Das späte 19. Jahrhundert und der Beginn des 20. Jahrhunderts waren geprägt von verschiedensten Ideologien. In diesem Thesenpapier werden die Einflüsse dieser Ideologien auf das Werk „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien überprüft, was es unabdingbar macht, mit einer kurzen Biografie des Autors einzusteigen. Im Folgenden werden die auftretenden Weltanschauungen voneinander abgegrenzt und ihre Einflussnahme auf die Entstehung des Werkes anhand von Textbeispielen belegt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Über den Autor & geschichtlicher Überblick
3. Rassismen in Tolkiens Werk
3.1 Die Haradrim
3.2 Elben und Zwerge
4. Die Säuberung des Auenlandes
4.1 Das Auenland unter „stalinistischer“ Herrschaft
4.2 Revolution im Auenland
5. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Primärliteratur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie zeitgenössische ideologische Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts, insbesondere Nationalsozialismus und Stalinismus, das Werk „Der Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien beeinflusst haben. Ziel ist es, diese Weltanschauungen voneinander abzugrenzen und deren Einflussnahme anhand von Textbeispielen sowie Tolkiens eigener Biografie kritisch zu analysieren.
- Biografischer Kontext und weltpolitische Einflüsse auf den Autor
- Analyse rassistischer Motive und Darstellungen innerhalb der Völker Mittelerdes
- Vergleich der „Säuberung des Auenlandes“ mit stalinistischen Herrschaftsstrukturen
- Untersuchung der Hobbit-Ideologie als Gegenentwurf und Ausdruck von Pazifismus
Auszug aus dem Buch
4.2 Revolution im Auenland
Die Hobbit-Ideologie ist, nach Anwendung der in der Einleitung verwendeten Definition, eine Weltanschauung, die eine soziale, friedliche, politische und wirtschaftliche Organisation des Lebens im Auenland befürwortet. Im zweiten Absatz des Prologs „Über Hobbits“ beschreibt Tolkien diese ausreichend:
„Die Hobbits sind ein unscheinbares, aber sehr altes Volk, das früher zahlreicher war als heute; denn sie schätzen Ruhe und Frieden und den wohlbestellten Boden: Sie wohnten am liebsten in kleinen Gemeinden zwischen Äckern und Weidegründen.“(Der Herr der Ringe, S. 17)
Zu diesem, für Hobbits, idealtypischen Zustand wollen sie zurückkehren und beginnen unter der Führung von den 4 Helden, ohne welche diese womöglich nie stattgefunden hätte, eine Revolution. Frodo selbst spricht sich für eine friedliche Revolution aus:
„Kein Hobbit hat bis heute im Auenland einen anderen Hobbit mit Absicht getötet, und das soll so bleiben. Und überhaupt soll niemand getötet werden, wenn es sich vermeiden lässt. Beherrscht euch bis zum letzten Moment! Lasst eure Wut und eure Hände nicht mit euch durchgehen!“
Hieraus lässt sich zudem schließen, dass in der Ideologie der Hobbits der Pazifismus verankert ist. Das friedliche Miteinander der Hobbits ist die Idealvorstellung zu der Tolkien am Ende seines Buches aufruft. Der Krieg um Mittelerde ist beendet, also muss niemand mehr getötet werden. Sogar Saruman, der sich als der Drahtzieher für die Veränderung des Auenlandes, herausstellt, wird Gnade erwiesen. Auch nachdem er versucht hatte Frodo umzubringen. Saruman wird noch im Auenland von seinem Begleiter Schlangenzunge umgebracht, im gleichen Zug wird Schlangenzunge von Pfeilen getroffen und ihn ereilt dasselbe Schicksal. Die Tyrannei ist beendet und das Auenland kehrt zu seiner, vom Konservatismus und Pazifismus geprägten, Ideologie zurück.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung definiert Ideologie als Weltanschauung und erläutert die Zielsetzung des Thesenpapiers, die Einflüsse zeitgenössischer Ideologien auf Tolkiens Werk zu untersuchen.
2. Über den Autor & geschichtlicher Überblick: Dieser Abschnitt bietet einen biografischen Abriss von J.R.R. Tolkien und skizziert die historischen Eckpunkte seines Lebens, inklusive seiner Kriegserfahrungen.
3. Rassismen in Tolkiens Werk: Hier wird diskutiert, wie Tolkien in seiner multikulturellen Welt Mittelerde mit rassistischen Zuschreibungen arbeitet, wobei insbesondere die Haradrim sowie Elben und Zwerge als Beispiele dienen.
4. Die Säuberung des Auenlandes: Dieses Kapitel analysiert Parallelen zwischen den totalitären Strukturen unter Stalin und den Zuständen im Auenland während der Besatzung sowie das Motiv der friedlichen Revolution.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Tolkiens Werk als Gegenbewegung zur Machtausübung seiner Zeit verstanden werden kann, wobei der „Weltfrieden“ und die Überwindung von Rassenschranken als zentrales Ideal hervorgehoben werden.
Schlüsselwörter
J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe, Ideologie, Nationalsozialismus, Stalinismus, Mittelerde, Rassismus, Haradrim, Industrialisierung, Pazifismus, Hobbit-Ideologie, Eukatastrophe, Weltfrieden, Sozialismus, Gesellschaftsordnung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einflüsse zeitgenössischer politischer und gesellschaftlicher Ideologien des 20. Jahrhunderts auf das literarische Schaffen von J.R.R. Tolkien, insbesondere in seinem Werk „Der Herr der Ringe“.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten gehören der biografische Hintergrund des Autors, die Darstellung verschiedener Völker in Mittelerde in Bezug auf rassistische Konzepte sowie die Parallelen zwischen realhistorischen totalitären Systemen und der Handlung im Auenland.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie Tolkien zeitgenössische Ideologien wie den Nationalsozialismus und den Stalinismus verarbeitet hat, um eine eigene, auf Pazifismus und Weltfrieden ausgerichtete Gegenwelt zu entwerfen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine textbasierte Analyse, bei der Textstellen aus dem Werk mit geschichtswissenschaftlichen Definitionen und biografischen Fakten abgeglichen und interpretiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung rassistischer Zuschreibungen bei den Völkern Mittelerdes sowie eine detaillierte Betrachtung der stalinistischen Züge bei der „Säuberung des Auenlandes“ und dem darauffolgenden revolutionären Prozess.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Typische Schlüsselbegriffe sind „Ideologie“, „Tolkien“, „Totalitarismus“, „Pazifismus“, „Mittelerde“ und „Industrialisierung“.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Elben, Zwergen und der nationalsozialistischen Ideologie?
Die Arbeit stellt dar, dass die Charakterisierung der Elben als „überlegene“ Rasse und die gierigen, im Untergrund lebenden Zwerge als Anleihen an die damalige Propaganda interpretiert werden können, während Tolkien selbst sich jedoch explizit gegen Antisemitismus stellte.
Welche Bedeutung kommt der „Hobbit-Ideologie“ am Ende des Werkes zu?
Die Hobbit-Ideologie wird als ein Idealbild dargestellt, das auf Ruhe, Frieden und der Bewahrung des wohlbestellten Bodens basiert und somit einen notwendigen Gegenpol zu den totalitären Machtbestrebungen des Bösen bildet.
- Citation du texte
- Richard Homes (Auteur), 2013, Zeitgenössische, ideologische Einflüsse in J. R. R. Tolkiens "Der Herr der Ringe", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278537