Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › World History - General and Comparison

Die Entwicklung des Kriegsbildes in Deutschland zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg

Title: Die Entwicklung des Kriegsbildes in Deutschland zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 31 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Thomas Hallmann (Author)

World History - General and Comparison
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Seit jeher war die militärische Führung, insbesondere deren Strategen darum bemüht aus den Kriegen der Vergangenheit Lehren für die zukünftige Strategie und Taktik abzuleiten. Die Entwicklung des Kriegsbildes in der Zwischenkriegszeit wurde im wesentlich durch die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges und insbesondere durch den Versailler Vertrag bestimmt. Der Verlauf und der Ausgang des als industriellen Massenkrieg geführten Weltkrieges sollten für die Überlegungen der militärische Führung zum Kriegsbild der Zukunft in den 1920er Jahren und schließlich bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges prägend sein. Diese entscheidenden Schlüsselerlebnisse bestimmten nicht nur die taktisch-operativen und strategischen Planungen, sondern auch die Vorstellungen zur Menschenführung und Erziehung des Heeres und das daraus resultierende Soldatenbild.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs: Ein Wandel

2.1. Das Zeitalter des industriellen Volkskrieges

2.2. Der Versailler Vertrag: Ende und Beginn strategischer Überlegungen

2.3. Das neue Bild des deutschen Heeres und Soldatentums

3. Die deutschen Streitkräfte im NS-Staat: Zwischen Söldnerarmee und Volksheer

3.1. Die Wiederwehrhaftmachung Deutschlands und die nationalsozialistische Anpassung der Reichswehr

3.2. Die Wehrmacht: Ein Volksheer als Waffenträger der Volksgemeinschaft

4. Der Weltanschauungskrieg: Nationalsozialistische Ideologie

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung des Kriegsbildes in Deutschland in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen (1919–1939). Dabei wird analysiert, wie militärische und politische Eliten – von der Reichswehr bis zu den Nationalsozialisten – auf die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs reagierten und wie diese Überlegungen die strategische Planung sowie das Soldatenbild prägten.

  • Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf das militärische Denken.
  • Die strategischen Konsequenzen und Restriktionen durch den Versailler Vertrag.
  • Die Wiederwehrhaftmachung Deutschlands in den 1930er Jahren.
  • Der Einfluss der nationalsozialistischen Ideologie auf die Wehrmacht.
  • Die Transformation vom Reichswehr-Berufsheer zum totalen Weltanschauungskrieg.

Auszug aus dem Buch

2.2. Der Versailler Vertrag: Ende und Beginn strategischer Überlegungen

Mit dem Friedensvertrag von Versailles war für das deutsche Kaiserreich im Juni 1919 der Krieg formell beendet. Die große Mehrheit der Deutschen empfand den Versailler Frieden als großes Unrecht gegen Deutschland und forderte die Revision des als „Versailler Diktat“ bezeichneten Vertragswerkes. Tatsächlich waren die Bestimmungen gegen Deutschland außerordentlich hart ausgefallen, was nicht zuletzt daran lag, dass laut Paragraph 231, dem sogenannten Kriegsschuldartikel, das deutsche Kaiserreich und seine Verbündeten als alleinige Urheber des Krieges betrachtet wurden. Neben etlichen Gebietsverlusten mussten wirtschaftliche Einschränkungen in Form von hohen Reparationszahlungen und erhebliche militärische Beschränkungen hingenommen werden. Letztere hatte für Preußen-Deutschland und seine militärischen Traditionen aber vor allem für die durch das Militär stark geprägte deutsche Gesellschaft große Auswirkungen.

Durch den Versailler Vertrag wurden die deutschen Streitkräfte auf ein Berufsheer von 100000 Mann und die Marine auf eine Stärke von 15000 Mann, jeweils einschließlich der Offiziere, reduziert. Mit dieser Beschränkung des Heeres gingen auch die Auflösung des Generalstabs und die Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht einher. Die Reichswehr sollte ausschließlich zur Aufrechterhaltung der Ordnung im Staatsinnern und als Grenzschutz eingesetzt werden, was sie schließlich zu einer besseren Polizeitruppe degradierte. Die Dienstzeit der Soldaten beschränkte sich auf 12 Jahre, wobei eine erneute Verpflichtung untersagt war. Um die Zahl gut ausgebildeter Soldaten und den heimlichen Aufbau einer größeren Armee zu unterbinden, war es jährlich nur maximal fünf Prozent der Mannschaften gestattet vorzeitig aus dem Dienst auszuscheiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung der Analyse vergangener Kriege für die zukünftige Strategie und beschreibt die Forschungsfrage bezüglich der Entwicklung des deutschen Kriegsbildes zwischen 1919 und 1939.

2. Die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs: Ein Wandel: Dieses Kapitel thematisiert den Übergang zum industriellen Massenkrieg, die Folgen des Versailler Vertrags für die deutsche Militärplanung und die veränderten Anforderungen an das Soldatentum.

3. Die deutschen Streitkräfte im NS-Staat: Zwischen Söldnerarmee und Volksheer: Der Abschnitt untersucht die Wiederaufrüstung in den 1930er Jahren sowie die schrittweise Ideologisierung und Transformation der Reichswehr zur Wehrmacht als Waffenträger der Volksgemeinschaft.

4. Der Weltanschauungskrieg: Nationalsozialistische Ideologie: Hier wird dargelegt, wie die NS-Ideologie den geplanten Krieg zu einem ideologisch motivierten Vernichtungs- und Lebensraumkrieg im Osten umdeutete.

5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, wie das Kriegsbild in der Zwischenkriegszeit maßgeblich durch die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs und den Revisionismus geprägt wurde, bis es schließlich in den Zweiten Weltkrieg mündete.

Schlüsselwörter

Kriegsbild, Reichswehr, Wehrmacht, Erster Weltkrieg, Versailler Vertrag, Nationalsozialismus, Volksheer, Aufrüstung, Wiederwehrhaftmachung, Lebensraum, Weltanschauungskrieg, Ideologie, Militärgeschichte, Revisionismus, Totaler Krieg.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Wandlungsprozesse des deutschen Kriegsbildes und der militärischen Strategien zwischen dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die militärischen Erfahrungen des Ersten Weltkriegs, die strategischen Einschränkungen durch den Versailler Vertrag und die schrittweise Ideologisierung der Armee durch den Nationalsozialismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, wie die militärische und politische Elite Deutschlands auf die traumatischen Erfahrungen von 1914–1918 reagierte und wie die Transformation zur Wehrmacht ideologisch begründet wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine strukturgeschichtliche Analyse militärpolitischer Entwicklungen, basierend auf zeitgenössischen Dokumenten, militärischen Schriften und historischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die strategische Planung der Reichswehr zur Wiederaufrüstung, das Konzept der "Wehrhaftmachung" des Volkes sowie die Instrumentalisierung der Wehrmacht für die rassistisch und ideologisch geprägten Ziele der Nationalsozialisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind: Kriegsbild, Volksheer, Wiederwehrhaftmachung, Lebensraum, Revisionismus und Weltanschauungskrieg.

Welche Rolle spielte der Versailler Vertrag für die militärische Planung?

Der Vertrag bildete den Ausgangspunkt für die geheime Wiederaufrüstung, da seine restriktiven Bestimmungen (z.B. Begrenzung auf 100.000 Mann) von der militärischen Führung als "Schandfrieden" abgelehnt wurden und Revisionismus zum zentralen politischen Ziel machten.

Was unterscheidet das "Soldatenbild" der 1920er Jahre vom NS-Soldaten?

Während die Reichswehr noch versuchte, ein professionelles "Führerheer" aufzubauen, das als "Staat im Staate" agierte, wurde der Soldat im Nationalsozialismus zum willfährigen Instrument der "Volksgemeinschaft" und der nationalsozialistischen Weltanschauung umgeformt.

Excerpt out of 31 pages  - scroll top

Details

Title
Die Entwicklung des Kriegsbildes in Deutschland zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg
College
University of Potsdam
Grade
2,0
Author
Thomas Hallmann (Author)
Publication Year
2009
Pages
31
Catalog Number
V279035
ISBN (eBook)
9783656724391
ISBN (Book)
9783656724384
Language
German
Tags
entwicklung kriegsbildes deutschland ersten zweiten weltkrieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Hallmann (Author), 2009, Die Entwicklung des Kriegsbildes in Deutschland zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279035
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  31  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint