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Das Persönliche Budget. Erarbeitung eines Fortbildungskonzeptes für Menschen mit geistiger Behinderung

Título: Das Persönliche Budget. Erarbeitung eines Fortbildungskonzeptes für Menschen mit geistiger Behinderung

Trabajo Escrito , 2006 , 20 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Nina Kröllken (Autor)

Pedagogía - Pedagogía curativa y especial
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Das deutsche Rehabilitationssystem befindet sich in einem gewaltigen Umbruch. Nicht mehr das „behandlungsbedürftige(…) Mängelwesen“ (Baur 2004, S.130), das in aussondernden Masseninstitutionen verwahrt und versorgt wird, steht im Vorder-grund, sondern eine ressourcenorientierte Perspektive mit dem Ziel der weitest-möglichen Partizipation an der Gesellschaft ist handlungsleitend geworden. Schlagwörter wie Normalisierung und Integration, Lebensqualität und Inklusion bestimmen die Fachdiskussionen.
Ausgehend von diesem Paradigmenwechsel und der Leitidee der Selbstbestimmung, werden Menschen mit Behinderungen als gleichberechtigte Bürger betrachtet, denen genau die Unterstützung zusteht, die sie benötigen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können. Dieses sich auch international wandelnde Verständnis von Behin-derung führte zur Entwicklung des Konzeptes eines „Persönlichen Budgets“, mit dem Menschen mit Behinderung ihren Bedürfnissen und Wünschen entsprechende Unter-stützungsleistungen selbst erwerben können.
Seit Einführung des SGB IX im Jahr 2001 gibt es auch in Deutschland die Möglich-keit, statt der Sachleistung diese Geldleistung zu wählen. Damit wird neben der Ver-wirklichung von Selbstbestimmung auch eine mögliche Kostendämpfung im Bereich sozialer Dienstleistungen als zentrales Ziel verfolgt.
Dieses Konzept soll in der vorliegenden Arbeit näher beschrieben werden.
Dabei wird zunächst versucht, den oben beschriebenen Paradigmenwechsel und die Leitidee der Selbstbestimmung, die den theoretischen Hintergrund des Persönlichen Budgets bilden, ausführlicher darzustellen. Anschließend sollen das neue Modell der direkten Geldleistungen für Menschen mit Behinderungen in seinen Grundzügen vor-gestellt und die Bedeutung dieser Veränderungen für Betroffene thematisiert werden.
Da das Modell des Persönlichen Budgets unbedingt auch als Bildungsaufgabe für Betroffene zu verstehen ist, steht im Zentrum dieser Arbeit die Erarbeitung eines ent-sprechenden Fortbildungskonzeptes. Organisation, Ablauf und ein Entwurf eines möglichen Werbeplakates werden vorgestellt.
Im abschließenden Teil der Arbeit wird dann der aktuelle Stand der Umsetzung des Modells in Deutschland noch einmal diskutiert und weitere Herausforderungen und Handlungsfelder für die Zukunft werden aufgezeigt.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Paradigmenwechsel: Von der Verwahrung zur Selbstbestimmung

3. Die Leitidee der Selbstbestimmung

4. Das Konzept „Persönliches Budget“

4.1 Grundlagen

4.2 Idealtypisches Modell der Umsetzung

4.3 Vor- und Nachteile aus Nutzersicht

5. Fortbildungskonzept

5.1 Einführung und Aufgabenstellung

5.2 Organisation

5.3 Ablauf

5.4 Werbeplakat

6. Diskussion und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe hin zur Selbstbestimmung theoretisch zu fundieren und das Konzept des "Persönlichen Budgets" als Instrument zur Teilhabe zu beleuchten. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, wie ein Fortbildungskonzept gestaltet sein muss, um Menschen mit geistiger Behinderung die notwendigen Kompetenzen für den selbstbestimmten Umgang mit diesem Budget zu vermitteln.

  • Historische Entwicklung der Behindertenhilfe von Verwahrung zu Selbstbestimmung.
  • Theoretische Grundlagen und Funktionsweise des Persönlichen Budgets.
  • Herausforderungen und Chancen der Umstellung von Sach- auf Geldleistungen.
  • Erarbeitung eines praxisorientierten Fortbildungskonzepts für Betroffene.
  • Diskussion über Deinstitutionalisierung und zukünftige Anforderungen an Leistungsträger.

Auszug aus dem Buch

3. Die Leitidee der Selbstbestimmung

Ende der 60er Jahre entstand in den USA die so genannte „Independent-Living-Bewegung“, ein Zusammenschluss behinderter Menschen, die Gleichberechtigung ohne Diskriminierungen oder Benachteiligungen auf Grund von Behinderungen forderten. Diese Bewegung war u.a. Anstoß für die Entstehung weiterer Gruppierungen im internationalen Raum, wie beispielsweise der „People-First-Bewegung“ in Kanada oder der „Krüppelbewegung“ in Deutschland. Sie alle vertraten als Grundforderung das Konzept der Selbstbestimmung.

Die Forderung nach Selbstbestimmung drückt den Wunsch behinderter Menschen aus, individuelle Entscheidungen treffen und damit persönliche Vorstellungen und Ziele verwirklichen zu können (vgl. Wacker/Wansing/Schäfers 2005, S. 17). Dieser Wunsch, der der Kritik an der Unterbringung in zentralen Einrichtungen entsprang, bezieht sich sowohl auf kleine Entscheidungen des alltäglichen Lebens, wie beispielsweise Fragen des Essens oder der Kleidung, als auch auf größere Entscheidungen im Lebenslauf wie das Wohnen oder die Berufswahl. Es geht also um das Recht, „das eigene Leben entsprechend den eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu gestalten“ (Hähner 1998, S.35).

Wichtig ist an dieser Stelle, dass Selbstbestimmung als relativer Begriff zu verstehen ist und nicht mit Selbstständigkeit verwechselt werden darf. Während sich Selbstständigkeit auf Handlungsautonomie bezieht, meint Selbstbestimmung demgegenüber eher eine Entscheidungsautonomie, d.h. Selbstbestimmung ist auch ohne Selbstständigkeit möglich (vgl. Wacker/Wansing/Schäfers 2005, S.18). Demzufolge verfolgen Vertreter des Selbstbestimmungs-Gedankens nicht das Ziel der vollkommenen Unabhängigkeit von Hilfen und lehnen professionelle Unterstützung nicht grundsätzlich ab. Sie fordern dagegen die Möglichkeit ein, über deren Umfang und Ausgestaltung weitestgehend selbst zu entscheiden (vgl. ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt den Umbruch im Rehabilitationssystem hin zu mehr Partizipation und führt in das Ziel der Arbeit ein, ein Fortbildungskonzept für das Persönliche Budget zu erarbeiten.

2. Paradigmenwechsel: Von der Verwahrung zur Selbstbestimmung: Analysiert die historische Entwicklung der Behindertenhilfe von der Unterbringung in Anstalten hin zur Anerkennung von individueller Förderung und Selbstbestimmung.

3. Die Leitidee der Selbstbestimmung: Definiert den Begriff der Selbstbestimmung und grenzt ihn von reiner Selbstständigkeit ab, wobei der Fokus auf der Entscheidungsautonomie liegt.

4. Das Konzept „Persönliches Budget“: Erläutert die theoretischen Grundlagen, das Modell der Umsetzung als Geldleistung statt Sachleistung sowie die damit verbundenen Vor- und Nachteile.

5. Fortbildungskonzept: Stellt den praktischen Entwurf einer Fortbildung vor, inklusive Organisation, Inhalten und didaktischer Aufbereitung, um Betroffene beim Budget-Umgang zu unterstützen.

6. Diskussion und Ausblick: Kritische Reflexion über die Umsetzungsprobleme des Budgets und die notwendigen Veränderungen im Selbstverständnis der professionellen Behindertenhilfe.

Schlüsselwörter

Persönliches Budget, Selbstbestimmung, Behindertenhilfe, Teilhabe, Fortbildungskonzept, Inklusion, Normalisierungsprinzip, Empowerment, SGB IX, Budgetassistenz, Leistungsträger, Behindertenarbeit, Deinstitutionalisierung, Lebensqualität, Regiekompetenz

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe hin zur Selbstbestimmung und konkretisiert dies anhand des Konzepts des „Persönlichen Budgets“, für das ein passendes Fortbildungskonzept für Betroffene entwickelt wird.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Geschichte der Behindertenhilfe, die theoretische Verankerung der Selbstbestimmung, die Funktionsweise und rechtlichen Grundlagen des Persönlichen Budgets sowie die didaktische Planung von Bildungsangeboten für Menschen mit geistiger Behinderung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Entwicklung eines Entwurfs für ein Fortbildungsangebot, das Menschen mit geistiger Behinderung befähigt, die Chancen des Persönlichen Budgets zu verstehen und aktiv für ihr selbstbestimmtes Leben zu nutzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse des theoretischen Hintergrunds und einer konzeptionellen Ausarbeitung eines Fortbildungsmodells, wie es im Rahmen eines universitären Seminars erarbeitet wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Persönlichen Budgets, dessen Umsetzung im Rahmen des SGB IX sowie die detaillierte Darstellung des Fortbildungskonzepts, inklusive Inhalten, Organisation, Ablauf und Werbemaßnahmen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie Selbstbestimmung, Persönliches Budget, Teilhabe, Empowerment und die heilpädagogische Bildungsaufgabe.

Warum ist das Fortbildungskonzept speziell auf Menschen mit geistiger Behinderung ausgerichtet?

Das Konzept trägt der Tatsache Rechnung, dass Selbstbestimmung erlernt werden muss und für Menschen mit geistiger Behinderung eine spezifische, leicht verständliche didaktische Aufbereitung komplexer Informationen zwingend erforderlich ist.

Welche Rolle spielt die Volkshochschule im vorgestellten Konzept?

Die Volkshochschule wird als zentraler, zentrumsnaher Partner gewählt, um eine kostengünstige Durchführung und einen öffentlichen Zugang zu gewährleisten, der Menschen mit unterschiedlichen Lebensformen integriert.

Welche Rolle spielen Rollenspiele und Theater im Fortbildungsablauf?

Diese Methoden dienen dazu, den Teilnehmern die abstrakten Prozesse der Budgetverwaltung und die neue Rolle als "Kunde" einer Dienstleistung anschaulich und erlebbar näherzubringen.

Final del extracto de 20 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Persönliche Budget. Erarbeitung eines Fortbildungskonzeptes für Menschen mit geistiger Behinderung
Universidad
University of Cologne
Calificación
1,0
Autor
Nina Kröllken (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
20
No. de catálogo
V278872
ISBN (Ebook)
9783656716716
ISBN (Libro)
9783656716686
Idioma
Alemán
Etiqueta
Persönliches Budget Geistige Behinderung Selbstbestimmung SGB IX
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Nina Kröllken (Autor), 2006, Das Persönliche Budget. Erarbeitung eines Fortbildungskonzeptes für Menschen mit geistiger Behinderung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278872
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