Business Continuity Management (BCM) ist ein ganzheitlicher Managementprozess, welcher durch Planung präventiver Maßnahmen, gezielte Vorbereitung eines Notfall- und Krisenmanagements sowie unverzüglicher Wiederherstellung unterbrochener Prozesse die Stabilität einer Organisation in Notlagen gewährleisten und eine Unterbrechung des Geschäftsbetriebs trotz widriger Umstände vermeiden soll. Dabei muss ein Unternehmen auf verschiedene, mögliche Szenarien vorbereitet sein.
Die vorliegende Arbeit führt zunächst die Pandemie als Risiko ein und beschreibt die Wege ihrer Entstehung als Grundlage für internationale Einteilungen zur Einstufung der jeweiligen Gefährdung. Das Kapitel endet mit den aktuellen Annahmen zur Szenario-Entwicklung einer Pandemie in der Gegenwart.
Im anschließenden Kapitel wird ein „idealtypischer BCM-Planungsprozess“ ohne Beschränkung auf eine bestimmte Branche an allgemein gültigen Modellen konkretisiert. Besonderheiten, die im Bezug auf die im vorigen Kapitel gezeigten Annahmen als notwendig erscheinen, werden dabei entsprechend erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Pandemien
2.1 Zur Entstehung von Pandemien
2.2 Annahmen eines möglichen Pandemieszenarios
3 BCM in den verschiedenen Stadien einer Pandemie
3.1 Temporale Betrachtung
3.2 Präpandemische Phase
3.2.1 Analyse
3.2.1.1 Identifikation von kritischen Prozessen, Modulen und Bedrohungen
3.2.1.2 Demand Impact Analysis
3.2.2 Design
3.2.2.1 Maßnahmen zur Sicherung der Module
3.2.2.2 Krisenbedingte Initiativen
3.2.3 Implementierung
3.3 Pandemiephase
3.3.1 Phase 5 – Aktivierung
3.3.2 Phase 6 – Akute Krisensituation
3.4 Postpandemische Phase
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen und notwendigen Anpassungen des Business Continuity Managements (BCM) in einem globalen Pandemieszenario. Im Fokus steht dabei die Entwicklung einer Strategie, die sowohl präventive Maßnahmen als auch eine effektive Krisenreaktion in den verschiedenen Stadien einer Pandemie umfasst, um die betriebliche Stabilität trotz hoher Personalausfälle und gestörter Lieferketten zu sichern.
- Analyse der pandemiebedingten Risiken und ihrer Auswirkung auf Unternehmen
- Methoden zur Identifikation kritischer Prozesse und Ressourcen
- Anpassung der Wertschöpfungsketten und des Supply-Chain-Managements
- Herausforderungen der Personalplanung bei extremen Abwesenheitsquoten
- Krisenkommunikation und Aufrechterhaltung der Betriebsbereitschaft
Auszug aus dem Buch
3.2.1.1 Identifikation von kritischen Prozessen, Modulen u. Bedrohungen
Unternehmen unterscheiden sich je nach Branche und Art der angebotenen Produkte und Dienstleistungen meist grundlegend. Selbst konkurrierende Unternehmen, die eine nahezu identische Produktpalette anbieten, sind nicht in gleicher Form aufgebaut und weisen in der Folge unterschiedliche Prozesse und Wertschöpfungsketten auf. Eine uniforme Darstellung der Organisations- und Prozessanalyse ist also prinzipiell nicht realisierbar. Michael Porter geht jedoch in seinem Modell zur „Value chain“ davon aus, dass es in jeder Branche fünf Kategorien primärer Aktivitäten und vier Kategorien sekundärer, unterstützender Aktivitäten gibt, die sich in Abhängigkeit von ihrer Branche und Unternehmensstrategie jeweils noch weiter unterteilen lassen.
Die primären Aktivitäten sind die direkt auf den Kunden ausgerichteten Prozesse der Wertkette. Der Ausfall eines Teils des Produktionsprozesses, welcher bei Porter mit den Kategorien „Inbound Logistics“, „Operations“ und „Outbound Logistics“ bezeichnet wird, führt in jedem Unternehmen unweigerlich rasch zu hohem Schaden, weshalb diese Prozesse als „kritisch“ einzuordnen sind.
In der Kategorie „Marketing and Sales“ müssen die Prozesse differenziert werden in solche, die direkt am Absatz beteiligt sind, wie Verkaufsförderung und Außendienst, und solche, die aufgrund ihrer strategischen Ausrichtung über einen längeren Zeitraum zur Wertschöpfung beitragen, wie beispielsweise die Marktforschung. Während der Absatz als betriebswirtschaftliche Kernfunktion zwingend als kritisch anzusehen ist, können andere Marketingprozesse aufgrund ihrer strategischen Ausrichtung für gewisse Zeiträume ausgesetzt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Business Continuity Managements als ganzheitlicher Managementprozess zur Sicherung der Betriebsstabilität bei Notfällen ein.
2 Pandemien: Das Kapitel definiert den Begriff der Pandemie, erklärt deren Entstehung und diskutiert Annahmen für ein realistisches Pandemieszenario in der heutigen Zeit.
3 BCM in den verschiedenen Stadien einer Pandemie: Dies ist das Hauptkapitel, das den idealtypischen Planungsprozess des BCM in präpandemische, pandemische und postpandemische Phasen unterteilt und operative Maßnahmen erläutert.
4 Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur): Dieses Verzeichnis listet sämtliche verwendeten nicht-elektronischen und elektronischen Quellen auf.
Schlüsselwörter
Business Continuity Management, Pandemie, Notfallplanung, Krisenmanagement, Lieferketten, Wertschöpfungskette, Prozessanalyse, Personalwirtschaft, Krisenkommunikation, Risikomanagement, Demand Impact Analysis, Prävention, Notbetrieb, Betriebsstabilität, Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die konzeptionelle Ausrichtung und Anpassung des Business Continuity Managements spezifisch für das Risiko einer globalen Pandemie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit konzentriert sich auf die Identifikation kritischer Unternehmensprozesse, das Management von Lieferketten, die Absicherung von Personalressourcen sowie die strategische Krisenplanung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, ein Modell für einen BCM-Planungsprozess zu entwickeln, der Unternehmen befähigt, die Auswirkungen einer Pandemie in ihren verschiedenen Stadien zu beherrschen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch existierende BCM-Modelle und ergänzt diese durch eine spezifische Analyse für Pandemieszenarien unter Einbeziehung von Modellen wie der Wertkette nach Porter.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert den BCM-Prozess in die Phasen der Analyse, des Designs und der Implementierung und geht detailliert auf die Maßnahmen für Krisensituationen ein.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Business Continuity Management, Pandemie, Risikomanagement, Lieferketten und Krisenkommunikation.
Warum spielt die Unterscheidung von objektbezogener und dispositiver Arbeit eine Rolle?
Diese Unterscheidung hilft bei der Personalplanung, da dispositive Arbeitsplätze flexibler auf Home-Office umgestellt werden können, während objektbezogene Arbeit oft an physische Standorte gebunden bleibt.
Was ist das Ziel der "Demand Impact Analysis" (DIA)?
Die DIA soll untersuchen, wie sich die Nachfrage nach Produkten oder Dienstleistungen in einer Pandemie verändert, um die Notbetriebs-Strategien entsprechend anzupassen.
Warum ist ein "Split-Team-Approach" für Unternehmen wichtig?
Er dient dazu, das Risiko einer vollständigen Ansteckung einer ganzen Abteilung zu mindern, indem Teams räumlich getrennt und rotierend eingesetzt werden.
- Citation du texte
- MBA Jan-Hendrik Boerse (Auteur), 2007, Business Continuity Management in den Stadien einer Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279236