Nancy Frasers Gedankenexperiment. Die Gleichheit der Geschlechter und des Wohlfahrtsystems


Hausarbeit, 2010
10 Seiten, Note: 2,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Themenauswahl:

1. Einleitung
1.1 Relevanz:
1.2 Fragestellung:
1.3 Vorgehen:

2. Hauptteil
2.1 Die Gleichheit der Geschlechter - Eine komplexe Vorstellung
2.2 Das Modell der allgemeinen Erwerbstätigkeit
2.3 Das Modell der Gleichstellung der Betreuungsarbeit..
2.4 Das Modell der universellen Betreuungsarbeit

3. Schluss

4. Literaturverzeichnis:

Themenauswahl:

Nancy Fraser

Die Gleichheit der Geschlechter und des Wohlfahrtssystem: Ein postindustrielles Gedankenexperiment

Zur Person Nancy Fraser:

Nancy Fraser ist eine amerikanische Politikwissenschaftlerin und eine der

bekanntesten US-amerikanischen Feministinnen . Sie setzt sich aktiv für die

Frauenbewegung ein und entwickelt transnationale feministische Theorien die hohes Ansehen haben.

1. Einleitung

1.1 Relevanz:

Die Relevanz dieses Problems mit der praktischen und auch aktuellen Politik ist ganz erheblich. Die Gleichheit der Geschlechter ist ein wichtiger Bestandteil der heutigen Arbeitswelt. Fraser beschreibt dieses wichtige und auch aktuelle Problematik sehr gut und geht auch auf die damalige industrielle Ära des Kapitalismus ein. Diese Arbeitsansichten und Lebenseinstellungen haben sich bis zur heutigen Zivilisation deutlich verändert. Heute muss sich die Politik und die Ökonomie auf die Gleichheit der Geschlechter im Arbeits- und Familienleben einstellen und attraktive Einkommensvarianten und Förderprogramme sowie staatliche Einrichtungen schaffen. Auch das „staatliche Sicherungspaket“ muss sich den veränderten Gegebenheiten immer wieder anpassen. Beste Beispiele aus Deutschland sind z.B. die Riester-Rente oder die Elternzeit für Väter und die dadurch höhere staatliche Förderung.

1.2 Fragestellung:

Nancy Fraser sowie viele weitere Feministinnen wollen eine befriedigende Vorstellung von Geschlechtergleichheit. Diese wollen sie in folgenden Fragen beantworten:

- Welche neue, postindustrielle Geschlechterordnung sollte das Familieneinkommen ersetzen?
- Welche Art von Wohlfahrtsstaat kann eine solche neue Geschlechterordnung am besten fördern?
- Welche Vorstellung von der Geschlechtergleichheit entspricht am besten unseren wichtigsten Bestrebungen?
- Welches Wohlfahrtssystem drückt am besten die umfassende Bedeutung der Geschlechtergleichheit aus?1

1.3 Vorgehen:

Nach Fraser sind zwei zentrale Visionen für die Lösung der o.g. Probleme denkbar. Beide Visionen sind feministisch ausgerichtet. Die erste Vision nennt Fraser „das Modell der allgemeinen Erwerbstätigkeit“. Dieses Modell ist in den USA sehr verbreitet und zielt auf eine Förderung der Erwerbstätigkeit von Frauen ab. Diese soll durch staatliche Bereitstellung von Einrichtung wie Kindertagesstätten erreicht werden. Bei der zweiten Vision, die mehr auf das westeuropäische Geschehen hinweist, ist die „Gleichstellung der Betreuungsarbeit“. Hier sollen informelle Betreuungsarbeiten vom Staat unterstützt werden.2

Um nun herauszufinden, welches der beiden Konzepte das Attraktivste ist, widmet sich Fraser einem Gedankenexperiment, das in vier Teile gegliedert ist.

2. Hauptteil

2.1 Die Gleichheit der Geschlechter - Eine komplexe Vorstellung

(erster. Teil des Gedankenexperiments)

Nancy Fraser gibt zu Beginn ihres Gedankenexperimentes bekannt, dass man Geschlechtergleichheit nicht mit einem einzigen Norm oder Wert wie z.B. Gleichheit oder Differenz erklären kann. Es ist nach Fraser keine einfache sondern eine komplexe Idee. Sie schlägt mehrere, verschiedene normative Prinzipien vor, die entweder von der Gleichheits- oder von der Differenzseite her kommen oder sich auf keine der bisher formulierten normativen Argumente beziehen. Wichtig sei dabei, betont Fraser, dass allen normativen Aspekten gleichermaßen entsprochen wird. Der Katalog zur Bewertung der Gleichheit der Geschlechter im Wohlfahrtsstaat umfasst sieben normative Prinzipien und wird im folgenden auf diese zwei postindustriellen wohlfahrtsstaatlichen Modelle angewandt (siehe Punk 1.3 Vorgehen), die Fraser als gegenwärtigen politischen Praxen immanente Vision interpretiert.

Das Prinzip der Armutsbekämpfung, welches das erste normative Prinzip ist, deutet sie als Vermeidung von Armut bei alleinerziehenden Mütter. Hier sei eine entsprechende Regelung von einem postindustriellen Wohlfahrtssystem eine großer Fortschritt, wobei nicht alle Methoden der Armutsbekämpfung akzeptabel sind. Im Zweiten Prinzip geht es um die Bekämpfung der Ausbeutung der Schutzlosen, die Fraser mit bedürftigen Frauen gleichsetzt. Diese werden leicht zum Opfer der Ausbeutung (von rücksichtslosen Ehemännern, Zuhälter oder Vorarbeiten). Sozialprogramme müssen sich dieser Problematik mit alternativen Einkommensquellen stellen und die Position des unterlegenen Partners verbessern. Damit diese sozialpolitische Maßnahme Erfolg hat, muss sie für jeden Menschen greifbar sein. Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt der Gleichheit ist die Verteilung des realen Pro-Kopf-Einkommens. Damit die große Diskrepanz zwischen dem Verdienst von Frauen und Männern sich verringert, muss die Unterbewertung von Frauenfähigkeiten und -arbeit, sowie die unterschiedliche Lohnhöhe gleicher Arbeitstätigkeiten von Frauen und Männer, abgeschafft werden. Aber nicht nur das Arbeitsleben muss sich für die Gleichheit stark verändern, die Autorin geht in ihrem vierten Prinzip auf die ungleich verteilte Freizeit ein. Hier beton sie, dass Frauen sehr viel mehr Betreuungsarbeiten leisten als Männer. Diese geschehen auf freiwillige Basis, benötigen aber meistens so viel Zeit wie „bezahlte“ Tätigkeiten. Das nächste Prinzip fordert gleiche Achtung der Geschlechter sowie Gleichheit an Status, Respekt, Persönlichkeit und Arbeitsleistungen von Frauen. Dies ist heutzutage sehr notwendig, da Frauen viel zu oft als sexuelles Objekt männlicher Begierde dargestellt werden. Im darauf folgenden Prinzip wird die Bekämpfung der Marginalisierung3 beschrieben.

[...]


1 Nancy Fraser, Die Gleichheit der Geschlechter und das Wohlfahrtssystem: Ein postindustrielles Gedankenexperiment, S. 472. Aus Axel Honneth, Pathologien des Sozialen. Die Aufgabe der Sozialphilosophie, Frankfurt am Main, Fischer Taschenbuch verlag, 1994

2 Nancy Fraser, Die Gleichheit der Geschlechter und das Wohlfahrtssystem: Ein postindustrielles Gedankenexperiment, S. 472. Aus Axel Honneth, Pathologien des Sozialen. Die Aufgabe der Sozialphilosophie, Frankfurt am Main, Fischer Taschenbuch verlag, 1994

3 Marginalisierung ist ein Prozess, bei dem Bevölkerungsschichten an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden und dadurch noch weniger am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Nancy Frasers Gedankenexperiment. Die Gleichheit der Geschlechter und des Wohlfahrtsystems
Hochschule
Universität Kassel
Note
2,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
10
Katalognummer
V279238
ISBN (eBook)
9783656721253
ISBN (Buch)
9783656723172
Dateigröße
943 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nancy, frasers, gedankenexperiment, gleichheit, geschlechter, wohlfahrtssystems
Arbeit zitieren
Markus Mopser (Autor), 2010, Nancy Frasers Gedankenexperiment. Die Gleichheit der Geschlechter und des Wohlfahrtsystems, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279238

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Nancy Frasers Gedankenexperiment. Die Gleichheit der Geschlechter und des Wohlfahrtsystems


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden