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Rassismus und Fremdheit im Sport am Beispiel von Fußball

Título: Rassismus und Fremdheit im Sport am Beispiel von Fußball

Trabajo de Seminario , 2011 , 19 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Daniel Bierbrauer (Autor)

Etnología / Folclore
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Wenn der afrikanische Mittelstürmer Adebowale Ogungbure des FC Sachsen Leipzig an den Ball kommt, reagieren sogenannte Fußballfans häufig auf die gleiche Art und Weise: Mit „Affenlauten“ und „Bimborufen“. So wurde auch am 25.03.2006, dem 14. Spieltag der Oberliga Nordost, in der Partie des Halleschen FC gegen den FC Sachsen Leipzig jede Ballberührung des farbigen Fußballprofis mit rassistischen und menschenverachtenden Gesten kommentiert. Diese Vorkommnisse sind leider kein Einzelfall. In Hamburg präsentierten sich derweil einige Chemnitzer Fans mit Hitlergruß und in Cottbus hört man von den Rängen antisemitische Fangesänge. So sind Rassismus und Antisemitismus auch in deutschen Fußballstadien zur Folklore geworden. Durch den veränderten Arbeitsmarkt in einer globalisierten Welt wurde die Anwerbung und Fluktuation von ausländischen Fußballspielern forciert. In nationalen Vergleichen sind unterschiedliche Tendenzen im Umgang mit Migration und Fremdheit im Fußball zu erkennen. Von besonderer Relevanz für meine Hausarbeit, welche sich mit Akzeptanz und Ablehnung von Fremdheit im Sport am Beispiel des Fußballs beschäftigt, ist die Frage, inwieweit die „Gastarbeiter“, in diesem Fall professionelle Fußballspieler, „im Rahmen von Übergangsritualen soziale Schichten durchlaufen“. Inwiefern sich die theoretischen Ansätze in der Realität auswirken, werde ich anhand verschiedener Exempel von Fußballern mit Migrationshintergrund wissenschaftlich erörtern.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Der Begriff Fremdheit im Fußball

2. Entwicklung von Fremdheit im Europäischen Fußballs

2.1 Das Bosman-Urteil und seine Auswirkungen im europäischen Profifußball

2.2 Reaktionen auf das Bosman-Urteil

3. Akzeptanz von Fremdheit im Fußball

3.1 Ruhrpolen als Beispiel für Integration durch Fußball

4. Ablehnung von Fremdheit im Profifußball

4.1 Lazio Rom und Fremdenhass

4.2 Der Fall Mario Balotelli

5. Lösungsansätze

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Akzeptanz und Ablehnung von Fremdheit im professionellen Fußball. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie theoretische Konzepte der Fremdheit auf die soziale Integration von Fußballspielern mit Migrationshintergrund angewendet werden können und welche Mechanismen zu rassistischen oder fremdenfeindlichen Ausgrenzungsprozessen in den Stadien führen.

  • Theoretische Grundlagen des Fremdheitsbegriffs
  • Einfluss des Bosman-Urteils auf die Migration im europäischen Fußball
  • Historische Integrationserfolge am Beispiel der Ruhrpolen
  • Analyse rassistischer Phänomene bei Lazio Rom und Mario Balotelli
  • Strategien zur Bekämpfung von Rassismus und Fremdenhass im Sport

Auszug aus dem Buch

3.1 Ruhrpolen als Beispiel für Integration durch Fußball

Einer der ersten und renommiertesten Fußballvereine der jungen Bundesliga und ferner im gesamten Europa, welcher eine Großzahl von ausländischen Fußballspielern in seinen Reihen hatte, war der FC Schalke 04. „Der stark anwachsende Arbeiterkräftebedarf der aufstrebenden Montanindustrie im Ruhrgebiet in den 1880ern wurde mitunter durch die Anwerbung von Arbeitern aus den Masuren“, einer Region des ehemaligen Ostpreußens im Norden Polens, befriedigt. „Die Masuren hatten bei der Eingliederung in das Ruhrgebiet mit großen Problemen zu kämpfen.“ Den Prozess der Integration, welchen in diesem Fall die Masuren durchliefen, wird von Schütz als „Prozess der Annäherung eines Erwachsenen in unserer Zeit und unserer Zivilisation“ beschrieben. So mussten sie sich in einer völlig fremden Arbeitswelt zurechtfinden – die Menschen waren es aufgrund ihrer Arbeit auf dem Land in den Masuren gewohnt, im Einklang mit der Natur zu leben und mussten sich plötzlich, von der neuen Sprache ganz abgesehen, an die Arbeit unter Tage und den Schichtdienst gewöhnen.

Die größte Schwierigkeit mit welcher die Masuren zu kämpfen hatten, war jedoch die tägliche Demütigung, was ihr Selbstwertgefühl stark beeinträchtige. Sie wurde in ihrer neuen Heimat als „Tiergesichter, faules Gesocks aus dem Osten, fremdes Pack oder Polacken“ diffamiert. In der Ausgabe vom 23.04.1907 beschrieb sogar das sozialdemokratische Bochumer Volksblatt die Masuren, als Menschen, welche man aus der „Polackei hergeschleppt hat, wo ihr Handwerkszeug lediglich aus einer Mistgabel bestand“. Fernab der alltäglichen Vorurteile wuchs die Popularität einer Sportart. „König Fußball“ begann seine Regentschaft im Ruhrgebiet. Unter der Parole „auf dem grünen Rasen und unter dem grünen Rasen sind alle Menschen gleich“, wurde der Fußballsport vor allem für die „Ruhrpolen“, wie der Volksmund die Arbeiter aus den Masuren auch fälschlicherweise nannte, die einzige Möglichkeit Akzeptanz und Anerkennung zu erwerben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Der Begriff Fremdheit im Fußball: Einführung in die Problematik rassistischer Vorfälle in deutschen Stadien und theoretische Einordnung des Fremdheitsbegriffs.

2. Entwicklung von Fremdheit im Europäischen Fußballs: Untersuchung der Auswirkungen des Bosman-Urteils auf die zunehmende Internationalisierung und die damit verbundenen gesellschaftlichen Reaktionen.

3. Akzeptanz von Fremdheit im Fußball: Darstellung gelungener Integrationsprozesse durch den Sport, illustriert am historischen Beispiel der Ruhrpolen im FC Schalke 04.

4. Ablehnung von Fremdheit im Profifußball: Analyse rassistischer Ausgrenzung am Beispiel von Lazio Rom und dem italienischen Nationalstürmer Mario Balotelli sowie einem Ausblick auf den deutschen Fußball.

5. Lösungsansätze: Formulierung konkreter Maßnahmen für Vereine, Politik und Gesellschaft zur nachhaltigen Bekämpfung von Rassismus und Fremdenhass im Fußballsport.

Schlüsselwörter

Fremdheit, Fußball, Rassismus, Bosman-Urteil, Integration, Ruhrpolen, Lazio Rom, Mario Balotelli, Xenophobie, Diskriminierung, Fanultur, Migrationshintergrund, Faschismus, Identität, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den ambivalenten Aspekten von Fremdheit im Profifußball, wobei sowohl die Akzeptanz als auch die Ablehnung von ausländischen Spielern analysiert werden.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Arbeit behandelt die soziologischen Grundlagen der Fremdheit, die Auswirkungen der Globalisierung auf den Transfermarkt sowie die Mechanismen von Rassismus in Fankulturen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen sportlicher Integration und gesellschaftlicher Ausgrenzung aufzuzeigen und Lösungsstrategien gegen Fremdenhass zu formulieren.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Es erfolgt eine wissenschaftliche Erörterung anhand von theoretischen Ansätzen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie eine Analyse konkreter Fallbeispiele aus dem Profifußball.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Ruhrpolen als Integrationsbeispiel und eine Untersuchung aktueller rassistischer Tendenzen bei Lazio Rom und Mario Balotelli.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit zusammenfassen?

Wichtige Begriffe sind Fremdheit, Rassismus, Integration, Bosman-Urteil, Diskriminierung und Fankultur.

Warum dient das Beispiel der Ruhrpolen als Modell für Integration?

Die Ruhrpolen konnten durch ihre sportlichen Leistungen auf dem Spielfeld soziale Barrieren überwinden und eine Anerkennung erlangen, die ihnen im gesellschaftlichen Alltag zuvor verwehrt blieb.

Welche Rolle spielt Paolo Di Canio im Kontext der Fremdenfeindlichkeit?

Di Canio wird als kontroverses Beispiel angeführt, da er einerseits durch rechtsextreme Gesten und Rassismus auffiel, andererseits jedoch auch für faire sportliche Aktionen ausgezeichnet wurde, was die Komplexität des Themas verdeutlicht.

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Detalles

Título
Rassismus und Fremdheit im Sport am Beispiel von Fußball
Universidad
University of Freiburg
Curso
Kulturthema Fußball
Calificación
1,0
Autor
Daniel Bierbrauer (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
19
No. de catálogo
V278942
ISBN (Ebook)
9783656717393
ISBN (Libro)
9783656717362
Idioma
Alemán
Etiqueta
rassismus fremdheit sport beispiel fußball
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Daniel Bierbrauer (Autor), 2011, Rassismus und Fremdheit im Sport am Beispiel von Fußball, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278942
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