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Geist des Kapitalismus oder Faktor der Gesellschaftsbildung? Die Religionstheorien von Emile Durkheim und Max Weber im Vergleich

Titel: Geist des Kapitalismus oder Faktor der Gesellschaftsbildung? Die Religionstheorien von Emile Durkheim und Max Weber im Vergleich

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2013 , 17 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Anke Wartemann (Autor:in)

Soziologie - Allgemeines und Grundlagen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Hausarbeit werde ich mich mit zwei soziologischen Klassikern beschäftigen. Im Vergleich stehen Theorien von Max Weber und Emile Durkheim, die beide als Väter der Religionssoziologie angesehen werden. Beschäftigt man sich mit den Theorien beider Autoren, erkennt man schnell, dass man es mit einem weiten Themenkomplex zu tun hat. Zunächst gibt es verschiedenste Auffassunge davon, wie die Bedeutung der Religion in der Gesellschaft überhaupt zu definieren ist. Dabei gilt es herauszufinden, ob Religion nach Ansicht von Weber und Durkheim als etwas von der Gesellschaft Getrenntes angesehen werden kann bzw. ob Religion ein eher ein Phänomen ist das sich besser soziologisch oder psychologisch erklären lässt. Im ersten Teil werde ich die zentralen Ideen von Max Weber vorstellen und daran aufbauend seine Theorie zur Entwicklung des Kapitalismus in der modernen Gesellschaft betrachten. Im zweiten Teil werde ich mich mit Emile Durhkeim beschäftigen und auch hier die zentralen Ideen seiner Religionssoziologie vorstellen. Im Verlauf der Arbeit stellen sich folgende Fragen: Wie wird die Entstehung von Religion von beiden Autoren erklärt? Welche Entwicklungen gibt es in der Religion? Welcher Zusammenhang besteht bei Weber zwischen Religion und Kapitalismus? Kann Religion als etwas von der Gesellschaft getrenntes angesehen werden? Ziel dieser Arbeit ist es, diese Fragen aufzugreifen und Anhand der Aussagen der Autoren zu beantworten. In einem weiteren Teil soll die Frage geklärt werden, inwieweit die beiden Theorien miteinander vergleichbar sind. Abschliessend wird die auf die Frage eingegangen, ob sich die Theorien auch heute noch auf die Gesellschaft anwenden lassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Max Weber

2.1 Religionsbegriff nach Weber

2.1.1 Zentrale Ideen: Die Prothesantismusthese

2.2 Calvinismus

2.2.1 Der „Geist“ des Kapitalismus

2.3 Der Wandel zum Kapitalismus

3. Emile Durkheim

3.1 Religionsbegriff nach Durhkeim

3.1.1 Zentrale Ideen: Die Religionstheorie

3.2 Totemismus

3.2.1 Religion als Faktor der Gesellschaftsbildung

4. Vergleich Weber – Durkheim

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit setzt sich zum Ziel, die soziologischen Perspektiven von Max Weber und Emile Durkheim auf Religion und deren Verhältnis zur modernen Gesellschaft gegenüberzustellen. Dabei wird analysiert, wie beide Autoren Religion definieren, welche Rolle sie für die gesellschaftliche Entwicklung spielen und inwieweit ihre Theorien vergleichbar sind oder eine Brücke zwischen individuellen religiösen Bedürfnissen und kollektiven gesellschaftlichen Strukturen schlagen.

  • Vergleich der religionssoziologischen Ansätze von Max Weber und Emile Durkheim
  • Analyse der Weberschen Protestantismusthese und der Entwicklung des Kapitalismus
  • Untersuchung von Durkheims funktionalistischem Religionsbegriff und dem Totemismus
  • Gegenüberstellung von individuellem religiösen Handeln und kollektiven sozialen Zwängen
  • Diskussion über die heutige Anwendbarkeit der klassischen Theorien

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Religion als Faktor der Gesellschaftsbildung

Für Durkheim ist es also die Gesellschaft, die Religion hervorbringt: "In a general way, it is unquestionable that a society has all that is necessary to arouse the sensation of the divine in minds, merely by the power that it has over them; for to its members it ist what a god is to his worshippers." (Durkheim, in Hamilton S.100). Hervorgerufen und verstärkt wird das religiöse Gefühl durch körperliche und geistige Überreizung der sich versammelnden Menschen. Durkheim nennt diesen Zustand Ekstase oder Delirium (Durkheim, S.296-301, 310f.). Zudem geht er davon aus, das die Religion nichts Selbständiges ist, sondern lediglich das Spiegelbild der Gemeinschaft die sie pflegt (Durkheim, S. 563). Dies wird von Durkheim wie folgt beschrieben: " Die Religion ist vor allem ein Begriffssystem, mit dessen Hilfe sich die Menschen die Gesellschaft vorstellen, deren Mitglieder sie sind... Die religiösen Vorstellungen sind Kollektivvorstellungen, die Kollektivwirklichkeiten ausdrücken" (Durkheim, S.28). Er verweist auch auf die Tatsache, das religiöse Symbole die Gesellschaft zusammenhalten. Dies geschieht, indem in den religiösen Symbolen die Grundlage des Sozialen selbst zum Ausdruck kommt. In der Praxis bedeutet diese Theorie, das soziales Leben ohne religiöse Riten und Strukturen sind Symbole kaum funktionieren würde. Die Symbole verdeutlichen, bzw. verbildlichen die Funktion die Religion für die Erhaltung der Gesellschaft hat (In diesem Sinne bei König, S.45). Durkheim definiert Religion deshalb als funktionalistisch. Seiner Meinung nach würde quasi jede Gesellschaft ohne Religion zerfallen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der beiden soziologischen Klassiker und Definition der Forschungsfragen hinsichtlich des Verhältnisses von Religion und Gesellschaft.

2. Max Weber: Analyse von Webers Religionsverständnis, insbesondere im Hinblick auf die Protestantismusthese und die Entstehung des modernen Kapitalismus.

2.1 Religionsbegriff nach Weber: Erörterung der substanzialistischen Herangehensweise Webers und der Bedeutung von Sinnstiftung und religiösem Handeln.

2.1.1 Zentrale Ideen: Die Prothesantismusthese: Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen religiösen Normen und gesellschaftlichen Bereichen wie der Wirtschaft.

2.2 Calvinismus: Beleuchtung der Prädestinationslehre und deren Bedeutung für die Entstehung eines spezifischen Berufsethos.

2.2.1 Der „Geist“ des Kapitalismus: Beschreibung der kapitalistischen Gesinnung als Ausdruck ethischer, durch Religion beeinflusster Lebensführung.

2.3 Der Wandel zum Kapitalismus: Betrachtung der Transformation des Berufsethos und der zunehmenden Rationalisierung jenseits religiöser Begründung.

3. Emile Durkheim: Einführung in Durkheims funktionalistisches Modell der Religion als Spiegelbild der Gesellschaft.

3.1 Religionsbegriff nach Durhkeim: Definition von Religion als System heiliger Überzeugungen zur Sicherung sozialer Solidarität.

3.1.1 Zentrale Ideen: Die Religionstheorie: Darstellung der Theoriebildung zur sozialen Funktion von Religion.

3.2 Totemismus: Analyse der Ursprünge religiöser Kategorien am Beispiel der australischen Aborigines.

3.2.1 Religion als Faktor der Gesellschaftsbildung: Erläuterung der Bedeutung von Symbolen und Riten für den Zusammenhalt und die Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung.

4. Vergleich Weber – Durkheim: Gegenüberstellung der individuumszentrierten Theorie Webers und der kollektivzentrierten Perspektive Durkheims.

5. Fazit: Kritische Würdigung der Theorien unter Berücksichtigung moderner Erkenntnisse und ihrer anhaltenden Relevanz.

Schlüsselwörter

Religionssoziologie, Max Weber, Emile Durkheim, Protestantismusthese, Kapitalismus, Totemismus, funktionalistische Religion, soziale Solidarität, innerweltliche Askese, Prädestinationslehre, Kollektivvorstellungen, Rationalisierung, Religionsentwicklung, Idealtypus, soziale Ordnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit einem religionssoziologischen Vergleich der Theorien von Max Weber und Emile Durkheim, um deren unterschiedliche Perspektiven auf das Verhältnis von Religion und Gesellschaft aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Verbindung von Religion und Kapitalismus bei Weber sowie die funktionalistische Betrachtung von Religion als Ausdruck gesellschaftlicher Solidarität bei Durkheim.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Konzepte der beiden Klassiker aufzuarbeiten und die Forschungsfrage zu klären, wie Religion die Entwicklung der modernen Gesellschaft beeinflusst hat und ob diese Theorien heute noch anwendbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die vergleichende Literaturanalyse, indem sie die zentralen Werke beider Autoren gegenüberstellt und die jeweiligen theoretischen Grundlagen (substanzialistisch vs. funktionalistisch) analysiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden nacheinander die Theorien Webers (einschließlich Calvinismus und Kapitalismus) und Durkheims (einschließlich Totemismus und funktionalistische Religion) detailliert vorgestellt und anschließend direkt miteinander verglichen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Religionssoziologie, Kapitalismus, Protestantismusthese, Totemismus, Rationalisierung und soziale Integration.

Warum spielt der Calvinismus für Weber eine so zentrale Rolle?

Der Calvinismus ist für Weber ausschlaggebend, da er durch die Prädestinationslehre einen psychologischen Druck erzeugte, der in einer „innerweltlichen Askese“ und einer disziplinierten Berufsethik mündete, welche wiederum den Kapitalismus förderte.

Wie unterscheidet Durkheim zwischen Religion und Gesellschaft?

Für Durkheim sind diese nicht getrennt; er vertritt die Ansicht, dass Religion das Spiegelbild der Gesellschaft ist. Die Gesellschaft nutzt religiöse Symbole und Riten, um sich selbst darzustellen und ihren Zusammenhalt zu sichern.

Warum kritisiert die Autorin beide Ansätze im Fazit?

Die Autorin weist darauf hin, dass einige Annahmen, besonders Durkheims Auslegung des Totemismus, durch heutige Forschungsergebnisse angezweifelt werden und die Theorien teilweise als historisch konstruiert betrachtet werden müssen.

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Details

Titel
Geist des Kapitalismus oder Faktor der Gesellschaftsbildung? Die Religionstheorien von Emile Durkheim und Max Weber im Vergleich
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Kultur- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Klassische Perspektiven auf die moderne Gesellschaft
Note
2,0
Autor
Anke Wartemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
17
Katalognummer
V279951
ISBN (eBook)
9783656732563
ISBN (Buch)
9783656732570
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Soziologie Durkheim Weber moderne Gesellschaft klassische Theorien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anke Wartemann (Autor:in), 2013, Geist des Kapitalismus oder Faktor der Gesellschaftsbildung? Die Religionstheorien von Emile Durkheim und Max Weber im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279951
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Leseprobe aus  17  Seiten
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