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Das Menschenpaar im Paradiesgarten. Genesis 2 und 3 und seine Verarbeitung in Zolas "La faute de l'abbé Mouret"

Title: Das Menschenpaar im Paradiesgarten. Genesis 2 und 3 und seine Verarbeitung in Zolas "La faute de l'abbé Mouret"

Master's Thesis , 2014 , 94 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Bachelor of Arts Shirin Tahmasebi (Author)

Theology - Biblical Theology
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Summary Excerpt Details

Die biblische Paradiesgeschichte mit den zwei Hauptakteuren Adam und Eva, als erstes Menschen-paar, spielt in allen drei großen monotheistischen Religionen Christentum, Judentum und Isalm eine besondere Rolle und kann wohl als einer der bekanntesten Texte der Weltliteratur bezeichnet wer-den. Die Erzählung wird auch als der zweite Schöpfungsbericht oder die Geschichte vom Fall be-zeichnet. Sie ist Teil der Urgeschichte im Buch Genesis und erstreckt sich von Genesis 2,4b – 3,24. Worte wie „Paradies“, „Schlange“, Sünde“ und „Apfel“ rufen bei Vielen die Assoziation mit der Geschichte des ersten Menschenpaares hervor. Doch trotz der scheinbaren Vertrautheit mit der Er-zählung, bietet die knappe, zuweilen lückenhafte Erzählweise, viel Interpretationsspielraum. Be-sonders die Bezeichnung „Schöpfungserzählung“ suggeriert, dass hier von der Entstehung der Welt und seinen Geschöpfen berichtet wird, also vom Anfang der Welt oder „wie alles begann“. Dies ist sicherlich auch impliziert. Dabei geht es nachdem im ersten Schöpfungsbericht die „Entstehung von Himmel und Erde“ oder die „Erschaffung der Welt in sieben Tagen“ geschildert wurde, nun, ohne einen neuen zeitlichen Anfang zu setzten, um die Erschaffung des Menschen. Doch die Gen 2-3 innewohnende Intention ist weniger die Darlegung vom Anfang von Welt und Menschheit, wie es menschlicher Wissbegier entgegenkäme, sondern die Beschreibung gegenwärtiger Lebenswelt und ihrem Ursprung. Damit wohnt der Paradieserzählung die Ätiologie schlechthin inne: „[Sie] gibt eine Erklärung für den jetzigen Zustand der Menschheit, die infolge des Ungehorsams des ersten Menschenpaares gegenüber Gottes Gebot vielen Mühsalen und schließlich dem Tod unterworfen ist.“ Jedoch geht es nicht nur um eine Beschreibung des Zustandes des Menschen, sondern auch um eine Charakterisierung des Menschen an sich. Die Paradieserzählung liefert uns ein Bild davon, was Menschsein bedeutet. Adam und Eva sind nicht nur „unsere Ureltern“ und begründeten den Anfang der Menschheit, „sie präfigurieren vielmehr in unterschiedlichen Facetten, was Menschsein bedeutet- in allen Höhen, Tiefen und Mittelmäßigkeiten.“
Die Genesis und damit auch die Urgeschichte ist ein riesiges zusammenhängendes und doch aus Einzelschriften zusammengestelltes Erzählungswerk. Diese Erzählungen werden nicht nur in der kirchlichen Lehre ausgelegt, sondern dienen auch „in vielfältiger Weise [als] Quelle künstlerischer Inspiration“ . So auch für den französischen Natural

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DIE BIBLISCHE PARADIESERZÄHLUNG GENESIS 2, 4B – 3,24

2.1 Übersetzung

2.2 Entstehungsgeschichte

2.3 Der erzählerische Aufbau

2.4 Auslegung

2.4.1 Die Erschaffung des Menschen und sein Lebensraum (Gen 2,4b-17)

2.4.2 Der Garten Eden

Die Bäume im Garten (Gen 2,9-14)

2.4.3 Die Erschaffung der Frau (Gen 2,18-25)

2.4.4. Mann und Frau

2.4.5 Der Ausgangspunkt vor dem Fall und Rückgriff auf das Gebot in Gen 2,17

2.4.6. Der Fall und das Verhör (Gen 3,1-7)

2.4.6.1 Die Schlange und ihre List / Der nach Erkenntnis verlangende Mensch

2.4.6.2. Die Schuldfrage

2.4.6.3 Die Konsequenzen des Vergehens: Die Vertreibung / Flüche (Gen 3,22-24)

Die Entlassung aus dem Paradies

2.4.7 Menschenbild

3 DIE VERARBEITUNG DER PARADIESERZÄHLUNG IN „LA FAUTE DE L’ABBÉ MOURET“

3.1. Einleitung

3.2. Zola und der Naturalismus

3.3 Die Handlung des Romans

3.4 Skizzierung des Aufbaus des Romans

3.5. Biblische Mythologie im Roman

3.5.1 Parallelen außerhalb des zweiten Buches

3.5.2 Parallelen im zweiten Buch

3.5.2.1 Das Paradies, „le paradou“

Der Baum des Lebens oder der mysteriöse Ort der Glückseligkeit

3.5.2.2 Serge und Albine alias Adam und Eva?

3.5.2.3. Der Sündenfall

Die Konsequenzen

3.5.2.4 Liebe und Sexualität

3.5.3. Intention des Romans

4 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das biblische Paradiesnarrativ der Genesis 2-3 und analysiert dessen literarische Verarbeitung in Émile Zolas Roman „La faute de l’abbé Mouret“. Das Hauptziel besteht darin, die Analogien und Unterschiede zwischen der biblischen Vorlage und dem naturalistischen Roman herauszuarbeiten, um ein tieferes Verständnis für die Darstellung von Menschsein, Schuld und Sexualität in beiden Texten zu gewinnen.

  • Exegetische Analyse der biblischen Schöpfungs- und Fallerzählung (Genesis 2,4b–3,24).
  • Untersuchung der Rezeption biblischer Mythen im naturalistischen Kontext.
  • Vergleich des Sündenfall-Motivs mit dem Schicksal der Protagonisten Serge und Albine im „Paradou“.
  • Reflexion über das Menschenbild sowie das Spannungsfeld zwischen religiösem Gebot und menschlicher Natur.

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Die Erschaffung des Menschen und sein Lebensraum (Gen 2,4b-17)

Die Erzählung des zweiten Schöpfungsberichtes beginnt mit einer Art Verknüpfung zum ersten Schöpfungsbericht. Es wird noch einmal zurückgegriffen auf die Zeit, als Gott Erde und Himmel machte, genauer: auf die Zeit, als es weder Mensch, noch Tier und Pflanzen gab, also quasi zum Beginn des vierten Tages des ersten Schöpfungsberichts. Die Erde wird als öde und wüstenartig beschrieben, da ohne Regen und ohne den Menschen, der sich um die Bewässerung und Bebauung des Landes kümmern könnte, keine Vegetation existieren kann. So heißt es in Genesis 2,5: „Es gab noch keinen Menschen, der den Ackerboden bestellte.“ Damit ist die Frage der Bestimmung des Menschen beantwortet: Er hat seine Daseinsberechtigung in der Kultivierung des von Gott gegebenen Lebensraumes.

Die Erschaffung des Menschen, ein künstlerisch handwerklicher Akt, wird sehr knapp, nüchtern und ohne Ausschmückungen erzählt. Der Leser bekommt beinahe den Eindruck, als sei die Erschaffung des Menschen „ganz einfach“ gewesen. Auch waren hierfür nicht viele „Zutaten“ notwendig. Gott benutzt die feuchte Erde zum Formen - man denkt hier an eine Art töpfern aus Lehm - und bläst ihm dann den Lebensatem ein, was ihm zu einem lebendigen Wesen macht. Trotz der Knappheit der Beschreibung, stellt man sich bildhaft vor, wie Gott einige Zeit mit der sorgfältigen „Modellierung“ seines „perfekten Menschens“ beschäftigt ist, wodurch die Nüchternheit der Erschaffung seines größten schöpferischen Werkes relativiert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Paradiesgeschichte als Teil der Urgeschichte und Vorstellung der Zielsetzung, Zolas Roman als literarisches Vergleichsobjekt einzubeziehen.

2 DIE BIBLISCHE PARADIESERZÄHLUNG GENESIS 2, 4B – 3,24: Detaillierte exegetische Betrachtung des biblischen Textes, inklusive Entstehungsgeschichte, erzählerischem Aufbau und theologischer Bedeutung.

3 DIE VERARBEITUNG DER PARADIESERZÄHLUNG IN „LA FAUTE DE L’ABBÉ MOURET“: Analyse der Rezeption biblischer Mythen im Naturalismus Émile Zolas und detaillierter Vergleich mit den Ereignissen im Roman.

4 FAZIT: Synthese der Ergebnisse, wobei sowohl die biblische Urgeschichte als auch die Romanhandlung als Darstellungen des menschlichen Lebensweges zwischen Segen, Fluch und Verantwortung resümiert werden.

Schlüsselwörter

Genesis, Paradies, Sündenfall, Émile Zola, Naturalismus, Adam und Eva, Erkenntnis, Menschsein, Exegese, Schöpfungsgeschichte, Schuldfrage, Literaturwissenschaft, Biblische Mythologie, Sexualität, Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die biblische Erzählung vom Paradies und den Fall des Menschen und setzt diese in Bezug zur literarischen Verarbeitung dieser Thematik in Émile Zolas Roman.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Exegese der Genesis 2-3, das Verständnis von Menschsein und Gottesbild sowie die kritische Reflexion des Naturalismus in der Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es, die Analogien zwischen der biblischen Urgeschichte und der Romanhandlung zu untersuchen und zu zeigen, wie Zola das Paradies-Motiv zur Gesellschaftskritik nutzt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und exegetische Untersuchung, die textnahe Analyse mit redaktionsgeschichtlichen und kulturhistorischen Ansätzen kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auslegung der Genesis-Texte und eine anschließende Analyse von Zolas Roman, wobei besonders der „Paradou“-Garten und die Figuren Serge und Albine betrachtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Paradies, Sündenfall, Naturalismus, Erkenntnis, Menschsein und intertextuelle Bezüge.

Inwiefern ist das Bild von Adam und Eva im Roman relevant?

Zola nutzt das erste Menschenpaar als archetypisches Vorbild für seine Protagonisten Serge und Albine, um die menschliche Natur und soziale Zwänge in einem „modernen Paradies“ zu hinterfragen.

Wie wird das Zölibat im Roman thematisiert?

Zola stellt das Zölibat als lebensfeindliche Instanz dar, die im krassen Widerspruch zur natürlichen menschlichen Bestimmung steht, wie sie in der Paradieserzählung angelegt ist.

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Details

Title
Das Menschenpaar im Paradiesgarten. Genesis 2 und 3 und seine Verarbeitung in Zolas "La faute de l'abbé Mouret"
College
University of Göttingen
Grade
2,0
Author
Bachelor of Arts Shirin Tahmasebi (Author)
Publication Year
2014
Pages
94
Catalog Number
V278661
ISBN (eBook)
9783656714125
ISBN (Book)
9783656714118
Language
German
Tags
menschenpaar paradiesgarten genesis verarbeitung zolas mouret
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Arts Shirin Tahmasebi (Author), 2014, Das Menschenpaar im Paradiesgarten. Genesis 2 und 3 und seine Verarbeitung in Zolas "La faute de l'abbé Mouret", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278661
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