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Der Arabische Frühling als Rückkehr zur Autokratie? Ägypten und Tunesien im Vergleich

Título: Der Arabische Frühling als Rückkehr zur Autokratie? Ägypten und Tunesien im Vergleich

Trabajo Escrito , 2014 , 19 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Louis Schiemann (Autor)

Política - Sistemas políticos en general y en comparación
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Seit Ende 2010 befindet sich der arabische Raum in einem politischen und sozialen Umbruch. Angefangen hat der Ausbruch der Revolution in Tunesien mit der „Jasmin Revolution“, bei der Tausende Menschen gegen das autoritäre und korrupte System unter Präsident Ben Ali demonstrierten. Kurz nach dem Sturz des Präsidenten in Tunesien, begannen auch in Ägypten die Proteste. Sie richteten sich gegen das seit Jahrzehnten regierende Mubarak-Regime und den korrupten Polizei-Apparat. Obwohl die Proteste zum Teil demokratische Werte zum Ziel hatten, kamen nach der ersten Wahl sowohl in Tunesien als auch in Ägypten islamistische Parteien an die Macht, die entweder eine stärkere Integration der autoritären Aspekte des Islams im Staat forderten oder andererseits gegen die zunehmende Gewalt von radikalen Islamisten gegen Befürworter eines säkularen Staates kaum etwas unternahmen. Ein weiterer Aspekt ist der Eingriff der Armee in die Revolutionen, sei es aktiv oder durch politische Diskussionen.
Dabei stellt sich die Frage, inwieweit diese beiden Faktoren eine negative Auswirkung auf den Transitionsprozess haben, also den Weg zurück zu einer Autokratie begünstigten.
Da der arabische Frühling viele verschiedene Faktoren aufweist, wird sich der Text primär mit dem Verhalten des Militärs während der Revolutionen beschäftigen und der Frage nachgehen, warum nach dem Sturz der autokratischen Regime Parteien mit islamisch-autokratischen Zügen gewählt wurden. Zunächst wird der Begriff Autokratie nach der Definition von Wolfgang Merkel erläutert und gezeigt, welche verschieden Typen der Autokratie es gibt. Im Anschluss wird das Verhalten des Militärs in Tunesien und Ägypten dargestellt und verglichen. Darauf folgt eine Definition einer defekten Demokratie und eine Erklärung für zwei ihrer wichtigen Untergruppen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Autokratien

3. Das Militär als politischer Akteur während der Revolution

3.1 Tunesien: Ende des autokratischen Systems in Tunesien

3.2 Tunesien: Institutionalisierung der Demokratie

3.3 Tunesien: Konsolidierung der Demokratie

3.4 Ägypten: Ende des autokratischen Systems in Ägypten

3.5 Ägypten: Versuch der Konsolidierung und Institutionalisierung der Demokratie

4. Defekte Demokratien

5. Ein Vergleich von Tunesien und Ägypten

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen des „Arabischen Frühlings“ auf die politische Stabilität in Tunesien und Ägypten mit besonderem Fokus auf die Rolle des Militärs und islamistischer Strömungen bei der Transition hin zu oder weg von demokratischen Systemen.

  • Analyse der Rolle des Militärs als politischer Akteur während des Systemwechsels.
  • Untersuchung der Einflussnahme islamischer Kultur auf politische Transformationsprozesse.
  • Vergleich der Transitionsverläufe in Ägypten und Tunesien anhand theoretischer Konzepte zur Systemtransformation.
  • Evaluation des Risikos einer Rückkehr zu autokratischen Strukturen nach den Revolutionen.

Auszug aus dem Buch

Militär

Das Militär nimmt sowohl in Tunesien als auch in Ägypten eine zentrale Rolle in der Revolution ein, jedoch auf sehr unterschiedliche Art und Weise. In Tunesien ist das Militär traditionell nicht eng mit Wirtschaft und Politik verflochten und hat primär Interesse an der territorialen Sicherheit der Staatsstruktur. Dadurch begründet sich sein guter Ruf in Tunesien (vgl. Schmid 2011: 25). Ein weiterer Vorteil des tunesischen Militärs war, dass unter dem Regime von Ben Ali repressive Aufgaben vom Polizeiapparat übernommen wurden (vgl. Schmid 2011: 25). Das führte während der Revolution dazu, dass sich das Militär zunächst aus den Protesten heraushalten konnte. Erst als die Armee einen Schießbefehl gegen Demonstranten erhielt, widersetzte sie sich dieser Anordnung und stellte sich damit auf die Seite der Demonstranten. Zwischen der politischen Führung in Tunesien und dem Militär herrscht traditionell Misstrauen, unter Ben Ali schrumpfte die Armee zudem auf 35 Tausend Soldaten, gleichzeitig umfasste der Polizeiapparat des Regimes 150 Tausend Polizisten (vgl. Schmid 2011: 24). Während eines Machtwechsels kann schnell ein Sicherheitsvakuum entstehen (vgl. Mattes 2013b: 2f). Dieses wurde jedoch von der tunesischen Armee verhindert, indem diese die polizeilichen Aufgaben mit übernahm, für öffentliche Sicherheit und Ordnung sorgte und alte Regimekräfte behinderte (vgl. Schmid 2011: 26). Nachdem das tunesische Militär die Regierung von Ben Ali nicht weiter unterstützen wollte, war ein Machtwechsel unvermeidbar (vgl. Mattes 2013b: 14). Danach griff das Militär kaum noch aktiv in den Konflikt ein. Nachdem die Armee die Sicherung der öffentlichen Ordnung übernahm, kam es trotz der Möglichkeiten nicht zu einem Missbrauch des Gewaltmonopols.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in den politischen Umbruch des „Arabischen Frühlings“ ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle des Militärs und islamistischer Parteien im Hinblick auf eine mögliche Rückkehr zur Autokratie.

2. Autokratien: Das Kapitel erläutert die Typologie autokratischer Systeme nach Wolfgang Merkel und definiert die für die Arbeit relevanten Formen wie Militärregime und theokratisch-autoritäre Regime.

3. Das Militär als politischer Akteur während der Revolution: Hier wird der Transformationsprozess in Tunesien und Ägypten in den drei idealtypischen Phasen nach Merkel detailliert dargestellt, wobei der Fokus auf dem Verhalten des Militärs liegt.

4. Defekte Demokratien: Dieser Abschnitt definiert den Begriff der defekten Demokratie in Abgrenzung zur „embedded democracy“ und stellt Unterkategorien wie die Enklavendemokratie vor.

5. Ein Vergleich von Tunesien und Ägypten: Basierend auf den vorangegangenen Kapiteln werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Länder im Hinblick auf das Militär und die Rolle der islamischen Kultur analysiert.

6. Fazit: Das Fazit resümiert die Analyseergebnisse und beantwortet die Ausgangsfrage, indem die unterschiedlichen Entwicklungswege Tunesiens und Ägyptens bewertet werden.

Schlüsselwörter

Arabischer Frühling, Systemtransformation, Militär, Autokratie, Demokratie, Ägypten, Tunesien, Islam, Islamismus, Enklavendemokratie, Transformation, Machtmonopol, Politische Kultur, Legitimität, Revolution.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob die Umbrüche im Zuge des „Arabischen Frühlings“ zu einer echten Demokratisierung führen oder ob sie in eine Rückkehr zu autokratischen Regierungsformen münden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind die Rolle des Militärs als politischer Akteur, der Einfluss der islamischen Kultur auf die Politik sowie die theoretische Fundierung von Systemtransformationen und defekten Demokratien.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit das Eingreifen des Militärs und das Erstarken islamistischer Parteien den Übergangsprozess negativ beeinflussen und eine Rückkehr zur Autokratie begünstigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine akteurstheoretische Analyse im Rahmen der Systemwechselforschung durchgeführt, wobei ein Vergleich der Länder Tunesien und Ägypten anhand eines theoriegestützten Analyserahmens nach Wolfgang Merkel erfolgt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zu Autokratien und defekten Demokratien sowie in eine detaillierte, phasenorientierte Untersuchung des Militärverhaltens und der politischen Entwicklungen in Tunesien und Ägypten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Arabischer Frühling, Systemtransformation, Militär, defekte Demokratie, Islamismus und Enklavendemokratie charakterisiert.

Welche Rolle spielt das Militär spezifisch im ägyptischen Fall?

Im Gegensatz zu Tunesien tritt das ägyptische Militär als mächtiger, politisch und wirtschaftlich verflochtener Akteur auf, der seine Position durch den Sturz Mubaraks und die spätere politische Einflussnahme zu sichern versuchte.

Warum unterscheidet sich Tunesien in seiner Entwicklung von Ägypten?

Die Arbeit verdeutlicht, dass in Tunesien ein Konsens zwischen säkularen und pro-islamischen Kräften gefunden werden konnte, während in Ägypten das Militär als Vetomacht den Demokratisierungsprozess in eine Enklavendemokratie gelenkt hat.

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Detalles

Título
Der Arabische Frühling als Rückkehr zur Autokratie? Ägypten und Tunesien im Vergleich
Universidad
University of Hannover  (Institut für Politische Wissenschaft)
Curso
Systemtransformation
Calificación
1,7
Autor
Louis Schiemann (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
19
No. de catálogo
V279286
ISBN (Ebook)
9783656721116
ISBN (Libro)
9783656722564
Idioma
Alemán
Etiqueta
arabische frühling rückkehr autokratie ägypten tunesien vergleich
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Louis Schiemann (Autor), 2014, Der Arabische Frühling als Rückkehr zur Autokratie? Ägypten und Tunesien im Vergleich, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279286
Leer eBook
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