Seit 1997 wurde der mediale Wandel hin zu einer Digitalisierung der ursprünglichen Medien durch die ARD/ZDF-Onlinestudie erfasst. Schon in den Anfangsjahren dieser Langzeitstudie wurde festgestellt, dass die etablierten Massenmedien durch die neuen Onlinemedien Konkurrenz bekommen (van Eimeren, Oehmichen & Schröter, 1997, S.3). Diese Feststellung wird auch durch den Zuwachs der Nutzer dieser neuen Medien untermauert. Innerhalb der letzten 15 Jahre ist die Onlinenutzung in Deutschland von 6,5 Prozent auf 75,9 Prozent gestiegen (van Eimeren & Frees, 2012, S. 363). Weiterhin wurde auf dem Weltgipfel zur Informationsgesellschaft im Jahr 2003 festgelegt, dass „bis zum Jahr 2015 […] alle Dörfer dieser Welt online sein“ (Kleinwächter, 2005, S.107) werden. Die Digitalisierung schreitet demnach weiter voran. Welche Veränderungen wird dieser mediale Umbruch für das Fernsehen mit sich bringen? Die Frage, ob die Zukunft des Fernsehens im Internet liegt, weil es Konvergenz gibt, wird in dieser Arbeit diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Konvergenz?
3. Diskussion der Frage
4. Konklusion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den medialen Wandel und die Auswirkungen der Konvergenz auf die zukünftige Relevanz des Fernsehens. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob das Internet das Fernsehen aufgrund konvergenter Entwicklungen langfristig ablösen wird oder ob eine hybride Koexistenz beider Medienformen zu erwarten ist.
- Entwicklung des Mediennutzungsverhaltens in Deutschland seit 1997
- Theoretische Definitionen und technologische Aspekte von Medienkonvergenz
- Gegenüberstellung von Internetnutzung und Fernsehkonsum im Zeitverlauf
- Rolle der Medienkompetenz bei der Umstellung auf neue Medien
- Prognose zur zukünftigen Bedeutung des Fernsehens als "Super-Medium"
Auszug aus dem Buch
3. Diskussion der Frage
Der „Einfluss des Internets auf das Fernsehen ist unübersehbar“ (Kaumanns, Siegenheim und Sjurts, 2008, S. 6). Daher ist ein Umbruch in den Nutzungsmustern von den herkömmlichen zu neuen Medien festzustellen (ebd.). Das Fernsehen galt noch 1998 als beliebtestes Medium – Internet existierte noch nicht in dem heutigen Maß. Unter den medialen Freizeitaktivitäten war es mit 95 Prozent die am häufigsten ausgeübte (vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, 1998, S. 7). Im Hinblick auf die Medienbeschäftigung in der Freizeit 2011, haben sich die Präferenzen und somit auch die Gewohnheiten der Jugendlichen verschoben.
Das Internet ist als Aktivität beliebter geworden und steht mit circa 90 Prozent der täglichen Nutzung auf gleicher Augenhöhe mit dem Fernsehen (vgl. Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, 2011). Schon an der medialen Nutzung lässt sich nachvollziehen, dass sich der Trend der Freizeitaktivitäten immer mehr in die Richtung des Internets expandiert, obwohl das Fernsehen auch weiterhin genutzt wird (ebd.). Im Gegensatz dazu ist durch die ARD/ZDF-Onlinestudie nachgewiesen worden, dass der Fernsehkonsum 2010 „einen neuen Rekordwert“ (van Eimeren & Frees, 2010, S. 350) erreicht hat und dadurch auch in Zukunft einen enormen Teil der medialen Freizeitgestaltung für sich behaupten wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel skizziert den historischen medialen Wandel und die zunehmende Digitalisierung unter Einbeziehung von Studienergebnissen und führt in die zentrale Forschungsfrage ein.
2. Was ist Konvergenz?: Hier werden verschiedene theoretische Definitionen des Begriffs Konvergenz aus medienwissenschaftlicher Sicht erläutert und technologisch eingeordnet.
3. Diskussion der Frage: In diesem Kapitel wird der Wandel der Nutzungsmuster analysiert und die Konkurrenz bzw. das parallele Bestehen von Fernsehen und Internet kritisch beleuchtet.
4. Konklusion: Das Fazit stellt fest, dass Konvergenz zwar eine Transformation der Mediennutzung bewirkt, aber keine vollständige Ablösung des Fernsehens durch das Internet zu erwarten ist.
Schlüsselwörter
Medienkonvergenz, Fernsehen, Internet, Digitalisierung, Mediennutzung, ARD/ZDF-Onlinestudie, Medienkompetenz, Hybridisierung, Massenmedien, Nutzerverhalten, Medienwandel, Super-Medium, Flexibilisierung, Individualisierung, Rezipient
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie sich das Internet auf das klassische Fernsehen auswirkt und ob durch die zunehmende Medienkonvergenz eine Verdrängung des Fernsehens droht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die mediale Digitalisierung, die theoretische Bestimmung von Medienkonvergenz sowie die empirische Entwicklung der Mediennutzungsgewohnheiten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, ob die Zukunft des Fernsehens im Internet liegt, weil es Konvergenz gibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie auf die Auswertung existierender empirischer Daten (z. B. ARD/ZDF-Onlinestudien).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst der Fachbegriff der Konvergenz definiert und anschließend in der Diskussion die historischen und aktuellen Nutzungstrends beider Medien gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienkonvergenz, Digitalisierung, Nutzerverhalten und das Konzept eines hybriden Medienzukunftsbildes.
Wie unterscheidet sich die Nutzung durch verschiedene Altersgruppen?
Ältere Bevölkerungsgruppen zeigen laut Arbeit eine stärkere Bindung an traditionelle Nutzungsmuster und verfügen oft nicht über die notwendige Medienkompetenz, um ihren Konsum vollständig auf neue digitale Medien umzustellen.
Was bedeutet das "Einbahnstraßensystem" im Kontext der Medien?
Es bezieht sich auf die traditionelle Einweg-Kommunikation des Fernsehens, die durch das Internet und die damit verbundene Partizipationsmöglichkeit des Zuschauers revolutioniert wird.
Wird das Fernsehen durch das Internet abgelöst?
Nein, die Autorin kommt zu dem Schluss, dass keine Ablösung stattfindet, sondern eher eine Hybridisierung und eine Transformation des Fernsehens zu einem interaktiven "Super-Medium".
Welche Rolle spielt die Konvergenz laut der Konklusion?
Konvergenz fungiert als Haupttreiber für die technische Weiterentwicklung und Neuorientierung des Fernsehens, führt jedoch nicht zur Kannibalisierung der etablierten Medien.
- Citation du texte
- Vicky Sorge (Auteur), 2012, Liegt die Zukunft des Fernsehens im Internet?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280175