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Das Hyperkinetische Syndrom mit besonderer Betrachtung komorbider Sprachentwicklungsstörungen

Title: Das Hyperkinetische Syndrom mit besonderer Betrachtung komorbider Sprachentwicklungsstörungen

Examination Thesis , 2001 , 95 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Rainer Eierdanz (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Nachdem bis vor 15 Jahren das Krankheitsbild des Hyperkinetischen Syndroms hier in Deutschland weitgehend ignoriert und/ oder als vorwiegend psychologisch-erzieherisches Problem gesehen wurde, hat sich in den letzten Jahren außerordentlich viel bewegt. Selbst nach vorsichtigen Schätzungen sind in Deutschland ca. 4 % der 6- bis 18-Jährigen betroffen - bundesweit sind dies ca. 400.000 Kinder und Jugendli-che, wovon mindestens 100.000 als dringend behandlungsbedürftig eingeschätzt werden. Es ist also eine Thematik, für die es lohnt, sich mit ihr eingehender ausei-nanderzusetzen, besonders als angehender Lehrer.
Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt auf den komorbiden Sprachentwicklungsstörun-gen. Bei der Sichtung der relevanten Literatur fällt auf, dass selten spezifisch auf diese eingegangen wird – meist werden nur wenige, recht oberflächliche Sätze über diese Komorbidität geschrieben. Es gibt auf der anderen Seite aber Studien, die sich speziell mit expliziten Punkten der Sprachentwicklung von hyperkinetischen Kindern beschäftigten. In dieser Arbeit soll nun ein Überblick geschaffen werden. Die Sprachentwicklung wird von den einzelnen Sprachebenen her und mit Blick auf die Ergebnisse der Studien betrachtet werden, damit folgende Fragen abschließend be-antwortet werden können: Welche Probleme mit der Sprache und dem Sprechen sind bei hyperkinetischen Kindern vorwiegend zu finden? Auf welchen Ursachen könnten diese komorbiden Sprachstörungen beruhen? Sind die Zusammenhänge bekannt und bereits durch Untersuchungen nachgewiesen?
Anschließend sollen die gewonnen Erkenntnisse auf den Schulalltag übertragen wer-den: Wie kann der Lehrer seinen Unterricht möglichst effektiv modifizieren? Wie kann ein hyperkinetisches Kind sprachlich gefördert werden?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

TEIL I DAS HYPERKINETISCHE SYNDROM

1 TERMINOLOGIE

1.1 Geschichtlicher Hintergrund

1.2 Namensgebung

1.3 Zusammenfassung

2 SYMPTOMATIK

2.1 Primärsymptome

2.1.1 Hyperaktivität

2.1.2 Aufmerksamkeitsstörung

2.1.3 Impulsivität

2.2 Begleitsymptome

2.3 Weitere Eigenschaften

2.4 Entwicklung und Verlauf

2.4.1 Säuglings- und Kleinkindalter

2.4.2 Kindergarten- und Vorschulalter

2.4.3 Grundschulalter

2.4.4 Jugendalter

2.4.5 Erwachsenenalter

2.5 Zusammenfassung

3 DIAGNOSTIK

3.1 Klassifikationssysteme

3.2 Diagnostische Kriterien (DSM-IV und ICD-10)

3.2.1 Gegenüberstellung der Symptom-Kriterien

3.2.2 Unterschiede und Ähnlichkeiten der Symptom-Kriterien von DSM-IV und ICD-10

3.3 Diagnostische Methoden

3.4 Differenzialdiagnose

3.5 Zusammenfassung

4 EPIDEMIOLOGIE

4.1 Internationales Auftreten

4.2 Prävalenz

4.3 Geschlechtsspezifische Verteilung

4.4 Zusammenfassung

5 ÄTIOLOGIE

5.1 Medizinische Ansätze

5.1.1 Neurologische Faktoren

5.1.2 Neuroimmunologische Faktoren

5.1.3 Neurotoxikologische Faktoren

5.1.4 Genetische Faktoren

5.2 Psychosoziale Ansätze

5.3 Zusammenfassung

TEIL II KOMORBIDE STÖRUNGEN DES HYPERKINETISCHEN SYNDROMS MIT SCHWERPUNKT AUF SPRACHENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN

1 KOMORBIDE STÖRUNGEN DES HYPERKINETISCHEN SYNDROMS

1.1 Kognitive Leistungen

1.2 Emotionale Auffälligkeiten

1.3 Soziale Probleme

1.4 Körperliche Entwicklung

1.5 Zusammenfassung

2 KOMORBIDE SPRACHENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN

2.1 Berücksichtigung von Sprache und Sprechen in der Fachliteratur

2.2 Darstellung der sprachlichen Störungsphänomene

2.2.1 Störungen der Aussprache

2.2.2 Störungen der Semantik

2.2.3 Störungen der Grammatik

2.2.4 Zusammenfassung

2.3 Zur Komplexität von Sprachentwicklungsstörungen

2.3.1 Gestörte Sprache und Wahrnehmung

2.3.2 Gestörte Sprache und Motorik

2.3.3 Gestörte Sprache und kognitive Struktur

2.3.4 Gestörte Sprache und psychosoziale Situation

2.3.5 Zusammenfassung

TEIL III HYPERKINETISCHE KINDER UND JUGENDLICHE IN DER SCHULE

1 SO WERDEN HYPERKINETISCHE KINDER WAHRGENOMMEN ...

1.1 ... von der Lehrkraft

1.2 ... von den Mitschülern

1.3 ... von sich selbst

1.4 Zusammenfassung

2 PRINZIPIEN DER UNTERRICHTSPLANUNG UND –GESTALTUNG FÜR HYPERKINETISCHE KINDER UND JUGENDLICHE

2.1 Planung für die gesamte Klasse

2.2 Spezielle Maßnahmen

2.3 Zusammenfassung

3 DAS KOOPERATIVE NETZ

3.1 Kooperation mit den Eltern

3.2 Kooperation mit Kollegen

3.3 Kooperation mit außerschulischen Stellen

3.4 Zusammenfassung

SCHLUSSWORT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, einen systematischen Überblick über das Hyperkinetische Syndrom zu geben, mit einem besonderen Fokus auf die häufig auftretenden komorbiden Sprachentwicklungsstörungen. Es wird untersucht, welche sprachlichen Probleme bei betroffenen Kindern vorliegen, welche Ursachen diesen zugrunde liegen könnten und wie Lehrer ihr pädagogisches Handeln im Schulalltag effektiv an diese Bedürfnisse anpassen können.

  • Grundlagen und Definitionen des Hyperkinetischen Syndroms
  • Diagnostische Verfahren und Klassifikationsmodelle (DSM-IV und ICD-10)
  • Analyse komorbider Störungen (kognitiv, emotional, sozial, körperlich)
  • Zusammenhang zwischen Hyperkinetik und Sprachentwicklungsstörungen (Aussprache, Semantik, Grammatik)
  • Praktische Ansätze zur Unterrichtsplanung und kooperativen Förderung im schulischen Umfeld

Auszug aus dem Buch

Gestörte Sprache und kognitive Struktur

Schaut man im Brockhaus-Lexikon (1997) unter dem Begriff ´Kognition´ nach, so gilt dieser als Sammelbezeichnung „für alle Prozesse und Strukturen, die mit dem Wahrnehmen und Erkennen zusammenhängen“ (ebd. Bd. 7, 398). Grohnfeldt (1993, 80) fügt dem hinzu, dass hierfür Faktoren der Aufmerksamkeit, Konzentration, Speicherkapazität sowie des anschaulichen und logisch-abstrakten Denkens bedeutsam werden – und all diese Bereiche machen die individuelle Lernvoraussetzung aus. Wir nähern uns in diesem Kapitel also einem sehr umfangreichen Gebiet!

Ein Forschungskreis konnte folgendes über die Verbosensomotorik, die sprachtragenden sensomotorischen Bereiche, herausfinden: sie teilt sich in fünf Variablen auf, nämlich in die Fähigkeiten zur visuellen, phonematischen, kinästhetischen, melodischen und rhythmischen Differenzierung (vgl. Breuer 1974 zit. nach ebd., 76). Und in verschiedenen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, „daß vor allem Stammler und Dysgrammatiker mit sensomotorischen Rückständen belastet sind, (...) daß das verbosensorische Niveau »ein Indikator für das Niveau der Lautsprache« (Weuffen 1980, 146) ist“ (ebd., 76).

Dieser Zusammenhang, welcher bei sensomotorischen Abläufen und Sprachentwicklungsstörungen nachgewiesen wurde, wird bei Sprache und Denken stark angenommen (vgl. Piaget 1972 zit. nach ebd., 80) – es ist zu erwarten, dass Störungen der Sprachentwicklung häufig mit Veränderungen der kognitiven Struktur einhergehen. Wie allerdings diese Beziehung zustande kommen könnte, ist nicht geklärt.

„Es ist zu vermuten, daß sich derartige regelkreisartig ablaufende Prozesse auf eine gemeinsame Verursachung zurückführen lassen, sei es schwerpunktmäßig im neurophysiologischen Bereich oder aufgrund beeinträchtigter familiärer und soziokultureller Bedingungen“ (ebd., 80).

Zusammenfassung der Kapitel

TERMINOLOGIE: Dieses Kapitel bietet einen historischen Abriss und beleuchtet die verschiedenen Bezeichnungen des Hyperkinetischen Syndroms, wobei die Schwierigkeit einer einheitlichen Definition betont wird.

SYMPTOMATIK: Hier werden die Primärsymptome (Hyperaktivität, Aufmerksamkeitsstörung, Impulsivität) sowie Begleitsymptome und der typische Entwicklungsverlauf über die Lebensspanne dargestellt.

DIAGNOSTIK: Das Kapitel vergleicht die Klassifikationssysteme DSM-IV und ICD-10, diskutiert diagnostische Methoden und verdeutlicht die Notwendigkeit einer differenzierten Differenzialdiagnostik.

EPIDEMIOLOGIE: Hier wird die Verbreitung des Syndroms beleuchtet, wobei auf kulturelle Aspekte, Prävalenzraten und die geschlechtsspezifische Verteilung eingegangen wird.

ÄTIOLOGIE: Es werden verschiedene medizinische und psychosoziale Erklärungsansätze für die Ursachen des Syndroms vorgestellt, wobei der Fokus auf neurologischen und genetischen Faktoren liegt.

KOMORBIDE STÖRUNGEN DES HYPERKINETISCHEN SYNDROMS: Ein Überblick über häufige Begleiterscheinungen, unterteilt in kognitive, emotionale, soziale und körperliche Defizite.

KOMORBIDE SPRACHENTWICKLUNGSSTÖRUNGEN: Das Kernkapitel der Arbeit, das lautsprachliche Aspekte (Aussprache, Semantik, Grammatik) sowie den Einfluss von Wahrnehmung und Motorik auf die Sprache bei hyperkinetischen Kindern analysiert.

SO WERDEN HYPERKINETISCHE KINDER WAHRGENOMMEN ...: Dieses Kapitel beleuchtet die subjektive Wahrnehmung der betroffenen Kinder aus Sicht von Lehrkräften, Mitschülern und den Kindern selbst.

PRINZIPIEN DER UNTERRICHTSPLANUNG UND –GESTALTUNG FÜR HYPERKINETISCHE KINDER UND JUGENDLICHE: Hier werden pädagogische Strategien und Maßnahmen für den Schulalltag abgeleitet, um hyperkinetische Kinder optimal zu fördern.

DAS KOOPERATIVE NETZ: Abschließend wird die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Eltern, Lehrern und außerschulischen Institutionen zur ganzheitlichen Unterstützung der Kinder begründet.

Schlüsselwörter

Hyperkinetisches Syndrom, ADHS, Sprachentwicklungsstörung, Komorbidität, Diagnostik, Symptomatik, Ätiologie, Sprachheilpädagogik, Unterrichtsplanung, kognitive Defizite, Wahrnehmung, Motorik, psychosoziale Situation, Förderung, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Hyperkinetischen Syndrom (ADHS) und untersucht gezielt die Komorbidität mit Sprachentwicklungsstörungen, um Wege der pädagogischen Förderung aufzuzeigen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit behandelt die Symptomatik, Diagnostik, Ätiologie sowie die psychosozialen und kognitiven Folgen des Syndroms, mit einem Schwerpunkt auf der sprachlichen Entwicklung und der schulischen Situation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Hyperkinetik und Sprachentwicklungsstörungen wissenschaftlich fundiert darzustellen und praxisnahe Ansätze für den Schulalltag zu entwickeln.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der aktuelle Studien und Klassifikationsmanuale (DSM-IV, ICD-10) herangezogen werden, um das Störungsbild systematisch zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Hyperkinetik sowie eine vertiefende Analyse der komorbiden Störungen, insbesondere der Sprachentwicklung in Bezug auf Aussprache, Semantik, Grammatik sowie Wahrnehmungs- und Motorikprozesse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Hyperkinetisches Syndrom, Sprachentwicklungsstörung, Komorbidität, Diagnostik, pädagogische Förderung und kognitive Defizite.

Wie beeinflusst die Motorik die Sprache bei hyperkinetischen Kindern?

Die Arbeit zeigt, dass Defizite in der Fein- und Serialmotorik komplexe Sprachprozesse wie die Artikulation und den Schriftspracherwerb (Handschrift) erschweren, da diese feinmotorische Sequenzen erfordern.

Warum ist die Kooperation mit Eltern und Kollegen so wichtig?

Aufgrund der vielschichtigen Problematik ist ein kooperatives Netz entscheidend, um konsistente pädagogische Maßnahmen zu etablieren, den Leistungsdruck zu mindern und das Störungspotential im Schulalltag durch einheitliche Strategien zu minimieren.

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Details

Title
Das Hyperkinetische Syndrom mit besonderer Betrachtung komorbider Sprachentwicklungsstörungen
College
University of Cologne  (Heilpädagogische Fakultät)
Grade
1.0
Author
Rainer Eierdanz (Author)
Publication Year
2001
Pages
95
Catalog Number
V27979
ISBN (eBook)
9783638298810
ISBN (Book)
9783638715621
Language
German
Tags
Hyperkinetische Syndrom Betrachtung Sprachentwicklungsstörungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rainer Eierdanz (Author), 2001, Das Hyperkinetische Syndrom mit besonderer Betrachtung komorbider Sprachentwicklungsstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27979
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