Konsequenzen von Leistungsgruppierungen. Der "Big-fish-little-pond effect"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2006
13 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Phänomen: Der Big-fish-little-pond effect

3. Selbstkonzept und Leistung

4. Gruppenzugehörigkeit und Leistungsbewertung
4.1 Die Rolle der Gruppenzugehörigkeit beim BFLPE
4.2 Leistung und Bezugsnormorientierung
4.2.1 Soziale Bezugsnorm
4.2.2 Individuelle Bezugsnorm

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die folgende Hausarbeit thematisiert im Rahmen des erziehungswissenschaftlichen Hauptseminars „Übergänge – Von der Grundschule zu den Sekundarschulen“ den sogenannten „Big-fish-little-pond effect (BFLPE) im Kontext von Konsequenzen von Leistungsgruppierungen.

Zunächst wird das Phänomen des BFLPE in seinen Grundzügen vorgestellt und erläutert. Ferner wird der vom BFLPE untrennbare Begriff vom Selbstkonzept der Begabung bzw. eigener kognitiver Fähigkeiten thematisiert und in Zusammenhang mit der Leistung gestellt. Es wird der Fragestellung nachgegangen, inwiefern sich die Leistung eines Schülers und sein Selbstkonzept gegenseitig bedingen. Diese beiden zentralen Begriffe im Kontext des BFLPE werden im weiteren Verlauf der Arbeit unter dem Gesichtspunkt der Gruppenzugehörigkeit betrachtet. Abschließend werden zwei Ansätze der Leistungsbewertung hinsichtlich ihrer Bezugsnormorientierung vorgestellt und in Zusammenhang mit dem BFLPE gebracht.

2. Das Phänomen: Der Big-fish-little-pond effect

In der pädagogisch-psychologischen Forschung wurde empirisch untersucht, inwiefern Leistungsgruppierungen, die im deutschen Schulsystem ein zentrales Merkmal darstellen, die Selbstwahrnehmung des Schülers hinsichtlich seiner eigenen kognitiven Fähigkeiten beeinflussen. Es stellt sich also die Frage, welche Rolle die Leistungsfähigkeit der Mitschüler innerhalb einer Klasse für die Selbstwahrnehmung der eigenen Begabung spielt. Geht man davon aus, dass zwei Schüler mit identischer individueller Leistungsfähigkeit, aus Klassen mit verschiedenen Leistungsniveaus, unterschiedliche Selbstwahrnehmungen ihrer eigenen Fähigkeiten aufweisen, so handelt es sich um ein Phänomen, das in der Wissenschaft metaphorisch als Big-fish-little-pond effect (BFLPE) bezeichnet wird. Demnach hat der Schüler aus der leistungsstärkeren Klasse eine niedrigere Wahrnehmung seiner Begabung als der Schüler mit identischer Fähigkeit, der die leistungsschwächere Klasse besucht. Im Sinne des BFLPE gilt der Schüler der leistungsschwächeren Klasse als „big fish“, denn die mittlere Schulfähigkeit seiner Klasse („little pond“) liegt unterhalb seiner individuellen Fähigkeit. Entsprechend liegt die mittlere Schulfähigkeit der leistungsstärkeren Klasse („big pond“) oberhalb der individuellen Fähigkeit des entsprechenden Schülers („little fish“). Diese Selbstwahrnehmung der Begabung kann sich verändern, wenn der Schüler einer anderen Leistungsgruppe angehört. Ein Wechsel der Bezugsgruppe findet beispielsweise beim Übergang von der Grundschule in den differenzierten Sekundarbereich statt. Die schwächeren Schüler der Grundschule erfahren den Übergang in die Real- oder Hauptschule zumeist als positive Auswirkung auf ihre Selbstwahrnehmung eigener Begabung, denn der Vergleich mit wesentlich stärkeren Schülern entfällt in der neuen Leistungsgruppierung. Hingegen müssen sich Schüler des oberen Leistungsbereichs am Ende der Grundschule auf dem Gymnasium mit Schülern gleicher oder besserer Leistung messen bzw. vergleichen. Eine für diese Schüler völlig neue und ungewohnte Erfahrung, die die Selbstwahrnehmung der eigenen Fähigkeiten oftmals sinken lässt.

3. Selbstkonzept und Leistung

Im Folgenden soll die Rolle der Leistung im Zusammenhang mit dem Selbstkonzept des Schülers näher betrachtet werden. Dazu wird zunächst auf den Begriff Selbstkonzept eingegangen und anschließend der Zusammenhang mit der Leistung thematisiert.

Die im Kontext des BFLPE bislang als Selbstwahrnehmung dargestellte und häufig auch als Selbstwertgefühl oder Selbstbewusstsein bekannte selbstbezogene Fähigkeitseinschätzung bezeichnen Wissenschaftler als Selbstkonzept. Dieses beinhaltet die Wahrnehmung der eigenen Fähigkeiten vor dem Hintergrund der Reaktionen anderer und somit der Wirkung und der sozialen Eingebundenheit der eigenen Person. Das Selbstkonzept ist also abhängig von der Gruppenzugehörigkeit.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Konsequenzen von Leistungsgruppierungen. Der "Big-fish-little-pond effect"
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster  (Schulpädagogik und Allgemeine Didaktik)
Veranstaltung
Übergänge – Von der Grundschule zu den Sekundarschulen
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
13
Katalognummer
V279506
ISBN (eBook)
9783656732754
ISBN (Buch)
9783656741336
Dateigröße
373 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Übergänge, Grundschule, Selbstkonzept, Big-fish-little-pond
Arbeit zitieren
Linda Steinkamp (Autor), 2006, Konsequenzen von Leistungsgruppierungen. Der "Big-fish-little-pond effect", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279506

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