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Die Inszenierung von Schrift in Reinhard Jirgls Roman »Die Unvollendeten«

Título: Die Inszenierung von Schrift in Reinhard Jirgls Roman »Die Unvollendeten«

Ensayo , 2012 , 5 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Kristin Maria Steenbock (Autor)

Literatura - Literatura moderna
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Inhaltsverzeichnis

1) Die Performativität von nicht verkörperten Texten

2) Analyse der Abweichungen in der Schrift

3) Fazit zur Wirkung des Schriftbildes

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die spezifische Verwendung typographischer und orthographischer Abweichungen in Reinhard Jirgls Roman »Die Unvollendeten« und analysiert, inwiefern diese Eingriffe in das Schriftbild als sinnstiftende, mimetische oder poetologische Gestaltungsmittel fungieren, um den Lesefluss gezielt zu irritieren und den Inhalt zu verstärken.

  • Strukturelle Performativität und die Materialität von Schrift
  • Mimetische Funktionen von Kontraktionen und Normabweichungen
  • Die Korrelation zwischen Schriftbild und thematischer Unmenschlichkeit
  • Phonetische Verschiebungen und semantische Polysemie
  • Die poetologische Notwendigkeit von Lesehindernissen

Auszug aus dem Buch

Die Inszenierung von Schrift in Reinhard Jirgls Roman »Die Unvollendeten«

Die Performativität von nicht verkörperten Texten, also Texten, die in gedruckter Form vorliegen, wird seit dem Auftreten der Sprechakttheorie in den siebziger Jahren diskutiert. Während John Austin Literatur noch jedweden Handlungscharakter im Sinne eines Sprechaktes abspricht, hielt v. a. Jacques Derrida dagegen, dass Texte immer etwas zu erzeugen vermögen, was sie selbst nicht sind. Die Performativität, insbesondere literarischer Texte, wurde daraufhin insbesondere von Wolfgang Iser unter dem »Akt des Lesens« verhandelt. Im Sonderforschungsbereich »Kulturen des Performativen« wurde schließlich die Unterscheidung von struktureller und funktionaler Performativität literarischer Texte eingeführt. »Strukturelle Performativität [...] lenkt die Aufmerksamkeit auf die Ebene des discours des Erzählens, also die Vermittlungsebene zwischen Text und Leser [...]. Der Aspekt der funktionalen Performativität hingegen verschiebt den Akzent von der Machart des Textes auf seine kulturelle Wirkmächtigkeit.«

Zu der strukturellen Performativität eines Textes zählt also alles, was den Fokus auf die Gemachtheit des Textes lenkt. Darunter fallen poetische Techniken, der Ausdruck und die Form des Textes. Inwieweit jedoch auch typographische Eigenheiten und Orthographie zur strukturellen Performativität gehören, bleibt hier ein Desiderat.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Die Performativität von nicht verkörperten Texten: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen der Performativität von Texten ein und unterscheidet zwischen struktureller und funktionaler Wirkung auf den Leser.

2) Analyse der Abweichungen in der Schrift: Hier werden konkrete Beispiele aus dem Roman, wie Et-Zeichen, Kontraktionen und Zahlengebrauch, untersucht, um ihre mimetische und sinnstiftende Funktion zu belegen.

3) Fazit zur Wirkung des Schriftbildes: Das abschließende Kapitel reflektiert darüber, ob die bewusste Erschwerung des Leseflusses durch Jirgls Schreibweise in einem ausgewogenen Verhältnis zum erzeugten Sinngehalt steht.

Schlüsselwörter

Reinhard Jirgl, Die Unvollendeten, Performativität, Typographie, Orthographie, Mimetik, Romananalyse, Schriftbild, Sprachgestaltung, Normabweichung, Kontraktion, Poetologie, Literaturwissenschaft, Materialität, Erzähltechnik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Reinhard Jirgl in seinem Roman »Die Unvollendeten« durch gezielte Abweichungen in der Schriftsprache (Orthographie und Typographie) eine spezifische Inszenierung des Textes erreicht.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die strukturelle Performativität von Texten, das Verhältnis zwischen Schriftbild und inhaltlicher Thematik sowie die Frage nach der Funktion von Lesehindernissen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Jirgls eigenwillige Verwendung von Schrift kein Selbstzweck ist, sondern dazu dient, den Inhalt zu verstärken und den Leser zu einer reflexiven Lektüre zu zwingen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die auf der Theorie der Performativität basiert und das Textmaterial auf typographische und syntaktische Besonderheiten hin befragt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Beispiele wie den Einsatz von Et-Zeichen, die Verwendung von Zahlen anstelle von Wörtern und die Bildung von Neukomposita, um deren mimetische Wirkung aufzuzeigen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Performativität, Mimetik, Typographie, Normabweichung und die Poetologie des modernen Romans.

Wie wirkt sich die Schreibweise auf den Leser aus?

Die Schreibweise führt zu einem »Stolpern« beim Lesen, was den Leser dazu zwingt, vom passiven Konsum zum aktiven Nachdenken über das Gelesene überzugehen.

Warum verwendet Jirgl Zahlen oder Kontraktionen?

Diese Mittel dienen dazu, die Unmenschlichkeit und Enge der dargestellten Situationen (etwa bei Transporten oder Befehlen) graphisch abzubilden und die Kälte der Ereignisse zu verdeutlichen.

Final del extracto de 5 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Inszenierung von Schrift in Reinhard Jirgls Roman »Die Unvollendeten«
Universidad
University of Hamburg  (SLM II)
Curso
Nachgeschichte(n) der Shoa und des 2. Weltkrieges. Literatur zwischen Zeugenschaft, Historiographie und Sprachexperiment
Calificación
1,0
Autor
Kristin Maria Steenbock (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
5
No. de catálogo
V279058
ISBN (Ebook)
9783656724568
ISBN (Libro)
9783656724551
Idioma
Alemán
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Kristin Maria Steenbock (Autor), 2012, Die Inszenierung von Schrift in Reinhard Jirgls Roman »Die Unvollendeten«, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279058
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