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Familien mit Migrationshintergrund in der Frühförderung

Möglichkeiten der Elternarbeit in Anlehnung an das Empowerment-Konzept

Title: Familien mit Migrationshintergrund in der Frühförderung

Term Paper , 2006 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nina Kröllken (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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In fachlichen Diskussionen besteht mittlerweile Einigkeit darüber, dass Eltern im Sinne des Kooperationsmodells gleichberechtigt und partnerschaftlich an der Frühförderung beteiligt werden sollten. Dies war jedoch nicht immer so. Erst mit der Abkehr vom individuumszentrierten medizinischen Modell von Behinderung und mit der Hinwendung zu einer ressourcenorientierten Kompetenz-Perspektive, konnten sich das Kooperationsmodell und der neuere Empowerment-Ansatz in der Heilpädagogik durchsetzen. Obwohl also die Beteiligung der Eltern an der Frühförderung mittlerweile als Selbstverständlichkeit gilt, und obwohl in der Bundesrepublik Deutschland derzeit ca. 19% aller hier lebenden Menschen einen Migrationshintergrund haben (Newsletter „Migration und Bevölkerung“ Juli 2006), wurden die spezifischen Erfordernisse an die Elternarbeit mit Migrantenfamilien bisher vergleichsweise wenig thematisiert. Es war bislang kaum Diskussionsthema, in welcher besonderen Situation sich Migrantenfamilien mit einem behinderten Kind befinden und wie die Frühförderung sich darauf einstellen und damit umgehen kann (vgl. Schartner 2004, S.69). Spezielle Literatur zu diesem Thema gibt es kaum.

Daher soll Thema der vorliegenden Arbeit sein, welche besonderen Herausforderungen sich in der Frühförderung mit Migrantenfamilien stellen und wie mit den Eltern kooperationsorientiert zusammengearbeitet werden kann. Dabei wird versucht die Frage zu beantworten, inwiefern das noch relativ junge Modell des Empowerment-Ansatzes eine Möglichkeit zur Gestaltung der Zusammenarbeit mit Migrantenfamilien darstellt.
Nach einer Einführung in die theoretischen Grundlagen der Frühförderung wird die Aufgabe der Elternarbeit gezielt herausgegriffen und diskutiert. Dabei soll vor dem Hintergrund der historischen Entwicklung der Elternarbeit das vergleichsweise neue Modell des Empowerment-Ansatzes erläutert und dessen Bedeutung für die Heilpädagogik reflektiert werden. Anschließend wird gezielt auf die Frühförderung mit Migrantenfamilien eingegangen, wobei es einerseits um besondere Probleme und Herausforderungen, andererseits aber auch um positive und angenehme Aspekte der Zusammenarbeit mit diesen Familien gehen soll. Abschließend wird dann versucht, in Anlehnung an den Empowerment-Ansatz verschiedene konkrete Handlungsmöglichkeiten zum Umgang mit Migrantenfamilien zu entwickeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen der Frühförderung

3. Elternarbeit als wesentliche Aufgabe der Frühförderung

3.1 Historische Entwicklung der Elternarbeit

3.2 Der Empowerment-Ansatz

3.2.1 Theoretische Grundlagen

3.2.2 Bedeutung für die Heilpädagogik

4. Frühförderung mit Migrantenfamilien

4.1 Häufigkeit

4.2 Positive Aspekte für die Frühförderung

4.3 Herausforderungen und Probleme für die Frühförderung

5. Umsetzung des Empowerment-Konzeptes in der Frühförderung mit Migrantenfamilien

5.1 Allgemeine Prinzipien und Inhalte

5.2 Mögliche Vorgehensweisen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen und Gestaltungsmöglichkeiten der Elternarbeit im Kontext der Frühförderung von Familien mit Migrationshintergrund. Dabei wird analysiert, inwiefern das Empowerment-Konzept als Modell dienen kann, um eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Basis einer stärkenorientierten Perspektive zu etablieren.

  • Historische Entwicklung der Elternarbeit in der Heilpädagogik
  • Theoretische Grundlagen und Bedeutung des Empowerment-Ansatzes
  • Analyse der Lebenssituation und spezifischer Bedürfnisse von Migrantenfamilien
  • Identifikation von Ressourcen und Bewältigungsstrategien in der interkulturellen Frühförderung
  • Praktische Handlungsoptionen und Methoden der kontextuellen Erweiterung

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Bedeutung für die Heilpädagogik

Eine der oben beschriebenen gesellschaftlichen Randgruppen, für die der Empowerment-Ansatz heute thematisiert wird, sind Menschen mit Behinderungen. Eckert (2002, S.107) stellt fest, dass dieses Konzept etwa seit den 90er Jahren in der deutschsprachigen Heilpädagogik, sowohl im Bezug auf die Leitidee der Selbstbestimmung, als auch mit Blick auf die einzelnen heilpädagogischen Arbeitsbereiche, diskutiert wird.

Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund eines fortschreitenden Paradigmenwechsels in der Heilpädagogik der letzten Jahrzehnte zu sehen. Die Betrachtung von Menschen mit Behinderung als „belieferungsbedürftige Defizitwesen“ (Theunissen/Plaute 2002, S.17) wurde abgelöst durch eine ressourcenorientierte Perspektive, verbunden mit Schlagwörtern wie Normalisierung, Integration oder Selbstbestimmung. Es erfolgte eine Abkehr vom traditionellen medizinischen, individuumszentrierten Modell der Behinderung und damit von der Praxis der „Aussonderung, Gettoisierung, Isolation und Besonderung behinderter Menschen“ (ebd., S.18). Die stattdessen erfolgende Beachtung der Ressourcen und Potenziale eines jeden Menschen bildet den Ausgangspunkt des Empowerment-Konzeptes.

Ein wesentliches Merkmal stellt die „Stärke- bzw. Kompetenzperspektive“ dar. Bezogen auf Menschen mit Behinderung bedeutet dies die Suche nach individuell und im sozialen Umfeld vorhandenen Stärken und Kompetenzen, beispielsweise durch „biographische Spurensuche“ (ebd., S.36) nach Talenten, Interessen oder Ressourcen, die genutzt und gefördert werden können. Ebenso können die Wiedergewinnung eines positiven Selbstbildes und Selbstvertrauens und die Förderung eines zuversichtlichen Blickes in die Zukunft Ziele nach dem Empowerment-Konzept sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Notwendigkeit der Einbeziehung von Eltern in die Frühförderung und identifiziert die Forschungslücke bezüglich der spezifischen Bedürfnisse von Migrantenfamilien.

2. Grundlagen der Frühförderung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Frühförderung sowie deren zentrale Leitprinzipien wie Interdisziplinarität, Ganzheitlichkeit und Familienorientierung.

3. Elternarbeit als wesentliche Aufgabe der Frühförderung: Hier wird der historische Wandel vom Laienmodell über das Ko-Therapie-Modell zum heutigen Kooperationsmodell sowie das Empowerment-Konzept als moderner Ansatz beschrieben.

4. Frühförderung mit Migrantenfamilien: Das Kapitel beleuchtet statistische Hintergründe, die Bedeutung kultureller Faktoren und die spezifischen Herausforderungen sowie positiven Ressourcen in der Arbeit mit Migrantenfamilien.

5. Umsetzung des Empowerment-Konzeptes in der Frühförderung mit Migrantenfamilien: Der Abschnitt diskutiert praktische Ansätze, wie das Empowerment-Konzept durch Netzwerkarbeit und eine ressourcenorientierte Gesprächsführung im Alltag implementiert werden kann.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Empowerment eine wertvolle, wenn auch anspruchsvolle Grundlage für die interkulturelle Frühförderung darstellt und verweist auf die Notwendigkeit weiterer politischer und struktureller Entwicklungen.

Schlüsselwörter

Frühförderung, Migrantenfamilien, Empowerment, Elternarbeit, Heilpädagogik, Kooperationsmodell, Ressourcenorientierung, Interkulturalität, soziale Integration, Familienorientierung, behindertes Kind, Kompetenzperspektive, Lebensweltorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Herausforderungen einer partnerschaftlichen Elternarbeit in der Frühförderung, speziell in Bezug auf Familien mit Migrationshintergrund.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die theoretischen Grundlagen der Frühförderung, das Konzept des Empowerments, die Lebenssituation von Migrantenfamilien und praktische Methoden zur Zusammenarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Empowerment-Konzept genutzt werden kann, um Eltern mit Migrationshintergrund aktiv und stärkenorientiert in den Frühförderprozess einzubeziehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse und wertet bestehende Untersuchungen und Forschungsergebnisse zur interkulturellen Frühförderung aus.

Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil befasst sich mit der Konkretisierung der Empowerment-Prinzipien für die Praxis, wie etwa der Aktivierung informeller Netzwerke und der Arbeit mit kulturellen Besonderheiten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Empowerment, Frühförderung, Migrantenfamilien, Elternarbeit und interkulturelle Kompetenz.

Warum ist das Empowerment-Konzept für Migrantenfamilien besonders relevant?

Da Migrantenfamilien oft gesellschaftliche Randpositionen einnehmen und mit einer "doppelten Stigmatisierung" durch Migration und Behinderung kämpfen, hilft Empowerment dabei, ihre verschütteten Ressourcen freizulegen.

Welche Rolle spielen Hausbesuche in der Arbeit mit diesen Familien?

Hausbesuche ermöglichen es, die Familien in ihrem vertrauten Umfeld zu treffen, was die Hemmschwelle senkt und ein tieferes Verständnis für ihre Lebenswelt und kulturellen Hintergründe erlaubt.

Wie wird mit Sprachbarrieren umgegangen?

Die Arbeit diskutiert den Einsatz von Dolmetschern sowie die Notwendigkeit muttersprachlicher Informationen, warnt aber gleichzeitig vor den Risiken mangelnder fachlicher Distanz bei Dolmetschern aus dem privaten Umfeld.

Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der politischen Ebene?

Die Autorin betont, dass die Implementierung des Empowerment-Ansatzes zwar in der Einzelfallhilfe möglich ist, die umfassende politische Beteiligung der Betroffenen jedoch noch ein Zukunftsziel bleibt.

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Details

Title
Familien mit Migrationshintergrund in der Frühförderung
Subtitle
Möglichkeiten der Elternarbeit in Anlehnung an das Empowerment-Konzept
College
University of Cologne
Grade
1,0
Author
Nina Kröllken (Author)
Publication Year
2006
Pages
27
Catalog Number
V278873
ISBN (eBook)
9783656716709
ISBN (Book)
9783656716693
Language
German
Tags
Frühförderung Elternarbeit Empowerment Migrationshintergrund Elternberatung Interkulturelle Pädagogik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Kröllken (Author), 2006, Familien mit Migrationshintergrund in der Frühförderung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278873
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