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Unvollständige Arbeitsverträge

Eine Analyse unter Berücksichtigung von Kontrolle, Gehaltsdelegation und Nachverhandlung

Titre: Unvollständige Arbeitsverträge

Thèse de Master , 2014 , 44 Pages

Autor:in: Marcus Kreysch (Auteur)

Gestion des ressources humaines - Divers
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Résumé Extrait Résumé des informations

Durch die stetigen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt sind Arbeitgeber jederzeit gefordert, sich immer neue Anreizarten zu überlegen. Diese sollen neue Fachkräfte dahingehend verleiten sich bei ihren Unternehmen zu bewerben, um schlussendlich dort zu arbeiten. Daher ist es notwendig verschiedenste Möglichkeiten zur Gestaltung von Arbeitsverträgen zu erläutern und zu analysieren, sodass die positive wie auch negative Gesichtspunkte und Wirkungsweisen von Arbeitsverträgen hervorbringen.

In diesem Sinne soll diese Arbeit dazu beitragen, dass drei überaus wichtige Möglichkeiten (Kontrolle, Delegation und Neuverhandlung) zur Verbesserung des Nutzenniveaus des Arbeitgebers als auch des Arbeitnehmers erörtert und diskutiert werden. Hierfür soll zu Beginn dieser Arbeit ausführlich auf die Prinzipal-Agenten-Theorie eingegangen werden, welche den Grundstein für die spätere Analyse liefern soll. Auch Anreizsysteme spielen bei der Analyse von unvollständigen Arbeitsverträgen eine entscheidende Rolle und sollen daher ebenfalls Teil dieser Arbeit darstellen. Hierzu werden, ebenfalls im Basisteil, leistungsbezogene Anreizsysteme definiert und anschließend die Unterscheidung zwischen vollständigen und unvollständigen (Arbeits-) Verträgen erläutert.

Im darauf folgenden analytischen Teil dieser Arbeit sollen die Kernaspekte Kontrolle, Delegation und Neuverhandlung durch verschiedene Experimente darlegen, wie und ob sie dazu geeignet sind, das Nutzenniveau des Agenten als auch des Prinzipals nachhaltig positiv zu beeinflussen. Das heißt, gelingt es einem Arbeitgeber beispielsweise durch die Ausübung von Kontrolle einen höheren Output oder eine höhere Effizienz der Arbeitnehmer zu erreichen oder fördern Kontrollmechanismen gegenteilige Reaktionen? Die Ergebnisse werden offen legen, dass durchaus beide Reaktionen zu beobachten sind. Darüber hinaus lassen sich durch die Experimente von Charness et al. (2012) durchaus positive Reaktionen durch die Delegation der Gehaltsentscheidung erwarten. Da Neuverhandlungen ein wichtiger Bestandteil von unvollständigen Arbeitsverträgen sind, ist es sinnvoll, dass der Unterschied zwischen vollständigen und unvollständigen (Arbeits-) Verträgen im Bezug auf Neuverhandlungen näher beleuchtet wird. Man wird feststellen, dass die Unterschiede zwischen den Vertragsarten nicht allzu groß sein werden, dass aber die sonstigen Umweltzustände eine entscheidende Rolle übernehmen werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgangsproblematik: Die Prinzipal - Agenten - Theorie

2.1 Trennung zwischen Eigentum und Kontrolle

2.2 Informationsasymmetrien

2.3 Kosten und Beispiel eines Prinzipal-Agenten-Verhältnisses

3. Anreizsysteme und unvollständige Arbeitsverträge

3.1 Leistungsbezogene Anreizsysteme

3.1.1 Explizite Anreizsysteme

3.1.2 Implizite Anreizsysteme

3.2 Unvollständige Arbeitsverträge

3.2.1 Vollständige und unvollständige Verträge

4. Analyse von unvollständigen Arbeitsverträgen

4.1 Ausübung von Kontrolle

4.1.1 Aufbau der Experimente von Falk & Kosfeld (2006)

4.1.2 Ergebnisse der Experimente von Falk & Kosfeld (2006)

4.1.3 Aufbau der Experimente von Pascual-Ezema et al. (2013)

4.1.4 Ergebnisse der Experimente von Pascual-Ezema et al. (2013)

4.1.5 Zusammenfassendes Ergebnis

4.2 Die Möglichkeit der Delegation

4.2.1 Aufbau der Experimente von Charness et al. (2012)

4.2.2 Ergebnisse der Experimente von Charness et al. (2012)

4.2.3 Zusammenfassendes Ergebnis

4.3 Neuverhandlung von unvollständigen Arbeitsverträgen

4.3.1 Aufbau der Experimente von Fehr et al. (2014)

4.3.2 Ergebnisse der Experimente von Fehr et al. (2014)

4.3.3 Zusammenfassendes Ergebnis

5. Diskussion

5.1 Interpretation und praktische Relevanz von Kontrolle

5.2 Interpretation und praktische Relevanz von Delegation

5.3 Interpretation und praktische Relevanz von Neuverhandlung

5.4 Zusammenfassende Diskussion

6. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Möglichkeiten zur Gestaltung unvollständiger Arbeitsverträge und deren Einfluss auf das Nutzenniveau von Prinzipalen (Arbeitgebern) und Agenten (Arbeitnehmern). Das zentrale Ziel ist es zu analysieren, ob und wie Instrumente wie Kontrolle, Delegation und Neuverhandlung das betriebliche Ergebnis und die Zufriedenheit beider Parteien positiv beeinflussen können.

  • Analyse der Prinzipal-Agenten-Theorie als theoretisches Fundament.
  • Untersuchung der Effekte expliziter und impliziter Anreizsysteme.
  • Evaluierung von Kontrollmechanismen und deren "versteckten Kosten".
  • Analyse der Gehaltsdelegation als Instrument zur Leistungssteigerung.
  • Untersuchung der Bedeutung von Neuverhandlungen in unvollständigen Verträgen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Trennung zwischen Eigentum und Kontrolle

Der wichtigste Baustein der Prinzipal-Agenten-Theorie ist die grundlegende Trennung zwischen Eigentum und Kontrolle, wie wir sie beispielsweise in so gut wie allen Großkonzernen weltweit sowie vielen Mittelstandsbetrieben wiederfinden. Bei diesem Konzept bzw. dieser Theorie geht man davon aus, dass der Eigentümer, im Folgenden auch Prinzipal genannt, Kontrollrechte und Befugnismacht an einen oder mehrere Manager, im Folgenden auch Agent(en) genannt, abgibt. Die wichtige Frage, die sich ein Eigentümer/Prinzipal hier stellen sollte, ist: Ist es für mich von Vorteil, d.h. steigt mein Nutzenniveau, wenn ich Kontrollrechte an einen bzw. mehrere Agenten abtrete, oder entstehen mir mehr Vorteile, wenn ich die alleinigen Kontrollrechte an meinem Unternehmen innehabe?

Entwickelt man diese Frage auf einer höheren Unternehmensebene, bedeutet dies folgendes: Entsteht dem Prinzipal durch die Abgabe von Kontrollrechten und Befugnismacht ein höherer Nutzen bzw. entsteht ein höherer Unternehmenswert oder ist dies nicht der Fall? Denn wieso sollte der Prinzipal das Risiko des Kontrollverlustes erst eingehen, wenn ihm durch die Abgabe von Kontrolle kein zusätzlicher Nutzen entsteht?

Eugene Fama stellt ebenfalls klar, dass die Trennung zwischen Eigentum und Kontrolle eine effektive Form eines wirtschaftlich handelnden und orientierten Unternehmens darstellt. Management und Risikoträger (Eigentümer) werden von ihm als völlig getrennte Faktoren behandelt, wobei die Arbeitsverträge als wichtigstes Bindeglied fungieren, da erst durch diese Verbindung ein Unternehmen entsteht. Die Aufgabe des Managements, also der Agenten, soll sein, das Überleben des Unternehmens sicherzustellen. Jedoch tragen die Agenten keinerlei größeres Verlustrisiko.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz von Anreizstrukturen bei unvollständigen Arbeitsverträgen und definiert das Forschungsziel der Arbeit.

2. Ausgangsproblematik: Die Prinzipal - Agenten - Theorie: Das Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen ein, insbesondere die Trennung von Eigentum und Kontrolle sowie das Problem der Informationsasymmetrien.

3. Anreizsysteme und unvollständige Arbeitsverträge: Hier werden leistungsbezogene Anreize (explizit und implizit) definiert und die ökonomische Unterscheidung zwischen vollständigen und unvollständigen Verträgen vorgenommen.

4. Analyse von unvollständigen Arbeitsverträgen: Dieser Hauptteil analysiert mittels experimenteller Daten die Auswirkungen von Kontrolle, Gehaltsdelegation und Neuverhandlungsoptionen auf das Verhalten von Agenten.

5. Diskussion: Die Ergebnisse der Experimente werden interpretiert und auf ihre praktische Relevanz für Arbeitgeber und Arbeitnehmer im realen wirtschaftlichen Kontext geprüft.

6. Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, verschiedene Anreizmechanismen sinnvoll miteinander zu kombinieren.

Schlüsselwörter

Prinzipal-Agenten-Theorie, unvollständige Arbeitsverträge, Kontrolle, Gehaltsdelegation, Neuverhandlung, Anreizsysteme, Informationsasymmetrie, Arbeitsleistung, Nutzenniveau, ökonomische Experimente, Moral Hazard, Leistungslohn, Humankapital, Arbeitsrecht, Unternehmensführung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen durch verschiedene Strategien – namentlich Kontrolle, Delegation und Neuverhandlung – innerhalb unvollständiger Arbeitsverträge die Leistungen ihrer Mitarbeiter positiv beeinflussen und ihr eigenes Nutzenniveau steigern können.

Welches sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder sind die Prinzipal-Agenten-Theorie, der Einsatz expliziter und impliziter Anreizsysteme sowie die Analyse experimenteller Studien, die das Verhalten von Agenten unter verschiedenen Vertragsbedingungen beleuchten.

Was ist die primäre Forschungsfrage oder das Ziel dieser Arbeit?

Das primäre Ziel ist es zu erörtern, ob Maßnahmen wie Kontrolle oder Delegation geeignet sind, um das Nutzenniveau sowohl des Prinzipals als auch des Agenten nachhaltig zu verbessern und wie diese Instrumente optimal gestaltet werden können.

Welche wissenschaftliche Methodik wird für die Analyse verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf die Auswertung und Interpretation bekannter Laborexperimente aus der verhaltensorientierten Ökonomik (z.B. Falk & Kosfeld 2006, Charness et al. 2012, Fehr et al. 2014), um die theoretischen Hypothesen empirisch zu untermauern.

Welche Aspekte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf drei Kernaspekten: den Vor- und Nachteilen von Kontrolle, dem Nutzen der Gehaltsdelegation für die Mitarbeitermotivation sowie der Rolle von Neuverhandlungsoptionen in starren versus flexiblen Verträgen.

Wie lässt sich der theoretische Rahmen der Arbeit charakterisieren?

Der Rahmen ist durch die Prinzipal-Agenten-Theorie geprägt, ergänzt um Konzepte wie Informationsasymmetrien, Hidden Action, Adverse Selektion und die Problematik unvollständiger Verträge.

Welche spezifischen Erkenntnisse liefert die Arbeit zur Gehaltsdelegation?

Die Arbeit zeigt, dass die Delegation der Gehaltsentscheidung an Agenten oft zu einem höheren Leistungsniveau und einer besseren beiderseitigen Auszahlung führt, da sie ein hohes Maß an Vertrauen signalisiert und die intrinsische Motivation der Mitarbeiter fördert.

Wie bewertet die Arbeit den Einsatz von Kontrolle durch den Prinzipal?

Die Analyse verdeutlicht, dass Kontrolle zwar ein Mindestmaß an Leistung garantieren kann, aber oft sogenannte „versteckte Kosten“ mit sich bringt, da sie bei Agenten Misstrauen und negative Emotionen auslösen kann, was die Gesamteffizienz mindert.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich fixer Mindestlöhne?

Der Autor argumentiert, dass ein starrer, bundesweiter Mindestlohn im Kontext der untersuchten Modelle tendenziell negativ für die Agenten wirken kann, da Prinzipale bei starren Verträgen eher zum gesetzlichen Minimum tendieren, während flexible Verträge Spielräume für höhere leistungsabhängige Löhne bieten.

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Résumé des informations

Titre
Unvollständige Arbeitsverträge
Sous-titre
Eine Analyse unter Berücksichtigung von Kontrolle, Gehaltsdelegation und Nachverhandlung
Université
University of Ulm  (Institut für Wirtschaftswissenschaften)
Auteur
Marcus Kreysch (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
44
N° de catalogue
V279145
ISBN (ebook)
9783656736981
ISBN (Livre)
9783656736967
Langue
allemand
mots-clé
Arbeitsvertrag Arbeitsverträge Kontrolle Delegation Neuverhandlung Prinzipal Agent Anreizsysteme unvollständig unvollständige Arbeitsveträge Gehalt Lohn
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marcus Kreysch (Auteur), 2014, Unvollständige Arbeitsverträge, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279145
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Extrait de  44  pages
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