Die Thematik der jugendsprachlichen Kommunikation erfreut sich seit einigen Jahren zunehmender Popularität. In aktuellen Untersuchungen wird immer mehr der Frage nach der Sprache der Jugend nachgegangen. Diese Frage ist schwieriger zu beantworten, als es zunächst scheint. Der Begriff „Jugendsprache“ weißt einige Problematiken auf: Besteht eine homogene Gruppe jugendlicher Sprecher? Verfügt die „Jugendsprache“ über ein eigenes Sprachsystem mit festgelegten Regeln? In der Arbeit soll deshalb zunächst ein Versuch der Definition von „Jugend“ gemacht werden. Der Blick auf unterschiedliche wissenschaftliche Bereiche, wie der Soziologie und Biologie, sollen helfen, sich über den Begriff der „Jugend“ ein Bild zu machen und der Frage nachzugehen, was „Jugend“ überhaupt ist.
Ein weiterer Punkt, der eng in Verbindung mit der Thematik der „Jugend“ steht, ist die „Jugendsprache“. Eine wichtige Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt ist, ob es sinnvoll ist, von der einen Jugendsprache zu sprechen, oder ob eine Pluralität von „Jugendsprachen“ existiert. Die Entwicklung der Jugendsprachforschung wird in einem weiteren Abschnitt behandelt. Hier soll aufgezeigt werden, seit wann die wissenschaftliche Untersuchung der jugendsprachlichen Kommunikation überhaupt im Fokus der Betrachtung stand. Im weiteren Verlauf werden die sprachlichen Charakteristika der „Jugendsprache“ an einem ausgewählten Beispiel analysiert. Als Bezugspunkt dient dafür besonders das von Helmut Henne aufgestellte Modell der Jugendsprache. Lassen sich seine definierten jugendsprachliche Charakteristika in dem Beispiel wiederfinden? Zudem stellt sich hier die Frage, ob es Merkmale gibt, die von Henne unbeachtet blieben, für eine Beschreibung der jugendsprachlichen Kommunikation jedoch unerlässlich sind. Zuletzt muss nach der Funktion der jugendsprachlichen Kommunikation gefragt werden. Welche Intentionen verfolgen Jugendliche mit ihren sprachlichen Äußerungen? Im Fazit soll zusammenfassend dargelegt werden, welche Aussagen über die behandelte Thematik überhaupt sicher möglich sind.
Inhaltsverzeichnis
1.EINLEITUNG
2. DEFINITION JUGEND
3. DEFINITION „JUGENDSPRACHE“
4. ENTWICKLUNG DER JUGENDSPRACHFORSCHUNG
5. SPRACHLICHE CHARAKTERISTIKA DER JUGENDSPRACHE
6. WIRKUNG UND FUNKTION DER JUGENDSPRACHE
7. FAZIT
8. LITERATURVERZEICHNIS
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung der jugendsprachlichen Kommunikation auseinander, um den problematischen Begriff „Jugendsprache“ zu klären und dessen soziologische sowie linguistische Dimensionen zu beleuchten. Das primäre Ziel ist es, die Definitionen von „Jugend“ und „Jugendsprache“ kritisch zu hinterfragen und zu prüfen, ob sich sprachliche Merkmale anhand existierender Modelle, wie dem von Helmut Henne, adäquat in der Praxis widerspiegeln lassen.
- Soziologische und biologische Definitionen der Jugendphase
- Kritische Analyse der Existenz einer homogenen „Jugendsprache“
- Historische Entwicklung der Jugendsprachforschung
- Anwendung von Hennes Modell auf reale Kommunikationsbeispiele
- Funktionen jugendlicher Kommunikation: Identität, Abgrenzung und Sprachkritik
Auszug aus dem Buch
Neulands Beispiel (Neuland 2007, S. 132):
„ Mensch, ärgere dich nicht!
[ … ]
S3: ein zwei drei vier >>rein<<
S2: ((boah)) eins
S1: der Mann hat echt voll Unglück ey ((EMPHATISCH))
S2: kuck ma´ne vier (…) # <
((ERFREUT; HAT SEINE FIGUR SICHER INS ZIEL GEBRACHT))
S1: isch bin geNau daHINten (*)# hast´e endlich deine vier (…)+schade aber auch//
S3: ((oh)) (…) sechs/ ((WÜRFELN)) zwei ((WÜRFELN))
S1: geh ma lieber raus (zummel zimmel)
[…]
S1: NEE! NEE! NEE!
S2: ja:
S3: >>du hast es eben auch verpeilt<<
S1: NÖ: (*) NÖ: (*) NÖ: (*)::
S3: ° du hast es eben auch verpeilt °
S1: du bist DRAUßen
S2: ja (*) weil der S1 misch irritiert hat ey (…) isch hab au nisch//
S3: =ja und (*) # muss (**)# ja und / //
S1: er hat misch AUCH irritiert (**) # hab isch Fehler gemacht (*) isch hab das GELten lassen_(…) ((WÜRFELN))
Zusammenfassung der Kapitel
1.EINLEITUNG: Das Kapitel führt in die Thematik der jugendsprachlichen Kommunikation ein und erläutert die zentrale Fragestellung sowie das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. DEFINITION JUGEND: Hier werden soziologische und biologische Ansätze zur Eingrenzung der Jugendphase diskutiert, wobei insbesondere die soziale Reife als entscheidendes Kriterium hervorgehoben wird.
3. DEFINITION „JUGENDSPRACHE“: Dieses Kapitel hinterfragt die Existenz einer homogenen Jugendsprache und plädiert für eine differenziertere Betrachtung der Pluralität jugendlicher Sprechweisen.
4. ENTWICKLUNG DER JUGENDSPRACHFORSCHUNG: Es wird der historische Verlauf der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Jugendsprache nachgezeichnet, von ersten Lexika bis hin zu modernen, empirischen Ansätzen.
5. SPRACHLICHE CHARAKTERISTIKA DER JUGENDSPRACHE: Anhand eines konkreten Transkriptionsbeispiels werden sprachliche Merkmale analysiert und auf ihre Gültigkeit im Rahmen von Hennes Modell der Jugendsprache geprüft.
6. WIRKUNG UND FUNKTION DER JUGENDSPRACHE: Dieses Kapitel erörtert die sozialen Funktionen jugendlicher Sprache, wie die Identitätsbildung, die Abgrenzung von der Erwachsenenwelt und die Ausübung von Sprachkritik.
7. FAZIT: Die zentralen Erkenntnisse der Arbeit werden zusammengefasst und die Grenzen der gewählten Untersuchungsmethodik kritisch reflektiert.
8. LITERATURVERZEICHNIS: Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Literatur.
Schlüsselwörter
Jugendsprache, Jugendphase, Soziologie, Kommunikation, Identitätsbildung, Sprachvarietät, Helmut Henne, Sprachkritik, empirische Forschung, Jugendsprachforschung, Wortschatz, Syntax, Generationsabgrenzung, Pragmatik, Sprachgebrauch
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die sprachliche Kommunikation von Jugendlichen, analysiert deren Definitionsproblematik und hinterfragt, ob es eine einheitliche „Jugendsprache“ gibt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den soziologischen Grundlagen des Jugendbegriffs, der historischen Entwicklung der Forschung sowie der praktischen Anwendung linguistischer Modelle auf jugendliche Interaktionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es zu klären, ob Jugendliche eine einheitliche Sondersprache nutzen und wie sich ihr Sprachgebrauch in konkreten sozialen Situationen sowie im Hinblick auf Identität und Abgrenzung auswirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte theoretische Analyse und wendet diese auf ein empirisches Transkriptionsbeispiel an, um die Anwendbarkeit von Modellen wie dem von Helmut Henne kritisch zu prüfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Jugend und Jugendsprache, die Geschichte der Forschung sowie die Analyse sprachlicher Merkmale und Funktionen am konkreten Beispiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Jugendsprache, Identitätsbildung, soziologische Jugendforschung, Sprachvarietäten, Pragmatik und Generationsabgrenzung.
Warum hält die Autorin das Modell von Henne für nur bedingt geeignet?
Das Modell geht von einer zu homogenen Gruppe Jugendlicher aus und vernachlässigt die ausgeprägte Heterogenität sowie die ständige Wandlungsfähigkeit jugendlicher Sprachvarietäten.
Welche Rolle spielt die „Sprachkritik“ im Kontext der Jugendsprache?
Jugendliche nutzen ihre Sprache auch, um Kritik an der starren, unkreativen Standardsprache oder an aufgesetzten Höflichkeitsformen Erwachsener zu üben.
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- Victoria Theis (Autor), 2014, Die Sprache der Jugend, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278914