Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne

Arbeitsverweigerung oder Arbeitsentzug. Eine Untersuchung zur Darstellung von Arbeitsmoral in der Literatur um 1913 und 2013

Titre: Arbeitsverweigerung oder Arbeitsentzug. Eine Untersuchung zur Darstellung von Arbeitsmoral in der Literatur um 1913 und 2013

Dossier / Travail , 2014 , 21 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Bachelor of Arts Miriam Marie Hirschauer (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

Wenn ein Angestellter permanent überfordert ist, am Limit arbeitet und dem¬entsprechend emotional ausgelaugt ist, nennt man das Resultat Burnout. Wenn ein Angestellter permanent unterfordert ist und sich langweilt, nennt man das Bore¬out. Ist ein Mitarbeiter, der am Burnout-Syndrom leidet, mit einer höheren Arbeitsmoral ausgestattet als der sich Langweilende? – Und wie nennt man einen, der sich gleichzeitig unter- und überfordert fühlt? In unserer heutigen beschleunigten Gesellschaft ist es fast schon schick geworden, an Burnout zu leiden. Wer das hat, ist ein Arbeitstier und genießt Anerkennung dafür, dass er sich für seinen Beruf so aufopfert. Das Gegenteil ist dabei weniger prestigeträchtig: An Boreout zu leiden, weil man im Beruf keine anspruchsvollen Aufgaben zugewiesen bekommt, wird lieber verschwiegen. Noch weniger kommt zur Sprache, wenn man gar keine Lust hat zu arbeiten und sich stattdessen gar seiner Faulheit hingibt. Ein solcher Angestellter wird nicht nur von Chef und Kollegen verdrossen beäugt, er sollte seine Einstellung auch nicht außerhalb der Arbeit zum Besten geben. In den folgenden Kapiteln soll von genau solchen Angestellten aus der Literatur berichtet werden: von einem, der träge und arbeitsscheu ist, und von einem, dem trotz seiner Motiviertheit das effektive Arbeiten verwehrt wird. Diese zwei Figuren spiegeln jeweils ihre eigene Arbeitsmoral wider und passen doch in ihre jeweilige Zeit. Während der Faule seiner Kontorarbeit um 1913 in Robert Walsers Helblings Geschichte nachgeht, beschreibt Matthias Roth seine Situation in Der Hauptstadtflughafen genau hundert Jahre später. Beide Autoren verarbeiten mit ihrem jeweiligen Werk autobiografisch ihre Erlebnisse. „Arbeitsmoral ist [nach heutigem Sprachverständnis] als die Einstellung und Haltung eines Arbeitnehmers zu seiner Arbeit sowie zu der bei ihrer Durchführung befolgten Sorgfalt zu verstehen“, schreibt Fred J. Heidemann in seiner Auswertung einer Studie der Bertelsmann Stiftung über die Arbeitsmotivation bei Angestellten in der deutschen Wirtschaft. Weiter heißt es: „Allgemein wird derjenige mit einer hohen oder guten Arbeits¬moral charakterisiert, der gute Arbeitsleistungen erbringt, diszipliniert und fleißig arbeitet und seine Arbeitspflichten pünktlich, gewissenhaft und ordentlich verrichtet.“ Mit diesem Verständnis dieser Definition von Arbeitsmoral soll die Haltung der Protagonisten der zu untersuchenden Erzählungen dazu analysiert werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Arbeitsmoral und Arbeitsmotivation um 1900 und heute

3. Das Beispiel aus der Literatur: Eine Analyse

3.1 Faulheit und Utopie: Robert Walsers Helblings Geschichte

3.2 Motiviertheit und Zynismus: Matthias Roths Der Hauptstadtflughafen

3.3 Motivation vs. Demotivation: Der Vergleich

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung von Arbeitsmoral und deren Verfall bei Angestellten in der Literatur, wobei zwei Werke aus den Jahren 1913 und 2013 gegenübergestellt werden, um Gemeinsamkeiten in der Symptomatik von Arbeitsunlust und Unternehmenskritik aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung der Arbeitsmoral vom frühen 20. Jahrhundert bis heute.
  • Analyse der literarischen Figuren Robert Walsers und Matthias Roths hinsichtlich ihrer Arbeitseinstellung.
  • Untersuchung des Phänomens "Boreout" und systembedingter Motivationsverluste in bürokratischen Strukturen.
  • Vergleich zwischen individueller Arbeitsverweigerung und strukturellen Arbeitsentzug durch den Arbeitgeber.

Auszug aus dem Buch

Motivation vs. Demotivation: Der Vergleich

Die Figuren von Helbling und dem Ich-Erzähler bei Roth, beziehungsweise dieser selbst, gehen beide einer Arbeit im Büro nach. Doch bei dieser Arbeit und der Einstellung der Protagonisten zu jener finden sich einige eher augenscheinliche Unterschiede und überraschende Gemeinsamkeiten.

Helbling sagt von sich selbst, er sei träge und wenig intelligent, seine Arbeit über- und unterfordert ihn zugleich, er arbeitet nur auf Druck und dann auch bloß zögerlich und er langweilt sich im Büro, weil er sich der ambitionierten Arbeit komplett verweigert. Sein Wunsch, etwas zu ändern, ist bloß scheinbar vorhanden, denn er beschränkt sich auf den Gedanken, ohne ihn auszuführen.

Roth ist zu Beginn noch motiviert und arbeitswillig, macht jedoch wegen fehlender Aufgabenstellung bald auch mehr Privates als Jobrelevantes. Er gibt die Hoffnung auf sinnvolle Aufgaben bald auf und will seine Ruhe haben. Er verweigert sich neuer Arbeit nicht offensiv, aber geht ihr lieber aus dem Weg. Wenn er welche bekommt, führt er diese jedoch noch immer gewissenhaft durch. Auch er langweilt sich und verliert jegliche Motivation, sich effizient einzubringen, weil dies von seinem Arbeitgeber gar nicht gewollt ist.

Beide, Helbling und Roth, sind wenig beschäftigt in ihrer Anstellung. Helbling, weil er sich verweigert; Roth, weil man ihm die Arbeit verwehrt. Helbling wird darüber selbstmitleidig und gibt sich auf, Roth wird ‚nur’ zynisch, ironisch und spöttisch. Helblings Antrieb reicht folglich für eine Änderung der Situation nicht mehr aus. Roth dagegen hat sich noch so viel Kraft bewahrt, dass er den Ausweg aus seiner Situation erkennt und die Kündigung einreicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Arbeitsmoral und führt in die Thematik der literarischen Untersuchung ein, welche die Arbeitssituation um 1913 und 2013 vergleicht.

2. Arbeitsmoral und Arbeitsmotivation um 1900 und heute: Dieses Kapitel erläutert den historischen Wandel der Arbeitsmoral und thematisiert die zunehmende Entfremdung sowie das Aufkommen neuerer Phänomene wie Boreout in modernen Großfirmen.

3. Das Beispiel aus der Literatur: Eine Analyse: Dieser Hauptteil analysiert konkret die Werke von Robert Walser und Matthias Roth hinsichtlich der persönlichen Erlebnisse der Autoren und der Darstellung der Arbeitssituation.

3.1 Faulheit und Utopie: Robert Walsers Helblings Geschichte: Hier wird die Figur des Helbling untersucht, die durch eine bewusste Arbeitsverweigerung und eine Neigung zur utopischen Selbstreflexion geprägt ist.

3.2 Motiviertheit und Zynismus: Matthias Roths Der Hauptstadtflughafen: Das Kapitel behandelt den schleichenden Motivationsverlust des Protagonisten durch Unterforderung und eine ineffiziente Organisationskultur.

3.3 Motivation vs. Demotivation: Der Vergleich: Es erfolgt eine Gegenüberstellung der beiden Protagonisten, um die Gemeinsamkeiten trotz zeitlicher Distanz der Werke herauszuarbeiten.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und betont, dass in beiden Werken eine subtile Kritik am modernen Verwaltungsapparat geübt wird, der das Potenzial von Mitarbeitern systematisch untergräbt.

Schlüsselwörter

Arbeitsmoral, Arbeitsmotivation, Boreout, Literaturanalyse, Robert Walser, Matthias Roth, Büroarbeit, Arbeitsverweigerung, Arbeitsentzug, Unterforderung, Entfremdung, Unternehmensführung, Leistungsgesellschaft, Wertewandel, Angestelltenliteratur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Untersuchung grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung von Arbeitsmoral und die psychologische Situation von Angestellten in der Literatur, basierend auf zwei Werken aus den Jahren 1913 und 2013.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Arbeitsmotivation und Unterforderung, die Auswirkungen von ineffizienten Unternehmenskulturen sowie den historischen Wandel des Arbeitsverständnisses.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, zu ermitteln, welche Abgründe der Verfall der Arbeitsmoral erreichen kann und wie die Protagonisten mit den Anforderungen und der Leere ihrer Bürotätigkeiten umgehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die autobiografisch geprägte Erzähltexte mit sekundärliterarischen Studien zur Arbeitswelt und Soziologie verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung und eine detaillierte Analyse der Werke von Robert Walser und Matthias Roth, gefolgt von einer vergleichenden Gegenüberstellung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Arbeitsmoral, Boreout, Entfremdung, Unterforderung und die Kritik am modernen Bürowesen.

Warum wird Helbling in der Arbeit als "träge" beschrieben?

Die Analyse verdeutlicht, dass Helbling sich bewusst gegen seine Arbeit verweigert, sich im Selbstmitleid labt und trotz seiner Erkenntnisfähigkeit den Antrieb zur Veränderung vermissen lässt.

Wie unterscheidet sich Roths Situation von der Helblings?

Während Helbling sich von Beginn an verweigert, startet Roth motiviert und wird erst durch ein ineffizientes und desolates Arbeitsumfeld systematisch demotiviert, was ihn schließlich zur Kündigung führt.

Inwieweit lässt sich das "Bullshit-Bingo" mit dem Buch verknüpfen?

Der Autor führt das Beispiel als Symptom für eine defizitäre Besprechungskultur an, in der die Beschäftigten versuchen, durch Scheinaktivitäten und Worthülsen ihre Unterforderung zu kaschieren.

Fin de l'extrait de 21 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
Arbeitsverweigerung oder Arbeitsentzug. Eine Untersuchung zur Darstellung von Arbeitsmoral in der Literatur um 1913 und 2013
Université
University of Hannover
Note
1,0
Auteur
Bachelor of Arts Miriam Marie Hirschauer (Auteur)
Année de publication
2014
Pages
21
N° de catalogue
V280210
ISBN (ebook)
9783656743422
ISBN (Livre)
9783656743392
Langue
allemand
mots-clé
arbeitsverweigerung arbeitsentzug eine untersuchung darstellung arbeitsmoral literatur
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Bachelor of Arts Miriam Marie Hirschauer (Auteur), 2014, Arbeitsverweigerung oder Arbeitsentzug. Eine Untersuchung zur Darstellung von Arbeitsmoral in der Literatur um 1913 und 2013, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280210
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  21  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint