Quecksilber. Metall der Antike

Vom Werkstoff des Altertums bis hin zum Material der Moderne


Projektarbeit, 2014

111 Seiten


Leseprobe

Quecksilber
-
Metall der Antike
-
Vom Werkstoff des Altertums
bis hin
zum Material der Moderne.
Dr.-Ing. Wolfgang Piersig
Berg- und Adam-Ries-Stadt Annaberg-Buchholz
wie auch Geburtsstadt von Emil Heyn Begründer der Metallographie und Metallkunde
August 2014.

Inhaltsverzeichnis.
- 1 -
Inhaltsverzeichnis.
Seite
Etymologie für das Element und Metall Quecksilber.
2
Zeittafel zum Quecksilber.
3
Die Kernelemente des Minamata Übereinkommens.
12
Literaturangaben zu der Zeittafel zum Quecksilber und Zinnober.
13
Die Eigenschaften des Quecksilbers.
14
·
Die allgemeinen chemischen und atomaren Eigenschaften des Quecksilbers.
14
· Die physikalischen Eigenschaften des Quecksilbers.
14
· Die chemischen Eigenschaften des Quecksilbers.
15
· Die ausdrücklichen und allseitigen Eigenschaften des Quecksilbers.
16
Quecksilber in ausgewählten Hg-Mineralien.
19
Hg-Vorkommen nach Gmelins Handbuch der anorganischen Chemie.
20
Die Quecksilberanalytik.
21
Die Quecksilberbestimmungsmöglichkeiten.
21
Die Quecksilberbestimmungsmethoden.
21
Die Quecksilbertrennungsmethoden.
22
Die
Quecksilbervorkommen.
22
Im Mineralienatlas Lexikon erfasste Quecksilbervorkommen.
27
Die Quecksilberminerale.
31
Die
Quecksilbergewinnung.
39
Die Quecksilbergewinnung nach älteren Verfahren.
41
·Darstellung der Quecksilbergewinnung nach V. Biringuccio und G. Agricola. 41
Die moderne Quecksilbergewinnung.
48
Die Legierungen des Quecksilbers.
50
· Die Herstellung der Amalgame.
50
· Die natürlich vorkommenden Amalgame.
52
· Das Zahnamalgam.
70
Die Quecksilberverbindungen.
71
Die Quecksilberorganischen Verbindungen.
74
Die Verwendung des Quecksilbers.
76
Anhang.
78
Carl Johann Bernhard Karsten über das Quecksilber.
78
· Quecksilber - Eigenschaften und Verhalten des Quecksilbers.
78
· Von den Quecksilbererzen.
79
· Gewinnung des Quecksilbers.
82
· Weitere Bearbeitung des Quecksilbers.
84
· Literatur des Quecksilbers.
84
Überblick zur hauptsächlichen Verwendung der sieben Metalle in der Antike, Teil I. 85
Überblick zur hauptsächlichen Verwendung der sieben Metalle in der Antike, Teil II. 86
Die recherchierte, zitierte und benutzte Literatur.
87
Die L
iteraturreferenzen zu den Quecksilbermineralien.
96
Die meistverwendeten
Abkürzungen.
101
Vita
des
Autors.
106
Die Veröffentlichungen des Autors.
107
Abstract.
110

Etymologie für das Element und Metall Quecksilber.
- 2 -
Etymologie für das Element und Metall Quecksilber.
Der Name des Silber glänzenden Metalls Quecksilbers kommt vom althochdeutschen Wort
'quecsilbar', 'quëcsilabar', 'quëchsilper'; mittelhochdeutschen 'quëcsilber', 'këcsilber' und bedeutet
im Deutschen 'lebendiges Silber', also auch 'quicksilver' [1]. Ebenso hat es eine Wurzel im
germanischen Wort 'kwikw' '[quick]lebendig' [2]. Von den Griechen erhielt das Metall die
Bezeichnung 'hydrargyros', die aus den beiden Wörtern 'hýdor' (= Wasser) und 'árgyros' (=
Silber) entstand. Übersetzt sind es die Benennungen 'Silberwasser' bzw. 'flüssiges Silber'.
Aristoteles und Theophrast bezeichneten es als 'argentum fusum' 'flüssiges Silber'. Die Römer
bzw. die Lateiner gebrauchten die Namen 'hydrargyrum' oder 'argentum vivum', welche gleich
bedeutend für 'lebendiges Silber' war. Sie und die Griechen kannten das gediegene Quecksilber
wie auch die Gewinnung aus (spanischem) Zinnober
1)
[3]. Ins Deutsche übertragen ist es der
Begriff 'Quecksilber'. Aus der Zeit der Alchemisten stammt der Name 'Mercurius' als die
Metalle mit den Planeten (Quecksilber mit dem beweglichen Handelsgott Merkur [4])) und der
Mythologie verknüpft wurde.
Die Abkürzung Hg, d.h. das chemische Symbol, bekam das Quecksilber im 1. Jahrhundert von
dem griechischen Arzt und berühmtesten Pharmakologen des Altertums Pedanios Dioscurides,
der auch Militärarzt im römischen Dienst unter den Kaisern Claudius (10 v.u.Z.-54 u.Z.) sowie
Nero (37-68 u.Z.) war. Es ist eine Abkürzung des spätlateinischen Wortes 'hydrargyrum', das
aus den beiden griechischen Wörtern 'hýdor' und 'árgyros' sowie dem lateinischen Suffix ­ 'um'
gebildet wurde. Damit ist dieser Ausdruck ein latinisiertes Griechisch und kann auch mit
'flüssiges Silber' übersetzt werden [5]. Ein Blick auf andere Sprachen lehrt, der Name für diese
Edelmetall leitet sich zumeist von dem sowohl kleinsten, sonnennächsten, schnellsten wie auch
erdähnlichen (terrestrischen) Planeten im Sonnensystem sowie auch vom römischen Gott des
Handels, des Gewerbes, des Reichtums und des Gewinns ab. Bestätigung findet zum Beispiel
das zweite Argument u.a. im Angelsächsischen wie auch Französischen, wo die gebräuchliche
Bezeichnung 'mercury' auf den römischen Handelsgott zurückgeht [6]. Belegt ist: ,,Bei den
mittelalterlichen Alchemisten symbolisierte das Einhorn das [ ... ] Element Quecksilber" [7].
1)
Zinnober (HgS) kommt in der Natur als Mineral in drei Modifikationen vor, die sich alle drei auch synthetisch
herstellen lassen. Von der chemischen Verbindung her handelt es sich bei der trigonalen Form, dem Cinnabarit, dem
natürlichen wie auch künstlichen Zinnober um die rote Modifikation von Quecksilbersulfid. Sie ist auch der Namensgeber
für die Farbe Zinnoberrot. Kubisch kristallisiert ist es Metacinnabarit (Quecksilbermohr) und die schwarze Modifikation.
Die dritte ist der hexagonal kristallisierende Hypercinnabarit von schwarzer oder roter Farbe. HgS als rotes Pigment ist
trotz hohen Metallgehalt (86,22 m.-%) nicht nur überaus stabil, sondern mit einem Löslichkeitsprodukt in Wasser von ca.
10
-54
mol
2
·l
-2
praktisch unlöslich wie auch, im Gegensatz zu fast allen anderen Quecksilberverbindungen, ungiftig ist. Der
Zinnober, welcher durch-Synthese (nass oder trocken) aus Schwefel und Quecksilber erzeugt wurde bzw. wird, trägt auch
den Namen Vermillon. Als Rohstoff ist Cinnabarit mit seinem hohen Metallgehalt wichtigstes und häufigstes Hg-Mineral.
Sein Name kommt vom mittelalterlichen Lateinischen cinnabaris bzw. vom Griechischen kinnabari und ist rückführbar
auf das Persische zinjifrah, was offenbar vom blutrot gefärbten Harz des Drachenblutbaumes entlehnt ist. Eine
Herstellung von Cinnabarit aus den chemischen Elementen Quecksilber und Schwefel wurde vermutlich in China schon
im Mittelalter erfunden, woher höchstwahrscheinlich auch der Trivialname Chinesischrot stammt. Geber gibt es für das
8. Jh. an. In Europa läßt es sich seit der Zeit von Albertus Magnus (um 1200 bis 1280), dem deutschen Gelehrten und
Bischof, fabrizieren und industriell wird es erst seit 1778 hergestellt. Synonyme für Cinnabarit sind Bergzinnober,
Chinesischrot, Cinnabar, Drachenblut, Korallenerz, Merkurblende, Quecksilberblende, Quecksilbersulfidrot, rotes
Schwefelquecksilber, Sinopis, Vermillon,
Zinnober.
Bibliografische Notizen u. Verweise: Vermillon (couleur), Wikipédia - fr.wikipedia.org/wiki/Vermillon_(couleur);
www.seilnacht.tuttlingen.com; Vermillon, Kremer Pigmente, http://kremer-pigmente.de/42000.htm; Vermillon ,
Wissen.de, www.wissen.de/wortherkunft/vermillon; Vermillon, Wissen.de, www.wissen.de/fremdwort/vermillon; MAL.
[1] Römpps Chemie Lexikon 1987. S: Thieme; [2] Grimm, J. & W. Deutsches Wörterbuch, Grimm, Jacob & Wilhelm. L:
S. Hirzel, Bd. 13. [3] ML (1928): Quecksilber. Sp. 1464/6. L: BI; [4] Hollemann, A. F.; Wiberg, E. & N. (1995): Lb. der
anorg. Chemie. Das Quecksilber. Seiten 1378/ 1391. B, NY: Walter de Gruyter; [5] Quecksilber. Def. im Wörterbuch.
http://www.fremdwort.de/suchen/bedeutung/Quecksilber. [6] Marx, A.: Antikörper zum Nachweis von Quecksilber (II).
Diss. TUM. M: Herbert Utz Verlag Wissenschaft; [7] Einhörner und Alchemie; http://de.wikipedia.org/wiki/Einhorn.

Zeittafel zum Quecksilber.
- 3 -
Zeittafel zum Quecksilber.
Vorzeit
Bergbau auf Zinnober als roter Farbstoff wird angenommen für die chin.
Pr. Kansu, Szetschuan, Kucitschou, Yunnan, Kuangtung. Li Ch'iao P'ing
formulierte für seine Entdeckung und Verwendung ,,at a very early date".
Für Nikitovska (nahe Ekaterinoslavska, RUS) wird solcher vermutet [1].
zirka 2000 v.u.Z.
Entdeckung von Hg in Ägypten, ,,den alten Ägyptern war elementares Hg
(als Cu- u. Sn-Amalgam) bekannt, die alten Griechen u. Römer verstanden
bereits Hg aus HgO zu gewinnen" [1]. Auch die Phönizier und Karthager
kannten diese Metall [2, 3].
2000/1000 v.u.Z.
Mineral 'Zhusha' (rotes Mineral), Rotes Quecksilberoxid, HgS, Zinnober,
sind in China bekannt [4], es diente da als Mittel zur Lebensverlängerung
[5], Chinesen nutzten und verwenden ausgeprägt die Farbe Rot (Pigment
Zinnober), insb. bei Chao Yung (1289-1360), da diese bei ihnen Glück
und Wärme oder Feuer, Ruhm wie auch Kraft verkörpert.
1000 v.u.Z.
In Ägypten war HgS bekannt, als Pigment zum Schminken, die Griechen
nahmen Quecksilber ('hydor argyros' - Wassersilber) zur Amalgamation,
die Römer gewannen Hg ('argentum vivum', lebendes Silber) bereits um
700 BC aus den spanischen Almadén-Minen [6, 7].
8. Jh. v.u.Z./7. Jh.
Römerinnen benutzten für die Gesichtspflege 'Sisapón' (Zinnober) [8].
800/300(100) v.u.Z. Etrusker beuteten die Hg-Grube von am Monte Amiata (Toscana) aus,
Wiederinbetriebnahme
1846
[2],
Abbauende Miniera del Siele 1974 [9].
504 BC bis 2003
Almadén, weltgrößtes Zinnobervork. i.B. Theophrast datiert Beginn 90
Jahre vor dem Praribulus, also dem 249ten Jahre Roms (504 v.u.Z.) [10].
415 v.u.Z.
Athener Callias hat n. Theophrast (De lapidibus) Zinnober gekannt [11].
um 300 v.u.Z.
Theophrast lieferte erste Erwähnung zum ältesten Hg-Vorkommen von
Sisapón (heute Almadén, ES) [2], wo Phönizier, Araber, Kastilianer nach
dem 'flüssigen Silber' und nach 711 die Mauren gruben [8]. Er berichtete
dazu vom natürlichen Zinnober in Kolchis (zwischen Kaukasus und der
Ostküste d. Schwarzen Meeres) u. Iberia (transkaukasisches Georgia) [1]
über die Verwendung von HgS durch gefallsüchtige Römerinnen [12].
im 4. Jh. v.u.Z.
Aristoteles (384-322 BC) schuf Hg-Bezeichnung 'hydrargyros' abgeleitet
von den gr. Worten 'hydor' für Wasser und 'argyros' für Silber. Er lieferte
älteste
schriftliche
Quelle
über das Quecksilber [1].
Theophrastos von Eresos (um 371-287 BC) beschreibt als Erster die
Darstellung von Quecksilber durch Verreiben von Zinnober mit Essig.
nach 4. Jh. v.u.Z.
Taoisten sahen und sehen im Zinnober ein Mineral für ein langes Leben.
Karthager sollen sich dem HgS-Bergbau in Sisapón gewidmet haben [1].
Römerzeit
jährlich
wurden 5.000 kg Quecksilber Gewonnen [7].
Mitte 1. Jt.
Arabische Edelleute schätzten in Gärten Quecksilberteiche [u.a. 6, 7].
63 BC bis 23 AC
Zinnober kam auch aus Kappadozien (TR). Strabo (lib. 3, c. 144) erwähnt
die
Zinnoberausfuhr
aus
Turdetanien (Iberien, ES) [11].

Zeittafel zum Quecksilber.
- 4 -
63 BC bis 23 AC
Zinnober kam auch aus Kappadozien (TR). Strabo (lib. 3, c. 144) erwähnt
die Zinnoberausfuhr aus Turdetanien (Iberien, ES) [11].
um 25 v.u.Z.
Römer holten HgS aus Spanien (Vitruv, Architectura, VII. 9, S. 177) [1].
210 v.u.Z. Im Grabmal des ersten chin. Kaisers Qin Shihuangdi (259/210 BC, RZ
247-210 BC) soll es Flüsse aus Quecksilber gegeben haben.
1. Jh. v.u.Z./1. Jh.
Vitruv
1)
(um 80-70 BC- whs. 15 AC), Plinius d.Ä. (23 o. 24-79 AC) sowie
Pedanios Dioskurides (1. Jh.) beschreiben Sublimationsverfahren, wo Erz
(HgS) in eisernen Schalen verdampft und Hg-Metall an tönernen Deckeln
kondensiert [2]. Letzter vergab ihm den Namen 'hydrargyrum' für Hg.
Vitruv kannte Amalgame (Leg. Hg mit anderen Metallen außer Fe), wie
Gold-Amalgam und die Feuervergoldung bei 400-450 °C [13], [2]. Z.Z.
v. Strabon (63 v.u.Z.-23 u.Z.) kam HgS auch aus Kappadokien (TR) [11].
1./2.Jh.
Plinius unterschied zwischen dem natürlichen Metall 'argentum vivum' u.
künstlichem
'Hydrargyrum'
[3].
Ersteres kam n. ihm (Hist. nat. lib. 33, c.
40) aus Sisapón (Chillon) i. Baetica (Andalusien, ES). Doiskorides (1 .Jh.)
u. Galenos v. Pergamon
2)
(2. Jh.), griech. Ärzte, hielten Mercur für giftig,
geschlussfolgert aus der schädlichen, fressenden Wirkung auf Metalle [
14
].
etwa 60 u.Z.
Zinnober-Pigment wurde für Fresken ('Geißelung der Braut', Pompeji), in
Villen verwendet, legte eindrucksvollen Beweis über Farbigkeit ab.
3. Jh.
Alchemie entstand in Ägypten, Alchemisten glaubten, dass Quecksilber
aus Erde u. Wasser, Schwefel aus Feuer und Luft zusammengesetzt sind.
5.
Jh.
Sublimat
Hg(II)-chlorid
(HgCl
2
) war bereits bekannt, Geber nennt es im 8.
Jh.,
Kalomel
(Di-Hg(I)-chlorid
(Hg
2
Cl
2
) war vermutlich in Anwendung.
Anfang 6. Jh.
Isidor von Sevilla (um 560-636), nennt (kennt) in der ,,Etymologiae sive
originum
libri
XX". Liver XVI, 19: de lapidius et metallis. Amalgamieren
von Quecksilber mit anderen Metallen u. die Zerstörung v. Metallgefäßen
durch
Quecksilber:
,,Argentum vivum servatur autem melius in vitreis
vasculis,
nam
caeteras materias preforat" [11] s.a. [15].
6. u. 6./15. Jh. (MA) 'Tabula Smaragdina' hat bekannten Text über die Alchemie. Alchemisten
meinten, Hg ist Seele d. Metalle, Wandelbasis für Au. Sie testeten mit Hg
'Suche nach dem Stein der Weisen', ordneten es dem Planeten Merkur zu
[1,13,16]. Mohrbereitung, Gew. HgS aus Hg u. S für Farbe verbreitet [2].
7. Jh. Chinesen sollen angeblich zuerst Amalgam verwendet haben. In China
ist eine Rezeptur einer Hg-Sn-Ag-Paste zum Füllen von Zähnen bekannt.
Früheste
Erwähnung
ist in der ,,Materia Medica" d. Su Kung von 659 AC.
8. Jh.
Geber nennt in 'Summa perfectionis magisterii', Hg verbinde sich leicht
mit Au, Pb, Sn, schwierig mit Ag, schwieriger mit Cu, gar nicht mit Fe.
Zur
Hg-Reinigung
empfiehlt
er Destillation ü. Marmor, Glas, Salz, Kalk,
Hg-Waschen mit starkem Essig, destillieren (Kap. 'de mercurii lavacro').
9.
Jh.
Strabo
3)
(808/809-849) vermerkte, 'Zinnober liefert Sisapon', wie der dt.
Historiker u. Geograph Prof. Konrad Mannert (1756-1834) schrieb
4)
[17].
1)
Vitruvius: De architectura (VII c.9);
2)
Galenos von Pergamon, auch Aelius Galenus (129 o. 131 bis um 199, 201
oder 215), gr. Arzt u. Anatom;
3)
Strabo und
4)
Professor Konrad Mannert sind auf der S. 5 unten beschrieben.

Zeittafel zum Quecksilber.
- 5 -
nach 929, um 1000
In den Palästen des Kalifat von Córdoba, Medina az-Zahra (929-1031),
gab es in den Gärten, z.B. von Chalife Abderrahman III. (*889/891-912-
961)
5)
Hg-Attraktionen, wie eine große aus Porphyr-Riesenmuschel für
Hg, dazu gab es sie in Kairo, Bagdad. Hg-Becken und Hg-Teiche dienten
für Lichteffekte, z.B. für Kairo ist ein 26-m -Becken überliefert [1, 14].
um 1107 Im 'Ta-Kuan Pent-ts'ao' ist Amalgam als silberner Teig erwähnt.
1000/1200
Grube
Aldobrandeschi
(Toskana, I) am Monte Amiata betrieben [1, 11].
1163
Grube
Levigliani
b.
Serravezza (Lucca, I) war als Hg-Lager bekannt [11].
lange v. 12. d. Jh.
n. Edrisi [14,57 s. [5]) Mercur war i. Ostafrika i. d. Au-Amalgamation i.A.
um 1270
für König Alfons X. von Kastilien (1221-1284) wird Hg-Uhr gebaut [59].
Ende 13. Jh.
Geber (a. 'Geber latinus' gen.) verfasste alchemist. Werke m. d. Aussage:
,,es gibt drei 'Grundstoffe' der Metalle, nämlich Schwefel, Arsenik und
Quecksilber,
dem Quecksilber kommt dabei eine zentrale Rolle zu" [4].
13./16.
Inkas (PE) nutzten Zinnober unter dem Namen 'Limpi' als Farbe [7].
n. 1326 [9], 1400
bei Cserwenitza gab es womöglich Quecksilberfunde, ebenso bei Dobsina,
Kosická (dt. Dobschau, Kaschau, SK) nahe der Slaná (dt. Salza) [18]. In
Roßwalder Hg-Gruben (RP) begann Zinnobergewinnung [19],
(1490[20])1497
österr. Hg-Werke zu Idrija (Krain, heute: SLO) sind in Betrieb [8].
1493
Bergbau f. Tolmezzo (dt. Tolmein) dt. Bergleute in Friaul (I) bekannt[1].
um 1500
Quecksilberbergbau bei Moschel-Landsberg, Kirchheimboladen, Mörsfeld
in der Rheinlandpfalz (RP) wird betrieben [2].
15./16. Jh./1820
Hoovice (dt. Horowitz), Beroun (Beraun) BOH, Hg-Bergbergbau [2, 8].
ab 1525/1645
besaß die Fuggerfirma Abbaurechte für Hg und HgS in Almadén.
1515
Matthias Grünewald (von Aschaffenburg, 1470-1528), seine Bemalung d.
Isenheimer Altars ist enormes Zeugnis über Farbigkeit des HgS-Pigments.
1524
Gebrauch von Hg zur Läuterung des Goldes u. Silbers war entdeckt [59].
1528-1600
Hinweise auf Cu-Amalgam-Anwendung i. dt. Sprachraum existieren [21].
1529
Philippus Aureolus Paracelsius (1493-1541)
6)
beendet das Paramirum mit
der Chemische Lehre als 'Tria principia' von 'Sulphur', 'Mercurius', 'Sal' u.
Standpunkt:
'Heilkunst
ist
Erfahrung, Experiment, Naturbeobachtung',
Basis ist das 'Buch der Natur', weshalb er Krankheiten mit Heilpflanzen
3)
Walahfrid von der Reichenau, gen. Strabo (808/9-849), Benediktiner, Dichter, Botaniker, Diplomat, Abt v. 838/49 d. Klosters
Reichenau.
4)
Mannert, M. K. (1799): Geogr. d. Griechen u. Römer [...]. Bd. 1, S. 284. N: Ernst Christoph Grattenauer
5)
Abd-ar-
Rahman III, bek. als Rahman u. Abd-al-Rahman III (*889/891), Emir (912-929) u. Kalifen von Córdoba (929-961).
6)
Philippus
Theophrastus Aureolus Bombastus von Hohenheim, get. als Theophrastus Bombastus von Hohenheim (verm. 1493-1541), Arzt,
Alchemist, Astrologe, Laientheologe, Philosoph, Mystiker, war erster Mediziner, der Präzipitate, basische Hg-Salze herstellte
und als Heilmittel verwendete. Er selbst nannte sich Paracelsus, mglw. N. d. römischen Arzt Celsus und/oder als altgriech.-lat.
Fassung seines Namens Hohenheim [altgriech. para = bei, lat. celsus = hoch, erhaben]). Paracelsus, der nicht allein von den
'Doctores', sondern a. von 'Scheren, Badern, Weibern, Schwarzkünstlern, Alchimisten' sein ärztliches Wissen lernte und dazu auf
das 'Buch der Natur', wie auch der berühmteste Arzt des Altertums Hippokrates von Kos (um 460-370 BC), setzte, gründete die
Heilkunst auf Erfahrung, Experiment, Naturbeobachtung. Er betrachtete den menschlichen Körper als chem. System.
Krankheiten sah er als Störungen an, die mit chemischen Mitteln, also Arzneimitteln, heilbar sind.

Zeittafel zum Quecksilber.
- 6 -
und Mineralien heilte und dazu für Arzneimittel mit Blei, Schwefel, Eisen
und Arsen experimentierte und die Therapie mit Quecksilber verfeinerte,
wobei für ihn galt: ,,Alle Ding" sind Gift und nichts ohn' Gift, allein die
Dosis
macht, dass ein Ding kein Gift ist." Danach schuf er für äußerliche
Anwendung
quecksilberhaltige
Salben und für innerliche A. Tinkturen.
um 1530
Gewinnung von künstlichem HgS durch direkte Vereinigung von Hg + S
('Mohrverfahren') konkurriert für Malerfarbe mit nat. HgS u. Mennige [3].
vor 1532
Alt-Peru nutzte (vor den Spaniern) schon Zinnober als Farbmittel [2].
1540
Vannoccio Biringuccios (1480-1537) 'De La Pirotechnia Libri X' erschien
mit der Beschreibung wie Quecksilber und Schwefel gewonnen wird [4].
Nach 1500/1555
Biringuccio, Agricola kannten fünf Hg-Destillationen in irdenen Töpfen
mit einfacher Kondensation u. b. 1530 in Idria aktiven Meilerbetrieb [3].
1546
Agricola widmet sich in seinem 'De veteribus et novis metallis libri II' der
ergiebigen böhmischen Hg-Gruben bei Luby (dt. Schönbach), von Beroun
(dt. Beraun, äl. Bern), Svatá (dt. Swata, auch Heiligenberg) wie auch von
Camerav b. Hoovice (dt. Komarow b. Horschowitz, Horowitz) [11].
nach 1554
Bartoloméo de Medina (um 1497-1585), span. Kaufmann und Metallurge,
erfand auf Pachuca Hidalgo (MEX) den 'beneficico de patio' bzw. die
ökon.
'patio-Methode',
eine
Silbergewinnung mittels Quecksilber [9].
1556
Erstdruck
Georgius
Agricolas
(1494-1555) 'De re metallica libri XII' mit
Bericht des Hüttenwesens zur Au-, Ag-, Cu-, Pb-, Sn-, Fe- u. Stahl-, Hg-,
Sb-und Bi-Gewinnung sowie der Metallreinigung (Scheidekunst) [4].
ab 1557
Hg soll in irdenen Retorten in Öfen aus Erzen gebrannt worden sein [1].
In
d.
mex.
Bergwerken
Zacatecas,
Durango, Mexiko wurde amalgamiert.
1563/1564
HgS-Mine von Nahuincopa entdeckte Diener Jerónimo Luis de Cabrera.
1564
Am
Stahlberg
(DE-RF)
begann
Bergbau auf Hg, Revier war bis 1824 i.B.
Katzenbach (Schmittenstollen) lieferte hier 1769/87 rd. 6700 kg Hg [11].
16. Jh.
Venetier fertigten in Murano Spiegel mitt. Zn-Amalgam [2], therapeut.
Verwendung
von
Hg
2
Cl
2
[22], Ag-Gewinnung über Amalgam gängig.
Ming-Periode (1368-1644), chin. Arzt Li Shi Chen (1518-1593) verwend.
Hg-Sn-Ag-Paste
(ein
Amalgamrezept aus 600 BC) als Zahnfüllung [23].
1566
In Huancavelica (PE) wurde HgS-Lager entdeckt [24] von Enrique Garces
bzw. Indianer Gonzalo Abincopa o. Navincopa
[25, 26]
u. Santa-Barbara-
Minen nahmen Förderung auf. Spanier erfanden Hg-Ag-Läuterung [2].
1577
Mine
Idrija
verstaatlicht
[27],
Hg-Gewinnung in Almadén ist 184 t/a[7],
Pedro Fernández de Velasco bringt Ag-Amalgamation von MEX n. PE;
Mine Santa Barbara (PE) lieferte 1570/1666: 26.174 t; 1667/83: 5.453 t;
1684/1713: 7.280 t (2/300 t/a) [28]; HM war Cerro de Potosi (h. BOL)
[29].
Ende 16. Jh. (?)
Basilius Valentinus, Alchimist (1413 Benediktiner zu Erfurt), stellt Hg aus
Sublimat, Hg-Nitrat und Fe-Vitriol her, hielt es, wie Georgius Agricola
(1494-1555), als Metall. Andreas Libavius (a.: Libau; Basilius de Varna
(1555-1616), Philosoph, Arzt, Chemiker hielt es nur für 'que sunt metallis
affina', der Ph. Prof. Joseph Adam Braun (1712-1768), BOM, fand 1759/
1760 in St. Petersburg, Hg kann fest frieren und malleable sein [11,56].

Zeittafel zum Quecksilber.
- 7 ­
Anfang 17. Jh.
Sir Theodot Turquet de Mayerne (1573-1655) kannte versüßtes Sublimat.
1603
Johann Thölde veröffentlichte das Werk 'De Occulta Philosophia' von
Basilius
Valentinus
1)
, der zuerst Mercur (Hg) d. Metallen zuordnete [30].
1633
Runde
Schachtflammenöfen
(so
gen. Bustamante-, Alludel-Öfen erfand
der Spanier Don Juan Alfonso de Bustamante in Huancavelica (PE) [3].
nach 1635
Hg-Brennen erfolgte in aus Eisen gegossenen Retorten [1].
1646
Erstaufbau von Bustamenteöfen durch Bustamente in Almadén (ES) [3].
1661
Robert Boyle (1627-1691) beweist im 'The Sceptical Chymist' für Au, Hg,
[...] Unzerlegbarkeit, nennt sie 'Elemente' bzw. 'ungemischte Körper'[31].
1661-1663
Idria-Ertrag ordinary mercury. 198.481 Pfd., 225.066 Pfd., 244.119 Pfd.;
virgin mercury: 6.194 Pfd., 9.612 Pfd., 11.862 Pfd. [32, 33].
Ende 17. Jh.
Johann Kunkel von Löwenstern (1630-1702), dt. Alchimist isolierte
Knallquecksilber,
Hg(CNO)
2
. [3, 9]; Spaniens erreichte 1,8 Mio. Pf./a [1].
um 1726
Szlana, Zips-Gömörer Erzgebirge (H), Gr. Gömör hatte Zinnober sowie
gediegenes Quecksilber, Amalgam, Fahlerz mit Quecksilber [13].
18. Jh.
bei Conna am Tajo (P) soll Hg-Bergbau bestanden haben [11].
1720
Daniel Gabriel Fahrenheit (1686-1736), ein dt. Physiker, schuf erstes
brauchbares
Quecksilber-Thermometer, dessen Entwicklung 1714 begann.
1730/1742
Frankreich produzierte Hg bei Menildot, Dep. Manche [11], [34]
1735
Der
Chemiker
Georg
Brand
(1694-1768) [S] hält Hg für ein Halbmetall.
2. Hälfte 18. Jh.
Ignaz Edler von Born (1742-1791), Mineraloge u. Geologe erfand eine
Amalgamierungsmethode
zur
Silbergewinnung mittels Quecksilber [14].
1762/1780
Kirchheimbolander Gruben (DE-RF) lieferten 99.760 kg Hg [11].
1768
Idria soll 2.200 Lägel (= 330.000 Pfd.) Hg aus Erzen erzeugt haben [32].
1770
Nani, Pisani (zwei Venetianer) beuteten d. Gruben Valalta (Venedig) aus.
Ausbeuten:
1860
­ 30,27 t; 1870 ­ 31,00 t; nur noch 1878 ­ 3.100 kg [11].
1771/1794
Grube Theodors Erzlust b. Wolfenstein lieferte 67.000 kg Hg [11].
1787
Leithner in Idria führte Schachtflammenöfen mit gemauerten
Verdichtungskammern
ein,
den
'Idriaofen', der bis nahe 1950 i.B. war [3].
1790
John
Hawkins
3)
erw. Hg-Mine zu Apseleby
2
(Westmoreland, GB)
[7,35].
1796
Johann Martin Hoppensack (1741-1815)
4)
z. Hg-Bergbau[36]: ,,Plinius
sagt im 33. Buche Kap. 7. seiner Naturgeschichte: daß faßt nach Rom kein
1)
Naturwissenschaftler, Arzt, der angeblich 1413 als Mönch im Erfurter St. Peterskloster lebte (Gerhard Eis: NDB, Bd. 1.
Duncker & Humblot, B, 1953). Basilius Valentinus ist ein noch nicht identifizierter deutschsprachiger Autor alchem. Schriften,
die in Drucken seit 1599, Handschriften seit dem 17. Jh. überliefert sind (Wiki).
2)
Apseleby ist vielleicht dasselbe Vorkommen,
über das Agricola (De vet et novis metallis 1546) die Notiz bringt: "Neuerdings entdeckte man Quecksilbererze in Britannia
Scotis".
3)
Hawkins, J. (1790): Bergbaukunde. II. Bd. Auszüge aus Briefen. 5. John Hawkins. L: Georg Johann Goeschen.
4)
Johann Martin Hoppensack war dt. Markscheider u.
Kgl. Span. Berg-Direktor, Autor (1796): Ueber den Bergbau in Spanien [ ...
]. WE: Im Verlage des Industrie-Comptoirs.

Zeittafel zum Quecksilber.
- 8 -
anderer
Zinnober
gebracht würde, als blos d. aus Spanien, aus der Regione
Sisaponensa
in
Andalusia,
welche zum Kreise Cordua gehöre." Und ,,daß
der Athenienser Calias der Erste gewesen sey, welcher durch Bearbeitung
der Bergwerke den Mino oder Zinnober gefunden habe." Er datierte dies
auf etwa 490 BC und vermerkte: ,,welchernach also d. span. Quecksilber-
Bergbau im gegenwärtigen 1796sten Jahre 2286 Jahr alt seyn würde"[
1), 2)
36
].
1799 Die Herstellung von Hg(CNO)
2
aus Hg, C
2
H
6
O und HNO
3
wird von dem
engl.
Chemiker
Edward
Charles
Howard (1774-1816) beschrieben [3, 9].
1816(1826/35)
Erfindung und Einsatz eines Silberamalgams (eine Ag-Paste aus Hg, Ag).
1818
Carl Johann Bernhard Karstens (1782-1853) 'Grundriss der Metallurgie u.
der
metallurgischen
Hüttenkunde.'
[37]
Kunde zu Erzen, Eigenschaften,
Verhalten, Gewinnung, Verarbeitung, Literatur des Quecksilbers erschien.
1826
François Sulpice Beudant (1787-1850), frz. Mineraloge, Geologe, sowie
Karl
Friedrich
Alexander
Hartmann
(1796-1863), dt. Hütteningenieur,
Mineraloge,
nennen
Hg-Fundstellen Menildot, Allemont, Pélançon (F)
[34].
1831
Quecksilber kommt in Durasno, zwischen Tierra Nueva und San Luis de
la Paz, Gruben Lomo del Toro bei San Juan de la Chica, Nuestra Senora
de los Dolores bei Gigante, du Fraile, bei Villa de San Felipe [28].
1832
John Howard Kyan (1774-1850), engl. Chemiker, nimmt Patent (Nr. 8263
und 6309) z. Holzkonservierung mittels 3%-tigem Sublimat (HgCl
2
) [37].
Idria produzierte 2.985 Ctr. Hg, bei 50.000 Ctr. Erz zu 3.000 Ctr. Hg [38].
1838/1897
Grube und Hütte für Hg bei Olpe (Arnsberg, NRW) lieferte 1838 + 1839
213 kg; 1864-1874 6.457 kg; 1897 4.967 kg [11].
1840
Quecksilberproduktion
n.
Prof. Johann Reinhard Blum (1802-1883)
[39]
in:
Almaden 22.000
Ctr.
Idria
6.000 Ctr.
Ungarn und Siebenbürgen
700 Ctr.
Zweibrücken
130 Ctr.
Europa
28.830
Ctr.
Peru
3.000
Ctr.
1840
Zinnoberlager im Distrikt von Guadalcázar (MEX) wurden entdeckt [11].
1842
Erster 'Albertische' Flammenofen wurde in Idria aufgestellt [3].
1845
Andreas Castillero, span. Abstammung, im mex. Militär, startete an der
Santa Clara (CA) erste Hg-Gewinnung [23], zuerst entdeckt hatte da
Secundino Robles (Californio), 1824 die Zinnober-Einlagerungen [25].
1846, 79, 86, 99
Hg-Bergbau in Siele, Cornacchino, Montebuono, Abbadina San Salvatore
am Monte Amiata) i.B., Produktion: 1860 ­ 3.500 kg; 1880 ­ 116 t [11].
1848/1849
Erfindung des sehr giftigen Kuferamalgams durch den bayr. Chemiker u.
Hygieniker Prof. Dr. med. Max Joseph von Peppenkofer (1818-1901)
[40].
19.
Jh.
Bau
kontinuierlich
arbeitender
Schachtöfen kennzeichnet die Epoche [3].
1)
D. Luis Enis Celio Rodriquez: Werk 'Lecciones antiquas' 28. Kap. 26.
2)
Louis Moréri (1643-1680), franz. Priester und
Enzyklopädist: Grand dictionaire historique.

Zeittafel zum Quecksilber.
- 9 -
1848/1854
Kalifornischer Goldrausch setzte über 7.000 t Hg frei [9].
2. H. 19. Jh./1925
New Almadén Quecksilber Mine (Santa Clara County, US-CA), älteste,
produktivste HG-Mine i.B. [2] [27], Entdeckungsjahr war 1850 [41].
1854, 1858
New Idria Mercury Bergwerk wurde entdeckt, erschlossen, ging i.B. [9].
Vallalta
(Agordo,
I)
bedeutende
Hg-Mine lieferte über 30.000 kg Hg [24].
1855
Quecksilber-Weltproduktion
3.489.590 kg
dav.:
Spanien:
1.964.470
kg
Californien:
980.000 kg
Peru:
294.600 kg
Oesterreich:
245.550 kg
Rheinbayern:
4.910 kg
Summe:
3.489.530 kg [41].
1857
Geschichte der Metalle von Prof. Franz Xaver Maximilian Zippe (1791-
1863) mit den Aussagen: ,,In den Schriften d, alten Testaments geschieht
keine Erwähnung von Mercur, ebenso nicht in den Gesängen Homers,
welcher
alle
übrigen alten Metalle nennt [ ... ]." ,,Aristoteles, Dioskorides,
Theophrast, Vitruvius und Plinius geben uns Nachricht v. Mercur [ ... ]."
,,Als Länder, welche Zinnober (minium) lieferten, werden angeführt:
Armenien,
Karamanien,
Kappadocien, Aethiopien, hauptsächlich aber
Spanien, und zwar die Gegend von Sisapon in Bätica." Sibirien hatte als
Zinnoberareale
Katharinaburg
(Jekaterinburg), Beresow (Beresowsk),
Miask (Miass), chin. Prov. Kueitscheou (Kiautschou), Tübet (Tibet) [14].
1860 Quecksilber-Weltproduktion (Schätzung): 61.000 Ctr. [42].
1862
Adalbert Nöggerath (1832-1900) gibt neueste Ansage über Hg-Minen zu
Almadén und Almadenejos (ES) [10], Mine Redington produziert [11].
1865
CA (Nordamerika) ist reichste Hg-Land, New ­Almaden produzierte
3,5 Mio. Pfd. Hg [43], die Zollvereinsländer 5.394 Zollcentner [44].
1866
Welt-Quecksilbergewinnung: 68.034 Flaschen [45]. Silverado Mercury
Mine (US-CA) und weitere im Bereich Napa County in Betrieb [46].
1870 Hg-Lager im Distrikt Sarawak auf Borneo mit 78-80 % reimen HgS
entdeckt, sonst üblicher HgS-Anteil nur zw. 2-20 % [47].
1871
Altoona
Mercury-Mine
(US-CA)
Produktionsbeginn, zwischen 1875 bis
1901 flasks Hg (1.000 t) produziert [48], Huitzuco-Minen gefunden [11].
1874
erste Hg-Minen in Mexiko eröffnet [7], Sulfur Bank-Mine (CA) i.B.,
ebenso aktiv sind die Hauptminen in Aetna, Napa, Altoona (US-CA) [11].
1883
Bedeutendste
Hg-Erz-Fundstätte
mit Zinnober wie auch gediegen Hg und
Kalomel wurde am Avala-Berge bei Belgrad (SER) entdeckt [23], [33].
1886
Hg-Werk
Nikitowka
nimmt
Hg-Gewinnung aus Zinnober auf [23].
1893
bei Chpek (Kaukasus) wurden 246 kg Hg beim Schürfen gefunden [11].
1894
Hg-Minen
bei
San
Louis
Potosi (MEX) sind i.B. gekommen [11].

Zeittafel zum Quecksilber.
- 10 -
um 1895
Kweitschou-Hg-Mine (vor 1848 eingestellt) ist wieder i.B. [23].
Yulgibar N. S. Wales (AUS) Aufschluss v. drei Hg-Erzgängen erfolgt [
33
].
1911
Physiker Heike Kamerlingh Onnes (1853-1926, NL) entdeckte am Hg
das erste Mal das Phänomen der Supraleitung [2, 9], dass der elektrische
Widerstand plötzlich b. 4,2 K (-268,9 °C, Sprungtemperatur) verschwand.
1926
Dt. Chemiker Alfred Stock (1876-1946) belegt detailliert Hg-Giftigkeit.
1934
Nikitowka
(dt.
Lablacken)
erhielt effektive Hg-Konzentrationsanlage, die
As- u. Sb-haltige Erze mit 0,2-0,3 % Hg auf etwa 15 % Hg anreicherte u.
ein Hg-Ausbringen von über 99 % (von etwa 76 % Sb) erreicht [2]. 1897
wurden hier 617 t Hg erzeugt und 1898 war die Ausbeute 362 t Hg [35].
1937
US-amerikanischer
Bildhauer
der Moderne Alexander Calder (1898-1976)
baute für spanischen Pavillon der WA in Paris einen Quecksilberbrunnen
zum Gedenken an die Toten des Hg-Abbaus; heute Fundació Joan Miró
(Barcelona,
ES).
seit 1937
Quecksilber wird auch in Kanada [3] in Pinchi Lake mercury mine [9] im
Fort St. James-Revier bis 1944 [9] sowie 1968/1975 [46] gewonnen.
Mitte 1950er
Minamata-Krankheit (Hg-Vergiftung durch Umweltschäden) tritt im Ort
Minamata
auf
der
Insel Kysh (J) auf, etwa 10.000 bis 17.000 Menschen
wurden
geschädigt,
etwa
3.000
starben daran, nur bei 2.265 Verstorbenen
gilt
die
chronische
Quecksilber Vergiftung als Todesursache [9].
1968
Minamata-Krankheit
(1956
entdeckt, von Fa. Chisso Co. Ltd. verursacht)
wurde von der japanischen Regierung als Umweltkrankheit anerkannt [9].
1969-1971
Welt-Quecksilberproduktion erreichte Maximum nach d. Angaben in [4]:
1969
10.243
t
1970
10.181
t
1971
10.577 t
1972
New Idria Quicksilver Mining Company wurde nach 118 Betriebsjahren
und einer Produktion von 38 Mio. Pfund Hg geschlossen [9].
1990
Idrija wird nach rd. 500 Jahren u. 107.000 t erzeugten Hg stillgelegt [27].
1992
Quecksilber-Produktionsreduktion bringt ein Minimum von 3.014 t/a Hg
gegenüber dem Maximum aus dem Jahr 1970 mit 10.181 t/a Hg [16].
1993
Prof. Dr. med. dent. Ivo Krejci fordert das "Ende des Amalgamzeitalters".
2006
Hg-Mine Wanshan (Stadtbezirk von Tongren, CN), eine Stätte großer
Hg- und Zinnobervorkommen wurde Industrie-Denkmal der CN [9].
***)
Arnold Frederik Holleman (1859-1953) war niederländischer Chemiker und Professor für Anorganische Chemie
in Groningen und Amsterdam. Dazu war er im Jahr 1900 Gründungsautor des angeführten Lehrbuches,
kurz: Holleman-Wiberg o. HoWi (Hg. B. 19. Aufl., 1900-1927), das später von dem deutschen Chemiker
und Professor für Anorg. Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Eugen Gustaf Martin
Wiberg (1901-1976), Hg. 22.-90. Aufl., und nach dessen Tod von seinem Sohn, Prof. Nils Wiberg (1934-
2007), einem deutschen Chemiker der LMUM, Hg. 91-102. Auflage, weitergeführt wurde. Von Dr. E. H.
Büchner, Lektor an der Uni. Amsterdam, wurde in den Jahren 1930/37 die 20. & 21. Aufl. betreut.

Zeittafel zum Quecksilber.
- 11 -
2007
A. F. Hollemans Lehrbuch der anorganischen Chemie in 102. Auflage
erschien mit dem Kapitel: Das Quecksilber. Seiten1497 bis 1502 [36].
2008
Von
der
COWI
1)
wurde einschätzt, die EU27+2 haben Hg-kontaminierte
Flächen, mit 11.000-20000 t Hg, wovon lediglich 900 bis 1.900 t Hg
extrahierbar
sind
[49].
Norwegen
beschließt
ein
Verwendungsverbot für Quecksilber [50].
2009
Schweden
verbietet
den
Gebrauch von Quecksilber generell [51].
2010, 2012
Hg Weltminenproduktion wurde auf 2.250 bzw. 1.810 Jato reduziert.
2010-2050
Mengenprognose für überschüssiges, zu beseitigendes Quecksilber auf der
Welt
beträgt
34.000-52.000
t
(davon: rd. 10.700 t EU-Anteil) [49].
2011-2020
7.164
t
Hg-Entsorgungsbedarf
aus EU Chlor-Alkali-Anlagen [49].
2012
Die Bergwerke von Almadén (Provinz Ciudad Real, ES) und Idrija (SLO)
wurden von der UNESCO zum Welterbe des Quecksilbers erklärt [52].
2013/2014
· Seit 1500 wurden etwa eine Mio. t Hg bergbaulich gewonnen, genutzt, in
die Biosphäre freigesetzt [53
in
49].
· Derzeit werden ca. 3.400 t/a Hg durch Tätigkeiten in die Biosphäre
freigesetzt [54, 55 in 49], u.a. 83 t/a Hg aus NE-Produktion (vor allem
Zink)
[49].
· Quecksilber durch natürliche Prozesse, wie Vulkanismus, Erosion i.g.M.
(500 t/a) in die Biosphäre neu eingetragen sowie durch Sedimentation u.
andere Prozesse in gleicher Menge immobilisiert [54, 55 in 49].
19.01.2013
Internationale Einigung auf Quecksilberreduktion von 140 Staaten in Genf
(CH) zur Hg-Produktion, Verwendung, Lagerung, Entsorgung erzielt [9].
,,Die Konvention ist dringend nötig, zählt Quecksilber doch zu den
gefährlichsten Giftstoffen überhaupt. Insgesamt, so schätzen Forscher, hat
der Mensch seit 1850 etwa 200.000 Tonnen Quecksilber in die Umwelt
gebracht"
2)
.
Ende 16. Jh. (?)
Basilius Valentinus, Alchimist (1413 Benediktiner zu Erfurt), stellt Hg aus
Sublimat, Hg-Nitrat und Fe-Vitriol her, hielt es, wie Georgius Agricola
(1494-1555), als Metall. Andreas Libavius (a.: Libau; Basilius de Varna
(1555-1616), Philosoph, Arzt, Chemiker hielt es nur für 'que sunt metallis
affina', der Ph. Prof. Joseph Adam Braun (1712-1768), BOM, fand 1759/
1760 in St. Petersburg, Hg kann fest frieren und malleable sein [11,56].
1)
COWI Internationale Beratungsgruppe, spezialisiert auf Engineering, Umwelt- und Wirtschaftswissenschaften
mit Sitz in Lyngby, Dänemark. COWI - Christen Ostenfeld & W. Jonson (J = I).
2)
Willems, W. (09.10.2013): Minamata-Krankheit. Die Welt. www.welt.de > Wissen > Natur + Umwelt
.
Die verkürzten Literaturangaben für die Zeittafel zum Quecksilber (Seiten 3 bis 11) befinden sich auf der Seite 13.
Die vollständigen Literaturstellen beinhalten die Angaben zum Schrifttum auf den Seiten 87 bis 95.

Zeittafel zum Quecksilber.
- 12 -
Die Kernelemente des Minamata Übereinkommens.
· Neue Quecksilberminen werden verboten und bestehende auf maximal 15 Jahre nach
Inkrafttreten der Konvention befristet.
· Quecksilberhaltige Produkte, für welche gleichwertige Alternativen bestehen, werden ab 2020
verboten. Das gilt z.B. für quecksilberhaltige Batterien, Schalter, Relais und bestimmte
Lampentypen, Messgeräte (Barometer, Manometer, Thermometer, Sphygmomanometer).
· Der Einsatz von Dentalamalgam, das Hg enthält, soll durch konkrete Maßnahmen reduziert
werden.
· Prozesse, in denen Quecksilber verwendet wird, werden ebenfalls reguliert. So werden die
Chlor-Alkali-Elektrolyseanlagen
nach
dem Amalgam-Verfahren ab 2025 und die
Acetaldehyd-Produktion mit Quecksilber(-komponenten) als Katalysator ab 2018
verboten. Für einige Prozesse wurde jedoch kein Datum für den Ausstieg festgelegt,
sondern es werden verbindliche Reduktionsmassnahmen für die Quecksilber-
Verwendung inklusive quantifizierbarer Ziele verlangt. Dazu zählen die Produktion von
Vinylchlorid-Monomer (VCM) sowie Polyurethan mit quecksilberhaltigen Katalysatoren
und Natrium- oder Kaliummethylat.
· Der internationale Handel von Quecksilber wird auf gemäß der Konvention zulässige Zwecke
oder zur Entsorgung beschränkt. [ ... ].
· Reduktionsmassnahmen für die wichtigsten Emissionsquellen wurden festgelegt; bspw.
müssen für neue Anlagen mit sehr großen Emissionen die besten zur Verfügung
stehenden Technologien, unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen und technischen
Gegebenheiten im jeweiligen Land bzw. die umweltfreundlichste Praxis angewandt
werden. Als wichtigste Emissions-(Punkt-)quellen wurden Kohlekraftwerke, kohle-
betriebene industrielle Heizkessel, Produktion von Nichteisen Metallen, Zementklinker
Produktion und Kehrichtverbrennungsanlagen identifiziert.
· Länder mit Goldkleinbergbau ('artisanal and small scale gold mining', 'ASGM') werden
verpflichtet, die Verwendung von Hg in diesem Sektor zu reduzieren, soweit möglich
vollständig zu eliminieren.
· Bestimmungen zur sicheren und umweltgerechten Zwischenlagerung, zum fachgerechten
Management und zur Entsorgung von Abfällen sowie zu deren Handel im Einklang mit
dem Basler Übereinkommen wurden erlassen sowie die Möglichkeit, zusätzliche
Anforderungen und spezifische Richtlinien zu einem späteren Zeitpunkt zu erarbeiten.
· Ein effizienter und effektiver Mechanismus zur Überprüfung der Einhaltung der
Verpflichtungen durch die Vertragsparteien und zur Ergreifung angemessener
Maßnahmen wurde festgelegt.
· Ebenso eine kohärente und effiziente multilaterale Finanzierung mit dem Globalen
Umweltfonds (GEF) im Zentrum in Kombination mit weiteren Finanzierungselementen
[1].
[1] BAFU Minamata Quecksilber-Übereinkommen. http://www.bafu.admin.ch/chemikalien [ ... ].

Literatur zur Zeittafel zum Quecksilber.
- 13 ­
Literaturangaben zu der Zeittafel zum Quecksilber und Zinnober.
Die vollständigen Literaturstellen beinhalten die Angaben zum Schrifttum auf den Seiten 88 bis 96.
[1] Ak. (1960) Gmelins Handbuch. Quecksilber. Vorkommen. Weinheim/Bergstraße: Verlag Chemie.
[2] Peyron, J.-F. (1781): Über Sitten, [ ... ] und die Gerichtshöfe Spaniens. I. Bd. L: Weygandsche Buchhandlung.
[3] Amerikas Quecksilberversorgung [...]. Die chemische Industrie. 66(1943), Nr. 11/12. S. 109.
[4] Seilnacht, Th.: Zinnober. www.seilnacht.com > Farben erleben;
[5] Tafel, V., Wagenmann, Hrsg. (1951): Lb. der Metallhüttenkunde. Bd. I. Quecksilber. S. 579/614. L: Hirzel VB.
[6] MKL. Meyers Konversationslexikon. Quecksilber. XIII. Band. S. 502/503.
[7] Ak. (1928): Meyers Lexikon. Quecksilber. IX. Bd. Sp. 1466. Leipzig: Bibliographisches Institut.
[8] Brockhaus: Autorenkollektiv (1894-1896): Almaden. S. 428. L, B, W: F. A. Brockhaus.
[9] Wikipedia nach entsprechendem Titel.
[10] Nöggerath, A. (1862): in Mitt. ü. Hg-Bergwerke zu Almadén u. Almadenejos in ES [ .. ] ZBHS. Bd. 10, S. 361/ 92. B: R. Decker.
[11] Neumann, B. (1904): Die Metalle. Geschichte. Vorkommen. Gewinnung. S. 259/268. HAL a.d.S.: W. Knapp.
[12] Rigel, F. X. (1839): Erinnerungen aus Spanien. S. 293/4. MA: Schwan- & Götz'sche HB.
[13] Ullmann, F.: Foerst, W., Hrsg. (1963): Ullmanns Encyklopädie techn. Ch. Bd. 14, S. 525. M, B: Urban & Schwarzenberg.
[14] Zippe, F. X. M. (1857): Geschichte der Metalle. Mercur. S.205/217. Wien: Wilhelm Braumüller.
[15] in [11] de lapidibus et metallis. penelope.uchicago.edu/Thayer/L/Roman/.../16*.htm...
[16] Rafoth, A. (WS 03/04): Geochemisches Seminar Se und Hg. http://www.rz.uni-karlsruhe.de/~dg21/geochem0304/HgSe.pdf.
[17] Mannert, K. (1799): Geographie d. Griechen u. Römer [...]. Bd. 1, S. 284. N: Ernst Christoph Grattenauer.
[18] Beudant, F. S.; Hartmann, K. F. A. (1826): Lb. der Mineralogie. 3. B. 4. Kap. § 337. Quecksilbererze. S. 650. L: F. A. Brockhaus.
[19] Rössing, A. (1901): Geschichte der Metalle. S. 199. Berlin: L. Simion.
[20] Mihelic, D. Wirtschaftsgeschichte der slowenischen Alpen. Zeit. Geschichte der Alpen 2(1997), S. 89.
[21] Kahlert-Schröder, A. M. (2010): Amalgam. Quecksilber. www.dr-kahlert-schroeder.de/amalgam/[...].
[22] Richter, G. A. (1830): Das Quecksilber als Heilmittel. S. 7 B: August Rücker.
[23] Dannderer, M. (1992): Handbuch der Amalgamvergiftung. Bd. I. Landsberg /Lech: ecomed-Fachverlag.
[24] Schnabel, C. (1896): Handbuch der Metallhüttenkunde. 2. Bd.. Quecksilber. S. 262/360. B: Julius Springer.
[25] History. Eine Geschichte der mex. Amerikaner in Kalifornien. Spanistown-Site. New Almaden. Santa Clara County.
[26] Humboldt, F. W. H. A. v. (1847): Kosmos, 2. Bd., S. 415. Anm. 42. S, Tübingen: J. G. Cotta'scher Verlag.
[27]
Schameitat, K. (2012): Slowenien. Idrija. S. 153/6. B: Trescher Verlag.
[28] Karsten, C. J. B. (1830): System der Metallurgie : geschichtlich, statistisch, theoretisch und technisch Bd. I. Berlin: G. Reimer.
[29] es.wikipedia.org/wiki/Pedro_Fernández_de_Velasco
.
[30] Valentinus, B.; Thölde, J. (1603): De Occulta Philosophia. L: Jacob Apels.
[31] Von der Alchemie zur modernen Chemie - Seilnacht. www.seilnacht.com > Lexika.
[32] Ferber, J. J. (1774): Beschreibung d. Quecksilber-Bergwerkes zu Idria in Mittel-Crain. Berlin: Ch. F. Himburg.
[33] Pope, W. (1665): Extract of a Letter, [ ... ] Philosophical Transactions 1-2/I (1665), p. 21/26.
[34] Burat, A. (1859): Géologie appliqué. Bd 2. Paris: Langlois et Leclerq.
[35] Beck, R. (1903): Lehre von den Erzlagerstätten. Avala-Berge. S.362. Yulgibar. S. 366. S: Gebrüder Borntraeger.
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[37] Karsten, C. J. B. (1818): Grundriss der Metallurgie und der metallurgischen Hüttenkunde. Hg. S. 416/432. Breslau: Wilhelm Gottlieb Korn.
[38] Ersch, J. S.; Grube, G. (1838):Allgemeine Encyclopädie der W und K.
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[39] Blum, R. (1840): Lithurgik oder Mineralien und Felsarten [...]. S. 327. S: E. Schweizerbart VB.
[40] Pettenkofer, Max Joseph von. NDB 20 (2001), S. 271/273. http://www.deutsche-biographie.de/sfz74498.html
[41] Das Vorkommen und die Gewinnung des Quecksilbers. Chem.-techn. Mitt. SPZ 2(1857), H. 5. S. 182.
[42] Jährliche Quecksilberproduktion der Erde. Chem.-techn. Mitt. SPZ 13(1868), H. 1. S. 25.
[43] Bericht über die Weltausstellung zu Paris 1967. 3. Bd. Original Wien 1869. Forgotten Books London 2013. Wilhelm Braunmüller.
[44] Bericht über die Weltausstellung zu Paris im Jahre 1867. (1869) Hrsg. k.k. Österr. Central-Comité. Wien: UVB Wilhelm Braumüller.
[45] Quecksilbergewinnung im Jahre 1866. Chem.-techn. Mitt. SPZ 14(1869), H. 2. S. 80.
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[48] http://www.ttemidev.com/oscadmin2010/conference/materials/370/04 Altoona Mine Readiness 10.pdf.
[49] Hagemann, S.; et al. (06/2014): Verhalten von Quecksilber, Quecksilberverbindungen [ ... ] BMUB. UBA Texte 06/2014.
[50] Bans mercury in products ­ regjeringen.no. The Ministry of the Environment.
[51] Government bans all use of mercury in Sweden. http://www.government.se/sb/d/11459/a/118550.
[52] travel 4 news (20.11.2012) - Quecksilbermine wird UNESCO-Weltkulturerbe.
[53] Hylander, L. D.; et al. (2003): 500 years of mercury production: [ ... ]. Sci. Total Environment. 304, 13/27.
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[56] Göttingische gelehrte Anzeigen (1768): AdW in Gö, I. Bd. S. 1152. V. AdW. Göttingen: Johann Albrecht Barmeier.
[57] Edrisi: Abu Abd Allah Muhammad ibn Muhammad ibn Abd Allah ibn Idris al-Idrisi (um 1100/66), muslimischer Kartograph, Geograph.
[58] Beckmann, J. (1786): Beyträge z. Gesch. d. Erfindungen. Bd. 1. Scheidung des Au u. Ag durch Hg. S. 44/54. L: Paul Gotthelf Kummer.
[59] Busch, G. Chr. B. (1820): Handbuch der Erfindungen. Quecksilberuhr. S. 540. Bd. 10, T. 2. EA: Johann Friedrich Bärecke.
Weitere mit eingesehene Quellen sind:
Hirner, A. V., Rehage, H., Sulkowski, M. (2000): Umweltgeochemie. [ ... ] DA: Steinkopff.
Scharf, R: Unkonventionelle Supraleiter und ihre Parallelen. Neue Zürcher Zeitung, 28.09.2005.
Quecksilber ­ PAETEC Periodensystem der Elemente.
Brodersen, K.
*)
(1982): Quecksilber ­ ein giftiges, nützliches, ungewöhnliches Edelmetall. Ch. in unserer Zeit. V. 16, Issue 1, p. 23/31.
BAFU _ Chemikalien ­ Minamata Quecksilber-Übereinkommen. http://www.bafu.admin.ch/chemikalien/01405/12659/index.html?lang=de
Napa Mercury Mine. http://en.wikipedia.org/wiki/Napa,_California.
Kleist, G. (2005): Vorbeugender chemischer Holzschutz in: Johann Müller (Hrsg.): Holzschutz im Hochbau. S: Fraunhofer IRB Verlag.
*)
Klaus Brodersen (1926-1997) war Professor für anorganische und analytische Chemie an der Friedrich-Alexander
Universität Erlangen-Nürnberg. Brodersens Forschungsschwerpunkte waren die Strukturchemie von
Quecksilberverbindungen und die instrumentelle Analytik.

Die Eigenschaften des Quecksilbers.
- 14 -
Die Eigenschaften des Quecksilbers.
· Die allgemeinen chemischen und atomaren Eigenschaften des Quecksilbers [1 bis 15 u.w., s. S. 18]
Name, Symbol, Ordnungszahl:
Quecksilber, Hg, 80
Serie:
Übergangsmetalle
(teilweise wird es zu den Edelmetallen
gezählt [15, 16, 38]
Gruppe, Periode, Block:
12, 6, d
Aussehen:
silbergrau bis silbrig weiß glänzend, fast zinnweiß;
dünne Schichten: violett durchscheinend
Brennbarkeit:
nicht
brennbar
[17]
CAS-Nummer - ATC:
7439-97-6 - D08AK05
Massenanteil an der Erdhülle:
0,4 ppm [1], Rang 67 mit 0,05 ppm nach Ø-Häufigkeit
der Elemente in der Erdkruste n. Rutherford (2006) [18]
Auftreten:
ubiquitär
Erzanteil:
allgemeiner Ø-Wert abgebauter Erze 0,2 bis 1,0 % [11],
Erz von Almadén: 3,5 %, i.d.T. bis 14 % [11]
Hg-Gehalt von Naturstoffen:
10 bis 100 µg/kg Ø mineralische u. organische [19]
Hg-Gehalt von Gesteinen:
0,40 mg/kg ­ Schiefer [10 n. 20]
1.400
µg/kg
­ Tonschiefer aus Karbonzeit [19]
0,04
mg/kg
­ Kalkstein [10 n. 20]
0,03
mg/kg
­ Granit, Sandstein [10 n. 20]
0,01
mg/kg
­ Basalt [10 n. 20]
Hg-Gehalt von Straßenstaub:
870 µg/kg
[19]
Hg-Gehalt von fossiler Kohlen:
1 bis 25 µg/kg
[19]
Hg-Gehalt von Holz:
15 bis 25 µg/kg [19]
Hg-Gehalt von Leuchtgas:
5 µg/m
3
[19]
Hg-Gehalt von Gaswasser:
160 µg/l [19]
Hg-Gehalt von Acker und Waldböden:
30 bis 80 µg/kg, 100 bis 290 (Stadtnähe) [19]
Kaminruss:
3.500
bis
30.000
µg/kg
[19]
Atommasse:
200,59 u
Atomradius (berechnet):
150 (171) pm
Ionenradius:
0,11 nm (+2) [9]
Kovalenter Radius:
132 pm
Van-der-Waals-Radius:
155 pm; 0,151 nm [9]
Elektronenkonfiguration: [Xe]
4f
14
5d
10
6s
2
Austrittsarbeit:
4,49 eV [3]
Ionisierungsenergie des 1. Elektrons:
1007,1 kJ/mol; 1004,6 kJ/mol [9]
Ionisierungsenergie des 2. Elektrons:
1810,0 kJ/mol; 1796,0 kJ/mol [9]
Ionisierungsenergie des 3. Elektrons:
3294,0 kJ/mol [9]
· Die physikalischen Eigenschaften des Quecksilbers [1 bis 15 u.w., s. S. 18]
Aggregatzustand:
flüssig
Aggregatzustand als Legierung:
flüssig, teigig, fest durch Amalgamation (f von Hg-%).
Aggregatzustand am u.u.d. Schmelzpunkt:
geschmeidig, gut dehnbar, weich wie Blei.
Dichte:
13,5459
g/cm
3
[4] bei 293,15 K; 13,546 g/cm
3
[8].
Kristallstruktur:
festes
Hg
bildet
rhomboedrische
(trigionale)
Kristalle.
Kristallchemische Grundlagen:
Hg formelmäßig in 23 Mineralien, als Gediegen Hg, in
5 Legg., 4 Sulfiden, 1 Tellurid, Selenid, 2 Sulfosalzen,
6 Halogeniden, 1 Oxid, 1 Sulfat, 1 Tellurat [12].
Hg bildet 21 von etwa 1.800 Mineralien, ist in 70 mit
Gehalten
0,1
%
Hg;
200
10
-4
Hg; 800 10
-7
Hg
enthalten [21-23] in [12].

Die Eigenschaften des Quecksilbers.
- 15 -
Höhe des Hg-Geh. in Hg-Mineralien: Mercury Content in Mercury Minerals, Tabelle S. 19.
Diadochiebeziehungen von Hg:
Au, Ag können in geringen Mengen aufnehmbar in Gediegen Hg
und beide Edelmetalle vermögen Hg aufzunehmen [12].
Hg in Au: Ø 55 bis rd. 80 % [12] u. n.w.A. bzw. 1·10
-3
% (Ural-
Au) und bspw. 0,7; 0,8; 3,5 % (Nordschweden) [12].
Hg in Ag: teils 0,05 % Arvidsjaur (S); Sp. b. 3 %; selten 5/6 %
Kongsberg (N) [12] u. n.w.A.
Hg zu weiteren Elementen (Schwermetallen): häufig Fe, Cr, Ag,
Au, Zn, Ge, Pb, Co, Ti n. Melnikov in [12], seltener Bi, Ni, Ga,
Ca, Sb, As, Mn, Sn in Zinnober und natürliche Silberamalgame
enthalten fast stets Cu, Sn, Pb, F n. Melnikov, Pojarkov in [12].
Metallgruppe:
Schwermetall
1)
, es zählt neben Au (: 19,32 g/cm
3
); Ag (10,49);
Cu (8,92); Pb (11,342); Sn (7,31); Fe (7,874) zu den ältesten
bekannten
1)
Schwermetallen ( 5 g/cm
3
).
Anlagfähigkeit:
Hg ist
nicht als Anlageobjekt geeignet [38].
Mohshärte:
entfällt
Magnetismus:
diamagnetisch (
= -2,8 · 10
-5
) [5]
Schmelzpunkt:
234,32 K (-38,83 °C); (-38,89 °C) [8]
Siedepunkt:
630,2 K [6] (357 °C); (356,58 °C) [8]
Wasserlöslichkeit;
0,06 mg/l bei 25 °C, praktisch wasserunlöslich [17]
Molares Volumen:
(fest) 14,09 · 10
-6
m
3
/mol
Verdampfungswärme:
58,2 kJ/mol [6]
Schmelzwärme:
2,29 kJ/mol
Dampfdruck:
0,163 [4] Pa bei 293 K
Schallgeschwindigkeit:
1407 m/s bei 293,15 K
Spezifische Wärmekapazität:
140 J(kg · K)
Elektrische Leitfähigkeit:
1,04 · 10
6
A(V · m)
Wärmeleitfähigkeit:
8,3 W/m · K, 8,34 W/m · K [10]
Oberflächenspannung/Mobilität:
476 Nm/m (20 °C); Wasser: 72,75 Nm/m (20 °C); Hg benetzt
nicht, ist sehr mobil durch die hohe OFSP und bildet kleine und
kleinste
Tröpfchen.
Beispielsweise
eine
'Ein-Pfund-Münze'
mit
einer
Dichte
v.
rd.
= 7,6 g/cm
3
schwimmt durch Kombination
von
der
Auftriebskraft
2)
und Oberflächenspannung.
Bereits
Plinius wusste, alle Metalle (der Antike), außer dem
Gold schwimmen auf dem Quecksilber.
2)
nach dem Archimedischen Prinzip.
· Die chemischen Eigenschaften des Quecksilbers [1 bis 15 u.w., s. S. 18].
Oxidationszustände:
1
3)
, 2,
4); 5)
4 [7], [11]
3)
Oxidationsstufe I ­ veraltete Bezeichnung Mercuro;
4)
Oxidationsstufe II ­ veraltete Bezeichnung Mercuri;
5)
Hg kann als ein- und zweiwertiges Hg-Ion auftreten, wobei
erstes sehr instabil, disproportioniert zu Hg und adäquaten
zweiwertigen Verbindungen ist [10].
Oxidationsstufe 1 Beispiel ist: die goldfarbene Verbindung
Hg
2,85
AsF
6
(Alchemisten-Gold) [11]
anorganische Verbindungen des Hg:
einwertig, bimolekular (Hg
2
2+
-Ion) und
zweiwertig,
monomolekular
(Hg
2+
-Ion)
Oxide (Basizität):
Hg
2
O, HgO (leicht basisch)
Normalpotentiale:
mit 0,85 V (für Hg/Hg
2+
) bzw. + 0,80 (für Hg/Hg
2
2+
) gehört Hg
elektrochemisch zu den edlen Metallen.
Umweltverhalten:
an Luft sehr beständig;
Säureverhalten:
wird
von
nichtoxidierenden Säuren (HCl) nicht angegriffen;
Organische Verbindungen des Hg:
Organoquecksilberverbindungen. Das Hg-Atom ist kovalent
ans
C-Atom
d.
organischen Restes gebunden.

Die Eigenschaften des Quecksilbers.
- 16 ­
Regel: Anorg. u. org. Säuren bilden mit org. Kationen Salze.
Alkylquecksilberverbindungen,
z.B.
Methylquecksilber
(CH
3
Hg
+
X
-
).
Arylquecksilberverbindungen, z.B. Phenylquecksilber,
Phenylquecksilberchlorid
(C
6
H
5
ClHg),
Alkoxyalkylquecksilberverbindungen,
z.B.
Methoxyethylquecksilber:
Chloro(2-methoxyethyl)mercury
(C
3
H
7
ClHgO) [R].
Oxide (Basizität):
Hg
2
O, HgO (leicht basisch)
Quecksilber-Sulfid (HgS):
rotes Quecksilber-Sulfid-Erz - Zinnober
schwarzes
Quecksilber-Sulfid-Erz
­ mineralischer Mohr
Quecksilber-Sulfid (Hg[Sb
4
S
7
])
Levingstonit (auch: HgS·2Sb
2
S
3
bzw. HgSb
4
S
8
)
Normalpotential: 0,8535
V
(Hg
2+
+ 2 e
-
Hg); 0,854 V [9]
Elektronennegativität:
2,00 (Pauling-Skala) auch [9], 1,9 [8]
Verhalten bei Raumtemperatur:
beständig gegen Wasser, Luft (Sauerstoff), verdünnte Salz-(HCl)
und
Schwefelsäure
(H
2
SO
4
), löst sich leicht auf in konzentrierter
Salpetersäure
(HNO
3
) und warmer konzentrierter Schwefelsäure
Isotope:
7 (stabile) [8, 9], 26 (instabile, HWZ zwischen 0,02 s
175
Hg bis
520
a
194
Hg) [11], [24]
Natürliche Häufigkeit [8]:
Hg-196: 0,15%; stabil
Hg-198:
9,97%;
stabil
Hg-199:
16,87%;
stabil
Hg-200:
23,10%;
stabil
Hg-201:
13,18%;
stabil
Hg-202:
29,86%;
stabil
Hg-204: 6,87%; stabil
Isotope für Tumordiagnostik:
197
Hg (HWZ 64,1 h) [Chlormerodrin]
203
Hg (HWZ 46,61 d) [Radionuklid Hg203].
· Die ausdrücklichen und allseitigen Eigenschaften des Quecksilbers (mit Einsicht in [34] bis [37].
Legierungsbildung:
Hg
bildet m. Metallen (außer Fe, Co, Ni) Amalgame, die zufolge
f(Hg) flüssig, sehr weich bis sehr fest sind.
Metalllöslichkeit in Hg:
für Cu 0,002 %; Ag 0,035 %; Au 0,131 %; Na 0,62 %;
Sn 0,90 %; Zn 1,99 %; Cd 5,0 %; Tl 42,5 %, Fe = 0 % [11].
Amalgam:
stammt aus d. Arabischen (al-malgam = erweichende Salbe).
Natürlich vorkommende Amalgame:
· mit Blei:
Bleiamalgam
Pb
2
Hg
· mit Kupfer:
Belendorffit
Cu
7
Hg
6
;
Kolymit
Cu
7
Hg
6
· mit Palladium: Potarit
PdHg
· mit Silber:
Eugenit
Ag
11
Hg
2;
Luanheit
Ag
3
Hg
Moschellandsbergit
Ag
2
Hg
3
Paraschachnerit
Ag
1,2
Hg
0,8
Schachnerit
Ag
1,1
Hg
0,9
· mit Silber und Gold: Weishanit
(Au,Ag)
3
Hg
2
· Cobalt, Eisen, Mangan, Nickel, Platin hingegen lösen sich nicht
in Quecksilber. Deshalb wird Hg in Eisenflaschen aufbewahrt.
Vertrieb/Handel:
Abfüllung in 76-pound (34,473 kg), Metall-Flaschen ('flask'),
gehandelt wird es an der Rohstoff-Börse in 'FL' = flask notiert
Toxizität:
metallisches Hg ist oral aufgenommen kaum toxisch, doch bei
inhalativer
Aufnahme
hochtoxisch, akute Intoxikationen treten
bei 1,2 bis 8,5 mg/m
3
. Quecksilber blockiert die ATP-Synthase.
Gefahrenklasse:
8, III
krebserzeugend - Kategorie: 3B, Schwangerschaft - Gruppe: D
MAK-Wert - Grenzwert:
0,02 mg/m
3
(einatembarer Aerosolanteil),

Die Eigenschaften des Quecksilbers.
- 17 ­
MAK-Wert - Grenzwert:
0,1 mg/m
3
(elementares Quecksilber)
BAT-Wert - Grenzwert:
50 µg/l (Blut), gültig für anorganische Verbindungen
200 µg/l (Urin) , gültig für anorganische Verbindungen
tolerierbarer Blutgehalt:
5 µg/kg (Vorschlag der WHO) [25]
TRGS 900 ­ Grenzwert:
0,1 mg/m
3
Wassergefährdungsklasse (WGK):
3
Höchstmengen nach:
· Trinkwasser-Verordnung: 1 µg/l
· Klärschlamm-Verordnung: 8 mg/kg TS
· Klärschlamm-Verordnung: 1 mg/kg TS (Böden mit Hg-Geh.)
PTWI (vorl. tolerable Zufuhr/Wo.):
Männer (70 kg) ­ 0,35 mg (WHO-Wert) [25]
Frauen
(58
kg)
­ 0,29 mg (WHO-Wert) [25]
Höchstgehalte
in
· Fischereierzeugnissen und Fisch:
1,0 mg/kg (nach EGVO Nr. 1881/2006) [26]
· Lebensmitteln:
0,5 mg/kg (nach EGVO Nr. 1881/2006) [26]
· Pilzen:
236 Arten wildgewachsener höherer Pilze enthielten nach [27]:
0,002 bis 3,090 mg/kg in Frischpilzen bzw.
0,040 bis 21,60 mg/kg im Trockengewicht
Verbreitung des Quecksilbers:
in Spuren in der Natur überall vorhanden, s.a. [19]
Typische Hg-Konz. in der Umwelt: 1,33 ng/m
3
Luft über dem Südatlantik, s.a. [28], [29]
1,96
ng/m
3
Luft über dem Nordatlantik, s.a.[28], [29]
bis
50
ng/m
3
(Spitzenwerte bis 150 ng/m
3
) Luft in industriellen
Regionen im Umkreis von 1 km von einer Emissionsquelle
(99
%
des
luftragenden
Quecksilbers
sind
elementar
[28],
ionisch
gebundenes Hg 50 bis 150 pg/m
3
, Methylquecksilber-Verbind.
1
bis
8
pg/m
3
, partikelgebundenes Hg 5 bis 115 pg/m
3
)
10 bis 1000 µg/kg TS für Gesamt-Hg Ø Boden- und Sedimente
0,2 bis 0,4 ng/l im Meer [19], 0,03 µg/l Nähe Helgoland [12, 19]
0,2 bis 1,2 ng/l in Ästuarien (br. Wasserkörper a. Flussmündung)
0,3 bis 1,06 ng/l in Flüssen (Hg gelöst) und
40 bis 140 µg/kg TS (Hg partikelgebunden)
0,5 ng/l im Grundwasser [19]
1 · 10
-9
bis 5 · 10
-9
% Hg enthält Waldquellenwasser [19 in 12]
5,1 bis 37,1 ng/l im Regenwasser (beobachtet [28], Mittelwert
n.
[12] 20 · 10
-9
%; 0,05 - 2,01 µg/l im destillierten Wasser [19]
Gesundheitsfolgen von Hg:
Hg-Dampf und flüchtige organische Verbindungen resorbiert die
Lunge zu 80 %, wovon 80 % in den Blutkreislauf gelangen.
· Störungen des Nervensystems
· Schädigung der Hirnfunktionen (mit Beeinträchtigungen:
Lernvermögen, Persönlichkeit, Sehkraft; Auftreten: Taubheit,
Tremor, Gedächtnisverlust, fehlender Muskelkoordination)
Reizungen des Gehirns, der Nieren, Lunge, Augen bedingen
· Schäden an DNS, Chromosomen (Mongolismus bewirken)
· Allergische Reaktionen (Hautausschläge, Müdigkeit, Brechreiz,
Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, Durchfall auslösen)
· Fortpflanzungstörungen (Sperma- und/oder Geburtsschäden)
Hg schädigt Immunsystem, ruft Autoimmunkrankheiten hervor,
z.B. Asthma, Rheuma, Diabetes Typ 1, Lupus (Hauttuberkulose),
Flechten,
führt zu cardiovaskulären Schäden, Krankheiten u.
MCS,
erhöht
weiße
Blutkörper, Blutdruck, Herzfrequenz,
steigert
Herzinfarktrisiko,
aktiviert Körper-Pilzwachstum,
stört den Porphyrin-Stoffwechsel, d. Hämsynthese [34, 39].
Umwelteffekte durch Quecksilber:
· natürliches Auftreten durch Zersetzen von Mineralien in
Gesteinen, im Boden durch Wasser- und Winderosion
· erhöhtes Auftreten in der Luft durch Verbrennung fossiler
Brennstoffe, Bergbau, Schmelzprozesse, Müllverbrennung

Die Eigenschaften des Quecksilbers.
- 18 ­
Umwelteffekte durch Quecksilber:
· erhöhtes Einbringen in Boden und Wasser durch Einsatz
von Kunstdünger, Direkteinleitung von Industrieabwässer
Hg-Eintrag in Hydrosphäre durch:
· Vulkanismus und Verwitterung:
500 bis 1.000 t/a
· gasförmig aus der Erdkruste:
25.000 bis 150.000 t/a
· gasförmig aus dem Meer:
23.000
t/a
· gasförmig aus Flüssen u. Gletschern: 3.800 t/a
· anthropogene Quellen:
etwa 2.400 t/a (2.190 t Schätzung für 2000), s.a. [30],
etwa 1.630 t/a Extraktionsmittel aus Au-, Ag-Gewinnung [31],
zwischen 6.000 bis 10.000 t/a nach [32]
· mittlerer Hg-Gehalt der Hydrosphäre: 3 · 10
-9
% [33 in 12]
Vorkommen im Kosmos:
Hg nicht direkt nachgewiesen [12]
Vorkommen in Meteoriten:
z. Auftreten keine Angaben [12], Troilit aus Fe-Meteorit von
Cañon
Diabolo,
US-AZ,
2·10
-
5 Gew.-% Hg bzw. Mw. von
Stein, Eisen, Troilit (entspr. Zus. Chondrite) [21-23] in [12].
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[15] Wikipedia ­ Quecksilber: http://de.wikipedia.org/wiki/Quecksilber.
[16] Rosendorfer, D.: Edelmetall Hg. M. http://www.goldpreis-goldankauf.de/goldpreis/edelmetall-kunde [...].
[17] Hagemann, S.et al. (06/2014): Verhalten von Hg u. Quecksilberverb. b. untertägiger Ablagerung [...] GRS BR
[18] Ak. (2011): Metallische Rohstoffe [ ... ], http://ressourcen.wupperinst.[...]MaRess[...]AbschlussBer.pdf.
[19] Stock, A. (1937): Die chronische Hg- und Amalgamvergiftung. Archiv Gewerbepathologie [ ... ].
[20] Drever, J. (1997): The geochemistry of naturalwaters: surface and groundwater environments.
[21] Noddack, I.; Noddack, W. (1931): Z. phys. Ch. A 154, S. 207/44, 222/3, in: [12] S. 81.
[22] Noddack, I.; Noddack, W. (1934): Svensk. Kem. Tidskr. 46, S. 173/201, 177/9, in: [12], S. 81.
[23] Noddack, W.; Noddack, I. (1937): Freiburg. wiss. Ges. 26, S. 3/38, 21, in: [12], S. 81.
[24] Quecksilber-Isotope ­ Internetchemie Lexikon. www.internetchemie.info [ ... ] Quecksilber-Isotope.
[25] WHO (Hrsg. 1978): Evulation of Certain Food Additives and Contaminants. Techn. Rep. Series 631. Genf.
[26] EGVO Nr. 1881/2006 (Amtsblatt der EU Nr. L 364. S. 5/24).
[27] Seeger, R. (1976): Quecksilbergehalt der Pilze. ZLUF. 160. 303/12. J. F. Bergmann-Verlag.
[28] Welsh, S. A.; Falter, R.; Wilken, R. D. (1998): Mercury in the Environment. ESWE-Bericht.
[29] Siemer et al. (1993): Atmosph. Hg, Verteil., Zus. u. Kreisl. In: FB d. MPG. Gewerbehyg. 7(1936), S. 388/413.
[30] Pacyna, E. G.; Pacyna, J. M. Steenhuisen, F.; Wilson, S. (2006): Atoms. Environ. Global anthropogenic mercury
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[31] Strode, S.; Jaeglé, L.; Selin, N. E. (2009): Auswirkungen von Quecksilber-Emissionen aus historischem Gold-
und Silberbergbau: Globale Modellierung. Atomspheric Environment 43(2009), p. 2012/2017.
[32] Knopf, B. (2010): Dissertation. Johannes Gutenberg-Universität zu Mainz. FB Biologie.
[33 in 12] Saukov, A. A. (1953): Geochemie des Quecksilbers, S. 48. B: Verlag Technik, in: Gmelins Hb., S.96.
[34] http://www.lenntech.de/pse/elemente/hg.htm (Gesundheitliche und Umwelttechnische Auswirkungen von Hg.
[35 i. 12] Stock, A.; Cucuel, F. (1934): Die Verbreitung d. Quecksilbers. Naturwissenschaften. 22, S. 390/3, S. 392.
[36] Koch,, R. (1995): Umweltchemikalien: Physikalisch-chemische Daten, Toxizität, Grenz- und Richtwerte,
Umweltverhalten. S. 335. Weinheim/Bergstraße. New York. Basel. Cambridge. Tokyo: VCH.
[37] Burg, R. von; Greenwood, M. R. (1991): Mercury. In: Merian, E. (Hrsg.): Metals and Their Compounds in the
Environment. S. 1045/1088 Weinheim: VCH.
[38] WEG Edelmetall Quecksilber: http://www.wehv.de/edelmetalle/164-quecksilber.
[39] Risiken und Gefahren des Hg bzw. von Hg-Verbindungen: http://netzocker.beepworld.de/zahn.htm.

Quecksilber in ausgewählten Hg-Mineralien.
- 19 -
Quecksilber in ausgewählten Hg-Mineralien.
In der folgenden Tafel ist der Hg-Gehalt der in Gmelins Handbuch - Quecksilber [1], erfassten Hg-
Mineralien aufgeführt. ,,Für die Hg-Mineralien, die formelmäßig Hg enthalten, sind" [ ... ] ,,unter I
der aus der Formel errechnete Hg-Gehalt, unter II der aus vorliegenden Analysen ber. Mittelwert (in
Klammern Anzahl der zur Mittelbldg. benutzten Analysen) und unter III der analytisch festgestellte
max. und minimale Gehalt in Gew.-% angegeben."
Mineral und Formel
I
II
III
Literatur
Montroydit
HgO
92,6
92,8 (2)
92,70 bis 92,90 [2]
Eglestonit Hg
4
Cl
2
O 90,2}
Hg
6
Cl
6
O
88,4}
89,3 (8)
88,25 bis 90,72 [3]
Terlinguait
Hg
2
ClO
88,6
88,4 (2)
88,20 bis 88,60 [4]
Kleinit
HgCl
2
·3HgO (?)
*)
-
85,8 (20)
84,80 bis 86,70 [5]
Cinnabarit
HgS
86,2
84,0 (10)
78,40 bis 86,80 [6]
Mosesit
Hg
2
N (Cl, SO
4
,
-
83,0 (2)
-
[7]
MoO
4
,CO
3
) · H
2
O
**)
Metacinnabarit
HgS
86,2
83,6 (8)
77,70 bis 85,90 [8]
Guadalcazarit
(Hg, Zn) (S, Se)
-
80,9 (8)
79,70 bis 83,40 [9]
Onofrit
Hg(S, Se)
-
80,2 (3)
77,30 bis 81,90 [10]
Moschellandsbergit
Ag
2
Hg
3
73,6
71,2 (6)
70,10 bis 73,40 [11]
Tiemannit
HgSe
71,7
71,7 (6)
65,50 bis 75,20 [12]
Schuetteit HgSO
4
· 2H
2
O
82,4
-
66,20
[13]
Coloradoit
HgTe
61,6
60,4 (3)
58,60 bis 61,60 [14]
Potarit
Pd
2
Hg
3
(?)
55,6
54,7 (2)
54,40 bis 54,90 [15]
PdHg (?)
65,3
65,2 (3)
64,10 bis 66,30 [16]
Goldamalgam
Au
2
Hg
3
60,4
59,0 (2)
57,40 bis 60,60 [17]
Livingstonit
HgSb
4
S
7
+)
22,0
22,6 (3)
-
[18]
Schwazit (Cu,Hg)
12
(Sb,As)
4
S
13
++)
-
7,2 (18)
0,50 bis 24,00
+++)
[19]
*)
Formel bei Hintze (Bd. 1, Abt. 2, 1915, S. 2612), s. ferner [1] S. 163.
**)
zur Formel s. auch [1] S. 163.
+)
Neue Analyse, 19,49 % Hg, ergibt Formel HgSb
4
S
8
, Niizeki, H.; Buerger, M. S., Z. Krist. 109(1957), S. 129/57; S. 134/5.
++)
Formel nach Dana (7. Aufl., Bd. 1, 1944, S. 374, 379).
+++)
Hg-haltiger Tennantit enthält 16,8 % Hg, Faick, J. N. (U.S. geol. Surv. Bl. Nr. 1042 (1958), S. 685/98, 696).
[1] Gmelins Handbuch der Anorganischen Chemie (1953): Selen. 77. A. S.55. Weinheim/Bergstraße: Verlag Chemie.
[2] Dana, J. D. (1944): Systematik zur Einteilung von Mineralien. 7. Auflage. S.513.
[3] Hedlik, A. (1950): Über Formel u. Struktur d. Mercurooxychlorides Eglestonit. Tschermaks mupM Vol. 1. Iss. 4, pp 378/89.
[4] Dana, J. D. (1951): Systematik zur Einteilung von Mineralien. 7. Auflage. Bd. 2. S. 55.
[5] Hintze, C. A. F. (1915): Handbuch der Mineralogie. Bd. 1, Abt. 2, S. 2618.
[6] Hintze, C. A. F. (1904): Handbuch der Mineralogie. Bd. 1, Abt. 1, S. 701, et al. A.
[7] Bird, P. H. (1932): Über ein neues Vorkommen und eine röntgenographische Untersuchung von Mosesit. Gefunden in den
Hg-Mineralien der ,,T. S. Clark Quecksilvermine" in Fitting Distrikt, Nevada, Amer. Min. 17, S. 541/50, 545, et al. A.
[8] Dana, J. D. (1944): Systematik zur Einteilung von Mineralien. 7. Auflage. Bd. 1. S. 216.
[9] Dana, J. D. (l.c.).
[10] Gmelins Handbuch der Anorganischen Chemie (1953): Selen. 77. A. S.55. Weinheim/Bergstraße: Verlag Chemie.
[11] Berman, H.; Harcourt, G. A. (1938): Natural amalgams. American Mineralogist. 23, S. 76176/4, et al. A.
[12] Gmelins Handbuch der Anorganischen Chemie (1953): Selen. 77. A. S.53. Weinheim/Bergstraße: Verlag Chemie.
[13] Bailey, E. H. et al. (1959): Schuetteite, an new supergene mercury mineral. American Mineralogist 44, S. 1026/38, S. 1032.
[14] Dana, J. D. (l.c. S. 219, et al. A.)
[15] Spencer, L J. (1926/28): Potarite, a New Mineral Discovered by the Late Sir John Harrison in B-GY. Min. Mag. 21, S. 401.
[16] Peacock, M. A. (1944): University of Toronto Studies geol. Series Nr. 49, S. 71/73, Spencer, L. J. (l.c.).
[17] Dana, J. D. (l.c. S. 105).
[18] Dana, J. D. (l.c. S. 486).
[19] Novácek, R. (1942): Zprávy geol. Ustavu Cechy Moravu 18, tsch.: S. 107/109; dt.: S. 109/110, et al. A.
Hg-Gehalt der in Gmelins Handbuch, Quecksilber [1], erfassten Hg-Mineralien (modifiziert d.d.A.).
Nach [2, 3] ist Zinnober (HgS) wichtigstes Hg-Erz; von mineralogischer Bedeutung sind außerdem
Kalomel (Hg
2
Cl
2
), Tiemannit (HgSe), Koloradoit (HgTe) und Kokzinit (Hg
2
J
2
)
[1] GHb (1960): Hg. S.83. Weinh./B.-Str.: Chemie; [2] Kieler Amalgam-Gutachten. Hg. 1960; [3] Hg: http://netzocker.beepworld.de/zahn.htm.

Hg-Vorkommen nach Gmelins Handbuch der anorganischen Chemie.
- 20 -
Hg-Vorkommen nach Gmelins Handbuch der anorganischen Chemie.
Weiterführende Ausführungen, mit vielen Details sowie umfangreichen Literaturangaben, über
das Vorkommen von Quecksilber bietet Gmelins Handbuch der anorganischen Chemie, System
Quecksilber [1]. Im Einzelnen beinhaltet es die in der folgenden Tafel genannten Darstellungen.
Vorkommen.
Außerirdisches Vorkommen.
· Im Kosmos.
· In Meteoriten.
Irdisches Vorkommen.
· Geochemie.
Kristallchemische
Grundlagen.
Höhe des Hg-Gehalts in Quecksilbermineralien.
Diadochiebeziehungen.
Strukturen
von
Quecksilbermineralien.
Geochemischer Charakter ­ Häufigkeit.
Quecksilber in der Lithosphäre.
Magmatische
Abfolge
­
Eruptiva.
Magmatische Abfolge ­
Lagerstätten.
+
Allgemeines.
+ Quecksilbererze auf den verschiedenen Erzformationen.
+ Quecksilberlagerstätten im engeren Sinne.
Beziehungen
zum
Magma.
Absetzende
Lösungen.
Art der Ausscheidung von Quecksilber.
Art der ausgeschiedenen Quecksilbermineralien.
Begleiterzmineralien.
Gangarten.
Nebengesteinsumwandlung.
Vulkanismus.
Sedimentäre
Abfolge.
Verwitterung.
+
Quecksilberseifen.
+ Bildung sekundärer Quecksilbermineralien.
Quecksilber
in
Sedimenten.
+ Art des Auftretens und Verteilung in den Sedimenten.
+
Quecksilbergehalte von Sedimenten.
Quecksilber
in
Böden.
Quecksilber in der Hydrosphäre.
Quecksilber in der Atmosphäre.
Quecksilber in der Biosphäre.
Überblick.
Pflanzen.
+
Allgemeines.
+ Hg-Gehalte in verschiedenen Pflanzen.
Tiere.
Mensch.
+
Allgemeines.
+ Hg-Gehalte im Tier und Mensch.
+
Physiologische
Bedeutung.
Kreislauf des Quecksilbers.
Hg-Vorkommen nach Gmelins Handbuch der anorganischen Chemie [1].
[1] Gmelins Handbuch der Anorganischen Chemie (1960): Hg. System-Nr. 34. S.81/101. Weinheim/Bergstr.: Verlag Chemie.

Die Quecksilberanalytik.
- 21 -
Die Quecksilberanalytik.
Zum Nachweis von Quecksilber und den Aufschluss über Quecksilberverbindungen stehen
folgende klassischen wie auch zeitgemäßen Methoden nach [1] dafür zur Verfügung:
Klassische, anorganische Nachweisreaktionen:
· Amalgamprobe
· Glührohrprobe
· Qualitativer Nachweis im Trennungsgang
Instrumentelle Analytik des Quecksilbers:
· Atomabsorptionsspektrometrie
(AAS)
· Atomemissionsspektrometrie (AES)
· Massenspektrometrie (MS)
· Neutronenaktivierungsanalyse (NAA)
· Voltammetrie
· Automatisierte Analytik
Die Quecksilberbestimmungsmöglichkeiten.
Quecksilberbestimmungsmöglichkeiten n. H. Funk, E. Pohland, M. Lehl-Thalinger in [1] sind:
Die gewichtsanalytische Bestimmung mit 20 Abscheidungsformen.
Die maßanalytische Bestimmung mit 9 neutralisationsanalytischen,
18 oxidimetrisch-reduktometrischen, 24 fällungsanalytische Verfahren
und dreizehn Sonderverfahren.
Die mikrometrische Bestimmung.
Die photometrische Bestimmung.
Die colorimetrische Bestimmung mit sechs Methoden.
Die nephelometrische Bestimmung mit vier Verfahren.
Die Bestimmung mit Hilfe der Bettendorfschen Reaktion.
Die Quecksilberbestimmungsmethoden.
Für die Anwendung zur Quecksilberbestimmung können nach [1] folgende Methoden kommen:
Die Bestimmung unter Abscheidung als metallisches Quecksilber:
· Die
Reduktionsverfahren:
Die Reduktion auf trockenem Wege mit sechs Bestimmungsmethoden.
Die Reduktion auf nassem Weg mit zwölf Bestimmungsmethoden.
Repräsentative Verfahren der Quecksilberbestimmung nach [1] sind:
+ Die gewichtsanalytische Bestimmung in zwei Gruppen.
+ Die maßanalytische Bestimmung in drei Gruppen.
+ Die potentiometrische Bestimmung mit drei Methoden.
+ Die polarographische Bestimmung mit einer Methode.
+ Die elektrolytische Bestimmung mit 26 Methoden.
+ Die mikrometrische Bestimmung mit vier Methoden.
+ Die photometrische Bestimmung mit einer Methode.
Die spektralanalytische Bestimmung mittels Emissions-, Absorptions- und
Röntgenspektralanalyse mittels sieben Möglichkeiten.
[1] Fresenius, R.; Jander, G.; Hrsg. (1945): Hb. d. Analytischen Chemie, 3. Tl. B: Springer.
Ende der Leseprobe aus 111 Seiten

Details

Titel
Quecksilber. Metall der Antike
Untertitel
Vom Werkstoff des Altertums bis hin zum Material der Moderne
Veranstaltung
Technikgeschichte
Autor
Jahr
2014
Seiten
111
Katalognummer
V280211
ISBN (eBook)
9783656738633
ISBN (Buch)
9783656738619
Dateigröße
4736 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Quecksilber, Zinnober, Quecksilbereigenschaften, Quecksilbermineralien, Quecksilberanalytik, Quecksilbervorkommen, Quecksilbergewinnung, Quecksilberlegierungen, Amalgame, Quecksilberverbindungen, Quecksilberverwendung, Minamatakonvention.
Arbeit zitieren
Dipl.-Ing., Dr.-Ing. Wolfgang Piersig (Autor), 2014, Quecksilber. Metall der Antike, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280211

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