Verkehrsinfrastruktur, Renovierung und Bau von Verwaltungsgebäuden, Restaurierung von Schulen und Kindergärten, Abfallentsorgung, Energieversorgung und Abwassereinigung – die Liste der Aufgaben des Staates, der Kommunen und der Städte ist lang und das Geld ist knapp. In Zeiten leerer Kassen sind neue Lösungen gefragt, um diese Aufgaben zu bewältigen. Oder starke Partner, mit denen insbesondere Städte und Gemeinden die Anforderungen gemeinsam erfüllen können, die an sie gestellt sind. Warum nicht Unternehmen Arbeit beschaffen durch die Vergabe von Aufträgen? Diese könnten die Aufgaben aufgrund ihrer Erfahrung kostengünstiger, schneller und effizienter erfüllen- so wäre die Wirtschaft angekurbelt, Unternehmen in soziale Verantwortung miteinbezogen und Aufgaben erfüllt. Eine win-win Situation, lohnend für alle Beteiligten. „Public Private Partnerships“ oder auch „Öffentlich Private Partnerschaften“ funktionieren genau nach diesem Konzept. Doch wie viel Nutzen ziehen die jeweiligen Partner tatsächlich aus dieser Kooperation? Und gibt es tatsächlich auf beiden Seiten nur Vorteile? Sind Public Private Partnerships die Lösung für all die Probleme und Geldnöte der Städte und Kommunen? Ob die Formel des PPP tatsächlich so erfolgversprechend und einfach ist wie ihre Theorie, soll in dieser Arbeit durch verschiedenste Argumente und Zahlen geprüft werden.
Inhaltsverzeichnis
1. PPP- und alle gewinnen?
2. Der Werdegang der Public Private Partnerships
2.1. Definition der PPPs
2.2. Verschiedene ÖPP Modelle
3. Public Private Partnerships in der Anwendung
3.1. Anwendungsfelder und Investitionsvolumen von PPPs
3.2. Gründe der Partner zur Beteiligung an PPPs
3.2.1. Motivation der öffentlichen Hand
3.2.2. Anreize aus Sicht der Unternehmen
3.3. Risiken von PPPs
3.4. Eingriff des Staates
4. PPP in der Praxis
4.1. Der Bauhof in Erlangen
4.1.1. Kritische Betrachtung des Projektes
5. PPP- Konzept der Zukunft?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Public Private Partnerships (PPP) im Kontext der kommunalen Stadtentwicklung. Ziel ist es zu analysieren, ob diese Kooperationsform tatsächlich einen messbaren Mehrwert für Städte und Kommunen bietet oder ob die theoretischen Vorteile in der Praxis durch Risiken und zusätzliche Kosten relativiert werden.
- Historische Entwicklung und Definition von PPP-Modellen
- Motivationslagen der öffentlichen Hand sowie privater Unternehmen
- Kritische Analyse potenzieller Risiken und Effizienzfaktoren
- Fallstudie zur Sanierung des Bauhofs in Erlangen
- Staatliche Rahmenbedingungen und Kompetenzzentren
Auszug aus dem Buch
3.2.2. Anreize aus Sicht der Unternehmen
Doch worin besteht der Anreiz für Unternehmen, sich an solchen Projekten teilzuhaben? Ein wichtiger Punkt ist hierbei sicherlich die politische Einflussnahme, die Unternehmen durch ihre Beteiligung an PPPs gewinnen. Auch stellt die Beteiligung der Privaten an diesen Partnerschaften eine Erschließung neuer Märkte in einem relativ konjunkturstabilen Bereich dar. Genauso wichtig sind aber auch die Marketing- und Imageeffekte, die daraus resultieren. Durch Beteiligung an öffentlichen Projekten gewinnen Unternehmen nicht nur breitere Akzeptanz auf Seiten der Bürger, sondern auch die Angestellten des Unternehmens können sich dadurch besser mit ihrem Arbeitgeber identifizieren, was wiederum zu einer Leistungssteigerung führt (vgl. Flohé et. al. 2001: 17f). Sicherlich nicht uninteressant sind aber auch die Gewinnaussichten bei einem solchen Projekt. Hierbei muss es sich nicht zwingend um dass primäre Projekt handeln- dieses läuft nicht selten auf ein Nullsummenspiel heraus. Attraktiv sind in diesem Zusammenhang besonders die Referenzen, die ein Unternehmen nach Beendigung eines erfolgreichen Projektes vorweisen kann. Der internationale Markteintritt in das PPP Geschäft wird somit ermöglicht und bietet die Aussicht auf rentable Folgeprojekte (vgl. Gerstlberger/ Schneider 2008: 31f).
Zusammenfassung der Kapitel
1. PPP- und alle gewinnen?: Einführung in die Problematik knapper kommunaler Kassen und die Vorstellung von PPP als potenzieller „Win-Win“-Lösung.
2. Der Werdegang der Public Private Partnerships: Überblick über die historische Entwicklung der Partnerschaften sowie eine begriffliche Definition und Einordnung in verschiedene Modelle.
3. Public Private Partnerships in der Anwendung: Analyse der Anwendungsfelder, der verschiedenen Motivationslagen der Beteiligten sowie der kritischen Risiken und staatlichen Eingriffe.
4. PPP in der Praxis: Detaillierte Untersuchung am Beispiel des Bauhofprojektes in Erlangen unter Einbeziehung einer kritischen Reflexion.
5. PPP- Konzept der Zukunft?: Fazit zur Rolle von PPP als „dritter Weg“ zwischen Privatisierung und Eigenregie mit einem realistischen Blick auf deren Möglichkeiten.
Schlüsselwörter
Public Private Partnerships, ÖPP, Stadtentwicklung, Öffentliche Aufgaben, Lebenszyklusansatz, Investitionsvolumen, Effizienzsteigerung, Kommunalwirtschaft, Privatisierung, Risikomanagement, Infrastruktur, Projektmanagement, Kosteneinsparung, Standortprofilierung, Bauhof Erlangen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der Public Private Partnerships (PPP) und hinterfragt deren tatsächlichen Nutzen für die städtische Infrastruktur und Stadtentwicklung.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit fokussiert sich auf die theoretische Herleitung, die praktischen Einsatzgebiete, die unterschiedlichen Interessenlagen von Staat und Privatwirtschaft sowie die damit verbundenen Risiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Prüfung der Fragestellung, ob PPPs als erfolgversprechende Lösung für finanzielle Engpässe der Kommunen dienen können oder ob die theoretische „Win-Win“-Situation in der Praxis eingeschränkt ist.
Welche methodische Vorgehensweise liegt zugrunde?
Die Autorin verwendet eine literaturbasierte Analyse aktueller Studien und Berichte sowie eine praxisorientierte Fallstudie zur Sanierung des Erlanger Bauhofs.
Was beinhaltet der Hauptteil der Publikation?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition, die Analyse der Anwendungsfelder, eine Untersuchung der gegenseitigen Motivationen von Partnern, eine Risikobetrachtung sowie die Anwendung auf ein konkretes Bauprojekt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Neben dem Hauptbegriff Public Private Partnership stehen Begriffe wie Effizienzsteigerung, Lebenszyklusansatz, Risiko- und Arbeitsteilung sowie kommunale Investitionen im Mittelpunkt.
Warum wird das Projekt „Bauhof in Erlangen“ als Beispiel herangezogen?
Es dient als praxisnahes Beispiel für eine PPP-Realisierung, an dem sowohl die Vorteile (erfolgreiche Umsetzung der Sanierung) als auch die Kritikpunkte (Koordinationsaufwand, Transaktionskosten) aufgezeigt werden können.
Welche Rolle spielen die „Transaktionskosten“ in dieser Arbeit?
Die Autorin hebt hervor, dass Transaktionskosten, wie etwa Beratungs- oder Ausschreibungskosten, in vielen Erfolgsstatistiken von PPP-Projekten oft vernachlässigt werden, wodurch das tatsächliche Sparpotenzial kritisch hinterfragt wird.
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- Anke Weiland (Author), 2009, Public Private Partnerships. Ein Mehrwert für die Stadt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280060