„Negation“ als ein sprachliches Phänomen gehört vor allem in den Untersuchungsbereich der Bedeutungslehre, und gilt als ein sprachliches Mittel, durch das zurückgewiesen wird, was der Sprachpartner glaubt.
Aufbauend auf diese Bedeutung ist es selbstverständlich festgestellt, dass dieses Phänomen in allen Sprachen existiert ist und dass es als ein sprachliches Universal gilt.3 Aber jede Sprache hat ihre eigenen Mittel, die Negation zu realisieren. Dieses universale Phänomen ist aber trotz seines universellen Charakters in seiner Ausprägung und seinen Ausdrucksformen sprachlich und kulturell determiniert. Die einzelsprachlichen und kulturell determinierten Besonderheiten des Ausdrucks von Negation sind es, welche die Übersetzung der negativen Strukturen zur Herausforderung für den Übersetzer werden lassen. Der Übersetzer nimmt hier eine verantwortungsvolle Funktion als Vermittler zwischen Welten bzw. zwischen Kulturkreisen wahr, eine Funktion, die weit über die rein sprachlichen Zeichen hinaus geht. Im Zusammenhang der Übersetzung der Negationsformen können die Übersetzungsschwierigkeiten darin vorgestellt werden: Einerseits stellt die Übersetzung der Negationsformen also ein wesentliches Problem für den Übersetzer aus dem Arabischen ins Deutsche im Allgemeinen dar. Dies erscheint sehr, wenn man weiß, dass die beiden Sprachen, die Ausgang- und die Zielsprache, also das Arabische und das Deutsche, zwei ganz verschiedene Kulturen aufweisen, nämlich die arabisch-islamische und westliche Kultur. Ferner gehört das Arabische zur Hamitisch-Semitischen Sprachfamilie, das Deutsche hingegen zur Indoeuropäischen Sprachfamilie bzw. zum Germanischen. Andererseits verschärft sich die Übersetzungsproblematik der Negationsformen aus der arabischen Sprache ins Deutsche, besonders wenn es von der Koranübersetzung abhängt.
Inhaltsverzeichnis
0. Einführung
0.1 Problemstellung
0.2 Ziel der Forschungsarbeit
0.3 Methode und Aufbau der Arbeit
1. Negation als Phänomen im Deutschen
1.1 Allgemeines zur Negation im Deutschen
1.2 Sprachlicher und außersprachlicher Ausdruck der Negation
1.3 Der Formenbestand der Negationsträger
1.4 Syntaktische Charakteristika
1.5 Semantische Merkmale von Negationswörtern
1.5.1 Semantische Merkmale aller Negationswörter
1.5.2 Semantische Merkmale einzelner Negationswörter
1.6 Weitere Negationsträger
1.6.1 Konkurrenzformen
1.6.2 Negationsträger mit leerer Negationsbedeutung
1.6.3 Besonderheiten
1.7 Mittel der Negation im Satz
1.7.1 Das Satzäquivalent nein
1.7.2 Das negierte Prädikat
1.7.3 Negierende Indefinitpronomen und Adverbien
1.7.4 Ideomatisch durch Wendungen
1.7.5 Intoratorisch durch Kontrastakzent
1.8 „Satz-“ und „Sondernegation“
2. Das zweite Kapitel: Negation als Phänomen im Arabischen
2.1 Allgemeines zur Negation im Arabischen
2.2 Der Formenbestand der Negationswörter im Arabischen
2.3 Syntaktische Charakteristika der Negationspartikeln
2.3.1 Die grammatisch funktionsübenden Partikeln
2.3.2 Die nicht grammatisch funktionsübenden Partikeln
2.4 Die Eigenschaften der Negationspartikeln im Arabischen
2.4.1 Semantische Merkmale aller arabischen Negationswörter
2.4.2 Semantische Merkmale einzelner Negationswörter
2.5 Die wesentliche Rolle der Pragmatik bei der Entschlüsselung der exakten Bedeutung des arabischen negierten Satzes
2.6 Regelungen in der arabischen Negation
2.7 Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Negation im Deutschen und im Arabischen
3. Negation als ein Übersetzungsproblem aus dem Arabischen ins Deutsche
3.1 Das erste Übersetzungsproblem
3.2 Das zweite Übersetzungsproblem
3.3 Das dritte Übersetzungsproblem
4. Zusammenfassung der Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der Übersetzung von Negationsformen aus dem Arabischen ins Deutsche, insbesondere in Koranübersetzungen und theologischen Texten. Ziel ist es, Lösungsstrategien zu entwickeln, die dem Übersetzer helfen, die semantischen und pragmatischen Nuancen der arabischen Negation adäquat in die deutsche Zielsprache zu übertragen.
- Phänomenologie der Negation im Deutschen und im Arabischen
- Syntaktische und semantische Besonderheiten der Negationsträger
- Die zentrale Rolle der Pragmatik bei der Bedeutungskonstitution negierter Sätze
- Herausforderungen bei der Übersetzung des Korans durch unterschiedliche kulturelle und sprachliche Hintergründe
- Lösungsstrategien für eine präzisere und kontextgerechtere Übersetzungsweise
Auszug aus dem Buch
3.1.2. In Anlehnung an die verschiedenen Besonderheiten der arabischen Negationsträger
In Anlehnung an die verschiedenen Besonderheiten der arabischen Negationsträger ist darauf hinzuweisen, dass die arabischen Negationswörter eine größere semantische Rolle in der Satzbedeutung spielen und dem Adressaten mehrere Nebenbedeutungen als die deutschen Negationswörter geben können. Die kann dazu führen, dass die semantische Entsprechung eine andere grammatische Funktion in der deutschen Sprache haben kann. Diese semantische Entsprechung kann durch eine Hinzufügung eines sprachlichen Lexems oder sogar durch Änderung der syntaktischen Funktion verwirklicht werden. Dementsprechend soll der Übersetzer ausreichendes Wissen über das arabische Negationsphänomen im Allgemeinen und über die linguistischen Eigenschaften der arabischen Negationspartikeln im Besonderen haben, um die deutsche Entsprechung zu verwirklichen.
Also kann der Gebrauch einer arabischen bestimmten Negationspartikel auf die allgemeine Satzbedeutung einwirken und weitere Informationen geben, wie das Tempus. Betrachtet man dieses Bespiel, so erkennt man, dass die arabische Negationspartikel Lann sich neben der Negationsbedeutung auf die Zeit der Zukunft bezieht, die bei einem Übersetzungsvorgang in eine andere Sprache wiedergegeben werden soll. So lautet die vorgeschlagene Übersetzung: (Und als ihr sagtet: „O Musa, Wir werden dir nicht eher glauben”.) (Sure 2: Koranvers 55).
Die Wirkung auf die Satzbedeutung kann durch die Umstellung der Zeit des Satzes verwirklicht werden, wie z.B. (Sie sagten: „Aber nein, Ihr wart ja nicht gläubig.“) (Sure 37: Koranvers 29). Es kann auch durch eine Hinzufügung eines sprachlichen Lexems ( wie die Partikel noch) verwirklicht werden. Wie z.B. (Und andere vor ihnen, die sich ihnen noch nicht angeschlossen hatten.) (Sure 62: Koranvers 3).
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einführung: Definition der Negation als sprachliches Universal und Darlegung der spezifischen Herausforderungen bei der Übersetzung aus dem Arabischen ins Deutsche.
1. Negation als Phänomen im Deutschen: Untersuchung der Terminologie, der verschiedenen Negationsarten (Satz-, Sondernegation) sowie der syntaktischen und semantischen Einheiten im Deutschen.
2. Das zweite Kapitel: Negation als Phänomen im Arabischen: Analyse der arabischen Negationspartikeln, ihrer syntaktischen Rektion und der funktionalen Bedeutung im koranischen Kontext.
3. Negation als ein Übersetzungsproblem aus dem Arabischen ins Deutsche: Erörterung konkreter Übersetzungsprobleme, insbesondere der Einfluss von Wortstellung, Kontext und pragmatischen Faktoren auf die adäquate Wiedergabe.
4. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Forschungsergebnisse und Ableitung von Lösungsstrategien für die übersetzungsorientierte Praxis.
Schlüsselwörter
Negation, Arabisch, Deutsch, Übersetzungsproblematik, Koranübersetzung, Satznegation, Sondernegation, Pragmatik, Sprachvergleich, Semantik, Negationspartikel, Translation, Sprachwissen, Kontextanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Magisterarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Schwierigkeiten, die beim Übersetzen arabischer Negationsformen ins Deutsche auftreten, wobei der Fokus auf koranischen Texten liegt.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die syntaktischen und semantischen Unterschiede der Negation in beiden Sprachen sowie die entscheidende Rolle des pragmatischen Kontextes bei der Bedeutungskonstitution.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die spezifischen Übersetzungsprobleme zu identifizieren und Lösungsstrategien zu erarbeiten, die eine getreuere und präzisere Wiedergabe des arabischen Gemeinten im Deutschen ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?
Die Autor arbeitet mit einer kontrastiven linguistischen Analyse unter Einbeziehung koranischer Exegese und etablierter Übersetzungstheorien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Betrachtung der Negationssysteme im Deutschen und Arabischen sowie eine tiefgehende Analyse der Übersetzungsproblematik an konkreten Beispielen aus dem Koran.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Negation, Arabisch, Deutsch, Übersetzungsproblematik, Pragmatik und Koranübersetzung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Satz- und Sondernegation für den Übersetzer so wichtig?
Diese Unterscheidung ist entscheidend, da eine falsche Zuordnung die inhaltliche Aussage eines Satzes grundlegend verändern kann, insbesondere wenn der Fokus der Negation nur auf einem einzelnen Satzglied liegt.
Welchen Einfluss hat die Wortstellung auf die Negationsbedeutung im Arabischen?
Die Wortstellung im Arabischen ist oft mit Akzentuierung und Einschränkung der Bedeutung verbunden; ihre Ignoranz führt zu einer irreführenden Wiedergabe des Sinns im Deutschen.
- Arbeit zitieren
- Mahmoud Raslan (Autor:in), 2012, Zur Problematik der Übersetzung von Negationsformen aus dem Arabischen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278573