Nach einer kurzen Einleitung der Arbeit erfolgt eine Definition von Gewalt gefolgt von der Darstellung der Mara Salvatrucha und der Migrationsflut in die USA. Anschließend werden Ort und Zeit der Handlung, Erzählperspektive und die Personen des Films "Sin nombre" näher erläutert.
Danach werden die Perspektiven der zentralamerikanischen Bevölkerung anhand ausgewählter Beispiele des Films analisiert. Ebenso werden auf die aus der Lebenssituation folgenden Erkenntnisse der Protagonisten eingegangen. Abschließend erfolgt die Auswertung der vorangegangenen Kapitel.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition Gewalt
3 Mara Salvatrucha
4 Migrationsflut in die USA
5 Sin nombre
5.1 Ort und Zeit der Handlung
5.2 Erzählperspektive
5.3 Personen
5.3.1 Hauptdarsteller
5.3.2 Nebendarsteller
5.4 Perspektiven der Bevölkerung von Zentralamerika
5.4.1 Mara Salvatrucha
5.4.2 Migration
5.4.3 Erkenntnisse der Protagonisten
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gewalt- und Migrationsproblematik anhand des Dramas und Roadmovies Sin nombre von Cary Fukunaga (2009). Ziel ist es, die filmische Darstellung der kriminellen Vereinigung Mara Salvatrucha sowie die Fluchtbewegungen aus Zentralamerika in die USA zu analysieren und deren Übereinstimmung mit realen gesellschaftlichen Tatsachen zu prüfen.
- Strukturelle und physische Gewaltformen in Zentralamerika
- Historische Entwicklung und Organisationsstruktur der Mara Salvatrucha (MS 13)
- Ursachen und Mechanismen der Migrationsflut in die USA
- Reale Lebensbedingungen von Migranten auf der Flucht
- Filmische Fiktion im Vergleich zur soziologischen Realität
Auszug aus dem Buch
5.4.1 Mara Salvatrucha
Fukunaga versuchte in Sin nombre möglichst viele Charakteristika der MS 13 in den Film mit einzubauen und diese realistisch darzustellen, um dem Zuschauer die Geschichte glaubhaft zu machen. Daher ist gleich zu Beginn des Films El Casper zu sehen, der sich ein Gemälde anschaut. Beim Aufstehen wird sofort ersichtlich, dass er der Mara Salvatrucha angehört, denn er besitzt die Buchstaben MS auf seinem Rücken. Des Weiteren wird besonderes Augenmerk auf eine tätowierte Träne an seinem rechten Auge gelegt, die signalisieren soll, dass eine ihm nahestehende Person von Rivalen ermordet worden ist (vgl. Benini 2011, [Online]). Darüber hinaus werden die Worte Perdoname Madre mia an seinem Hals deutlich gezeigt. Diese Motive der Tätowierungen sind bei den Mitgliedern der Gang sehr verbreitet. Ebenso beliebt sind Tätowierungen im Gesicht, wie die des Anführers Lil‘ Mago.
Die Tattoos sind jedoch nicht das einzige Markenzeichen der Mara Salvatrucha, denn zu ihren Einnahmequellen gehört beispielsweise das Eintreiben von Schutzgeld. Dies spiegelt sich ebenfalls zu Beginn des Films wieder, indem El Casper Geld von einem Busfahrer und einem Geschäft eintreibt. Im späteren Verlauf werden Lil‘ Mago, Casper und Smiley noch die Migranten auf dem Zug La Bestia ausrauben, um sich etwas dazu zu verdienen. Bevor Smiley jedoch ein vollwertiges Mitglied der Gang wird, muss er das Aufnahmeritual über sich ergehen lassen. Ein Teil des Rituals besteht darin, wie auch in der Realität, sich von mehreren Gangmitgliedern, unter anderem auch von Casper, dreizehn Sekunden verprügeln zu lassen. Bei der Sekundenanzahl ist jedoch nicht die reelle Zeit gemeint, sondern das beliebige Zählen bis dreizehn. Nachdem er dies über sich ergehen lassen hat, sagte er zwar nichts, lachte aber, was ihm noch einmal Respekt einzubringen schien.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der kriminellen Vereinigung Mara Salvatrucha und die daraus resultierenden Migrationsbewegungen ein und definiert das Ziel der wissenschaftlichen Analyse.
2 Definition Gewalt: Es werden verschiedene Gewaltbegriffe sowie Unterkategorien physischer Gewalt (lozierend, raptiv, autotelisch) erläutert, um ein theoretisches Fundament für die weitere Untersuchung zu schaffen.
3 Mara Salvatrucha: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte, die hierarchische Struktur sowie das Aufnahmeritual und die Rekrutierungspraktiken der Gang MS 13.
4 Migrationsflut in die USA: Es wird die Ursachenkette der Massenabwanderung aus zentralamerikanischen Staaten analysiert, wobei besonders die Rolle von Bürgerkriegen und Armut beleuchtet wird.
5 Sin nombre: In diesem Hauptteil erfolgt die detaillierte Charakterisierung der Filmhandlung, der Protagonisten und ein Vergleich zwischen den im Film gezeigten Ereignissen und den realen Bedingungen.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, in der die filmische Darstellung der Problematik kritisch reflektiert und in den Kontext globaler struktureller Gewalt eingeordnet wird.
Schlüsselwörter
Mara Salvatrucha, MS 13, Sin nombre, illegale Migration, Zentralamerika, physische Gewalt, strukturelle Gewalt, Bürgerkrieg, La Bestia, Gang-Kriminalität, Aufnahmeritual, El Salvador, Flüchtlinge, Filmwissenschaft, Soziologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen der kriminellen Vereinigung Mara Salvatrucha und der illegalen Migration von Zentralamerika in die USA, analysiert anhand des Spielfilms Sin nombre.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Definition von Gewaltformen, die interne Organisation der MS 13 sowie die gefährlichen Migrationsrouten und Lebensumstände von Flüchtlingen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie realistisch der Film Sin nombre die reale Gewalt- und Migrationsproblematik abbildet und inwieweit er als Einstieg in diese soziologische Thematik dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analysierende Herangehensweise, wobei sie filmische Szenen mit soziologischer Literatur und aktuellen Berichten zur Situation in Mittelamerika vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl der theoretische Gewaltbegriff und die Gangstruktur der MS 13 definiert als auch die filmischen Handlungsstränge von Sayra und Casper im Detail charakterisiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Mara Salvatrucha, illegale Migration, strukturelle Gewalt, MS 13, La Bestia und die kritische Auseinandersetzung mit filmischer Fiktion.
Wie zeichnet sich die Organisation Mara Salvatrucha im Film aus?
Die Gang wird als hochgradig hierarchisch, gewalttätig und durch spezifische Aufnahmerituale sowie Tätowierungen gekennzeichnet dargestellt, wobei die absolute Loyalität zur Gruppe gefordert wird.
Welche zentrale Erkenntnis zieht das Fazit aus dem Filmvergleich?
Das Fazit hält fest, dass der Film zwar realistische Züge der Gewaltgemeinschaften und der Migrationsnot aufweist, letztlich aber ein fiktionales Werk bleibt, das komplexe Hintergründe der Fluchtgründe teils vereinfacht.
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- Franziska Janke (Autor), 2014, Darstellung der Mara Salvatrucha und Migration in die USA in Cary Fukunagas Film „Sin nombre“, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279217