Kaum ein Thema erfährt derzeit mehr Beachtung im wissenschaftlichen Diskurs und der öffentlichen Diskussion wie das der Globalisierung. Gleichzeitig sind wenige Themen mit derart unterschiedlichen Prämissen, Inhalten und Wertungen besetzt. Diese Arbeit nähert sich dem „Streitfall“ Globalisierung zunächst über einige angebotenen Definitionen des Begriffs, um danach anhand aktueller Literatur einige der verbreitetsten Charakteristika der Globalisierung herauszuarbeiten. Ausgehend von den vorliegenden Positionen der Sozialwissenschaften zum Thema soll eine eigene Stellungnahme und Begriffsdefinition gefunden werden. Anhand eines konkreten Szenarios werden danach die Aus- und Wechselwirkungen der Globalisierung beleuchtet und politische Maßnahmen als Antwort auf diese Globalisierungs-Effekte diskutiert. Eine abschließende Stellungnahme ist der Relevanz des Themas in der journalistische Arbeit gewidmet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition des Globalisierungsbegriffs
3. Charakteristika der Globalisierung
3.1 Die Reichweite der Entwicklung
3.2 Das Ausmaß der Entwicklung
3.3 Rechtfertigung des Globalisierungsbegriffs
4 Auswirkungen der Globalisierungstendenzen
4.1 Auswirkungen auf politisches Handeln
4.2 Auswirkungen auf das Sozialgefüge
4.3 Globalisierungsfolgen in der Diskussion
5. Betroffene der Globalisierung
5.1 Nationale Regierungen
5.2 Supranationale Regierungsorganisationen
5.3 Soziale Gruppierungen
6 Globalisierungsthesen in der Kritik
6.1 Zur angenommenen Dimension der Globalisierung
6.2 Zum Ausmaß der Globalisierung
6.3 Zu den politischen Herausforderungen durch die Globalisierung
6.4 Zur Globalisierung im Spannungsfeld sozialer Gerechtigkeit
6.4.1 Befürworter wirtschaftsliberaler Globalisierung
6.4.2 Kritik einer wirtschaftsliberalen Globalisierung
6.5 Konsequenzen aus dem Status Quo der Globalisierung
6.6 Grundkonsens in der Globalisierungsdebatte
7. Globalisierung und Journalismus
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den „Streitfall“ Globalisierung, indem sie unterschiedliche Definitionen sowie die Charakteristika dieses Phänomens analysiert. Das primäre Ziel ist es, die Wechselwirkungen der Globalisierung auf Politik und Gesellschaft kritisch zu beleuchten, politische Handlungsspielräume zu diskutieren und die Relevanz des Themas für die journalistische Praxis einzuordnen.
- Vielfalt der Definitionsansätze zur Globalisierung
- Sozioökonomische Auswirkungen und Globalisierungsthesen
- Herausforderungen für Nationalstaaten und supranationale Akteure
- Globalisierung im Spannungsfeld sozialer Gerechtigkeit
- Rolle des Journalismus im globalisierten Kontext
Auszug aus dem Buch
3. Charakteristika der Globalisierung
Diesen und ähnlichen Definitionen ist gemeinsam, dass sie von der Globalisierung als einem Prozess, nicht von einem statischen, bereits vollendeten Zustand sprechen. Außerdem erscheint Globalisierung als ein vorrangig (oder ausschließlich) ökonomisches Phänomen: Motor der Entwicklung ist demnach die zunehmende weltweite Vernetzung von Märkten und Produktionsfaktoren, Marktteilnehmern und Kapital.
Allerdings wird diese Prämisse nicht von allen Autoren geteilt. So übernimmt beispielsweise Hermann Lübbe den Begriff wie selbstverständlich in den Kontext der Politik: „Die Erde wird zum politisch geschlossenen Raum, und „Globalisierung“ ist dafür das aktuelle, Theoriebildungsversuche bündelnde Stichwort“.
Andere Autoren bieten einen noch umfassenderen Globalisierungsbegriff an, der sowohl wirtschaftliche als auch soziale, kulturelle, technologische und ökologische Aspekte umfassen kann. So definiert etwa die Gruppe um David Held Globalisierung als ,,...einen historischen Prozess, in dessen Verlauf die Netzwerke und Systeme gesellschaftlicher Beziehungen sich räumlich ausdehnen und die menschlichen Verhaltensweisen, Aktivitäten sowie die Ausübung gesellschaftlicher Macht transkontinentalen (oder interregionalen) Charakter annehmen."
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität und den kontroversen Charakter der Globalisierung ein und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.
2. Definition des Globalisierungsbegriffs: Das Kapitel verdeutlicht, dass es keine allgemein anerkannte Definition gibt, sondern eine Vielfalt von Interpretationen, die von ökonomischer Vernetzung bis hin zu soziokulturellen Prozessen reichen.
3. Charakteristika der Globalisierung: Hier werden die prozesshaften Aspekte und die verschiedenen Erklärungsmodelle zur weltweiten Vernetzung analysiert.
4 Auswirkungen der Globalisierungstendenzen: Dieses Kapitel erörtert die konkreten Auswirkungen auf das politische Handeln und das soziale Gefüge innerhalb der Nationalstaaten.
5. Betroffene der Globalisierung: Es wird untersucht, wie nationale Regierungen, internationale Organisationen und soziale Gruppierungen als Akteure und Betroffene auf den Globalisierungsprozess reagieren.
6 Globalisierungsthesen in der Kritik: Eine kritische Auseinandersetzung mit der Dimension, dem Ausmaß und den Herausforderungen der Globalisierung, insbesondere im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit.
7. Globalisierung und Journalismus: Der abschließende Teil reflektiert, wie der Globalisierungsbegriff in der journalistischen Praxis genutzt wird und welche Bedeutung er für Wirtschaftsjournalisten hat.
Schlüsselwörter
Globalisierung, Nationalstaat, Weltwirtschaft, Global Governance, soziale Gerechtigkeit, wirtschaftsliberal, Denationalisierung, internationale Interdependenz, Journalismus, Gesellschaft, politische Steuerung, Standortwettbewerb, Transmigranten, Handelsbeziehungen, Wohlstand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem vielschichtigen Phänomen der Globalisierung und untersucht, wie dieses in Wissenschaft und Öffentlichkeit wahrgenommen und bewertet wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Begriffs, die ökonomischen und politischen Auswirkungen auf Nationalstaaten sowie die soziale Gerechtigkeit im Kontext der Globalisierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es, die Diskrepanzen in der Globalisierungsdebatte aufzuzeigen, politische Gegenmaßnahmen zu diskutieren und die Relevanz des Themas für den Journalismus zu klären.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und vergleicht verschiedene sozialwissenschaftliche Positionen zum Globalisierungsprozess.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Charakteristika der Globalisierung, ihre Auswirkungen auf das politische Handeln, die Akteure der Globalisierung sowie eine kritische Debatte über soziale Folgen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Globalisierung, Nationalstaat, Global Governance, soziale Gerechtigkeit und Standortwettbewerb charakterisiert.
Warum wird der Begriff „Streitfall Globalisierung“ verwendet?
Der Begriff unterstreicht, dass Globalisierung mit völlig unterschiedlichen Prämissen, Inhalten und Wertungen besetzt ist, die von der Wahrnehmung als Chance bis hin zur Bedrohung reichen.
Welche Rolle spielt die Politik nach Ansicht des Autors?
Der Autor argumentiert, dass die Politik regulierend eingreifen muss, um zu verhindern, dass die Lasten der Entwicklung ungleich verteilt werden und soziale Standards erodieren.
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- Hans-Joachim Birk (Author), 2004, Politik des 21. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27986