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Warum lässt Gott Leid zu? Das Problem der Theodizee

Titre: Warum lässt Gott Leid zu? Das Problem der Theodizee

Dossier / Travail , 2011 , 21 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Viktoria Mey (Auteur)

Théologie - Théologie pratique
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Eine der wohl größten Fragen, die man sich stellt, wenn man Gott und dem Glauben gegenüber skeptisch ist, ist, ob eine Welt voll Übel und Leid wirklich von Gott gewollt sein kann bzw. warum er sie überhaupt in dieser Form erschaffen hat, wenn er doch allmächtig und zugleich gütig ist.
Wäre er dazu in der Lage, eine bessere Welt zu schaffen? Wenn ja, warum hat er es nicht getan? Ist er wirklich allmächtig oder auch nur ohnmächtig wie wir Menschen und kann deshalb keinen Einfluss auf das Leid der Menschen nehmen und in das Geschehen auf der Welt eingreifen?
Bereits in der Bibel (insbesondere im Buch Ijobs im Alten Testament) beschäftigte man sich mit dieser Frage, die bis in die Gegenwart hinein christliches Denken determiniert.
Die Theologie kann und sollte also weder von der Leidensgeschichte der Menschen absehen noch ihre Hoffnung auf Heil und Gerechtigkeit verraten, sondern sich diesem Problem stellen.
Es handelt sich um eine Rückfrage an Gott und seine Allmacht und Güte, eine Klage über sinnloses Leiden auf der Welt und letzten Endes dennoch um eine Hoffnung, dass Gott die ungerechtfertigt Leidenden vom Leid befreien und retten möge.
Im Folgenden möchte ich mich vorerst dem Charakter des Theodizeeproblems sowie seiner Darstellung im Alten (am Beispiel des Buchs Ijob) und Neuen Testament (am Beispiel von „Die Heilung eines Blinden“ in Joh 9, 1-12) widmen. Im Anschluss daran erläutere ich exemplarisch vier Lösungsversuche der Theodizee. Darüber hinaus untersuche ich die These, die Theodizee bilde den „Fels des Atheismus“.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Charakter des Theodizeeproblems

3. Die Theodizeefrage im Alten Testament am Beispiel des Buchs Ijob

4. Die Theodizeefrage im Neuen Testament am Beispiel von „Die Heilung eines Blinden“ (Joh 9, 1-12)

5. Exemplarische Lösungsversuche der Theodizee

5.1 Die individuelle Vergeltungslogik

5.2 Die kollektive Vergeltungslogik der Erbsündenlehre

5.3 Das Argument der Willensfreiheit

5.4 Das Problem der natürlichen Übel und Naturgesetze

6. Theodizee als „Fels des Atheismus“

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Theodizeeproblem auseinander, welches den Widerspruch zwischen der Existenz von Leid in der Welt und dem Glauben an einen allmächtigen, gütigen Gott beschreibt. Ziel der Untersuchung ist es, biblische Perspektiven und klassische philosophisch-theologische Lösungsversuche zu analysieren, um ein tieferes Verständnis für die Unzulänglichkeit einfacher Erklärungsmodelle angesichts der globalen Leiderfahrung zu entwickeln.

  • Charakterisierung des Theodizeeproblems als zentrales Spannungsfeld der Theologie.
  • Biblische Analyse des Leidens am Beispiel des Buches Ijob und der Heilung des Blindgeborenen (Joh 9).
  • Diskussion klassischer Lösungsansätze: Vergeltungslogik, Erbsündenlehre, Willensfreiheit und Naturgesetze.
  • Reflexion der Theodizee als Herausforderung für den christlichen Glauben in der Moderne („Fels des Atheismus“).

Auszug aus dem Buch

2. Der Charakter des Theodizeeproblems

Das Problem der Theodizee beschreibt den Widerspruch zwischen der Erfahrung von Leid und Übel und der Vorstellung von einem allmächtigen, vollkommenen Gott (Kreiner 2005: S. 17). Aus diesem Problem ergibt sich die Frage der Menschen, warum Gott das Leiden zulässt, beziehungsweise ob er überhaupt dazu in der Lage wäre, eine Welt ohne Leid zu erschaffen.

Hieraus ergeben sich weitere Fragen wie beispielsweise die nach der Herkunft des Bösen, nach dem Gutsein Gottes sowie seiner Allmacht oder Ohnmacht. Es stellt sich zudem die Frage, ob sich hier ein Widerspruch zwischen dem theistischen Bekenntnis und der Leiderfahrung ergibt (Kreiner 2005: S. 17). Die Problematik der Theodizee lässt sich demnach nicht konkret in eine einzelne Frage fassen, sondern umfasst vielmehr ein ganzes Bündel unterschiedlicher, breit gefächerter Fragestellungen. Meist ergeben sich aus der möglichen Beantwortung einer dieser Fragen weitere Probleme. So vielfältig wie die Fragestellungen bezüglich der Theodizeefrage sind, so vielfältig sind auch ihre Lösungs- und Beantwortungversuche (Kreiner 2005: S. 16).

So versuchte der deutsche Philosoph Gottfried Wilhelm Leibniz sich dem Problem anzunähern, indem er die Welt als einen aus allen einzelnen Dingen zusammenhängenden Kosmos betrachtete. Gott beschreibt er hierbei als den mit einem vollkommenen Willen ausgestatteten Ursprung aller Dinge und die höchste Vernunft. Folglich bezeichnete Leibniz auch unsere Welt als die beste aller möglichen Welten, weil alles, was Gott schaffe, vollkommen und in höchstem Maße vernünftig sein müsse. Auch hier zeigt sich, dass sich aus einem Beantwortungsversuch sofort wieder eine weitere Frage beziehungsweise ein Einwand ergeben kann, weil sich nach der von Leibniz entwickelten Theorie die Frage stellt, warum es dann Leid auf unserer Welt gibt, wenn sie seinem Ansatz nach doch die beste und vernünftigste aller möglichen Welten sei. Auch diese Frage versuchte Leibniz zu beantworten, indem er folgende Gleichung aufstellte: Perfektion = Gut + Böse. Demnach wäre unsere Welt nicht mehr perfekt, wenn man das Böse aus ihr herauslösen würde, weil das Böse (beziehungsweise das Leid) ebenso zum Teil des göttlichen Plans gehöre wie das Gute.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Verfasserin motiviert die Auseinandersetzung mit der Theodizeefrage durch persönliche religionspädagogische Erfahrungen und das Ziel, die Komplexität der Leidensfrage im theologischen Kontext zu beleuchten.

2. Der Charakter des Theodizeeproblems: Dieses Kapitel definiert den Widerspruch zwischen einem allmächtigen Schöpfer und der Leiderfahrung und stellt mit Leibniz erste Lösungsversuche in den philosophischen Kontext.

3. Die Theodizeefrage im Alten Testament am Beispiel des Buchs Ijob: Es wird analysiert, wie das Buch Ijob das Leid als unbegreifliches Geheimnis darstellt und damit das einfache Schema der Vergeltung infrage stellt.

4. Die Theodizeefrage im Neuen Testament am Beispiel von „Die Heilung eines Blinden“ (Joh 9, 1-12): Die Untersuchung zeigt, wie Jesus die direkte Verknüpfung von Krankheit und persönlicher Sünde zurückweist und stattdessen die Hoffnung auf Gottes Wirken betont.

5. Exemplarische Lösungsversuche der Theodizee: Hier werden vier zentrale Lösungsansätze – Vergeltungslogik, Erbsündenlehre, Willensfreiheit und Naturgesetze – kritisch auf ihre logische Konsistenz und ihren theologischen Gehalt geprüft.

6. Theodizee als „Fels des Atheismus“: Das Kapitel reflektiert die Verschärfung des Problems im 20. Jahrhundert durch extreme historische Ereignisse und die damit verbundene Infragestellung moralischer und religiöser Weltdeutungen.

7. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass das Theodizeeproblem rational nicht abschließend lösbar ist, aber die ständige Auseinandersetzung damit für den Glauben und das menschliche Gewissen essenziell bleibt.

8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur.

Schlüsselwörter

Theodizee, Leid, Gottesbild, Ijob, Johannes-Evangelium, Vergeltungslogik, Erbsündenlehre, Willensfreiheit, Naturgesetze, Atheismus, Schöpfung, Leidenserfahrung, Freiheit, Moral, Theologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem klassischen theologischen und philosophischen Problem der Theodizee: Der Frage, wie die Existenz von Leid und Übel in der Welt mit der Annahme eines allmächtigen, allwissenden und gütigen Gottes vereinbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die biblische Exegese (Altes und Neues Testament), die kritische Analyse philosophischer Lösungsmodelle sowie die Auseinandersetzung mit der modernen atheistisch geprägten Kritik an Gottesvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass einfache Antworten auf die Frage nach dem Leid oft unzureichend sind und das Problem sowohl den persönlichen Glauben als auch das ethische Bewusstsein vor eine lebenslange Herausforderung stellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine hermeneutisch-analytische Methode, bei der biblische Texte ausgelegt und bekannte philosophisch-theologische Theorien anhand ihrer Prämissen kritisch hinterfragt werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine alttestamentliche Analyse (Ijob), eine neutestamentliche Analyse (Joh 9), eine systematische Betrachtung verschiedener Lösungsmodelle sowie eine Untersuchung der Theodizee als Herausforderung für den modernen Atheismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Theodizee, Leid, Gottesbild, Willensfreiheit, Vergeltungslogik, Erbsünde sowie die kritische Reflexion menschlichen moralischen Bewusstseins angesichts des Bösen.

Welche Rolle spielt die „free will defense“ im Argumentationsgang?

Das Argument der Willensfreiheit dient als Versuch, Gott von der direkten Verantwortung für moralisches Übel zu entlasten, indem der Mensch als freies Subjekt betrachtet wird, das zwischen Gut und Böse wählen kann.

Wie bewertet die Autorin das Leid im Buch Ijob?

Die Autorin stellt fest, dass das Buch Ijob keine einfache Antwort liefert, sondern das Leiden als ein dem Menschen gegenüber unergründliches Geheimnis stehen lässt, bei dem paradoxerweise Klage und Festhalten an Gott nebeneinander bestehen.

Warum wird „Auschwitz“ im Kontext der Theodizee genannt?

„Auschwitz“ wird als Symbol für die radikale Katastrophengeschichte des 20. Jahrhunderts angeführt, die das Gottesbild fundamental infrage stellt und die Frage nach einer Rechtfertigung Gottes angesichts systematischer Massenvernichtung unmöglich erscheinen lässt.

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Résumé des informations

Titre
Warum lässt Gott Leid zu? Das Problem der Theodizee
Université
University of Hildesheim  (Institut für Katholische Theologie)
Note
1,0
Auteur
Viktoria Mey (Auteur)
Année de publication
2011
Pages
21
N° de catalogue
V279593
ISBN (ebook)
9783656727118
ISBN (Livre)
9783656727088
Langue
allemand
mots-clé
Theodizee Gott Leid Hiob Ijob
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Viktoria Mey (Auteur), 2011, Warum lässt Gott Leid zu? Das Problem der Theodizee, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279593
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Extrait de  21  pages
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