Der synoptische Vergleich der Perikope „Jesu Grablegung“ in den Evangelien des Markus, Matthäus und Lukas


Essay, 2014
12 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Die Perikopen Mk 15,42-47; Mt 27,5-61 und Lk 23,50-56 im Vergleich, insbesondere in Bezug auf Gemeinsamkeiten
2.1 Die Perikope des Markusevangeliums
2.2 Die Perikope des Matthäusevangeliums
2.3 Die Perikope des Lukasevangeliums

3. Unterschiede zwischen den drei Perikopen
3.1 Matthäus und Markus um Vergleich
3.2 Lukas und Markus im Vergleich

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Tabelle zum synoptischen Vergleich

1. Einleitung

Der in diesem Essay behandelte synoptische Vergleich bezieht sich auf die Perikope der Grablegung Jesu. Diese stellt den letzten Teil der Passionsgeschichte dar. Als Bibelausgabe wurde die Lutherübersetzung in der überarbeiteten Ausgabe von 1984 genutzt. Verglichen werden die Evangelien des Markus, Matthäus und Lukas. Diese werden aufgrund ihrer Gemeinsamkeiten synoptische Evangelien bezeichnet. Da das Johannesevangelium nicht zu den synoptischen Evangelien gehört, bleibt es in dieser Arbeit unberücksichtigt.

In der deutschen Forschung hat sich seit vielen Jahren die Annahme durchgesetzt, nach der Markus der älteste Evangelist war (man spricht auch von der Priorität des Markusevangeliums1). Sein Evangelium diente Matthäus und Lukas, der „Zwei- Quellen-Theorie“ zur Folge, als Grundlage. Zudem wird angenommen, dass die beiden Seitenreferenten zusätzlichen Zugang zu der Logienquelle Q sowie weiteren Sondergütern hatten. Dieses Essay beruft sich auf die „Zwei-Quellen-Theorie“ und will anhand der Gemeinsamkeiten und Unterschiede die Theorie belegen.

Als Vorlage diente das Werk „Exegese des Neuen Testaments“ von Herrn Ebner und Heininger. Der erste Teil dieser Arbeit befasst sich zunächst mit den Gemeinsamkeiten der Perikopen. Im darauffolgenden Schritt erfolgt dann eine Bearbeitung der Unterschiede zwischen den Bibelstellen. Zur besseren Übersichtlichkeit befindet sich im Anhang eine Tabelle der zu vergleichenden Textstellen. Die Gemeinsamkeiten und Unterschiede sind dort, gemäß dem Beispiel von Herrn Martin Ebner und Bernhard Heininger, farbig markiert.

2. Die Perikopen Mk 15,42-47; Mt 27,5-61 und Lk 23,50-56 im Vergleich, insbesondere in Bezug auf Gemeinsamkeiten

2.1 Die Perikope des Markusevangeliums

Die Perikope der Grablegung Jesu ist eine der letzten drei innerhalb des Markusevangeliums. Sie befindet sich in Kapitel 15 nach der Kreuzigung und dem Tod Jesu. Das 15. Kapitel beschreibt die Verurteilung Jesu, seine Kreuzigung, den darauffolgenden Tod, seine Grablegung und schlussendlich seine Auferstehung und Himmelfahrt.

Mk 15,42 - 47 erzählt wie Josef von Arimathäa am Abend des Rüsttages2zu Pilatus geht und ihn um die Herausgabe des Leichnams Jesu bittet. Pilatus, verwirrt und irritiert aufgrund des schnellen Todes Jesu3, entsendet einen Hauptmann um sich zu vergewissern, dass er wirklich verstorben ist.4Nach dessen Bestätigung erlaubt Pilatus die Übergabe des Leichnams Jesu an Josef. Dieser wickelt den leblosen Körper ein und setzt ihn in einem Felsengrab bei. Dieses wird mithilfe eines Steines versiegelt. Zur gleichen Zeit beobachten Maria von Magdala sowie Maria, die Mutter von Joses, die Beisetzung.5

Besondere Betonung liegt bei Markus auf der konkret zeitlichen Angabe (am Abend des Rüsttags, dem Tag vor dem Schabbat) und der Beschreibung Josefs (als angesehenen Ratsherrn der auf das Reich Gottes warte). Ebenso explizit erwähnt wird Josefs Handlung vom Erwerb des Leinentuches.

2.2. Die Perikope des Matthäusevangeliums

Im Gegensatz zum Evangelium des Markus, ist die Perikope Mt 27,57-61 eine der vier letzten Verse des Matthäus. Während bei Markus sich die Auferstehung Jesu an die Grablegung anschließt, beschreibt Matthäus noch „Die Bewachung des Grabes“.Die Perikope bei Matthäus beschreibt, ähnlich wie bei Markus, wie ein Mann namens Josef aus Arimathäa, der ein Jünger Jesu sei6, am Abend zu Pilatus schreitet und ihn um den Leib Jesu bittet. Josef erhält diesen und wickelt ihn in ein Leinentuch um ihn im Anschluss in ein Felsengrab zu legen. Auch dieses Mal wird das Grab mithilfe eines großen Felsen verschlossen. Danach verlässt Josef das Grab. Zur selben Zeit sitzen Maria von Magdala sowie eine weitere Maria dem Grab gegenüber.

Betont werden bei Matthäus insbesondere der wohlhabende Josef aus Arimathäa sowie das Grab. Dieses ist das persönliche Grab von Josef, welches er erst vor kurzem für sich selbst („[…] und legte ihn in sein eigenes neues Grab[…] Mt 27,60) in den Felsen treiben ließ. Ebenso liegt eine Betonung auf dem reinen Leinentuch.7

2.3 Die Perikope des Lukasevangeliums

Lukas reiht seine Darstellung der Grablegung wie Markus und Matthäus nach der Kreuzigung Jesu, sowie vor der Auferstehung und Offenbarung ein. Sie bildet die viertletzte Perikope innerhalb seines Evangeliums.

Lukas beschreibt wie Josef, der aus Arimathäa stammt, zu Pilatus geht und um den Leichnam Jesu bittet, welchen er dann in ein Felsengrab legt. Das ganze geschieht am Rüsttag. Zudem folgen ihm mehrere Frauen. Diese kommen aus Galiläa und betrachten wie Jesus bestattet wird. Daraufhin gehen die Frauen und bereiten Öle und Salben vor. Am Schabbat legen sie dann, dem Gesetz nach, ihre Arbeit nieder.8 Besonders hervorgehoben sind bei Lukas die Frömmigkeit des Josef, seine Missbilligung der Verurteilung und Kreuzigung Jesu sowie seine Herkunft aus Arimathäa (einer Stadt der Juden). Weiterhin das Warten auf das Reich Gottes sowie die Präparation der Öle und Salben bevor der Schabbat anbrach, an welchem sie dann, aufgrund ihrer religiösen Überzeugung, ruhten.

[...]


1Ebner, Martin: Exegese des Neuen Testaments, Paderborn ²2007, S. 152.

2Der Rüsttag ist der Freitag vor dem Beginn des Schabbats. Der Schabbat beginnt am Freitag mit Anbruch der Dunkelheit und endet Samstag mit Anbruch der Dunkelheit. Der Rüsttag dient zur Vorbereitung des Schlusstags, da mit Einbruch der Dunkelheit sämtliche Aktivitäten verboten sind. Vgl. Peter Dschulnigg: Das Markusevangelium, Theologischer Kommentar zum Neuen Testament 2, Stuttgart 2007, S. 104f. Im Folgenden zitiert als Dschulnigg: Markus.

3Jesu wurde am selben Freitag gekreuzigt und verstarb innerhalb weniger Stunden noch vor Anbruch der Dunkelheit und somit vor Beginn des Schabbats. Der Tod eines zur Kreuzigung Verurteilten ereignete sich jedoch nicht innerhalb weniger Stunden, sondern setzte in der Regel erst nach mehreren Tagen ein. Vgl. Friedrich Hauck: Das Evangelium des Markus, Theologischer Handkommentar zum Neuen Testament 2, Leipzig 1931, S.191.

4 Peter Dschulnigg zufolge sollte damit ein möglicher Scheintod ausgeschlossen werden. Vgl. Dschulnigg: Markus, S. 408.

5Maria von Magdala sowie Maria, die Mutter des Joses, begleiteten und dienten Jesu auf seiner Reise durch Galiläa. Vgl. Mk 15,41.

6Als Jünger werden im Christentum die „Schüler“ Jesus bezeichnet. Sie begleiteten ihn auf seinen Reisen und unterstanden seiner Autorität. Dem NT nach sind sämtliche Christen als Jünger zu bezeichnen. Vgl.

Stichwort: Jünger http://www.bibelwissenschaft.de/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-

bibeltext/bibelstelle/Matth%C3%A4us%2027%2C%2057/bibel/text/lesen/ch/44f6c0e76a09b94ceec5802c d5881963/ 2014-08-19

7Im Judentum dient die Bestattung eines Toten um ihm Ehre zu erweisen und um sich seine Existenz im Gedächtnis zu erhalten. Vgl. Jens Schröter und Jürgen K. Zangenberg: Texte zur Umwelt des Neuen Testaments. Tübingen ³2013, S.501. (Im Folgenden zitiert als Schröter: Texte zur Umwelt)

8Diese Stelle bezieht sich auf den bereits erwähnten Feiertag des Schabbats, an dem sämtliche Tätigkeiten verboten sind.

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Details

Titel
Der synoptische Vergleich der Perikope „Jesu Grablegung“ in den Evangelien des Markus, Matthäus und Lukas
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Evangelisch Theologisches Institut)
Veranstaltung
Einführung in die Exegese
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V279996
ISBN (eBook)
9783656738961
ISBN (Buch)
9783656738893
Dateigröße
456 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jesu Grablegung, Jesus, Jesu, Grab, Grablegung, Exegese, Synoptischer Vergleich, Synoptiker, Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Zwei-Quellen-Theorie, Logienquelle Q, Logienquelle
Arbeit zitieren
Falk Eckhoff (Autor), 2014, Der synoptische Vergleich der Perikope „Jesu Grablegung“ in den Evangelien des Markus, Matthäus und Lukas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279996

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