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Auf der Suche nach Authentizität im globalen Dorf

Der Individualtourist im Identitätskonflikt zwischen Vernetzung und Abgrenzung

Título: Auf der Suche nach Authentizität im globalen Dorf

Tesis de Máster , 2013 , 62 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Ena Weiss (Autor)

Medios / Comunicación - Otros
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Individuelle Reiseformen stehen in Zeiten von Globalisierung, Kommerzialisierung und digitaler Vernetzung vor der Herausforderung, sich ihre Individualität zu bewahren. Die ältesten Reisemotive der Menschheit, nämlich ein ‚Kontrastprogramm‛ zum Alltag zu schaffen, sich im Außeralltäglichen als anderer zu erfahren und in der Fremde Ganzheit und Sinn zu finden, werden immer wieder auf den Prüfstand gestellt.
In dieser Arbeit wird insbesondere die Konfliktsituation beleuchtet, in der sich der Alternativreisende bei seinem Bestreben, authentische Erfahrungen zu sammeln, befindet. Hierzu werden Ansätze und Theorien verschiedener Geisteswissenschaftler hinzugezogen, gegenübergestellt und in den Kontext aktueller medialer und gesellschaftlicher Entwicklungen gestellt. Die vorliegende Untersuchung basiert auf einer rein theoretischen Literaturanalyse.
Thematisch gegliedert ist die Arbeit in sieben Kapitel. Im ersten Kapitel werden der Forschungshintergrund und der Inhalt der Arbeit mit den dazugehörigen Fragestellungen dargestellt. Das zweite Kapitel zeigt die Bedingungen auf, denen das Reisen in einer globalisierten Welt ausgesetzt ist. Kapitel 3 setzt sich mit zwei populären und kontroversen Tourismustheorien auseinander, die dem Sinn des Reisens nachgehen. In Kapitel 4 wird dem Phänomen des ‚Anti-Tourismus‛, also der Distinktion zwischen Individual- und Massentourismus auf den Grund gegangen; spezielle Aufmerksamkeit kommt in diesem Rahmen dem Identitätskonstrukt des Rucksacktourismus zu. Kapitel 5 behandelt das grundlegende touristische Projekt der Authentizitätssuche, indem unterschiedliche Perspektiven beleuchtet werden, die allesamt die Frage gemeinsam haben, ob ‚das Echte‛ überhaupt existiert bzw. durch den Reisenden auffindbar und ‚real‛ erlebbar ist. Das sechste Kapitel widmet sich der Nutzung von Online-Communities und hinterfragt, welche Bedeutung sogenannte Gastfreundschaftsnetzwerke für das Konzept des Individualtourismus haben. Im letzten Kapitel werden zentrale Ergebnisse und daraus resultierende Denkansätze der Masterarbeit noch einmal aufgegriffen und reflektiert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Reisen im Zeitalter der Globalisierung

2.1 Entortung, Entdifferenzierung und Verlust des Einmalig-Echten

2.2 Reizsteigerung, Individualisierung und ständiges Unterwegssein

3 Die Frage nach dem Warum

3.1 Reisen als Flucht

3.2 Reisen als Metamorphose

3.3 Reisen als unlinearer Prozess

4 Abgrenzung von der „trägen Masse“

4.1 Reisen vs. Tourismus

4.2 Alternativ reisen

4.3 Rucksacktourismus als Identitätskonstrukt

5 Die unerschöpfliche Suche nach Authentizität

5.1 Wonach suchen wir eigentlich?

5.2 Inszenierte Tourismusräume

5.3 Der touristische Blick

6 Virtuality meets Reality

6.1 Neue Wege zu alten Zielen

6.2 Lifeseeing statt Sightseeing

7 Fazit und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Masterarbeit analysiert den Identitätskonflikt des heutigen Individualtouristen, der in einer globalisierten und digital vernetzten Welt versucht, sich durch authentische Erfahrungen von der Masse abzugrenzen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, inwieweit soziale Online-Netzwerke und Hospitality Communities bei dieser Suche nach Authentizität als unterstützendes Instrument oder als Widerspruch zum individualtouristischen Ideal dienen.

  • Wissenschaftliche Tourismustheorien und die Dynamik von Individual- und Massentourismus
  • Das Identitätskonstrukt des Backpacking und die Bedeutung des "Anti-Tourismus"
  • Die theoretische Suche nach Authentizität und die Inszenierung touristischer Räume
  • Die Konvergenz von physischer Mobilität und virtueller Vernetzung (Virtuality meets Reality)
  • Die Rolle von Hospitality Communities wie Couchsurfing bei der Gestaltung moderner Reiseerfahrungen

Auszug aus dem Buch

4.3 Rucksacktourismus als Identitätskonstrukt

Im Rahmen der Hippie-Bewegung Ende der sechziger Jahre stieg der Rucksack „zum Symbol einer sich neu herausbildenden Generation von Touristen“ auf (Rotpart 1995: 69, vgl. auch Binder 2003). Kennzeichnend für das Reiseverhalten der damals als „Lumpenbohème“ verspotteten Rucksackreisenden war es, „die Dritte Welt auf unorganisierte Weise zu erforschen und eine Identifikation mit der einheimischen Bevölkerung zu suchen“ (Rotpart 1995: 70). Binder macht deutlich, dass die ‚Backpacker-Szene‘ zu der damaligen Zeit vor allem Entwicklungsprozesse und Lebenseinstellungen des Westens reflektierte.

Entscheidende Bedingungen für die Herausbildung dieser Subkultur waren unter anderem ökonomische Sicherheit, die Entfremdung von der ‚eigenen‘ Nationalgesellschaft und das Aufweichen verbindlicher Normen und Verpflichtungen, wie sie für die Entwicklung moderner Gesellschaften immer wieder konstatiert werden (2003).

Backpacking kann Binder zufolge ebenso wie beispielsweise Trampen oder Interrail als „zeitgenössische Ausprägung des Wunsches nach ‚Welt-erfahrung‘ junger Heranwachsender“ verstanden werden (2005: 7). Moderner Rucksacktourismus reiht sich ihr nach in eine lange Riege individualtouristischer Reisepraxen ein. Motive wie Grenzüberschreitung, Loslösen aus Sicherheit und Komfort, Risikobereitschaft und Abenteuer spielen dabei für die Identitätsbildung der Backpacker eine zentrale Rolle (vgl. auch Binder 2005). Der Rucksack als einziges Gepäckstück übernimmt hier eine essentielle Symbolfunktion. Mit ihm grenzt sich der Backpacker nicht nur äußerlich von den sogenannten ‚Rollkoffertouristen‘ ab. Das Schultern des Rucksacks lässt sich als ganzheitliches Identitätskonstrukt betrachten. Binder erklärt in ihrer Ethnographie über Backpacker, dass Backpacking „Reduzierung erfordert, und diese sich beispielsweise im Anpassen an ‚globale Normalitäten‘ wie lokale Armut äußert“ (2005: 117). Das Rucksacktragen auf Reisen lässt das Individuum somit zu einem „erfolgreichen globalen Subjekt im Gegenentwurf zu denen, die in heimatlicher, lokaler Dekadenz zurückbleiben“, aufsteigen (ebd.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Darstellung des Forschungshintergrunds und der Fragestellungen zum Identitätskonflikt des Reisenden.

2 Reisen im Zeitalter der Globalisierung: Analyse der Bedingungen des Reisens in einer technisierten, globalisierten Welt.

3 Die Frage nach dem Warum: Theoretische Auseinandersetzung mit verschiedenen Tourismusmodellen und den Motiven des Reisens.

4 Abgrenzung von der „trägen Masse“: Untersuchung der Distinktion zwischen Individualtourismus und Massentourismus sowie des Backpacking als Identitätskonstrukt.

5 Die unerschöpfliche Suche nach Authentizität: Reflexion über die Möglichkeiten der Authentizitätssuche und die Problematik inszenierter Tourismusräume.

6 Virtuality meets Reality: Analyse der Bedeutung von Online-Communities und Gastfreundschaftsnetzwerken für den modernen Tourismus.

7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über zukünftige Entwicklungen im individualtouristischen Sektor.

Schlüsselwörter

Individualtourismus, Backpacking, Authentizität, Globalisierung, Identitätskonflikt, Couchsurfing, Tourismustheorie, Massentourismus, Virtuelle Mobilität, Soziokulturelle Praxis, Distinktion, Hospitality Community, Reisekultur, Posttourismus, Globality

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Konflikt von Individualtouristen, die in einer globalisierten Welt nach Authentizität suchen, sich jedoch gleichzeitig in einer medial gesteuerten Tourismuslandschaft bewegen.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Soziologie des Reisens, der Identitätskonstruktion durch Tourismus, der Abgrenzung von der "Masse" und dem Einfluss digitaler Vernetzung auf Reiseformen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Individualtouristen durch spezifische Reisepraxen ihre Identität festigen und welche Rolle neue digitale Netzwerke dabei spielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer rein theoretischen Literaturanalyse unter Einbeziehung soziologischer, medienwissenschaftlicher und ethnographischer Theorien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse globaler Reisebedingungen, verschiedene Tourismustheorien, Strategien der Abgrenzung sowie die zunehmende Verschmelzung von virtueller und physischer Mobilität durch neue Internetdienste.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Individualtourismus, Authentizität, Backpacking, Identitätskonstrukt und Hospitality Communities.

Was unterscheidet den "wahren Reisenden" vom "Touristen" in dieser Analyse?

Die Arbeit beschreibt, dass die Unterscheidung vor allem auf einem Distinktionsbedürfnis basiert, wobei der Reisende sich durch aktives Eintauchen und Verzicht auf Bequemlichkeit vom passiven "Massentouristen" abzugrenzen sucht.

Wie verändern Online-Communities wie Couchsurfing das Reiseverhalten?

Sie ermöglichen eine vorab geplante, direkte Kontaktaufnahme zu Einheimischen, was dem Bedürfnis nach Authentizität entgegenkommt, jedoch gleichzeitig zu einer neuen Art von vorstrukturierten Erlebnissen führt.

Welche Rolle spielt der Rucksack als Identitätsmarker?

Er dient nicht nur als Gebrauchsgegenstand, sondern als Statussymbol, das den Backpacker als erfahrenen, reduzierten und authentischen Reisenden ausweist.

Was bedeutet der "Banana Pancake Trail"?

Dieser Begriff beschreibt die Kuriosität, dass Backpacker durch das kollektive Meiden bekannter Pfade auf einer inoffiziellen, aber hoch frequentierten Route landen, die ihre eigene Art von "Masse" bildet.

Final del extracto de 62 páginas  - subir

Detalles

Título
Auf der Suche nach Authentizität im globalen Dorf
Subtítulo
Der Individualtourist im Identitätskonflikt zwischen Vernetzung und Abgrenzung
Universidad
Technical University of Berlin  (Geisteswissenschaften)
Calificación
1,7
Autor
Ena Weiss (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
62
No. de catálogo
V280385
ISBN (Ebook)
9783656764458
ISBN (Libro)
9783656764441
Idioma
Alemán
Etiqueta
suche authentizität dorf individualtourist identitätskonflikt vernetzung abgrenzung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Ena Weiss (Autor), 2013, Auf der Suche nach Authentizität im globalen Dorf, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280385
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