Unzählige Schlagzeilen in allen Medien handeln vom Sterben, Sterbehilfe, Hilfe beim Sterben und einem selbst bestimmten Lebensende. Menschen haben Angst vor diesem Sterben - haben Sorge, mit ihrem Leid, anderen ausgeliefert zu sein. Tod und Sterben gehören zum Leben und werden dennoch aus dem Leben ausgeblendet und verdrängt. Der medizinische Fortschritt und die Entwicklung immer effektiverer diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten fördern den Glauben an die Allmacht der Medizin – selbst in aussichtslosen Fällen. In einer Gesellschaft, die die Attribute jung, gesund, erfolgreich und dynamisch als Ideale propagiert, ist für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit Sterben und Tod wenig Platz.
Aus dem Inhalt:
- Palliativversorgung Schwerstkranker und Sterbender
- Stationäre und teilstationäre Behandlung
- häusliche Hospizbetreuung
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Palliativversorgung Schwerstkranker und Sterbender
2.1 Palliativmedizin
2.2 Palliative Care
3. Organisationsformen der stationären und teilstationären Betreuung
3.1 Palliativstation
3.2 Stationäres Hospiz
3.3 Tageshospiz
3.4 Kinderhospiz
4. Organisationsformen der häuslichen Hospizbetreuung
4.1 Aufbau ambulanter Hospizarbeit
4.2 Ziele der ambulanten Hospizarbeit
5. Zusammenfassung und Schlussgedanken
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die detaillierte Darstellung und Analyse verschiedener Organisationsformen in der Hospiz- und Palliativversorgung, um die Möglichkeiten einer würdigen Begleitung Schwerstkranker und Sterbender aufzuzeigen. Dabei wird insbesondere die Forschungsfrage adressiert, wie stationäre, teilstationäre und ambulante Versorgungsmodelle unter Berücksichtigung medizinischer, pflegerischer und psychosozialer Aspekte strukturiert sind und welche Herausforderungen in deren Finanzierung und Umsetzung bestehen.
- Strukturelle Unterschiede zwischen Palliativmedizin und Palliative Care
- Vergleich stationärer, teilstationärer und ambulanter Hospizmodelle
- Herausforderungen und Finanzierungsmechanismen im Gesundheitswesen
- Spezifische Anforderungen der Kinderhospizarbeit
- Bedeutung der multidisziplinären Zusammenarbeit und Schmerztherapie
Auszug aus dem Buch
3.1 Palliativstation
Die stationäre Ausübung der Palliativmedizin erfolgt auf Palliativstationen. Diese sind einem Krankenhaus angegliedert oder in einem Krankenhaus integriert. Als eigenständige Abteilungen verfügen sie meist über 8-12 Betten. Bundesweit rechnet man 9 Betten auf eine Million Einwohner. Zur Bedarfsdeckung werden 20 Betten auf eine Million Einwohner benötigt. Palliativstationen sollten im krankenpflegerischen Bereich einen Stellenplan von 1,2-1,4: 1 (Pflegepersonal zu Patient, die Verf.) und im medizinischen Bereich für 8-10 Patienten einen Arzt berücksichtigen. Das interdisziplinäre Team wird von Psychologen, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern und ehrenamtlichen Helfern der örtlichen Hospizvereine ergänzt.
Ziel des Aufenthalts auf einer Palliativstation ist, dem Patienten die notwendige Unterstützung anzubieten, die er benötigt, um ein Maximum an Lebensqualität, in der ihm noch verbleibenden Zeit zu erreichen. Oftmals ist ein Aufenthalt bereits im frühen Stadium einer Erkrankung, auch wenn noch lebensverlängernde Maßnahmen oder auch Behandlungen geplant sind, notwendig, damit die erforderliche Symptomkontrolle und Schmerztherapie vorgenommen werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel im Umgang mit Tod und Sterben und definiert die Hospizbewegung als Antwort auf die zunehmende Überforderung in der Pflege Sterbender.
2. Palliativversorgung Schwerstkranker und Sterbender: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Palliativmedizin und Palliative Care sowie die Bedeutung einer adäquaten Schmerztherapie.
3. Organisationsformen der stationären und teilstationären Betreuung: Hier werden die verschiedenen stationären und teilstationären Versorgungsmodelle wie Palliativstation, Hospiz, Tageshospiz und Kinderhospiz detailliert beschrieben.
4. Organisationsformen der häuslichen Hospizbetreuung: Dieses Kapitel widmet sich dem Aufbau und den Zielen ambulanter Hospizdienste und der Notwendigkeit einer solidargemeinschaftlichen Betreuung zu Hause.
5. Zusammenfassung und Schlussgedanken: Die Schlussbetrachtung fasst die Entwicklung der Hospizbewegung zusammen und fordert eine verstärkte Sektorenüberwindung und politische Anerkennung für Palliative Care in allen Lebensbereichen.
Schlüsselwörter
Hospiz, Palliativmedizin, Palliative Care, Sterbebegleitung, Lebensqualität, Schmerztherapie, stationäre Betreuung, ambulante Hospizarbeit, Kinderhospiz, Symptomkontrolle, interdisziplinäres Team, Gesundheitsreform, Schwerstkranke, Hospizbewegung, psychosoziale Begleitung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Struktur und Organisation verschiedener Hospiz- und Palliativversorgungsformen in Deutschland, um eine menschenwürdige Sterbebegleitung zu ermöglichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Palliativmedizin, die stationäre Hospizversorgung, die ambulante Hospizarbeit sowie die spezifischen Bedürfnisse von Kindern und deren Familien im Kontext lebensverkürzender Erkrankungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die verschiedenen Möglichkeiten der palliativen Betreuung aufzuzeigen und die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Begleitung sowie die Herausforderungen bei der Umsetzung und Finanzierung zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse der relevanten Fachliteratur, wissenschaftlicher Veröffentlichungen und aktueller Anforderungen an die Hospizarbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Palliativmedizin, die stationären Organisationsformen, das Modell des Tageshospizes, die Kinderhospizarbeit sowie die verschiedenen Stufen ambulanter Hospizdienste.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind unter anderem Hospiz, Palliative Care, Lebensqualität, Schmerztherapie, stationäre und ambulante Betreuung sowie Sterbebegleitung.
Warum ist die Trennung zwischen Krankenhaus und stationärem Hospiz für die Autorin so wichtig?
Die Autorin betont diese Trennung, da das stationäre Hospiz als „letzter Wohnort“ dienen soll, an dem der Patient als Gast wahrgenommen wird und ein selbstbestimmtes, würdiges Sterben abseits klinischer Routinen möglich ist.
Welche Herausforderungen sieht die Autorin bei der Finanzierung ambulanter Dienste?
Die Autorin kritisiert, dass viele kleine Hospizinitiativen keine Förderung durch Krankenkassen erhalten, da sie keine hauptamtliche Pflegefachkraft mit spezieller Palliative-Care-Qualifikation vorweisen können, was die Arbeit auf ehrenamtliches Engagement begrenzt.
- Arbeit zitieren
- Barbara Mayerhofer (Autor:in), 2006, Hospiz. Die Organisationsformen der (teil-)stationären und ambulanten Betreuung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278715