Die Entwicklung der Telekommunikationsstrukturen in Afrika


Hausarbeit, 2013
12 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung des Telekommunikationssektors

3. Liberalisierung des Telekommunikationssektors
3.1 Entwicklungen im Festnetz
3.2 Entwicklungen im Mobilfunk

4. Mobilfunk als Zahlungsmethode

5. Negative Effekte

6. Resümee

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit mit dem Titel „ Die Entwicklung der Telekommunikationsstrukturen in Afrika “ schließt an das im Wintersemester 2013/14 besuchte Seminar „ Soziale Aspekte von Infrastrukturplanung in den Sahara- Anrainerstaaten “ an.

Thema dieser Hausarbeit ist die Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) in Afrika und der gesonderten Betrachtung der Entwicklung im Festnetz und Mobilfunk Bereich.

Um einen Überblick zu erhalten, befasst sich Kapitel zwei mit der allgemeinen Entwicklung des Telekommunikationssektors. Den Hauptteil der Arbeit bildet Kapitel drei, in welchem die Liberalisierung des Telekommunikationssektors und die Entwicklungen im Festnetz und Mobilfunk genauer beleuchtet werden.

In einem weiteren Teil wird kurz auf den Mobilfunk als Zahlungsmethode eingegangen, da dies ein mittlerweile unverzichtbarer Nebeneffekt des Mobilfunkes geworden ist. Im Anschluss daran, werden in einem weiteren kurzen Teil die negativen Effekte und Herausforderungen der Telekommunikationsbrache dargestellt um daraufhin ein Fazit und einen zusammenfassenden Abschluss zu finden.

Als Fundament dieser Arbeit dient vor Allem die 2004 erschienene Publikation „ Die Entwicklung der Telekommunikation in Afrika: Eine Bilanz liberaler Sektorreform nach zehn Jahren “, von Olaf Nielinger welche 2004 vom VS Verlag für Sozialwissenschaften herausgegeben wurde. Weiterhin wird der Artikel „ Kein Anschluss unter dieser Nummer? Die Entwicklung des Telekommunikationssektors in Afrika “ als Stütze verwendet.

2. Entwicklung des Telekommunikationssektors

Der afrikanische Telekommunikationssektor ist der bis heute am wenigsten entwickelte, jedoch der am stärksten wachsende Telekommunikationssektor weltweit.

Vor ungefähr zehn Jahren, hatten gerade mal zwei Prozent der afrikanischen Bevölkerung Zugang zu einem Telefon.

Durch die Liberalisierung des Telekommunikationssektor und der damit einhergehenden Vergabe von Mobilfunklizenzen kam es zu einem enormen Boom dieser Brache, wodurch heute über zehn Prozent der afrikanischen Bevölkerung über einen Telefonanschluss verfügt. Die Zahl der Mobilfunkkunden verdoppelte sich sogar, in den Jahren 2003- 2005, von 50 auf 100 Millionen Nutzer.1

Schon seit Beginn der 1990er Jahre befindet sich der afrikanische Telekommunikationssektor im Wandel. Zwar wurden schon während der Kolonialzeit erste, schlichte Fernmeldenetze installiert, aber erst seit circa zehn Jahren entwickelt sich diese Brache auf dem afrikanischen Kontinent qualitativ. Als Hauptgründe hierfür sind vor Allem die technologische Entwicklung und der wirtschaftspolitische Wandel in Richtung Demokratie und liberaler Marktwirtschaft. Durch den technologischen Fortschritt verschwanden zunehmend die Grenzen zwischen Computer und Telefon. Festnetz, Computer, Mobilfunk und Internet wuchsen immer mehr zusammen und konnten unter dem Begriff Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zusammen gefasst werden. Das sich die Technologie entwickelte, resultierte vorwiegend aus den wachsenden technologischen Kapazitäten bei sinkenden Produktionskosten und der Gründung neuer Industriezweige.2

Durch den wirtschaftspolitischen Wandel wurden staatswirtschaftliche durch offene Marktsysteme ersetzt, was zum Teil aus eigenem Antrieb der afrikanischen Regierungen geschah, nicht zuletzt aber auch durch den Druck der internationalen Geldgeben - Weltbank und internationaler Währungsfond. Diese beiden Instanzen hatten die Liberalisierung des afrikanischen Telekommunikationssektor zu einer Auflage der Strukturanpassungsprogramme gemacht.3

Das sich der Telekommunikationssektor in Afrika also radikal entwickelt hat, sieht man beispielsweise daran, dass das Festnetz zwischen 1998 und 2003 um 9 Prozent jährlich angewachsen ist, zuverlässiger und effizienter wurde. Ähnlich sieht es beim Internet aus, dieses ist ebenso wie in anderen Weltregionen gewachsen, wobei zu beachten ist, dass es sich von einer weit aus niedrigeren Ausgangsbasis entwickelt hat. Die weitaus beste Entwicklung fand im Bereich des Mobilfunk statt - 1998 nutzen 2 Mio. Menschen einen Mobilfunkanschluss, 2003 ist die Zahl der Nutzer bereits auf 51 Mio. angestiegen. Diese zahlen stelle die weltweit höchste Wachstumsquote dar.4 Die Innerafrikanischen Verhältnisse sind jedoch noch sehr sehr unterschiedlich, was folgende Zahlen deutlich machen: Die Telefondichte im Festnetz beträgt zwischen 27 auf Mauritius und 0,02 in der DR Kongo pro 100 Einwohner, im Mobilfunk zwischen 55 auf den Seychellen und 0,07 in Äthiopien pro 100 Einwohner.5

3. Liberalisierung des Telekommunikationssektors

Wie oben bereits erwähnt gaben Weltbank und IWF einen wichtigen Anstoß zur Reformation im Telekommunikationssektor. Beide Finanzorganisationen forderten bereits seit den 1980er Jahren, unter Anderem auch im Telekommunikationssektor, makroökonomische Anpassungen und Marktliberalisierungen, als Voraussetzung für weitere Unterstützung. Hiermit sicherten sie sich auf der einen Seite weiteren politischen Einfluss, trugen aber auch stark dazu bei, dass ein Wandel statt finden konnte. Weltbank und IWF wurden somit zu wichtigen Akteuren in der Reformation. Die Liberalisierung wurde im Zuge der GATT- Verhandlungen (Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen) verfestigt. Letztendlich wurde 1995 ein Abkommen über Basistelekommunikationsdienstleistungen, in Zusammenhang mit der Gründung der Welthandelsorganisation (WTO), verabschiedet. Dieses trat 1998 in Kraft und verpflichtete die Unterzeichner eine progressive Liberalisierungsstrategie zu verfolgen und umzusetzen.6 Der hierdurch entstandene Druck veranlasste auch die meisten afrikanischen Staat dazu sich dem Abkommen anzuschließen. Zunächst jedoch näherten sich die Staaten nur langsam an, da sie den Kontrollverlust im Telekommunikationssektor und damit das wegfallen wichtiger Einnahmequellen befürchteten. Erst nachdem den Staaten verschiedene Förderprogramme zur Umsetzung der Reformagenda in Aussicht gestellt wurden, setzten immer mehr Staaten die WTO- Regelungen um. Unterstützende Maßnahmen während der Reformagenda wurden zum Beispiel vom „International Development Research Centre“ (IDRC) durchgeführt, dass Ende der 1980er Jahre die ersten afrikanischen Datennetze aufbaute. Weitere Unterstützungsmaßnahmen erfolgten aber auch durch das „Rinaf- Programm“ (Regional Informatics Network for Africa) der UNESCO, bei dem Internetverbindungen und IT- Kompetenzen verstärkt wurden.7

Bis dahin wurde die Entwicklung des afrikanischen Telekommunikationssektors von externen Akteuren bestimmt, erst 1995, als das Thema der Informations- und Telekommunikationstechnologien sich auch in der innerafrikanischen politischen Ebene durchsetzte, wurden auch verschiedene, eigene Aktionspläne verabschiedet. Der wohl wichtigste Aktionsplan ist die 1996 von der ECA- Ministerkonferenz verabschiedete „African Information Society Initiative“ (AISI), welche grundlegende Eckpunkte für die afrikanische Informationsgesellschaft vorgibt und somit für Orientierung und Anstoß zur Förderung von Technologien dient.8

Im Laufe der 1990er Jahre entstand eine Vielzahl an Projekten, Programmen und Initiativen, welche alle auf die Wichtigkeit des Privatsektors, die Bedeutung guter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen, gute Ausbildungssystem und eine zuverlässige Telekommunikationsinfrastruktur, hindeuteten und dies als Grundlage der Sektorentwicklung bezeichneten.

Auf dieser Basis verabschiedeten 2002 die meisten afrikanischen Länder die gemeinschaftliche Erklärung von Bamako, in welcher sie den Schwerpunkt zum Beispiel auf einfachen Technologiezugang oder Förderung im Bereich Bildung und Gesundheit durch Telekommunikation legten.

Die Politik zog sich vermehrt als Betreiber von Telekommunikationsdiensten zurück und sorgte stattdessen für gute Rahmenbedingungen für private Akteure.9

3.1 Entwicklungen im Festnetz

Die Privatisierung im Festnetz setzte erst sehr langsam Mitte der 1990er Jahre ein und betraf zunächst erst mal nur zehn afrikanische Staaten. Die ersten Hauptinvestoren hierbei waren „France Telecom“ und „Telecom Malaysia“, wobei anzumerken ist, dass „Telecom Malaysia“ überwiegend in Ländern südlich der Sahara investierte. In den meisten Fällen, blieben die Staaten jedoch Mehrheitseigner, was bis zum Boom, Ende der 1990er Jahre anhielt und sie während des Booms ihre Lizenzrechte in Milliarden Höhen veräußerten.10

[...]


1 Vgl. Egels, Jan- Niklas, Friedrich- Ebert- Stiftung, S. 1

2 Vgl. Nielinger, Olaf, Institut für Afrika- Kunde S. 50

3 Vgl. Nielinger, Olaf, Institut für Afrika- Kunde S. 50

4 Vgl. Ebd., S. 50

5 Vgl. Ebd., S. 50

6 Vgl. Nielinger, Olaf, Institut für Afrika- Kunde S., S. 51

7 Vgl. Ebd., S. 51

8 Vgl. Ebd., S. 51

9 Vgl. Nielinger, Olaf, Institut für Afrika- Kunde S., S. 51

10 Vgl. Ebd., S. 53

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung der Telekommunikationsstrukturen in Afrika
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
12
Katalognummer
V280358
ISBN (eBook)
9783656735021
ISBN (Buch)
9783656735038
Dateigröße
786 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entwicklung, telekommunikationsstrukturen, afrika
Arbeit zitieren
Stefanie Allendorf (Autor), 2013, Die Entwicklung der Telekommunikationsstrukturen in Afrika, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280358

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Entwicklung der Telekommunikationsstrukturen in Afrika


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden