Obwohl der Anteil der rauchenden Schweizer Bevölkerung seit einigen Jahren einen schwach rückläufigen Trend aufweist, besteht angesichts der Gesundheitsschäden, die durch das Rauchen ausgelöst werden, immer noch Handlungsbedarf. Dies ins-besondere im Hinblick auf die Tatsache, dass im Jahr 2010 praktisch jeder vierte Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren rauchte (Radtke, Keller, Krebs, & Hornung, 2011).
In der vorliegenden Arbeit wird Literatur der letzten 20 Jahre vorgestellt, die sich mit dem Thema Rauchbeginn bei Jugendlichen befasst hat. Dabei werden so-wohl Faktoren präsentiert, die den Rauchbeginn bei Jugendlichen fördern, wie auch solche, die den Rauchstart hemmen. Zusätzlich werden mögliche Wirkmechanismen diskutiert und aus den Befunden Schlussfolgerungen für Präventionsmassnahmen abgeleitet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Definitionen
2.1.1 Jugendalter
2.1.2 Prävention
2.2 Theorie des geplanten Verhaltens
2.3 Stufen des Suchtbeginns
3 Prädiktoren des Rauchbeginns
3.1 Soziodemographische Prädiktoren
3.2 Soziale Prädiktoren
3.2.1 Freunde
3.2.2 Familie
3.2.3 Rauchen in Filmen
3.3 Intrapersonale Prädiktoren
3.3.1 Stress
3.3.2 Neugierde
3.3.3 Einstellungen, Intentionen, Wissen
3.3.4 Selbstkonsistenz, Selbsterhöhung
3.4 Verhaltensbezogene Prädiktoren
4 Schutzfaktoren
4.1 Soziale Schutzfaktoren
4.2 Intrapersonale Schutzfaktoren
4.2.1 Selbstwirksamkeitserwartung
4.2.2 Einstellungen und geplantes Verhalten
4.2.3 Weitere intrapersonale Schutzfaktoren
5 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Mechanismen und Hintergründe, die Jugendliche zum Beginn des Zigarettenkonsums bewegen, sowie protektive Faktoren, die einen Rauchbeginn hemmen können, um daraus Erkenntnisse für präventive Maßnahmen abzuleiten.
- Psychosoziale Einflussfaktoren auf das Rauchverhalten im Jugendalter
- Modelle zur Suchtentwicklung und zum geplanten Verhalten
- Differenzierung zwischen Risiko- und Schutzfaktoren (sozial sowie intrapersonal)
- Analyse aktueller wissenschaftlicher Studien zur Tabakkonsum-Initiation
- Praktische Implikationen für die primäre Prävention
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Rauchen in Filmen
Nebst den Personen, mit denen wir häufig und direkt interagieren, können uns auch medial vermittelte Vorbilder oder gar erfundene Charakteren beeinflussen. Dies zeigte eine Studie von Dalton et al. (2003), die 2‘603 Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren ohne jegliche Erfahrungen mit Zigaretten befragt haben. Zu Messzeitpunkt 1 wurde erfasst wie stark die Jugendlichen bisher rauchenden Personen in Filmen ausgesetzt gewesen waren. Zu diesem Zweck mussten die befragten Personen angeben, welche Filme aus einer Liste von 50 Vorschlägen sie mindestens einmal gesehen hatten.
Die Resultate zeigten einen klaren Zusammenhang zwischen der Anzahl gesehener Rauchszenen zu Messzeitpunkt 1 und der Aufnahme der Rauchgewohnheit zu Messzeitpunkt 2. Dieser Zusammenhang blieb in gemilderter Form auch bestehen, wenn sämtliche erhobenen Kovariablen mit in die Berechnung einbezogen wurden. Verglich man die Jugendlichen im Quartil mit den wenigsten gesehenen Rauchszenen mit denjenigen in den anderen drei Quartilen, so zeigte sich für die stärker ausgesetzten Personen eine zwei bis drei Mal so grosse Wahrscheinlichkeit, im Zeitraum bis zur zweiten Befragung mit dem Rauchen begonnen zu haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die rückläufige, aber stagnierende Tendenz des Raucheranteils bei Jugendlichen in der Schweiz und definiert das Ziel der Arbeit, Mechanismen des Rauchbeginns zu beleuchten.
2 Theoretischer Hintergrund: Erläutert zentrale Begriffe wie Jugendalter und Prävention sowie theoretische Modelle wie die Theorie des geplanten Verhaltens und Stufenmodelle des Suchtbeginns.
3 Prädiktoren des Rauchbeginns: Analysiert verschiedene soziale, intrapersonale und verhaltensbezogene Faktoren, die den Einstieg in den Tabakkonsum begünstigen.
4 Schutzfaktoren: Untersucht Faktoren, die Jugendliche vor dem Rauchbeginn bewahren können, unterteilt in soziale und intrapersonale Aspekte.
5 Diskussion: Fasst die Studienergebnisse zusammen, reflektiert methodische Einschränkungen und leitet daraus konkrete Vorschläge für zukünftige Präventionsmaßnahmen ab.
Schlüsselwörter
Zigarettenkonsum, Jugendliche, Prävention, Rauchbeginn, Suchtentwicklung, Theorie des geplanten Verhaltens, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Soziodemographische Prädiktoren, Selbstwirksamkeit, Sozialkompetenz, Stress, Rauchen in Filmen, Gesundheitspsychologie, Tabakkonsum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der verschiedenen Faktoren und psychologischen Mechanismen, die dazu führen, dass Jugendliche mit dem Rauchen von Zigaretten beginnen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Identifikation von Risikofaktoren (z.B. soziale Einflüsse, Stress) sowie von Schutzfaktoren, die den Rauchstart verhindern können.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, auf Basis der ausgewerteten Literatur Erkenntnisse für die Konzeption und Umsetzung zukünftiger primärpräventiver Maßnahmen zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die verschiedene quantitative und qualitative Studien der letzten 20 Jahre analysiert und vergleicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben theoretischen Modellen (wie der Theorie des geplanten Verhaltens) detailliert soziodemographische, soziale, intrapersonale und verhaltensbezogene Prädiktoren für das Rauchverhalten dargestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Zigarettenkonsum, Prävention, Rauchbeginn, Schutzfaktoren, Risikofaktoren und Gesundheitspsychologie.
Welche Rolle spielt die Familie im Vergleich zu Freunden?
Während Freunde oft in der Anfangsphase einen größeren Einfluss haben, zeigt die Arbeit, dass in fortgeschrittenen Stadien der Suchtentwicklung die elterliche Norm und das Rauchverhalten der Eltern eine signifikante Bedeutung gewinnen.
Wie beeinflusst das Thema "Rauchen in Filmen" Jugendliche?
Die Arbeit stellt Studien vor, die belegen, dass die Exposition gegenüber rauchenden Filmcharakteren die Wahrscheinlichkeit für einen späteren Rauchbeginn signifikant erhöht, selbst nach Kontrolle anderer Faktoren.
Können Implementierungsintentionen den Rauchstart verhindern?
Die Arbeit weist darauf hin, dass Implementierungsintentionen ("Wenn-dann-Pläne") als Instrument zur Verhaltenssteuerung diskutiert werden, wobei die empirische Evidenz in den untersuchten Studien zwar einen positiven Trend zeigt, aber noch keine durchgehend signifikanten Ergebnisse liefert.
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- Nadja Ott (Autor), 2012, Zigarettenkonsum bei Jugendlichen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280042