"De quaerendo Deum". Die Bedeutung der Sinne bei der Suche nach Gott


Hausarbeit, 2014

13 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ausgangslage

3. Der Stufenhafte Aufstieg und die Bedeutung der Sinne dabei
3.1. Sinnliche Schau
3.2. Vernunfthafte Schau
3.3. Übertragung der sinnlichen auf die vernunfthafte Schau
3.3.1. Die Bedeutung des doppelten Lichtes für die Schau

4. Bedeutung der Sinneswahrnehmung in diesem Zusammenhang

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wie kann Gott gefunden werden, wenn wir ihn doch gar nicht sehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich Nikolaus von Kues in seiner Schrift De quaerendo Deum. Da der Mensch in die Welt gekommen ist mit dem höchsten Ziel Gott zu suchen, muss diese Suche doch auch möglich sein. Cusanus greift dabei auf Aspekte und die Problematik seiner früheren Schrift De docta ignorantia (Über die belehrte Unwissenheit) zurück, denn schon hier weißt er auf das Problem der (Un-)Erkennbarkeit Gottes hin. Thema der Schrift ist die Wesensaussage über Gott mithilfe symbolischer Erforschung1. Wie auch später in De visione Dei (Gotteschau), greift Cusanus hierbei auf das Programm der Seh-Analyse zurück2. In meiner Arbeit werde ich die Problematik, der Suche des verborgenen Gottes in der Schrift De quaerendo deum näher ausführen. Ich werde den Weg beschreiben, den Cusanus für die Suche Gottes vorschlägt und der nach ihm der einzige Weg ist. Dabei werde ich vor allem die Sinneswahrnehmung analysieren und hervorheben und deutlich machen, welche Bedeutung diese in der Erkenntnis Gottes einnimmt.

2. Ausgangslage

Zu Beginn seiner Schrift nimmt Nikolaus von Kues Bezug zur Predigt des Apostel Paulus. Er teilt dessen Annahme, indem er sagt, der Mensch sei in die Welt geschickt worden mit dem Ziel Gott zu suchen. Er benutzt den Konjunktiv, wenn er sagt, die Menschen müssten danach streben, als „[…] ob sie ihn erreichen und finden könnten.“3 Er verdeutlicht damit, die Unendlichkeit und somit die Unerreichbarkeit Gottes und, dass es somit keine Garantie dafür gibt, dass der Mensch Gott je finden wird. Grund hierfür ist, dass wir Gott nicht sehen, wir finden nichts, „[…] das dem Göttlichen ähnlich sein kann“4 und es somit auch nicht möglich ist, zu sagen, dass man Gott in Götzen oder sonstigem Irdischen wahrnehmen kann. Er nimmt schon hier Bezug zu den Sinnen und drückt dies wie folgt aus, nämlich, dass „[…] der Mensch [Gott] […] in dieser sinnlichen und körperlichen Welt nicht suchen und berühren kann […].“5 Auch ist Gott nicht mit menschlicher Vernunft zu erfassen, da jede Vernunft zu gering ist, als dass man mit ihr Gott erfassen kann. Somit macht Cusanus klar, dass weder Sinne, noch Vernunft ausreichen, dass Gott gefunden wird. Dennoch spielt die Sinneswahrnehmung bei der Suche nach Gott eine unabdingbare Rolle, welche Nikolaus von Kues im gesamten Verlauf der Schrift erläutert. Er merkt zunächst an, dass jedoch auch der Name Gott Hilfestellung geben kann. Der Name Gott oder, wie Cusanus ihn griechisch nennt: „theos“6 entspricht zwar nicht dem Name Gottes, den der Mensch zu finden hat, denn da wir diesen Gott weder sehen, noch etwas Ähnliches finden, haben wir auch keine Begrifflichkeit für ihn. Wir können keine Vergleiche anstellen mit etwas, dass wir in dieser Welt nicht sehen, fühlen, hören etc. und daher fehlen uns die nötigen „ […] Vokabeln oder anderen figurhaften Zeichen“7. Claus Hebler formuliert dies zusammenfassend wie folgt:

„Sinnbildlich dargestellt ist dieses Verhältnis im Namen Gottes: theos oder deus. Als Name ist er Aussage eines Begriffs. Der Begriff ist die Wiedergabe des Wesens, Gottes Wesen ist aber unfaßbar, also jenseits jeden Begriffs, folglich unsagbar. Demnach ist theos nicht der Name Gottes an sich, sondern der Name aus der Sicht des Menschen […].“8 Untersucht man jedoch den Begriff theos genauer, lässt sich feststellen, dass das Wort seinem Ursprung nach von „theoro [stammt], das heißt „ich sehe“ und „ich laufe“.“9 Nikolaus von Kues verbindet beides und schließt darauf, dass der Mensch also mit Hilfe des „Sehens laufen“10 muss, um so den Weg zu Gott zu finden. Da wir Gott also nicht sehen, suchen wir immer, bis zum Ziel, nämlich Gott resp. Gottes Erlösung. Da wir also immer auf dieser Suche sind, kann dies „[…] folglich kein Stehen bedeuten, sondern einzig angemessen ist das Gehen […]“11, so kommen wir ihm ein Stück näher.

3. Der Stufenhafte Aufstieg und die Bedeutung der Sinne dabei

Nikolaus von Kues spricht bei seinem Weg zu Gott von einer Stufenleiter, mit Hilfe derer wir zu Gott aufsteigen12. Schon im ersten Kapitel seiner Schrift erklärt er dass der Weg, den wir auf dieser Leiter beschreiten müssen, die Schau ist. Wir müssen also anhand der Leiter den Weg der Schau gehen. Dieser Weg ist zum einen ein sinnlicher, zum anderen ein vernunfthafter, wie Cusanus bereits zu frühzeitig verrät.

3.1. Sinnliche Schau

Wie kann man sich also das bisher erarbeitete vorstellen? Für Cusanus ist also das Sehen, als Sinneswahrnehmung, grundlegend für die Suche. Er überträgt den Vorgang des Sehens auf diese Suche nach Gott. So sagt er die Schau, sei vergleichbar mit dem Weg des Suchens.

[...]


1 Vgl. Lentzen-Dies, Nicholas: Den Glauben Christi teilen. Theologie und Verkündigung bei Nikolaus von Kues. Stuttgard: W. Kohlhammer Verlag, 1991, S. 33.

2 Vgl. Flasch, Kurt: Nikolaus von Kues. Geschichte einer Entwicklung. Vorlesungen zur Einführung in seine Philosophie. Frankfurt am Main: Klostermann, 2008, S. 343.

3 Vgl. von Kues, Nikolaus: De quaerendo Deum, S.569.

4 Institut für Cusanus-Forschung: De quaerendo Deum. URL: http://urts99.uni-

trier.de/cusanus/content/fw.php?werk=17&ln=de_qd&nvk_fw=17 (02.05.2014), S.17. 5 Institut für Cusanus-Forschung, S.18.

6 Ebd.

7 Institut für Cusanus-Forschung, S.19.

8 Hebler, Claus: Zum Aufbau der drei Schriften des Nikolaus von Kues über den verborgenen Gott. München, 1964, S. 26f.

9 Institut für Cusanus-Forschung, S.19.

10 Ebd.

11 Hebler 1964, S.26.

12 Vgl nstitut für Cusanus-Forschung, S.19.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
"De quaerendo Deum". Die Bedeutung der Sinne bei der Suche nach Gott
Hochschule
Universität Trier
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
13
Katalognummer
V279558
ISBN (eBook)
9783656729358
ISBN (Buch)
9783656729341
Dateigröße
636 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
deum, bedeutung, sinne, suche, gott
Arbeit zitieren
Anna Theresa Wendel (Autor), 2014, "De quaerendo Deum". Die Bedeutung der Sinne bei der Suche nach Gott, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279558

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