Geographischer Strukturwandel als Folge der Wiedervereinigung

Eine empirische Untersuchung am Beispiel Dresden unter besonderer Berücksichtigung der Altstadt, Neustadt und Dresden-Gorbitz


Masterarbeit, 2014

116 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Geographie
2.1 Ein Geomorphologischer Überblick
2.2 Klimatische und hydrogeographische Gegebenheiten
2.3 Wirtschaft
2.3.1 Wirtschaftliche Entwicklung
2.4 Verkehr und Infrastruktur
2.5 Bevölkerung
2.6 Kultur
2.6.1 Bauwerke
2.6.2 Museen, Musik und Theater
2.6.3 Dresden, die „Grüne Stadt“
2.7 Tourismus

3 Geschichte
3.1 Erste Besiedlung und Stadtgründung
3.2 Dresden im Mittelalter
3.3 Dresden wird Residenz
3.3.1 Dresden und die Reformation
3.4 Dresden als kurfürstliche Hauptstadt
3.5 Dresden und der Dreißigjährige Krieg
3.6 Dresden in augusteischer Zeit
3.7 Dresden im 19. Jahrhundert
3.8 Dresden und der erste Weltkrieg
3.9 Dresden in der Zeit des Nationalsozialismus
3.10 Dresden in der DDR
3.11 Dresden nach der Wiedervereinigung

4 Räumliche Abgrenzung des Untersuchungsgebietes
4.1 Stadtgliederung von Dresden
4.2 Historische Altstadt
4.3 Dresdner Neustadt
4.4 Dresden- Gorbitz

5 Angewandte Methoden zur Analyse des Raumes
5.1 Beobachtung
5.2 Kartenanalyse und Kartenvergleich

6 Stadtentwicklung in Dresden
6.1 Stadtentwicklung zu Beginn und während der DDR
6.2 Stadtentwicklung nach der Wiedervereinigung
6.2.1 Schlussfolgerung zur Stadtentwicklung seit
6.3 Die „Kräutersiedlung“ in Dresden-Gorbitz
6.3.1 Eigene Beobachtung der „Kräutersiedlung“

7 Fazit

8 Literaturverzeichnis

9 Abbildungsverzeichnis

10 Anhang
10.1 Stadtplan Innenstadt
10.2 Stadtplan Innere Altstadt
10.3 Signaturen für die durchgeführte Kartierung

1 Einleitung

»Wenn es zutreffen sollte, daß ich nicht nur weiß, was schlimm und häßlich, sondern auch was schön ist, so verdanke ich diese Gabe dem Glück, in Dresden aufgewachsen zu sein. Ich mußte, was schön sei, nicht erst aus Büchern lernen. Nicht in der Schule, und nicht auf der Universität. Ich durfte die Schönheit einatmen, wie Försterkinder die Waldluft. Die katholische Hofkirche, Georg Bährs Frauenkirche, der Zwinger, das Pillnitzer Schloß, das Japanische Palais, der Jüdenhof und das Dinglingerhaus, die Rampische Straße mit ihren Barockfassaden, die Renaissance-Erker in der Schloßstraße, das Coselpalais, das Palais im Großen Garten mit den kleinen Kavaliershäusern und gar, von der Loschwitzhöhe aus, der Blick auf die Silhouette der Stadt mit ihren edlen, ehrwürdigen Türmen ...«

(kästner 1996, S.21)

Schon der 1899 in Dresden geborene Erich Kästner schrieb in seinem erstmals 1957 erschienenen autobiographischen Kinderbuch „Als ich ein kleiner Junge war“ über die Schönheit und die Vielfalt der sächsischen Landeshauptstadt Dresden. Neben seinen Erzählungen über das Alltagsleben seiner Familie und seiner Kindheit auf den Straßen und Plätzen Dresdens, beschreibt er das Bild der Stadt mit seinen vielen Facetten.

„Dresden war eine wunderbare Stadt, voller Kunst und Geschichte und trotzdem kein von sechshundertfünfzigtausend Dresdner zufällig bewohntes Museum. Die Vergangenheit und die Gegenwart lebten miteinander im Einklang. Eigentlich müßte es heißen: im Zweiklang. Und mit der Landschaft zusammen, mit der Elbe, den Brücken, den Hügelhängen, den Wäldern und mit den Gebirgen am Horizont ergab sich sogar ein Dreiklang. Geschichte, Kunst und Natur schwebten über Stadt und Tal (…) wie ein von seiner eigenen Harmonie bezauberter Akkord“ (Kästner 1996, S.41)

Dresden. Eine Stadt mit tausend Gesichtern. Dresden ist durch die Zeit des Barocks zu einer Stadt als Gesamtkunstwerk geworden. Inspiriert durch seine Reisen durch Europa, ließ August der Starke (1694-1733) die damalige Residenzstadt umbauen. Die Elbe sollte dabei wie der Canale Grande in Venedig als eine repräsentative Wasserstraße gestaltet werden. August der Starke und sein Sohn Friedrich August II. gelten als Stadtgestalter und haben Dresden in ihrer augustinischen Periode den Höhepunkt seiner Entwicklung und den Ruf als Kunststadt verschafft. Neben dem Barock prägte auch die Zeit der Renaissance das Stadtbild von Dresden, in der das Schloss und die benachbarten Neorenaissancebauten (Semperoper) entstanden sind. Auch die Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzende gründerzeitliche Stadterweiterung beeinflusste das heute bestehende Bild von Dresden, die nicht nur Hauptstadt des Bundeslandes Sachsen, sondern auch Verwaltungs-, Kunst- und Musikstadt ist. Zudem hat sich die Stadt im Laufe ihrer 800-jährigen Geschichte zu einem Zentrum der Wissenschaft entwickelt. Diese Entwicklung Dresdens von einem slawischen Fischerdorf zur weltbekannten Großstadt vollzog sich allerdings nicht immer unproblematisch und wies nicht nur Positives auf. Man kann sogar sagen, die Stadt Dresden wurde zweimal gegründet. Die Zerstörung der Stadt durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 gilt für die sächsische Landeshauptstadt wohl als schwärzester Tag in seiner Geschichte. Gleichzeitig kann man diesen Zeitpunkt aber auch als Geburtsstunde eines „neuen“ Dresden, mit einer international anerkannten Zukunft sehen. Der Wiederaufbau der Stadt, begleitet durch einen gleichzeitigen Wandel, und die Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands bilden Meilensteine für die Entwicklung Dresdens zu einer internationalen Stadt.

Die vorliegende Arbeit wurde in dem Zeitraum von November 2013 bis April 2014 an der Universität Koblenz- Landau geschrieben und soll den enormen Strukturwandel vor und nach der Wende aufarbeiten und erklären. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der Veränderung des Stadtbildes und der durchgeführte Stadtplanung.

Im ersten Teil der Arbeit soll die Stadt Dresden erst einmal näher vorgestellt werden, indem sie geographisch und historisch beleuchtet wird. Dies ist notwendig, um das Fundament für die anschließende Analyse der Raumentwicklung zu bilden. Hierfür werden im Hauptteil der Arbeit erst einmal die zwei Ortsämter Altstadt, Neustadt und die Ortschaft Dresden-Gorbitz kurz vorgestellt, da auf diesen Gebieten der Schwerpunkt liegen soll. Daraufhin werden in einem theoretischen Exkurs die ausgewählten Methoden zur Analyse des Raumes beschrieben, bei denen es sich vor allem auf Beobachtungen und Kartenanalyse handelt. In dem weiteren Verlauf wird dann der Prozess der Stadtentwicklung in Dresden bzw. in den genannten Stadtbereichen anhand von Fotos und Karten erläutert.

2 Geographie

Dresden ist die Landeshauptstadt des Freistaates Sachsen und befindet sich hier im südöstlichen Teil (siehe Abbildung 1). Sachsen grenzt neben seinen deutschen Nachbarn Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg auch noch an Tschechien und Polen. Mit ungefähr 18 415 Quadratkilometer und knapp 4, 044 Millionen Einwohnern, ist Sachsen flächenmäßig das zehntgrößte Bundesland in Deutschland (vgl. Statistische Ämter des Bundes und der Länder Stand 2013). Die Länge der Landesgrenze beträgt ca. 1320km und mit einer Nord-Süd-Erstreckung von 180km und einer West-Ost-Erstreckung von 200km ist Sachsen fast so breit wie lang. Neben Dresden befinden sich in Sachsen mit Leipzig, Chemnitz und Zwickau noch weitere Zentren. (vgl. Statisches Landesamt des Freistaates Sachsen 2002, S.33)

Der Name der Landeshauptstadt wird abgeleitet vom altsorbischen „drezdany“ und bedeutet so viel wie Waldbewohner oder auch Auenwaldbewohner (Eigenwill/Glodschei/Hahn/ Stimmel/Stimmel/Tittmann 1994, S.106).

Aufgrund seiner Nähe zu Tschechien und Polen liegt das Stadtgebiet an der Schwelle von Mittel- nach Osteuropa. Sowohl die deutsche Hauptstadt Berlin als auch die tschechische Hauptstadt Prag sind innerhalb von zwei Stunden zu erreichen. Im deutschen Flächenvergleich der Großstädte steht Dresden mit 328,31 km² nach Berlin, Hamburg und Köln an vierter Stelle. Die größte Nord- Süd Ausdehnung der Stadt liegt bei 22,6 km und die größte Ost- West Ausdehnung ist 27,1 km lang. (vgl. Landeshauptstadt Dresden 2013, S.7f)

2.1 Ein Geomorphologischer Überblick

Dresden liegt in einem Talkessel des Elbtalschiefergebirges inmitten der 40km langen und bis zu 20km breiten Elbtalweitung (siehe Abbildung 2) zwischen Pirna und Meißen und wird von dem größten Fluss in Sachsen, der Elbe, in zwei Teile getrennt.

Die Elbtalweitung ist der tektonisch am stärksten geformte und klimatisch am besten begünstigte Naturraum in Sachsen und Teil einer Störungszone (vgl. Eigenwill/Glodschei/ Hahn/Stimmel/Stimmel/ Tittmann 1994, S.287)

Das Elbtalschiefergebirge hat sich aus der Faltung, Hebung und Abtragung des variszischen Gebirges im Paläozoikum entwickelt. In der Kreidezeit drang dann das Meer bis nach Sachsen vor und es kam zu Ablagerungen von Sedimenten, hauptsächlich von Sanden. Außerdem entstanden zwei Hauptstörungslinien (Nordwest-Südost laufend) die zu einer ausgeprägten Gesteins- und Formendifferenzierung führten. Dazu zählen Verwerfungen, Heraushebungen und Absenkungen wie der Elbtalgraben sowie der relativ ausgeprägten tektonische Aktivität (siehe Abbildung 3). (vgl. Wehner 1989, S.12)

Auftretende Verwitterung und Abtragungsprozesse haben im Laufe der Jahrhunderte die starken Reliefunterschiede geglättet, sodass heute nur noch eine Gesteinsgrenze auf die zeitlichen Geschehnisse deuten lässt. Außerdem haben Eiszeiten das heutige Bild von Dresden und dessen Umgebung mit seinen verschiedenen Oberflächenformen geprägt. Dies ist an der „Ausbildung von Frostschuttdecken über den verschiedenen Festgesteinen außerhalb des Elbtales, […] der solifluidalen und äolischen Umlagerung der glazigenen und fluvioglazialen Sedimente“ und an der Aufwehung einer Lößdecke“ zu erkennen. (Wehner 1989, S.15) Diese geologisch-tektonisch Entwicklung führte zu der heutigen landschaftlichen Ausstattung mit den Großformen des Reliefs.

Die Umgebung der sächsischen Landeshauptstadt wird durch die Ausläufer des Osterzgebirges, der Lausitzer Granitplatte und des Elbsandsteingebirges geprägt. Im Norden Sachsens befindet sich mit dem Nordsächsischen Flachland ein Tieflandsbereich, südlich davon im mittleren Teil von Sachsen erstreckt sich ein Lössgürtel, der als Sächsisches Hügelland bezeichnet wird. Der Süden des Freistaates wird mit dem Sächsischen Mittelgebirge der Mittelgebirgszone zugeordnet. Vom Norden in Richtung Süden verlaufend steigt die Oberfläche von 100m ü. NN im Tiefland bis auf eine durchschnittliche Höhe von 800 bis 900m an. Als höchster Berg in Sachsen wird der Fichtelberg im Erzgebirge mit einer Höhe von 1214m genannt. (vgl. Grundmann/ Hönsch/ Karrsch/ Müller/ Wollkopf 1992, S.18)

Wie ebenfalls in Abbildung 2 zu erkennen ist, liegt die Landeshauptstadt Dresden in dem zuvor genannten Lössgürtel, genauer im Lössbedeckten Tief- und Hügelland (Sächsischen Lössgefilde). Durch die hier vorkommenden einzelnen Erhebungen von 350 bis 450m ü. NN weist die Gegend rund um die Stadt Berglandschaftscharakter auf. Die Lössdecke hat sich unter periglazialen Bedingungen während der Weichseleiszeit angelagert. Da Lössboden durch seine gute Speicherkapazität für Wasser und Nährstoffe sehr fruchtbar ist, wird er hauptsächlich als Ackerland genutzt. (vgl. S.70) Bedingt durch die unterschiedliche geologische Entwicklung, gibt es zu beiden Seiten des Elbtals Unterschiede in der Bodendecke. Während sich die Löss und lössähnliche Böden südwestlich der Elbe befinden, gibt es am südlichen Randgebiet des Elbtals Braunerden, Parabraunerden und Braunstaugleye. Diese Böden weisen alle eine hohe Bodenfruchtbarkeit auf. Östlich des Elbtals gibt es hauptsächlich verschiedene Formen von Braunerden, wobei die Struktur der Bodendecke durch Sand- und Lößdecken bestimmt ist. (vgl. 1989, S.15ff)

2.2 Klimatische und hydrogeographische Gegebenheiten

Nach der Klimaklassifikation von Köppen ist der Dresdener Raum großklimatisch dem Klimatyp Cfb zuzuordnen, also dem warmgemäßigtem, immer feuchten und sommerwarmen Regenklima. (vgl. Köppen, 1936) Die Durchschnittstemperatur liegt bei ca. 9°C und es fallen im Schnitt 668mm Niederschlag pro Jahr, wobei die Verteilung der Niederschlagsmengen ohne bedeutende Unterschiede ist (siehe Abbildung 5).

Das Klima in Sachsen ist durch bestimmte Faktoren, die im Folgenden erläutert werden, geprägt. Zum einen kommt es anlässlich der geographischen Lage am 51. Breitengrad innerhalb der Mittelbreiten zu einem thermischen Jahreszeitenklima, welches zu einem deutlichen Unterschied zwischen den warmen und kalten Jahreszeiten führt. Es herrschen demnach kühle niederschlagsreiche Sommer und die Winter sind durch wechselndes Frost- und Tauwetter geprägt. (vgl. Wehner 1989, S.18f) Zum anderen liegt das Bundesland in einem Übergangsraum zwischen ozeanischen und kontinentalen Klimawirkungen. Dies bedingt die ganzjährigen und an Zyklonendurchgänge gebundenen Niederschläge, die, wie in Abbildung 5 zu erkennen, ihr Maximum im Sommer finden. Außerdem führt dieser Wechsel der ozeanischen und kontinentalen Luftmassen zu dem eben genannten deutlichen Jahresgang der Witterung. Ein weiterer Faktor, der das Klima Sachsens beeinflusst, ist die in Punkt 2.1 beschriebene Höhengliederung des Bundeslandes vom Tiefland im Norden bis zum Mittelgebirge im Süden. Dadurch kommt es entlang der Elbe zu einer „deutlichen Stufung von Temperatur und Niederschlag sowie ausgeprägten Luv- und Leewirkungen.“ (Kowalke 2000, S.75)

Die Lage Dresdens am Rand des Erzgebirges nimmt demnach einen deutlichen Einfluss auf die Niederschlagsmengen und Windströmungen, da es auf der Luvseite des Gebirges zu Staueffekten mit verstärkter Wolken- und Niederschlagsbildung kommt. Der Gegeneffekt mit Abschattungseffekte und verstärkter Wolkenauflösung und Niederschlagsdefiziten passiert auf der Leeseite des Erzgebirges. Wie man auf Abbildung 4 erkennen kann, liegt der Dresdener Raum auf der Leeseite und weist demnach ein kontinentaleres Klima, mit weniger Niederschlägen und einer größeren Jahresschwankung der Lufttemperaturen im Gegensatz zu anderen Gebieten auf.

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Abbildung 4: Niederschlagsverteilung Sachsen Abbildung 5: Klimadiagramm Dresden

Zu Besonderheiten kommt es in Dresden, da hier durch „häufige Smogsituationen bei anhaltenden Hochdruckwetterlagen“ ein Stadtklima existiert (Grundmann/ Hönsch/ Karrsch/ Müller/ Wollkopf 1992, S.25). Bestimmend für das Stadtklima Dresdens ist auch seine Lage in der Elbtalweitung, welche durch die bis zu 200m hohen Randhöhen gegenüber dem Umland thermisch begünstigt ist. Die dort entstehende Kaltluft und der Elbtalwind spielen für das Stadtklima eine entscheidende Rolle, denn durch sie kommt es in der Stadt zu einer Abmilderung des nächtlichen Überwärmungseffekts und zu einer Verdünnung der mit Schadstoffen angereicherten Stadtluft. Neben diesen Kaltzuflüssen aus dem Umland haben auch die städtischen Parks und Grünflächen eine reduzierende Wirkung auf den Wärmehaushalt der Stadt Dresden.

Hier liegt die Mitteltemperatur in den Nächten deutlich unter der Temperatur in der bebauten Umgebung. Die Jahresmitteltemperatur zwischen Stadt- und Landklima schwankt um 1,5°C. (vgl. Eigenwill/Glodschei/Hahn/Stimmel/Stimmel/ Tittmann 1994, S.223)

Schaut man sich auf der Abbildung 1 die hydrogeographischen Gegebenheiten in Sachsen an, so lassen sich viele Flüsse erkennen, die alle zur Elbe entwässern und deren Verlauf größtenteils von Süden nach Norden gehen. Außer der Neiße und ihren Nebenbächen gehört das gesamte Wassernetz in Sachsen dem Elbe-System an, das heißt „die Wasserläufe fließen über die Elbe zur Nordsee“ (Grundmann/ Hönsch/ Karrsch/ Müller/ Wollkopf 1992, S.24). Während die meisten Flüsse aus der sächsischen Mittelgebirgszone kommen, entspringt der größte und wasserreichste Fluss Sachsens, die Elbe, im Riesengebirge (Tschechien) in einer Höhe von 1386m. Nach 1091 km, davon etwa 730km in Deutschland, mündet der Fluss bei Cuxhaven in die Nordsee. Aus der Gesamtlänge ergibt sich ein Einzugsgebiet von 148.268km². Die Elbe ist in das Hochwasserbett der Elbaue eingetieft und es kommt in diesem Bereich häufig zu Hochwasser. Dies ist bedingt durch die Schneeschmelze der Mittelgebirge im März bis April und den schon erwähnten sommerlichen Starkregen. (vgl. Wehner 1989, S.18) Das Landschaftsbild Sachsens wird außerdem von zahlreichen Talsperren, Rückhalte- oder Speicherbecken geprägt, die nicht nur der Trinkwasserversorgung dienen, sondern auch dem Hochwasserschutz und der Energieversorgung. Vor deren Bau haben gerade die kleinen Flüsse häufig Überschwemmungen für den Dresdener Raum gebracht. Da Sachsen über keine natürlichen Seen verfügt, fungieren die Speicherbecken neben den wichtigen Schutz- und Versorgungsfunktionen auch als Badeseen für die Menschen. Hier allerdings nur diejenigen, die nicht zur Trinkwasserversorgung verwendet werden. (vgl.Grundmann/ Hönsch/ Karrsch/ Müller/ Wollkopf 1992, S.24f)

2.3 Wirtschaft

Der Wirtschaftsraum Dresden zeichnet sich durch sein hohes Maß an Branchenvielfalt aus und erwirtschaftet heute etwa ein Sechstel des sächsischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit ist die Stadt nicht nur die ökonomisch stärkste Stadt von Sachsen, sondern steht auch an der Spitze in Ostdeutschland. Vor allem die Stärke der Lokalisation im Bereich Elektronik, Elektrotechnik und Gerätebau ist beeindruckend. Als Folge ist auch die Arbeitslosenrate und Kurzarbeiterzahl ziemlich gering. Wie überall in Sachsen ist auch in Dresden der Maschinen- und Fahrzeugbau angesiedelt. „Ein wirtschaftlich nicht zu unterschätzender Faktor ist der internationale landschaftsbezogene […] und der städte- und kulturbezogene Fremdenverkehr“. (Grundmann/ Hönsch/ Karrsch/ Müller/ Wollkopf 1992, S.38)

Zu den Standortvorteilen für die Stadt und die gesamte Region zählen die „historisch entstandene Vielseitigkeit der Industrie, das hohe Qualifikationsniveau der Arbeitskräfte und das Wissenschaftspotential“ (Kowalke 2000, S.159). Die Weiterentwicklung der Branchen und die Entstehung neuer Industriezweige (Mikroelektronik) konzentrierten sich in den letzten Jahren hauptsachlich auf die Außenviertel der Stadt, wie zum Beispiel das Industriegebiet Klotzsche.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Beschäftigte und Arbeitslosenquote in Dresden

Die Beschäftigungsentwicklung am Standort Dresden verzeichnet positive Werte.

Im Jahr 2012 waren 233.540 Menschen als Arbeitnehmer verzeichnet. Wie sich auf Abbildung 6 in den Beschäftigungszahlen erkennen lässt, kam es zu Beginn des Jahrtausends (2005) nach einer kontinuierlichen Abnahme zu einer Wende, die noch bis in die Gegenwart anhält.

Seit dieser Zeit sank die Arbeitslosenquote um fast sechs Prozentpunkte auf 9,1% (Jahresdurchschnitt 2012). Dies liegt daran, dass Dresden mit seiner Vielfalt an Unternehmen und Institutionen eine große Anziehungskraft für Arbeitskräfte aus dem Umland hat. Durch die gute Anbindung an das Verkehrsnetz weist Dresden mit etwa 40% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen hohen Anteil an Pendlern auf. Da diese Menschen nicht in Dresden wohnen aber an diesem Standort arbeiten, ist der Pendlersaldo positiv. (Landeshauptstadt Dresden 2012)

2.3.1 Wirtschaftliche Entwicklung

Durch die Residenzfunktion der Stadt Dresden haben sich hier schon im 15. Jahrhundert Gewerke angesiedelt, um den höfischen Bedarf zu decken. Somit wurde auch die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt schon früh beeinflusst.

Die Industrialisierung, die vielen Städten in Deutschland einen wirtschaftliche Aufschwung brachte, konnte in Dresden jedoch nicht ungehindert beginnen, da die 1720 erlassene Baugesetzgebung verhinderte, dass bestimmte Gewerke aufgrund Bauhöhe und Nutzungsstruktur, das Stadtbild stören könnten. Es wurde so versucht, Dresdens Charakter als Residenz- und Kunststadt zu wahren. Somit war es für die Industrie unumgänglich, sich anfangs nur in der Peripherie und in den Umlandgemeinden anzusiedeln, wobei sie sich am Lauf der Elbe orientierten. „Die Industrialisierung und die damit verbundene Bevölkerungszunahme bewirkten ein Zusammenwachsen ehemals deutlich getrennter Siedlungskerne.“ (Kowalke 2000, S.122)

Im 19. Jahrhundert kam es zu einem Ausbau der Straßen und einer planmäßigen Gestaltung der Eisenbahnbeziehungen mit Verbesserung der entsprechenden Eisenbahninfrastruktur. Da die Wirtschaft immer „in einem engen Zusammenhang zur Verkehrslagegunst“ steht, führte dies in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch in der Stadt selber zu einem Industrialisierungsprozess, der noch zusätzlich durch die Aufnahme der Dampfschifffahrt auf der Elbe und durch Eingemeindungen von industriell oder agrarisch geprägten Dörfern verstärkt wurde. (vgl. Grundmann/ Hönsch/ Karrsch/ Müller/ Wollkopf 1992, S.42). Leichtindustrie (Porzellanherstellung, Maschinenbau, Feinmechanik, pharmazeutische Produktion usw.) mit dem Schwerpunkt Veredlung und Weiterbearbeitung siedelte sich an. Geprägt durch eine „überdurchschnittliche hohe Bevölkerungs- und Infrastrukturdichte und eine große Branchenvielfalt im Bereich des produzierenden Gewerbes“ entstand zu dieser Zeit im oberen Elbtal ein Ballungsgebiet mit Dresden als Zentrum. (Kowalke 2000, S.123)

In den Folgejahren kam es zur Weiterentwicklung und Ausbau bestehender Branchen im produktiven Bereich, was zu einem stetigen Anstieg der Wirtschaftskraft der Stadt führte. Am Vorabend des Zweiten Weltkrieges, der Dresden zerstörte, bildete die Stadt so den großstädtischen Kern einer Industrieagglomeration, in der fast eine Millionen Menschen wohnten. Der damalige britische Air-Marshal erklärte nach der Bombardierung mit den Worten „Dresden? Es gibt kein Dresden mehr!“ die völlige Zerstörung der Stadt und ihrer Wirtschaft nach einem Luftangriff (siehe auch Punkt 3.9). (Kowalke 2000, S.124)

Nach der Wende kam es in der Wirtschaft Dresdens zu einem tiefgreifenden Strukturwandel, der dazu führte, dass sich Dresden „zu einem der stärksten und dynamischsten Wirtschaftsstandorte in Deutschland“ entwickelte (Landeshauptstadt Dresden 2013, S.12). Die nach 1990 einsetzende Deindustrialisierung, drückte sich in Dresden aufgrund des Branchenmix mit modernen Betrieben nicht so stark aus, wie in anderen ostdeutschen Städten. Im produzierenden Gewerbe kam es zu Suburbanisierungstendenzen, die zu einer „Speckgürtel-Entwicklung“ um die Stadt herum führte. Aber auch wenn die Branchenstruktur der Industrie in der Stadt selber schrumpfte, erhielt Dresden vor allem mit den Bereichen Mikroelektronik, Medizintechnik und Präzisionstechnik die Möglichkeit, sich auch international einen Namen als Standort zu machen. Durch die Ansiedlung von Siemens (heute Infineon) und AMD konnte sich Dresden in diesem Bereich noch weiter ausbauen. Neben diesen Wirtschaftszweigen haben sich auch die traditionellen wirtschaftlichen Schwerpunkte im Maschinen- und Anlagenbau, im Flugzeug- und Fahrzeugbau, im Druckgewerbe, in der pharmazeutischen Industrie sowie in der Nahrungs- und Genussmittelproduktion weiter gehalten. (vgl. Landeshauptstadt Dresden 2013, S.12)

Mit der Technischen Universität, den anderen Hochschulen und den unzähligen Forschungseinrichtungen ist Dresden der stärkste Forschungsstandort in Ostdeutschland. Durch die „Nanotechnologie entwickelte sich die Region Dresden mit 100 Unternehmen von bundesweit 950 sowie 45 Forschungseinrichtungen zu einem Zentrum in Deutschland“ (Landeshauptstadt Dresden 2013, S.12). Bei einem Gewerbebestand von ungefähr 49 183 Unternehmen fallen mit 41 900 rund 85% auf Handel und sonstige Dienstleistungen, also auf den Tertiären Sektor, welcher nach der Wende einen deutlichen Wachstumsschub erhalten hat. Während sich wichtige Dienstleistungsbranchen, wie Banken, Versicherungen oder der touristische Bereich in der Stadt angesiedelt haben, ist die Industrie mit 1,4% fast gänzlich aus Dresden verschwunden. (vgl. Landeshauptstadt Dresden 2013, S.12)

Zwar ist der Neuaufbau der Wirtschaft nach der Wende immer noch nicht komplett vollendet, jedoch bewegt sich Dresden heute schon auf einem hohen Niveau.

Auch wenn die Stadt, bedingt durch ein geringeres BIP, immer noch hinter den Top-Wirtschaftsmetropolen wie München, Frankfurt oder Nürnberg steht (siehe Abbildung 7), entspricht das Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner in etwa dem bundesweiten Durchschnitt.

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Abbildung 7: Bruttoinlandsprodukt im Vergleich

2.4 Verkehr und Infrastruktur

Wie der Punkt 2.3 erkennen lässt ist Dresden ein wichtiger Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort und damit auch ein Knotenpunkt für wichtige Handelswege. Auch das Umland konnte sich vor einer Verkehrserschließung nicht schützen, da die in den Großbetrieben arbeitende Bevölkerung hauptsächlich aus dem Umland kam und immer noch kommt. Man kann sagen, dass die infrastrukturelle Erschließung Dresdens durch den Industrialisierungsprozess im 19. Jahrhundert beeinflusst wurde, als hier Elbbrücken, die von Pferde gezogene Straßenbahn oder auch die elektrische Eisenbahn entstanden. Um Dresden als anerkannten Wirtschaftsstandort zu halten und zu fördern, hat die Stadt im Laufe der Jahrzehnte eine leistungsfähige Infrastruktur aufgebaut, die im Folgenden erläutert werden soll.

Um das Stadtgebiet herum liegen drei Autobahnen, die man durch insgesamt elf Anschlussstellen erreichen kann. Sie sind Teil transeuropäischer Ferntrassen und dies nicht nur weil man mit Berlin und Prag zwei europäische Hauptstädte innerhalb von zwei Autostunden erreichen kann. Auch existiert mit der Autobahn A 4 eine direkte Verbindung mit Frankfurt am Main, eine wichtige Stadt im Westen von Deutschland. Neben den Autobahnen ist Dresden ebenfalls durch sechs Bundesstraßen (B6, B97, B170, B172 und B173) in das deutsche und europäische Straßennetz eingebunden. (vgl. Landeshauptstadt Dresden 2012)

Nicht nur durch Autostraßen werden nationale und internationale Ziele schnell erreicht. Auch der vom Stadtzentrum neun Kilometer entfernte Flughafen ermöglicht dies. So kann man täglich Ziele in Deutschland oder auch internationale Orte, wie Moskau, Zürich oder Nordafrika, anfliegen. Ebenso fungiert der Schienenverkehr, der mehrmalige Tagesverbindungen zu allen größeren deutschen und europäischen Städten anbietet und daher auch an die internationalen Netze IC, ICE und EC angeschlossen ist. Mit dem Hauptbahnhof und dem Neustadter Bahnhof verfügt das Stadtgebiet über zwei ICE-Bahnhöfe. (vgl. Landeshauptstadt Dresden 2012)

Durch die unmittelbare Lage an der längsten Wasserstraße Deutschlands, spielt auch die Schifffahrt bei der Infrastruktur vor allem für den Güterverkehr eine wichtige Rolle. Durch den Elbe-Hafen Dresden-Friedrichstadt (Alberthafen) kommt es zu einer Verknüpfung der Verkehrsträger Binnenschiff, Eisenbahn und Lastkraftwagen. Die dadurch ebenfalls vorhandene Verbindung der Stadt mit den norddeutschen Seehäfen wie zum Beispiel Hamburg führt zu einer Anbindung an deren internationalen Handel. Neben dem Güterverkehr wird die Schifffahrt mit Personen-Tagesschifffahrten im Oberen Elbtal auch für den Tourismus genutzt. Dies geschieht unter anderem mit der größten und ältesten Raddampferflotte der Welt. Diese Einbindung von Verkehr und Infrastruktur in den Tourismus soll in Dresden und Umgebung nicht die Einzige bleiben, denn für den touristischen Ausflugsverkehr werden traditionelle Schmalspurbahnen, zum Beispiel der »Lößnitzgrundbahn« zwischen Radebeul-Ost und Radeburg oder der »Weißeritztalbahn« zwischen Freital-Hainsberg und Kipsdorf, verwendet. (vgl. Landeshauptstadt Dresden 2013, S.25)

Schaut man einmal auf die Entwicklung des Verkehrsaufkommens in und um Dresden, ist von 1987 bis 1991 der private PKW- Bestand um 40% gestiegen und auch das Benutzungsverhalten zwischen dem Individual- und dem öffentlichen Nahverkehr hat sich drastisch zu Lasten des ÖPNV verändert (vgl. Schneider 1997). Um den hohen Andrang des individuellen Personenverkehrs auf die Stadt zu verlagern, wurde der öffentliche Personennahverkehr in den letzten Jahren sehr gut ausgebaut. Auf einem umfangreichen Streckennetz existieren 13 Straßenbahnlinien, 28 Buslinien, zwei denkmalgeschütze Bergbahnen in Dresden-Loschwitz, zwei Personenfähren und eine Autofähre. Innerhalb des Straßenbahnnetzes hat man auch Anschluss an wichtige Gemeinden im oberen Elbtal, was unter anderem dazu führt, dass dieses Netz eines der größten in Deutschland ist. Die viel besuchte Innenstadt verfügt mit allen Parkplätzen, Randstreifen und Tiefgaragen über 10 000 öffentliche Stellplätze und hat sich damit auch dem wachsenden Individualverkehr angepasst. (vgl. Landeshauptstadt Dresden 2013, S.25f)

Neben den zahlreichen Möglichkeiten für den Personenverkehr ist in Dresden auch für Logistik und den Güterverkehr gut gesorgt. Von der Straße über Schiene, Luft und Wasser stehen für den Warentransport alle Verkehrswege zur Verfügung. Die Straßen im Stadtgebiet sind auch für Lastkraftwagen gut zu befahren, um logistische Prozesse zu erleichtern und zu beschleunigen. Dafür steht Dresden auch ein leistungsfähiger Umschlagbahnhof für den kombinierten Verkehr zur Verfügung, der die Qualität der Stadt in Bezug auf Logistik noch zusätzlich erhöht. Neben Straßen- und Schienenverkehr wird für den Güterverkehr auch die Luftfracht und wie oben schon erwähnt Frachtschiffe verwendet. (vgl. Landeshauptstadt Dresden 2012)

Wie in Abbildung 8 zu erkennen, weist Dresden eine zentrale Lage im europäischen Geflecht auf. Durch den Ausbau des Verkehrsnetzes und dessen flexible Nutzung in allen Bereichen, also auf den Straßen, in der Luft oder zu Wasser, ist es Dresden gelungen, sich einen international anerkannten Namen zu machen und diesen auf verschiedensten Ebenen (Wirtschaft, Kultur, Tourismus usw.) zu nutzen.

2.5 Bevölkerung

Dresden zählt mit über einer halben Million Einwohnern zu den größten Städten im Osten der Bundesrepublik Deutschland. Trotz der wirtschaftlichen Entwicklung und der wachsenden volkswirtschaftlichen Bedeutung der Stadt, scheint die Entwicklung der Bevölkerungszahl zunächst unverständlich.

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Abbildung 9: Bevölkerungsentwicklung Dresden

Betrachtet man die Bevölkerungsentwicklung der Stadt in Abbildung 9 erkennt man eine kontinuierliche Zunahme bis in die 1940er Jahre. Um 1600 wohnten in der damaligen kurfürstlichen Hauptstadt ca. 15 000 Menschen. Während des dreißigjährigen Krieges kam es sowohl zu Bevölkerungsverlusten, als auch zu einem Wachstum der Bevölkerung, was 1626 zu einer Einwohnerzahl von 17 000 führte. Bei der „Volks- und Gewerbezählung im Jahr 1699 war die Einwohnerzahl auf 21 298 Personen angewachsen“ (Dresdner Geschichtsverein 2002, S.60) Die Residenzstadt profitierte wie auch schon in den Kriegsjahren von den glaubensbegründeten Auswanderungswellen, vor allem aus den böhmischen Gebieten. Im Zeitraum 1699 bis 1727 hat sich die Bevölkerung verdoppelt und im Jahr 1775 erreichte sie mit 63 209 ihren bis dato bekannten Höchststand. Die Versorgung der vielen Menschen setzte einen erhöhten Handel und bessere Gewerbe voraus. (vgl. Dresdner Geschichtsverein 2002, S.81)

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wohnten bereits mehr als 100.000 Menschen in Dresden und diese Zahl steigerte sich bis 1916 sogar auf über 500 500 (siehe Abbildung 9). Diese große Steigerung lag an den zahlreichen Eingemeindungen, die bis 1905 durchgeführt wurden. Dresden entwickelte sich anhand der wachsenden Bevölkerungszahlen zur viertgrößten Stadt im Deutschen Reich (Dresdner Geschichtsverein 2002, S.190)

Das Maximum erlangte die Stadt im Jahre 1933 mit 649 252 Einwohnern. Diese Quote wurde bis heute nicht wieder erreicht, denn seit 1933 verzeichnet Dresden einen enormen Bevölkerungsrückgang. Durch den Zweiten Weltkrieg kam es dann zu starken Verlusten hinsichtlich der auftretenden hohen Sterbe- und der geringen Geburtenrate. Die Bevölkerungszahl fiel wieder unter die eine halbe Millionen Grenze. Anfang 1950 kam es wiederum zu einer Erhöhung der Geburtenrate, jedoch konnte dieser Anstieg die Verluste aus den Migrationsströmen nach Westen bis zur Schließung der Grenzen 1961 nicht ausgeglichen werden. Zusätzliche Abwanderungsströme durch den Ausbau der Industrie außerhalb der drei sächsischen Bezirke gab es vor allem in der jüngeren Bevölkerung. (Kowalke 2000, S.90ff) Als Gründe für das Stagnieren der Bevölkerungszahlen in den 1960er Jahren sind der Sterbeüberschuss aufgrund einer überalterten Bevölkerungsstruktur und der Geburtenrückgang zu nennen. 1971 wurde wieder der 500 000 Einwohner gezählt und bis zur Öffnung der Grenzen 1989 stiegen die Bevölkerungszahlen weiter an, da die Stadt als Landeshauptstadt zahlreiche Menschen anlockte.

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Abbildung 10: Bevölkerungsentwicklung nach der Wiedervereinigung

Wie in Abbildung 10 deutlich wird, nahm die Einwohnerzahl nach dem Ende der Deutschen Demokratischen Republik wieder ab. Und das, obwohl die Stadt durch Eingemeindungen ihre Fläche vergrößerte. Als Gründe für den Schwund in der Bevölkerung sind die Abwanderung in die westlichen Bundesländer, die Suburbanisierung und vor allem die geringe Geburtenrate zu nennen. Diese ist u.a. auf ein Unsicherheitsgefühl und Zukunftsängsten der Bevölkerung zurückzuführen. „Im Jahre 1990, dem Jahr der deutschen Einheit, erreichte die Abwanderungswelle […] ihren Gipfelpunkt“, welcher sich auch an den sinkenden Bevölkerungszahlen in Abbildung 9 zeigt (Kowalke 2000, S.93f). Hauptziele der Abwanderungswelle waren vor allem die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Allerdings blieb Dresden bedingt durch seine Funktion als Landeshauptstadt von überdimensionalen Abwanderungen verschont.

Auch wenn Dresden bis heute zu einer bedeutenden Großstadt herangewachsen ist, allein auf die Bevölkerungsdimension bezogen, fand zu Zeiten der DDR in Dresden kein Metropolisierungsprozess statt. Dieser bedingt nach Heineberg (1989) nämlich ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum, welches in Dresden nicht vorhanden war.

Schaut man auf die Bevölkerungsentwicklung in den letzten Jahren, so verzeichnen die Gemeinden rund um Dresden rückläufige Bevölkerungszahlen. Dresden allerdings kann im Gegenzug dazu seit dem Jahre 2000 nach einer langen Phase des Rückgangs wieder einen Bevölkerungswachstum verbuchen. Dies liegt zum einen an der sinkenden Stadt-Umland-Wanderung und zum anderen durch die steigenden Geburtenzahlen. „Mit einem jährlichen Bevölkerungszuwachs von über 0,6 % seit 2000 nimmt die sächsische Landeshauptstadt Dresden einen Spitzenplatz unter den deutschen Metropolen ein.“ (Siedentop/ Wiechmann 2007, S.57) Außerdem verzeichnet Dresden erstmals seit 1966 erstmals wieder einen Geburtenüberschuss.

Nach der Wende hatte Dresden wie auch die anderen ostdeutschen Städte mit Strukturproblemen, wie die wenig konkurrenzfähige Innenstadt, Brachflächen in bester Stadtlage, ein überschuldeter Kommunalhaushalt sowie erhebliche Wohnungsleerstände zu kämpfen. Auch die Zukunftsprognose für Dresden sah kein Rückgang der Suburbanisierung vor. Doch ab der Jahrhundertwende drehte sich dieser Trend dann um, wie auf Abbildung 11 durch das deutliche Wachstum der Bevölkerung in Dresden zu erkennen ist. Den größten Bevölkerungszuwachs verzeichnet mit fast 11% das Ortsamt Neustadt. Auch in der Altstadt stieg die Bevölkerungszahl schneller als der Stadtdurchschnitt. Somit hat die gesamte Innenstadt in den letzten Jahren einen enormen Anstieg an Einwohnern erreichen können.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 11: Bevölkerungsentwicklung in den Ortsämtern ab 2005

Im Bevölkerungsvergleich bundesdeutscher Städte steht Dresden mit einer wohnberechtigten Bevölkerung von rund 537 200 Einwohnern an Stelle 12. In der Stadt herrscht mit 50,8% ein leichter Frauenüberschuss und die Bevölkerungsdichte von 1 616 Einwohner je Quadratkilometer ist im Vergleich zu Berlin, München oder Hamburg sehr niedrig. Jedoch ist zu beachten, dass die Bevölkerungsdichte nur sehr begrenzt Aufschluss über die Bebauungsdichte und die Verteilung der Bevölkerung gibt. Denn entgegen dem bundesweiten Trend steigt die Bevölkerungszahl in Dresden immer weiter an. Mehr als die Hälfte der Haushalte in Dresden bestehen aus Single-Haushalte (siehe Abbildung 12). Zählt man dazu noch Haushalte bestehend aus zwei Personen (Wohngemeinschaften, Paare ohne Kinder usw.) betrifft das um die 80% der Haushalte. Der Anteil von Familien ist demnach mit 20% geringwertig und zeigt, dass diese sich mit ihrem Eigenheim eher außerhalb der Stadt ansiedeln. (Landeshauptstadt Dresden 2013, S.9) Dieser Trend hat sich gerade in den letzten Jahren stark herauskristallisiert. Während die Ein- und Zwei-Personen-Haushalte um 7% zugenommen haben, verzeichnen die Haushalte mit vier und mehr Personen einen genauso starken Rückgang.

Vor allem im Innenstadtbereich und in den Plattenbaugebieten liegt der Anteil an Familien wesentlich unter dem Stadtdurchschnitt, der ebenfalls in den letzten Jahren stark zurückgegangen ist. Den Gegenpart zu dem rückläufigen Stadtdurchschnitt bilden die Wohngebiete am Stadtrand, in denen der prozentuale Anteil der Haushalte mit Kindern sehr hoch ist. (Landeshauptstadt Dresden 2010, S. 8)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 12: Wohnungen und Haushalte Dresden

Dieser Fakt ist auch an der vorzufindenden Altersstruktur in Abbildung 13 zu erkennen. Der Anteil der Erwerbstätigen Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren ist mit 65% sehr hoch. Zwar hat diese Bevölkerungsschicht seit der Wende an Einwohner verloren, jedoch ist der prozentuale Anteil an der Gesamtbevölkerung um einen Prozent angestiegen. Auffällig ist auch die zurückgehende Geburtenrate in der Landeshauptstadt, was an dem Rückgang der 0 bis 14 Jährige zu erkennen ist. Versucht man diesen Abfall zu deuten, könnte man wie schon bei der Wohnungsverteilung schlussfolgern, dass Familien mit ihren Kinder lieber in Umland von Dresden leben. Demnach ist Dresden trotz seiner gut ausgeprägten Infrastruktureinrichtungen mit 314 Kindertagesstätten und 191 verschiedenen Schulen für Familien nicht attraktiv genug. (vgl. Landeshauptstadt Dresden Kommunale Statistikstelle 2014, S.295)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 13: Altersstruktur in Dresden

Der relativ starke Anstieg bei den Nichterwerbstätigen über 65 Jahren macht deutlich, dass die Stadt mit seinen Kultureinrichtungen (Senioren- und Pflegeheimen, Kulturzentren, Sportanlagen, Grünflächen usw.) und natürlich wegen der guten Verkehrsanbindung innerhalb der Stadt ein angenehmes Wohnen und Leben für ältere Menschen bereitstellt. Das Ortsamt Altstadt hat mit 36% den größten Anteil an der Bevölkerung über 65 Jahren und ist damit das Gegenteil gegenüber der Neustadt. Hier existiert mit 10% ein sehr geringer Anteil an dieser Altersgruppe. Der Ausländeranteil lag Ende 2008 mit 19 965 Einwohnern bei ungefähr 3,94% der Gesamtbevölkerung. (Landeshauptstadt Dresden 2010, S. 5f)

2.6 Kultur

Dresden gilt als Metropole der Kultur, da sich in der Stadt Kulturgut und Kunstschätze von Weltrang vereinen. Der Stadt mangelt es nicht an kulturhistorischen Stätten oder auch historisch-geographischen Sehenswürdigkeiten. Dazu zählen unter anderem die architektonischen Kostbarkeiten rund um den Theaterplatz, die Brühlsche Terrasse und die Schätze der staatlichen Kunstsammlungen. Es ist für jeden Besucher ein Erlebnis, denn die kulturelle Vielfalt bestehend aus städtebaulicher Attraktivität, weltberühmten Sammlungen und lebendigen Traditionen findet man an jeder Ecke in der sächsischen Landeshauptstadt. „Elbflorenz“, wie die Stadt auch genannt wird, begeistert als Gesamtkunstwerk.

Schaut man darauf, was Dresden den Menschen kulturell bieten kann, finden sich 48 Museen, wie das Grüne Gewölbe oder das Deutsche Hygiene-Museum, etwa 60 Galerien und Ausstellungsorte, 80 Bibliotheken und Archive, etwa 300 Kultur- und Kunstvereine, 34 Theater und Spielstätten, darunter die Sächsische Staatsoper Dresden (Semperoper) und das Staatsschauspiel Dresden, 17 Kinos, 8 Denkmalschutzgebiete und 13 000 Kulturdenkmale. Zudem finden über das gesamte Jahr verteilt zahlreiche Feste, Festivals und Märkte statt. ( 2013, S.14f)

Abbildung 14: Kulturelle Vielfalt in Dresden

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Die beschriebene kulturelle Vielfalt und damit das kulturelle Erbe, sollte erklären, warum Dresden im Kulturstädte-Vergleich von 2012 noch vor Metropolen wie München, Berlin oder Hamburg auf dem zweiten Platz lag. (Landeshauptstadt Dresden 2012) In Abbildung 14 ist zu erkennen, welche sechs Faktoren auf das kulturelle Erbe der Stadt Einfluss nehmen und die Stadt damit in Kultur, Kunst und Sehenswürdigkeiten bereichert. Neben der historischen Baukunst und dem archäologischen Erbe, der vielseitigen Natur, die Literatur, Kunst, Musik, das wirtschaftliche Erbe und die lange zurückreichende Tradition machen Dresden zu einer Stadt mit vielen Gesichtern.

Im Folgenden soll ein kurzer Überblick über die wichtigsten kulturellen und historischen Schätze der sächsischen Landeshauptstadt gegeben werden.

2.6.1 Bauwerke

Die historische Architektur und Baukunst, die in Dresden selbst und im Umland stark manifestiert ist, beinhaltet eine Baukultur mit Stilen aus verschiedenen Epochen. Es kommt zu einer Vereinigung von Zeitzeugen aus Besiedlungs- und Kolonisationsphasen Mitteleuropas, sowie Industrialisierungs- und Urbanisierungsprozesse, die zum Entstehen des heutigen Ballungsraum Dresdens führten. (vgl. Wehner 1989, S.10)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 15: Frauenkirche: Ansicht vom Neumarkt (links) und von der Neustadt (rechts)

Das wichtigste Bauwerk der Stadt ist ohne Zweifel die Frauenkirche (siehe Abbildung 15). Als Wahrzeichen der Stadt prägt sie als gotisches Bauwerk seit ihrer Entstehung im 11. Jahrhundert die Silhouette Dresdens, lag aber lange Zeit außerhalb der Stadtmauern. Wie in Punkt 3.5 noch ausführlicher beschrieben wird, wurde die Kirche in der frühesten Stadterweiterung im 16. Jahrhundert erst ins Stadtgebiet aufgenommen. (Dresdener Geschichtsverein e.V. 2002, S.11) Im 18. Jahrhundert wurde das Gebäude baufällig und ein moderner Neubau wurde erforderlich. Aus diesem Grund wurde die Frauenkirche von 1726 bis 1743 im barocken Stil umgebaut. (vgl. Landeshauptstadt Dresden 2013)

Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg prägten ihre zertrümmerten Überreste knapp 50 Jahre lang das Bild der Innenstadt. „Inmitten des Steinberges standen nur noch zwei Ruinenteile aufrecht“ (siehe Abbildung 16) (Landeshauptstadt Dresden 2013). Durch eine bürgerschaftliche Leistung wurde die Frauenkirche 1994 wiederaufgebaut und sollte als Mahnmal erhalten und aufgrund ihres Schicksals als ein Symbol für Toleranz, Frieden und den Untergang der Stadt gelten. Heute wird die Frauenkirche nicht nur für Gottesdienste genutzt, sondern es finden hier auch kulturelle Ereignisse wie Konzerte, Vorträge oder Lesungen statt. (vgl. Landeshauptstadt Dresden 2012)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 16: Frauenkirche um 1700 (links) und die Ruinen 1945 bis 1993 (rechts)

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Die Dresdener Staatsoper, auch Semperoper (siehe Abbildung 17) genannt, ist das wohl bekannteste Opernhaus in Deutschland und liegt an der Nordseite des Theaterplatzes. Der Vorgänger der Semperoper (Erste Hoftheater) wurde von 1838 bis 1841 erbaut und nach einem Brand 1869 als Arkadenbau in Form eines Segmentbogens im Stil der Neorenaissance mit barocken Elementen als die bekannte Semperoper neugebaut. Heute ist die Semperoper ein elegantes und festlich erscheinendes Opernhaus und dient der Sächsischen Staatskapelle als Heimstätte. (vgl. Adolphs 1999, S.8) Ein halbes Jahr vor ihrer Zerstörung durch die Bombenangriffe der Alliierten wurde die Semperoper im August 1944 geschlossen. Auch hier ließen die Bombenangriffe nur eine ausgebrannte Ruine zurück und es kam zu einer großen Debatte über den Abriss der Reste. Die Rettung des Bauwerkes durch Sicherungs- und Rohbauarbeiten führte im Jahre 1977 zu einem Wiederaufbau nach Originalplänen. Auch die Räume des Opernhauses wurden originalgetreu wiederhergestellt. Genau 40 Jahre dauerte es, bis das berühmte Bauwerk am 13. Februar 1985 wieder eröffnet wurde. Neben Opern und Konzerte dient die Semperoper mit seinem stilvollen Ambiente auch für Ballettaufführungen. (vgl. Dresden Information GmbH 2013)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 17: Grafik Semperoper Erbauung (links oben); ausgebrannte Oper 1949 (rechts oben) und Semperoper heute Das bedeutendste Bauwerk des Spätbarocks ist ohne Zweifel der Zwinger (siehe Abbildung 18) , da hier die barocke Architektur am besten zu erkennen ist. Er gilt als eines der bedeutendsten Barock-Bauwerke nördlich der Alpen und befindet sich in der inneren Altstadt unmittelbar an der Elbe zwischen dem Theaterplatz, Residenzschloss und dem Postplatz. Der Vorgänger aus Holz wurde bereits 1709 erbaut (Richter-nickel 2002, S.96). Das Gebäude sollte die reiche Festkultur des Dresdener Hofes repräsentieren und diente einst als Sommer- und Lustschloss. Wie auch viele andere Bauwerke fiel das Kunstbauwerk den Luftbombenangriffe des Zweiten Weltkrieges zum Opfer, wurde aber bereits 1946 wieder aufgebaut. (vgl. Grundmann/ Hönsch/ Karrsch/ Müller/ Wollkopf 1992, S.64)

Der Zwinger wurde zunächst als Orangerie genutzt und später als höfischer Festplatz. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts war er noch Aufbewahrungs- und Ausstellungsort für die Kurfürstlich-Königlichen Kunst- und Naturaliensammlungen. Heute befinden sich in dem Gebäudekomplex mit Gartenanlage und prächtigen Wasserspielen die Porzellansammlung, die Gemäldegalerie alte Meister, die Rüstkammer und der mathematisch-physikalische Salon. Der anliegende Garten mit Springbrunnen und Galerien lädt vor allem in der warmen Jahreszeit zu einem kleinen Aufenthalt ein. (Landeshauptstadt Dresden 2012)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 18: Zwinger und Semperoper (oben links); Blick auf das Nymphenbad (oben rechts) Innenraum des Zwingers unten

2.6.2 Museen, Musik und Theater

Dresden gilt weltweit als eine Kunst- und Kulturmetropole und das nicht ohne Grund. Die über 450 Jahre alten staatlichen Kunstsammlungen der Stadt, mit ihren Meisterwerken aus aller Welt, sind heute in Deutschland der älteste und zweitgrößte Museumsverbund. Die Auswahl an Museen reicht von Ausstellungen zur Geschichte über Weltkunst bis hin zu Technik, Wissenschaft und Kunst. Die zu erlebende facettenreiche Museumslandschaft der Stadt bietet jedem Besucher eine Möglichkeit, um seinen Wünschen gerecht zu werden. Besonders bekannt ist das „Grüne Gewölbe“, die Gemäldegalerie „Alte Meister“ mit der „Sixtinischen Madonna“ Raffaels und, vor allem bei Kindern und Schülern beliebt, auch das Deutsche Hygiene-Museum. Dieses in Europa einzigartige Museum stellt den Menschen ins Zentrum und ermöglicht seinen Besuchern anhand von Exponaten, Medieninstallationen und vielen interaktiven Stationen den

Menschen, seinen Körper und seine Gesundheit zu erkunden. Auch sehr bekannt ist die Museums-Sommernacht-Dresden, die jedes Jahr stattfindet und zahlreiche Kunst- und Kulturfreunde nach Dresden lockt. Nicht nur, dass an diesem Tag mehr als 40 Museen geöffnet sind und sich auffallend ungewohnt präsentieren, die Besucher bekommen auch die Möglichkeit, sonst verschlossene Depots zu erkunden oder Sonderführungen zu erleben, die einen Einblick in verborgene Geheimnisse der Dresdner Schatzkammern geben. Neben der Kunst ist auch die Musik ein Gebiet, auf dem Dresden den Ruf als Weltstadt nachkommen kann. Die Sächsische Staatskapelle (siehe Abbildung 19), beheimatet in der schon erwähnten Semperoper, ist mit der mit „über 460 Jahren eines der ältesten Orchester weltweit und bereist regelmäßig die großen Kulturmetropolen der Welt“ (Landeshauptstadt Dresden 2012). Auch die international angesehene Dresdener Philharmonie, 1870 gegründet, bildet ein weiteres großes Orchester der Dresdener Hauptstadt, welches das kulturelle Leben der Stadt mit über 80 Veranstaltungen im Jahr prägt. Zu den berühmtesten Knabenchören der Welt gehört als Seele der Kreuzkirche der Dresdner Kreuzchor, der 2016 sein 800-jähriges bestehen feiern wird.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 20: Musiker auf dem Neumarkt

Durch die gut besuchten Konzerte und Gottesdienste in der Kreuzkirche verleiht dieser Chor der Stadt im In- und Ausland ein musikalisches Gesicht. Bei einem Besuch der Dresdner Innenstadt kommt es nicht selten vor, dass man auf den verschiedensten Plätzen oder Passagen Musiker vorfindet, die ihr Können in der Stadt der Musik zur Schau stellen (siehe Abbildung 20).

2.6.3 Dresden, die „Grüne Stadt“

Den Titel als „Grüne Stadt“ trägt die sächsische Landeshauptstadt nicht ohne Grund. „Mit 62 Prozent Wald- und Grünfläche gilt Dresden als eine der grünsten Städte Europas“ (Landes-hauptstadt Dresden 2013, S.16). Das größte Waldgebiet der Stadt ist die im Norden liegende Dresdner Heide. Nicht nur diese Grünfläche und der im Zentrum liegende Große Garten sorgen für die Betitelung Dresdens als „Grüne Stadt“. Auch die Elbe, die 23 Kilometer ungehindert und wiesengesäumt durch die Stadt fließt, bietet durch ihre geschützte Flusslandschaft mit den ausgedehnten Elbwiesen Raum für Natur und eine vielfältige Nutzung (siehe Abbildung 21). Außerdem dient das flache und unbebaute Ufer auch dem Schutz vor Hochwasser.

[...]

Ende der Leseprobe aus 116 Seiten

Details

Titel
Geographischer Strukturwandel als Folge der Wiedervereinigung
Untertitel
Eine empirische Untersuchung am Beispiel Dresden unter besonderer Berücksichtigung der Altstadt, Neustadt und Dresden-Gorbitz
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
116
Katalognummer
V278810
ISBN (eBook)
9783656718000
ISBN (Buch)
9783656717997
Dateigröße
13313 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geographischer, strukturwandel, folge, wiedervereinigung, eine, untersuchung, beispiel, dresden, berücksichtigung, altstadt, neustadt, dresden-gorbitz
Arbeit zitieren
Antonia Bruhn (Autor), 2014, Geographischer Strukturwandel als Folge der Wiedervereinigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278810

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