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Motive und ihre Entstehung

Title: Motive und ihre Entstehung

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 18 Pages , Grade: gut

Autor:in: Ralf Strauss (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Einleitung

Wenn man die Frage nach Motiven stellt, mögen Menschen die unterschiedlichsten Assoziationen parat haben. Der eine denkt an Fotomotive, ein anderer vielleicht an Lokomotive. Für die psychologische Forschung sind indes die Motive des Menschen von besonderem Interesse, die Motive, die das Individuum dazu bringen bzw. es veranlassen etwas bestimmtes zu tun oder auch nicht, also allgemein gesprochen: sich zu verhalten. Auf die Frage, warum sich der Mensch so verhält, wie er sich verhält, bekäme man bei einer Zufallsumfrage ganz unterschiedliche Antworten zu hören. Der Mensch handelt aus Leidenschaft oder Begierde, wären mögliche Antworten, die affektive Erklärungsmöglichkeiten zugrunde legen. Instinkt, Interesse, Neigung, Wille oder Wunsch könnten als andere Antriebe des Menschen vermutet werden. Dies sind jedoch allesamt vorpsychologische Erklärungen, wobei es nicht verwundern kann, wenn Menschen diese Erklärungen vergleichsweise schnell parat haben, denn das Handeln des Menschen ist tagtäglich im Alltag zu beobachten; dabei ist eine ganze Fülle von Auffälligkeiten festzustellen.

♦ Das Handeln des Mensch ist zielgerichtet, auch wenn es sich über einen langen Zeitraum erstreckt, beispielsweise beim Liebeswerben, wo dem Angebeteten unter Umständen über einen langen Zeitraum immer wieder „der Hof gemacht“ wird.

♦ Es ist eine Vielfältigkeit der konkret verfolgten Handlungsziele zu beobachten und zwar sowohl in gleichen wie in ungleichen Situationen. Daraus ergibt sich die Frage, wieweit allgemeine Klassen von Handlungszielen ableitbar sind, was in jedem Fall vom Verallgemeinerungsniveau abhängig ist, denn während Sigmund Freud mit zwei Trieben, nämlich dem Sexual- und dem Todestrieb auskommt, differenzieren andere 18 bis 27 verschiedene Haupttendenzen bzw. Bedürfnisse1.

♦ Das Handeln des Menschen verläuft nicht immer erwartungsgemäß, situationsgemäß oder verständlich, wenn zum Beispiel ein eifriger Feuerwehrmann sich als Pyromane entpuppt und selbst Brände legt oder ein Kind zu lachen anfängt, wenn im Märchen der Wolf die Großmutter frißt.

Wenn vorschnell Versuche zur Erklärung dieser Phänomene vorgenommen werden, besteht die Gefahr eines Zirkelschlusses, so wenn etwa Spielhandlungen von Personen auf den „Spieltrieb“ zurückgeführt werden, „benennt ‚Spieltrieb‘ nur das zu Erklärende.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Versuche der Verhaltenserklärung

2.1. Erster Blick: Eigenschaftspsychologie

2.2. Zweiter Blick: Reiz-Reaktionspsychologie

2.3. Dritter Blick: moderne Motivationspsychologie

3. Motiv

3.1. Motiv vs. Motivation

3.2. Motive: wiederkehrende Anliegen

4. Das Leistungsmotiv

4.1. Voraussetzungen

4.2. Kausalattribuierung als Voraussetzung

4.3. Angeborene Unterschiede

4.4. Leistung und Intelligenz

5. Einflußfaktoren der Motiventwicklung

5.1. Herausforderung der Situation und individuelles Leistungsmotiv.

5.2. Gesellschaftliche Realisierungsmöglichkeiten

5.3. Einfluß des soziokulturellen Lebensraums auf die Motiventwicklung

5.4. Motiv ist nicht Verhalten

5.5. Unerwünschte Entwicklungen des Motivs

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Grundlagen menschlicher Motive und deren Entstehung. Ziel ist es, die Entwicklung insbesondere des Leistungsmotivs unter Berücksichtigung kognitiver, situationaler und soziokultureller Einflussfaktoren zu beleuchten und Möglichkeiten sowie Grenzen der Motivationsförderung aufzuzeigen.

  • Historische und moderne Erklärungsansätze für menschliches Verhalten
  • Differenzierung zwischen dem hypothetischen Konstrukt Motiv und aktueller Motivation
  • Die Bedingungen und Voraussetzungen für die Entstehung des Leistungsmotivs
  • Einfluss von Temperament, Erziehung und gesellschaftlichem Umfeld
  • Strategien zur Modifikation und Entwicklung von Leistungsmotiven

Auszug aus dem Buch

3.2. Motive: wiederkehrende Anliegen

Motive existieren jedoch nicht für jede konkrete Situation, sondern sind „hochgeneralisierte Wertungsdispositionen für einzelne ‚Grundsituationen‘, die letztlich in der menschlichen Existenzweise, in den Notwendigkeiten der Daseinsfristung und Daseinsfürsorge unter den gegebenen Lebensbedingungen begründet sind,“ also wiederkehrende Anliegen.

Beim Säugling, der auf Zuwendung durch die Eltern angewiesen ist, diese von ihnen erhält und mit Anhänglichkeit reagiert, entwickelt sich aufgrund von „Erfahrungen mit einem wiederkehrenden Anliegen wie sozialem Anschluß“ das Anschlußmotiv. Wenn die Eltern ihr Kind vernachlässigen, kann sich bei diesem eine generalisierte Furcht vor Zurückweisung entwickeln, die sein Verhalten bestimmt, wenn später soziales Verhalten von ihm gefordert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die psychologische Fragestellung nach den Motiven menschlichen Verhaltens ein und grenzt vorpsychologische Annahmen von wissenschaftlichen Betrachtungsweisen ab.

2. Versuche der Verhaltenserklärung: Das Kapitel erläutert die Annäherung von Heinz Heckhausen an das menschliche Verhalten über die Eigenschafts-, Reiz-Reaktions- und die moderne Motivationspsychologie.

3. Motiv: Hier wird der Begriff des Motivs als hypothetisches Konstrukt definiert und von dem situationsabhängigen Prozess der Motivation abgegrenzt.

4. Das Leistungsmotiv: Dieses Kapitel analysiert die spezifischen Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit Handlungen als Leistung gewertet werden, sowie die Rolle von Kausalattribuierung und frühkindlicher Erziehung.

5. Einflußfaktoren der Motiventwicklung: Die Autoren untersuchen externe Bedingungen wie situative Herausforderungen, gesellschaftliche Möglichkeiten und soziokulturelle Lebensräume für die Ausprägung von Motiven.

Schlüsselwörter

Motivationspsychologie, Leistungsmotiv, Eigenschaftspsychologie, Kausalattribuierung, Motiventwicklung, Handlungsergebnisse, Verhaltenserklärung, Sozialisation, Persönlichkeitsmerkmale, Anregungsbedingungen, Motivationsförderung, Individuelle Unterschiede, Intelligenzentwicklung, Temperament, Grundsituationen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Analyse von Motiven und deren Entstehungsprozessen, wobei der Fokus insbesondere auf der lern- und leistungsmotivierten Dynamik im menschlichen Verhalten liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die theoretischen Erklärungsmodelle menschlichen Verhaltens, die Definition des Motivbegriffs, die Voraussetzungen des Leistungsmotivs sowie die verschiedenen Einflussfaktoren auf dessen Entwicklung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage dieser Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Motive als überdauernde Persönlichkeitseigenschaften entstehen und wie sie durch verschiedene kognitive und umweltbedingte Faktoren in ihrer Ausprägung beeinflusst werden.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf die Aufarbeitung psychologischer Forschungsliteratur, insbesondere die Theorien von Heinz Heckhausen, und analysiert die Erkenntnisse verschiedener empirischer Studien und Modelle, wie das Risikowahl-Modell von Atkinson.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung theoretischer psychologischer Konzepte, die detaillierte Betrachtung des Leistungsmotivs und die Analyse soziokultureller und situativer Bedingungen, die diese Motive prägen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Leistungsmotiv, Kausalattribuierung, Motivationspsychologie, Motiventwicklung und Persönlichkeitsdispositionen charakterisiert.

Wie unterscheiden sich Motiv und Motivation laut Text?

Ein Motiv ist eine überdauernde, hochgeneralisierte Wertungsdisposition, während Motivation als ein situationsabhängiges, kurzfristiges Geschehen definiert wird, bei dem situative Faktoren und Motivfaktoren wechselwirken.

Was ist die Rolle der Kausalattribuierung für die Leistungsmotivation?

Die Kausalattribuierung ist entscheidend, da sie bestimmt, wie eine Person Erfolg oder Misserfolg bewertet (z. B. als eigene Anstrengung oder mangelnde Fähigkeit), was wiederum die zukünftige Motivation und Zielsetzung maßgeblich beeinflusst.

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Details

Title
Motive und ihre Entstehung
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Schulpsychologie)
Course
Lern- und Leistungsmotivation in der schule
Grade
gut
Author
Ralf Strauss (Author)
Publication Year
2000
Pages
18
Catalog Number
V27920
ISBN (eBook)
9783638298360
Language
German
Tags
Motive Entstehung Lern- Leistungsmotivation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ralf Strauss (Author), 2000, Motive und ihre Entstehung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27920
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