Tolkien während der Erstellung seiner Meisterwerke:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quellen: Der Herr der Ringe, S. 10-13; Humphrey Carpenter: J.R.R. Tolkien. Eine Biographie. Klett-Cotta, Stuttgart 2001

3. Rassismen in Tolkiens Werk

Dass man in einer multikulturellen Welt, wie Mittelerde, rassistische Züge findet ist vorprogrammiert. Die biologischen Unterschiede sind nicht von der Hand zu weisen. Im Herr der Ringe treffen die verschiedensten Völker aufeinander, welche, unter anderem, durch die bisherige Geschichte Mittelerdes in einer bestimmten positiven oder negativen Ausrichtung zueinander stehen. Diese Begebenheiten lassen zahlreiche Interpretationen des Werkes zu.

3.1 Die Haradrim

Die Haradrim stammen aus dem südlichen Gebiet Harad, welches an Gondor grenzt. Sie werden als dunkelhäutig, fremdartig und barbarisch beschrieben. Sie sind Söldner Saurons und in ihrer Kleidung persischen bzw. osmanischen Kriegern nachempfunden.

„Sam, der unbedingt mehr sehen wollte, ging zu den beiden Wachtposten. Er kletterte auf die unteren Äste eines der größeren Lorbeerbäume. Für einen Augenblick sah er dunkelhäutige Menschen in Rot, die ein Stück weit entfernt den Hang hinunterrannten, verfolgt von Grüngekleideten, die die Fliehenden niedermachten. Es hagelte Pfeile. Dann stürzte plötzlich ein Mann die Böschung herab, an deren Fuß sie standen, brach krachend durch dünne Bäume und fiel fast auf sie drauf. Wenige Fuß weit von ihnen blieb er im Farn liegen, das Gesicht am Boden, um den Hals einen goldenen Kragen, unter dem grüne Pfeilfedern vorstanden. Seine scharlachroten Kleider waren zerfetzt, sein Panzerhemd aus übereinandergreifenden Bronzeplättchen gespalten und zerhauen, die schwarzen, golddurchflochtenen Zöpfe blutgetränkt. Seine braune Hand hielt noch das Heft eines abgebrochenen Schwertes umklammert.“ (Der Herr der Ringe, S.698)

Die Urangst der Menschen vor der Dunkelheit ist der Grund dafür, dass in der Literatur das Böse dunkel dargestellt wird. Tolkien ist hier nicht anders. Der dunkle Herrscher in Mordor, seine schwarzen Reiter, seine dunkle und niederträchtige Armee der Orks, sowie die schwarzen Söldner aus dem Süden. Bei den Haradrim lässt sich jedoch zudem eine Parallele zu Tolkiens Leben ziehen. Ähnlich wie die Haradrim, kamen viele Südländer im Zuge der Dekolonisation nach England. Diese Einwanderungswelle der Fremdartigen, machte der Bevölkerung Angst, was darauf schließen lässt, das die Haradrim den fremden Völkern aus den ehemaligen Kolonien Englands nachempfunden sind.

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Zeitgenössische, ideologische Einflüsse in J. R. R. Tolkiens "Der Herr der Ringe"
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Englische Philologie)
Veranstaltung
Literaturwissenschaft
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
10
Katalognummer
V278537
ISBN (eBook)
9783656714897
ISBN (Buch)
9783656717072
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
zeitgenössische, einflüsse, tollkiens, herr, ringe
Arbeit zitieren
Richard Homes (Autor), 2013, Zeitgenössische, ideologische Einflüsse in J. R. R. Tolkiens "Der Herr der Ringe", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278537

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