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Zwischen gehegtem Staatenkrieg und industriellem Volkskrieg. Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71

Titre: Zwischen gehegtem Staatenkrieg und industriellem Volkskrieg. Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71

Dossier / Travail de Séminaire , 2010 , 24 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Thomas Hallmann (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - 1848, Empire, Impérialisme
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Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 stellt ohne Frage eine herausragende Stellung in der Geschichte Deutschlands, aber auch ganz Europas dar und markiert einen für das 19. Jahrhundert grundlegenden Wendepunkt in der militärhistorischen Forschung. Wie so oft in der Geschichte hat sich das Erscheinungsbild des Krieges über die Epochen hinweg aufgrund immer wiederkehrender Einflüsse stetig gewandelt.
In der folgenden Arbeit wird der Versuch unternommen, die sowohl militärische als auch gesellschaftliche Entwicklung während des Deutsch-Französischen Krieges näher zu beleuchten, um so die Bedeutung dieses Krieges und dessen Einordnung in den Kontext eines sich wandelnden Kriegsbildes zu ergründen. Im Mittelpunkt dieser Untersuchung steht die Frage, welche Form der kriegerischen Auseinandersetzung der Deutsch-Französische Krieg vertritt, welche Parallelen er mit vorweg gegangenen Konflikten gemein hat, welche spezifischen Veränderungen sich ergeben haben und welche Signale er für spätere Konflikte vermittelt hat.
Um diesen Fragestellungen nachgehen zu können, ist es zunächst erforderlich, sich die Zeit und die Entwicklungen vorab des Deutsch-Französischen Krieges und den darin mit inbegriffenen Wandlungsprozess des damaligen Kriegsbildes anzuschauen, um ein Verständnis für die Vorstellungen zur Kriegführung jener Tage oder aber zur Auffassung des Krieges als Ganzes zu erhalten. Wichtig wird es hierbei sein, zu zeigen, welche Wechselwirkungen zwischen Militär und Gesellschaft bzw. Militär und Technik vorherrschten.
Im Anschluss erfolgt eine Betrachtung des Kriegsverlaufs und der Entwicklung des Kampfes in den Jahren 1870 bis 1871, als auch eine kurze Untersuchung zur zeitgenössischen Wahrnehmung des Konfliktes. Dabei soll auch auf die Frage näher eingegangen werden, ob es sich bei den Kampfhandlungen von 1870/71 um einen gehegten Staatenkrieg oder doch um einen industriellen Volkskrieg bzw. einen Nationalkrieg oder gar um einen Vorläufer des totalen Krieges gehandelt hat.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Der Deutsch-Französische Krieg und seine Zeit: Ein Kriegsbild im Wandlungsprozess

2.1 Militärische Bedürfnisse und gesellschaftliche Notwendigkeiten

2.2 Die Rolle des technologischen Fortschritts

2.3 Strategie und Taktik: Wandel des militärischen Operationsverfahrens

3 Der Deutsch-Französische Krieg und dessen Einordnung

3.1 Vom gehegten Staatenkrieg zum Bürgerkrieg

3.2 Der „imaginierte Volkskrieg“: Wahrheit und Wahrnehmung

4 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die militärische und gesellschaftliche Entwicklung während des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71, um dessen Bedeutung und Einordnung in den Kontext eines sich wandelnden Kriegsbildes im ausgehenden 19. Jahrhundert zu bestimmen.

  • Wechselwirkungen zwischen Militär, Gesellschaft und technologischem Fortschritt.
  • Die Transformation von militärischen Organisationsstrukturen und Führungsprinzipien.
  • Der Wandel der Kriegsführung durch Industrialisierung und neue Waffentechnologien.
  • Die Diskrepanz zwischen der realen Kriegspraxis und der zeitgenössischen Wahrnehmung des Konflikts.
  • Die Einordnung des Krieges als Übergangsform zwischen Staatenkrieg und industriellem Volkskrieg.

Auszug aus dem Buch

3.1 Vom gehegten Staatenkrieg zum Bürgerkrieg

Das Ziel der sowohl deutschen als auch französischen Militärführung war es, einen gehegten Staatenkrieg mit einer schnellen Entscheidung bzw. Entscheidungsschlacht zu führen. Demnach sollten die gesellschaftlichen Ressourcen nicht über ein nötiges Maß hinaus strapaziert und die eigene Bevölkerung nur begrenzt mobilisiert werden. Gemäß der Maxime von Clausewitz war es also das Ziel, durch die rasche Zerschlagung des feindlichen Heeres den Willen des Gegners zur Aufrechterhaltung der Kampfhandlungen zu brechen. Obwohl damit die Führung eines Volkskrieges ausgeschlossen wurde, blieb die Ausnutzung dessen Potentials, nämlich die Mobilisierung der gesellschaftlichen Kräfte, fester Bestandteil in der Kriegsplanung beider Seiten. Hierbei sollte die Energie des Volkskrieges in begrenztem Maße freigesetzt bzw. ausgenutzt werden, ohne jedoch die staatliche Leitung des Krieges zu verlieren. Dieses Konzept des als Staatenkrieg geführten Volkskrieges, der wenn nötig eine ganze Nation mobilisieren sollte, entsprach wiederum den Leitlinien Clausewitz‘, der von einem Nationalkrieg in staatlicher Obhut als modernen Krieg in gezähmter Gewalt spricht.

Letztlich muss bei näherer Betrachtung der Deutsch-Französische Krieg als eine Art Stufenkrieg, der mehrere Kriegstypen ineinander vereint, verstanden werden. Hierbei ist der Verlauf der Kampfhandlungen zwischen 1870 und 1871 in drei Phasen einzuteilen. Die erste Phase beschreibt eine Symbiose von Staaten- und Nationalkrieg, wobei sich ein Bruch zwischen Kriegspraxis und Wahrnehmung ergibt. Obwohl als gehegter Staatenkrieg zwischen zwei regulären Armeen geführt, wurde der Konflikt als Nationalkrieg propagiert und letztlich auch von einer breiten Masse als solcher wahrgenommen, worauf an späterer Stelle noch einmal Bezug genommen wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung des Deutsch-Französischen Krieges als militärhistorischen Wendepunkt ein und formuliert die Untersuchungsfrage nach der Form der kriegerischen Auseinandersetzung.

2 Der Deutsch-Französische Krieg und seine Zeit: Ein Kriegsbild im Wandlungsprozess: Dieses Kapitel analysiert die technologischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen, insbesondere die preußische Heeresreform, die den Wandel vom Berufsheer zum Wehrpflichtheer prägten.

2.1 Militärische Bedürfnisse und gesellschaftliche Notwendigkeiten: Es wird die Reorganisation der preußischen Armee im Kontext der Bevölkerungsentwicklung und der Notwendigkeit eines schlagkräftigen Heeres zur Wiedererlangung der Großmachtstellung erläutert.

2.2 Die Rolle des technologischen Fortschritts: Die Untersuchung befasst sich mit dem Einfluss von industriellen Fortschritten in der Waffen-, Kommunikations- und Transporttechnik auf die strategische Planung und das Kriegsbild.

2.3 Strategie und Taktik: Wandel des militärischen Operationsverfahrens: Der Fokus liegt auf der Professionalisierung des Führungspersonals und der notwendigen Anpassung der Taktik an moderne Waffensysteme sowie an die operative Führung großer Truppenmassen.

3 Der Deutsch-Französische Krieg und dessen Einordnung: Das Kapitel beurteilt den Konflikt anhand seines Verlaufs in verschiedenen Phasen und der damit verbundenen Entwicklung von Strategie und politischer Instrumentalisierung.

3.1 Vom gehegten Staatenkrieg zum Bürgerkrieg: Es wird die Transformation vom geplanten begrenzten Staatenkrieg hin zur Eskalation und dem Einbezug der Zivilbevölkerung bis hin zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen analysiert.

3.2 Der „imaginierte Volkskrieg“: Wahrheit und Wahrnehmung: Dieses Kapitel diskutiert den Bruch zwischen der realen Kriegführung und der nationalen Aufladung des Konflikts in der zeitgenössischen Wahrnehmung.

4 Schlussbetrachtung: Die Zusammenfassung ordnet den Krieg als hybride Kriegsform ein, die zwar als Übergang zum industriellen Volkskrieg dient, aber die Dimensionen des totalen Krieges noch nicht erreichte.

Schlüsselwörter

Deutsch-Französischer Krieg, 1870/71, Staatenkrieg, Volkskrieg, Nationalkrieg, Industrielle Revolution, Moltke, Wehrpflichtheer, Militärgeschichte, Clausewitz, Generalstab, Technisierung, Kriegsbild, Mobilisierung, Strategie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und untersucht, wie sich dieses Ereignis als militärhistorischer Wendepunkt in ein sich wandelndes Kriegsbild einordnen lässt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkungen zwischen militärischen Strukturen, technologischem Fortschritt durch die industrielle Revolution und gesellschaftlichen Wandlungsprozessen im 19. Jahrhundert.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es zu ergründen, welche Form der kriegerischen Auseinandersetzung der Deutsch-Französische Krieg darstellt und inwieweit er Merkmale des gehegten Staatenkriegs mit denen eines industriellen Volkskriegs verbindet.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es erfolgt eine Literaturanalyse, welche militärhistorische Entwicklungen, zeitgenössische Strategien und die gesellschaftliche Wahrnehmung des Krieges kritisch beleuchtet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die preußischen Heeresreformen, den Einfluss von Technik und Eisenbahn auf die Kriegführung sowie die verschiedenen Phasen des Krieges unter Berücksichtigung des Wandels von Taktik und Strategie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind Staatenkrieg, Volkskrieg, Professionalisierung, industrielle Revolution, Generalstab und das Wirken von Helmuth von Moltke.

Welche Rolle spielt die Eisenbahn für die Argumentation des Autors?

Der Autor führt die Eisenbahn als ein zentrales Element der technologischen Revolution an, da sie die rasche Mobilisierung und Versorgung großer Armeemassen ermöglichte und somit die strategische Planung maßgeblich veränderte.

Warum wird der Krieg von 1870/71 als "hybride Kriegsform" bezeichnet?

Er wird als hybrid bezeichnet, da er einerseits noch Strukturen des klassischen Staatenkriegs aufwies, andererseits durch die Einbeziehung der Zivilbevölkerung und industrielle Aspekte bereits in Richtung eines Volkskrieges wies.

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Résumé des informations

Titre
Zwischen gehegtem Staatenkrieg und industriellem Volkskrieg. Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71
Université
University of Potsdam
Note
2,3
Auteur
Thomas Hallmann (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
24
N° de catalogue
V279038
ISBN (ebook)
9783656724582
ISBN (Livre)
9783656724537
Langue
allemand
mots-clé
zwischen staatenkrieg volkskrieg deutsch-französische krieg
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Thomas Hallmann (Auteur), 2010, Zwischen gehegtem Staatenkrieg und industriellem Volkskrieg. Der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279038
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Extrait de  24  pages
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