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Die "Berliner Schule", Filmmusik und Angela Schanelec

Warum die "Berliner Schule" den Soundtrack liebt und hasst

Título: Die "Berliner Schule", Filmmusik und Angela Schanelec

Trabajo Escrito , 2012 , 17 Páginas , Calificación: 14

Autor:in: Bachelor of Arts Anna-Theresa Lienhardt (Autor)

Filmología
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Über das schwierige Verhältnis zwischen den Filmen der Berliner Schule und der Filmmusik. Mit besonderer Beachtung der Regisseurin Angela Schanalec und ihrem Film »Orly« aus dem Jahr 2010.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in die Filmmusik

3. Die „Berliner Schule“ und ihre Einstellung zur Filmmusik

3.1 Gründe für die Ablehnung einer Filmmusik

3.2 Voraussetzungen für den Einsatz von Filmmusik

4. Filmmusik in „Orly“

4. 1 Inhaltsangabe zu „Orly“

4.2 Hintergründe zu der Verwendung von Filmmusik in der Sequenz 00:56:15 (h:min:sec) – 01:00:12 (h:min:sec) in „Orly“

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das paradoxe Verhältnis der „Berliner Schule“ zur Filmmusik, wobei insbesondere die ästhetischen Prinzipien der Regisseurin Angela Schanelec im Fokus stehen, um zu ergründen, warum dieser Regiestil den Einsatz von Musik oft verweigert oder spezifisch reguliert.

  • Grundlagen und Funktionen der Filmmusik
  • Die kritische Haltung der „Berliner Schule“ gegenüber filmmusikalischen Manipulationen
  • Die Rolle des Originaltons und der intradiegetischen Musik
  • Analyse der Musikverwendung in Angela Schanelecs Film „Orly“

Auszug aus dem Buch

4.2 Hintergründe zu der Verwendung von Filmmusik in der Sequenz 00:56:15 (h:min:sec) – 01:00:12 (h:min:sec) in „Orly“

In der Sequenz von 00:56:15 (h:min:sec) bis 01:00:12 (h:min:sec) aus dem Film „Orly“ begegnen sich zwei Reisende – Sabine und ein junger, deutscher Mann – zufällig in einem Flughafengeschäft. Nachdem sie fast gleichzeitig das Geschäft verlassen haben, werfen sie sich vereinzelt Blicke zu, während sie sich ihren Weg durch die Menschenmasse bahnen. Sabine verschwindet aus dem Bild, der junge Mann setzt sich zu seiner Freundin, die bald darauf beginnt, ihm aus einem Buch vorzulesen.38

Die Tonspur dieser Sequenz ist mit dem Song „Remember Me“ der Sängerin Cat Power unterlegt, welcher sich unter die üblichen Geräusche des Flughafens mischt, aber trotzdem auffällig zwischen ihnen hervortritt. Dieses Lied bestand bereits vor der Entstehung des Films und obwohl es sich also um einen „Song aus der Konserve“39 handelt, ist die Spottting Session an dieser Stelle sehr gut gelungen. Die Musik setzt mit nur einer Note in dem Moment ein, in welchem sich die Blicke von dem jungen Mann und Sabine das erste Mal in 00:56:23 (h:min:sec) treffen und endet in 01:00:08 (h:min:sec), indem sie langsam zwischen den Originalgeräuschen des Flughafens zurücktritt, während auch der junge Mann und seine Freundin immer wieder hinter den vorbeilaufenden Menschen verschwinden.40

„Remember Me“ ist ein von Cat Power gecoverter Titel des Interpreten Otis Redding und besteht im Detail nur aus Klavierspiel und Gesang, der Rhythmus ist langsam und es gibt vereinzelt Pausen. Diese Beschaffenheit gibt dem Song im Film etwas zeitloses, was man normalerweise als Attribut der komponierten Stücke betrachtet. Es wird demnach erkenntlich, dass „Remember Me“ kein klassisches Konservenlied darstellt, sondern in vielerlei Hinsicht den Klischees widerspricht. Ein weiteres Charakteristikum ist, dass der Song im Film extradiegetisch eingesetzt wird und nur der Zuschauer den Soundtrack wahrnehmen kann. Diese Eigenschaften der Filmmusik weisen darauf hin, dass die Musikdramaturgie an dieser Stelle dazu eingesetzt wird, die Szene zu polarisieren, was bedeutet, „eine an sich neutrale Szene (...) mit Musik einzufärben“41 und dem „Bild oder einer Szene, die keine eindeutige Aussage haben, eine emotionale Richtung“42 zu verleihen. In der genannten Sequenz kommt der Filmmusik die Funktion des Polarisierens zu und kann dem Rezipienten Hinweise dafür liefern, dass eigentlich mehr geschieht, als auf dem Bild zu sehen ist43, sie verleiht dem Film an dieser Stelle eine Mehrdimensionalität. Sie betont den Moment, in welchem sich der junge Mann und Sabine in diesem Durcheinander des Flughafens begegnen ohne zu reden und ohne, dass viel dabei passiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Filmmusik ein und definiert das Untersuchungsfeld, welches die kritische Haltung der Regisseure der „Berliner Schule“ zur klassischen Filmmusik beleuchtet.

2. Einführung in die Filmmusik: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Filmmusik, ihre dramaturgischen Funktionen und die Differenzierung zwischen komponierter Musik und Musik aus der Konserve.

3. Die „Berliner Schule“ und ihre Einstellung zur Filmmusik: Hier werden die Gründe für die bewusste Ablehnung konventioneller Filmmusik durch die „Berliner Schule“ analysiert und die Bedingungen untersucht, unter denen diese Regisseure dennoch Musik einsetzen.

4. Filmmusik in „Orly“: Das Kapitel bietet eine detaillierte Fallstudie zur Sequenzanalyse in Angela Schanelecs Film „Orly“ und untersucht die spezifische Wirkung des eingesetzten Songs.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die „Berliner Schule“ trotz ihrer prinzipiellen Vorbehalte Filmmusik als signifikantes, wenn auch sparsam eingesetztes Mittel zur emotionalen Akzentuierung nutzt.

Schlüsselwörter

Filmmusik, Berliner Schule, Angela Schanelec, Orly, Filmtheorie, Filmmusikdramaturgie, Intradiegetisch, Extradiegetisch, Narration, Rezeption, Filmmusik-Analyse, Originalton, Tonspur, Ästhetik, Konservenmusik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das komplexe und teilweise widersprüchliche Verhältnis der Regisseure der „Berliner Schule“ zur Filmmusik und untersucht, wie und warum diese Filmemacher mit dem konventionellen Einsatz von Musik brechen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Felder sind die Dramaturgie der Filmmusik, die Abgrenzung von diegetischer und extradiegetischer Musik sowie die spezifische Inszenierungsweise der „Berliner Schule“ im Vergleich zur klassischen Filmproduktion.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu verstehen, warum die „Berliner Schule“ Filmmusik oft ablehnt oder kritisch betrachtet und welche alternativen Strategien – wie die Nutzung von Originalton – sie stattdessen verfolgt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine wissenschaftliche theoretische Einführung sowie eine exemplarische Sequenzanalyse eines Filmausschnitts, um die praktische Anwendung der theoretischen Überlegungen zu demonstrieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Einführung in die Filmmusik, eine Abhandlung über die ästhetischen Ablehnungsgründe der „Berliner Schule“ und eine detaillierte Untersuchung der Filmmusikverwendung im Film „Orly“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Filmmusik, Berliner Schule, Angela Schanelec, diegetische Musik, Filmmusikdramaturgie sowie die Analyse filmischer Narration.

Warum gilt die Verwendung von „Remember Me“ in „Orly“ als außergewöhnlich?

Der Song ist das einzige Musikstück, das im gesamten Film zu hören ist, was ihm eine hohe symbolische Wichtigkeit und eine bewusste Schlüsselstellung im Erzählfluss verleiht.

Inwiefern bricht Angela Schanelec in „Orly“ mit ihren eigenen Prinzipien?

Während sie 2001 noch betonte, dass Musik kein Hilfsmittel zur Emotionsförderung sein dürfe, setzt sie in „Orly“ bewusst ein extradiegetisches Musikstück ein, um die Sequenz zu emotionalisieren, was eine Entwicklung ihrer Arbeitsweise verdeutlicht.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Die "Berliner Schule", Filmmusik und Angela Schanelec
Subtítulo
Warum die "Berliner Schule" den Soundtrack liebt und hasst
Universidad
University of Marburg
Calificación
14
Autor
Bachelor of Arts Anna-Theresa Lienhardt (Autor)
Año de publicación
2012
Páginas
17
No. de catálogo
V279975
ISBN (Ebook)
9783656738329
ISBN (Libro)
9783656738312
Idioma
Alemán
Etiqueta
berliner schule filmmusik angela schanelec warum soundtrack
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Bachelor of Arts Anna-Theresa Lienhardt (Autor), 2012, Die "Berliner Schule", Filmmusik und Angela Schanelec, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279975
Leer eBook
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Extracto de  17  Páginas
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