Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Literature of History, Eras

Emanzipation und neue Weiblichkeit. Das frühromantische Frauenbild Friedrich Schlegels im Roman "Lucinde"

Title: Emanzipation und neue Weiblichkeit. Das frühromantische Frauenbild Friedrich Schlegels  im Roman "Lucinde"

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Janine Lacombe (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Bereits im Zuge der Aufklärung Mitte bis Ende des 18. Jahrhunderts zeichnet sich eine Veränderung des zeitgenössischen Frauenbildes ab, welches sich auch auf die aktive Kulturszene auswirkt. Der weibliche Verstand sowie die Gesellschaft von Frauen erfahren eine soziale Aufwertung. Eine für damalige Verhältnisse recht progressive Denkweise, was die Rolle der Frau in der Gesellschaft betrifft, ermöglicht es den Damen der oberen Schicht, neben der bis dahin dominierenden Männerwelt am kulturellen Leben teilzunehmen. Neue, teils sehr pro-vokante Ansichten über Weiblichkeit, Liebe und Ehe werden nicht länger im öffentlichen Diskurs exkludiert, sondern vor allem im Romantikerkreis thematisiert. Wie im weiteren Verlauf der Arbeit illustriert werden soll, rückt das von Friedrich Schlegel postulierte Ideal der vollkommenen Weiblichkeit den Fokus jedoch scheinbar erneut auf eine rein männliche Ästhetik.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Zielsetzung der Arbeit

1.2 Allgemeine Vorgehensweise

2. Die Frau im 18. Jahrhundert

2.1 Die soziale Stellung der Frau

2.2 Das Frauenideal

2.3 Das Eheideal

3. Die Frau in der Frühromantik

3.1 Bildung und Geselligkeit – Der literarische Salon

3.2 Schlegels Ideal der vollständigen Weiblichkeit

3.3 Liebe und Ehe

3.4 Das Menscheitsideal

4. Das Frauen- und Ehebild Schlegels in Lucinde

4.1 Das Frauenbild im Roman Lucinde

4.2 Entwurf einer idealen Liebesbeziehung

5. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das von Friedrich Schlegel im Roman Lucinde propagierte Weiblichkeitsideal und dessen Adaption. Dabei wird zentral hinterfragt, ob es sich bei diesem frühromantischen Denken um ein emanzipatorisches Streben nach tatsächlicher sozialer Gleichstellung der Frau handelt oder ob das Frauenbild lediglich funktionalisiert bleibt.

  • Historische Analyse der sozialen Rolle und des Bildes der Frau im 18. Jahrhundert.
  • Untersuchung der frühromantischen Auffassungen von Bildung, Geselligkeit und den literarischen Salons.
  • Kritische Beleuchtung des Schlegelschen Ideals der „vollständigen Weiblichkeit“.
  • Analyse der Darstellung von Geschlechterrollen und Liebesbeziehungen im Roman Lucinde.

Auszug aus dem Buch

4.1 Das Frauenbild im Roman Lucinde

Neben der weiblichen Haupt- und Titelfigur Lucinde beschreibt der männliche Protagonist Julius Begegnungen mit sechs weiteren, teils namentlich genannten Frauen und einem kleinen Mädchen. In der Charakteristik der kleinen Wilhelmine scheint zwar ein expliziter Vergleich der Frau mit dem Kind vorzuliegen, in welchem die Sittlichkeit bei Kindern, Zartheit und Zierlichkeit in Gedanken und Worten vornehmlich beim weiblichen Geschlecht87 gesucht werden, jedoch geschieht dies nicht in negativ konnotierter Form:

Und nun sieh! Diese liebenswürdige Wilhelmine findet nicht selten ein unaussprechliches Vergnügen darin, auf dem Rücken liegend mit den Beinchen in die Höhe zu gestikulieren, unbekümmert um ihren Rock und um das Urteil der Welt. Wenn das Wilhelmine tut, was darf ich tun, da ich doch bei Gott! Ein Mann bin, und nicht zarter zu sein brauche wie das zarteste weibliche Wesen? O beneidenswerte Freiheit von Vorurteilen! Wirf auch du sie von dir, liebe Freundin, alle die Reste von falscher Scham, wie ich oft die fatalen Kleider von dir riß und in schöner Anarchie umherstreute.88

Die natürliche Schamlosigkeit des Kindes wird zentralisiert und auf sowohl die erwachsene Frau als auch auf den Mann projiziert. Entgegen bürgerlicher Konventionen soll die gesellschaftlich auferlegte und anerzogene Scham überwunden und die natürliche „Ordnung“ wiederhergestellt werden. Obgleich Julius beide Geschlechter gleichermaßen anspricht, werden gewissen Differenzen zwischen Mann und Frau, wie beispielsweise das Maß an Zartheit, vorausgesetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die Untersuchung von Schlegels Weiblichkeitsideal in Lucinde und die Frage nach dessen Emanzipationscharakter.

2. Die Frau im 18. Jahrhundert: Dieses Kapitel erörtert die historisch-bürgerliche Marginalisierung der Frau, ihre rechtliche Unmündigkeit und das zeitgenössische Frauen- sowie Eheideal.

3. Die Frau in der Frühromantik: Es wird die Aufwertung der Frau in frühromantischen Kreisen durch Salons und neue Ansichten zu Bildung, Liebe und Ehe analysiert.

4. Das Frauen- und Ehebild Schlegels in Lucinde: Das Hauptkapitel untersucht die Adaption der theoretischen Ideale im Roman Lucinde anhand konkreter Frauenfiguren und der Liebeskonzeption von Julius.

5. Abschließende Bemerkungen: Das Fazit resümiert, dass Schlegels Frauenbild die Frau zwar aufwertet, sie letztlich jedoch als Objekt männlicher Projektionen und Vollendung dient.

Schlüsselwörter

Friedrich Schlegel, Lucinde, Frühromantik, Frauenbild, Eheideal, Weiblichkeit, Emanzipation, literarischer Salon, Aufklärung, Geschlechterrollen, Sinnlichkeit, Männlichkeit, Identität, Rollenmodell, Subjektivität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das von Friedrich Schlegel entworfene Frauen- und Ehebild im Roman Lucinde im Kontext des 18. Jahrhunderts und der Frühromantik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Frauenbildes, die Kritik an bürgerlichen Ehekonventionen, das Konzept der "vollständigen Weiblichkeit" und die Rolle der Frau als Projektionsfläche für männliche Selbstfindung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Prüfung, ob Schlegels frühromantische Theorien als emanzipatorischer Beitrag zur Gleichstellung der Frau zu werten sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und ideengeschichtliche Untersuchung, die philosophische Quellentexte der Zeit mit der narrativen Umsetzung im Roman Lucinde vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie Julius, der Protagonist des Romans, verschiedenen Frauenfiguren begegnet und inwiefern diese zur Realisierung seines Strebens nach Einheit und Vollkommenheit dienen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlüsselwörter sind Frühromantik, Schlegel, Lucinde, Frauenbild, Emanzipation, Geschlechterrollen und die Funktionalisierung der Frau.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der Titelfigur Lucinde?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Lucinde zwar als Ideal einer Partnerin beschrieben wird, jedoch keine aktive, eigenständige Handlungsträgerin ist, sondern vor allem ein Instrument für die Selbstverwirklichung des männlichen Helden darstellt.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Emanzipation in Schlegels Werk?

Das Fazit lautet, dass Schlegels Werk trotz moderner Ansätze keine tatsächliche Emanzipation der Frau darstellt, da die Frau weiterhin als Objekt männlicher Projektionen im Dienst einer männlichen Vollendung verbleibt.

Excerpt out of 31 pages  - scroll top

Details

Title
Emanzipation und neue Weiblichkeit. Das frühromantische Frauenbild Friedrich Schlegels im Roman "Lucinde"
College
University of Koblenz-Landau  (Germanistik)
Course
Epochen und Epochenschwellen
Grade
1,0
Author
Janine Lacombe (Author)
Publication Year
2014
Pages
31
Catalog Number
V278793
ISBN (eBook)
9783656715795
ISBN (Book)
9783656715764
Language
German
Tags
18. Jahrhundert soziale Stellung Bildung Geselligkeit Frau Friedrich Schlegel Lucinde Ehe Epoche Frühromantik Weiblichkeit Frauenbild Ehebild Liebe Salon Eheideal Frauenideal Menschheitsideal Epochenschwelle Romantik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Lacombe (Author), 2014, Emanzipation und neue Weiblichkeit. Das frühromantische Frauenbild Friedrich Schlegels im Roman "Lucinde", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278793
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  31  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint