Soccer and Crime. Auswirkungen von Fußball-Großevents auf die Kriminalitätsrate


Hausarbeit, 2014
18 Seiten, Note: 1.7

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

1. EINLEITUNG

2. ÖKONOMISCHE ANNAHMEN
2.1 KRIMINALITÄT
2.2 GROßEVENTS

3. VERKNÜPFUNG ZWISCHEN GROßEVENTS UND DER KRIMINALITÄT
3.1 POTENTIELLE EINFLUSSFAKTOREN
3.1.1 Bündelung
3.1.2 Verschiebung der Sicherheitskräfte
3.1.3 Freiwilliger Verzicht
3.2 IDENTIFIZIERUNG DER STRATEGIEN
3.3 EMPIRISCHE FINDUNGEN

4. FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS

EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

ABBILDUNG 1: EINFLUSSKANÄLE UND DEREN AUSWIRKUNG

TABELLE 1: FUßBALLDATEN

TABELLE 2: KRIMINALDATEN

1. Einleitung

Die Ausrichtung eines internationalen Großevents bringt vielfältige positive Auswirkungen für das Gastgeberland mit sich. Hierzu gehören unter anderem Möglichkeiten zur Ankurbelung der Wirtschaft sowieso positive Imageeinflüsse. Allerdings werden auch negative Auswirkungen stark diskutiert. Aktuell steht die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien im Mittelpunkt der Medien. Zusammen mit der allgemeinen Ausrichtung von Events wie der Weltmeisterschaft bilden vor allem auch Sicherheitsaspekte eine zentrale Thematik. Solche Aspekte umfassen den lokalen Ausbau und die Sicherung der Infrastruktur, die Aufstockung der Sicherheitskräfte in und um die Stadien oder deeskalierende Maßnahmen unter den rivalisierenden Fans. Besonders bei Schwellenländern wie Brasilien oder Südafrika besteht großes öffentliches Interesse an Sicherheitsfragen. Die teilweise weit verbreitete Armut in der Bevölkerung führt zu Bedenken bezüglich einer geringeren Hemmschwelle für Straftaten.

Diese Seminararbeit beschäftigt sich nicht mit den Auswirkungen der Armut auf eine eventuelle Bereitschaft für illegale Handlungen, sondern mit der Frage, ob es einen Zusammenhang zwischen der Ausrichtung sportlicher Großevents und einer Veränderung der Kriminalitätsrate gibt. Noch immer bestehen empirische Unstimmigkeiten darüber, inwiefern und in welchem Ausmaß eine signifikante Relation zwischen sportlichen Events und einer steigenden Kriminalitätsrate besteht.

Zunächst sollen die möglichen Ursachen und Determinanten für einen solchen Zusammenhang definiert und erläutert werden. Anschließend werden die Strategien und Methoden der Feldversuche, mit denen die Fragestellung bestmöglich beantwortet werden kann, aufgezeigt. Abschließend werden die Findungen der Studien dargestellt, in einem Fazit zusammengefasst und diskutiert sowie Anregungen für zukünftige Forschungsfragen geboten.

2. Ökonomische Annahmen

Kriminalität und Großevents stellen die beiden Hauptaspekte dieser Arbeit dar. Eine grundsätzliche Definition dieser Begrifflichkeiten sowie wichtiger Einflussfaktoren soll das Verständnis der folgenden Analyse erleichtern. Zudem sollen die ökonomischen Annahmen ein Grundverständnis der Thematik ermöglichen.

2.1 Kriminalität

Basierend auf einer grundlegenden Annahme von Becker wird ein krimineller Akt gewählt und begangen, sofern die Auszahlung abzüglich der Kosten - inklusive denen für mögliche Sanktionen - höher ist als bei der einer legalen Alternative. Individuen maximieren demnach ihren erwarteten Nutzen aus einer illegalen Handlung, wobei sie Kosten für Material, Zeit und eventueller Bestrafungen gedanklich abziehen.1

Kriminalität wird als ökonomisches Gewerbe betrachtet. Alle beteiligten Personengruppen agieren so, dass sie ihr persönliches Wohlergehen maximieren können.2 Beckers Annahme besagt, dass Individuen genau dann eine Straftat begehen, wenn der resultierende Erwartungsnutzenüber den alternativer Zeit- und Ressourcenverwertung übersteigt. Hierbei sollte man jedoch individuelle Differenzen bezüglich der Einstellung gegenüber Verbrechen beachten.3 Manche Personen haben von Natur aus eine höhere Affinität zu Verbrechen und andere lehnen Straftaten eher ab. Dies hat verschiedene Ursachen wie zum Beispiel das soziale Umfeld, der persönliche Bildungsgrad oder die Situation von Arbeitslosigkeit.4

Das Angebot an Kriminalität richtet sich nach verschiedenen Faktoren. Zum einen nach der Möglichkeit, legale Arbeit zu verrichten, nach den Strafen beziehungsweise dem Strafmaß und der Wahrscheinlichkeit bestraft zu werden. Ein anderer Faktor ist der erzielte Ertrag, den das Verbrechen mit sich bringt.5

Um die Annahmen in eine ökonomische Betrachtung zu ziehen, hat Nadia Campaniello sie für die Durchführung ihrer Studie mit Hilfe einer Formel beschrieben:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der erwartete Vorteil (B), den ein Verbrechen mit sich bringt, ist die Wahrscheinlichkeit nicht erwischt zu werden (1-p) multipliziert mit dem Gewinn (R), abzüglich der Kosten für die Planung und Ausführung (C) und den entgehenden Löhnen aus legaler Arbeit (W). Davon wird der Betrag der erwarteten Bestrafungen für das Verbrechen (pS) subtrahiert. Demnach wird ein Verbrechen jedes Mal begangen (Cr=1), wenn die Vorteile die erwarteten Kosten übersteigen. Das I stellt einen Indikator da, der 1 beträgt falls die Angabe stimmt, und gleich 0 ist, wenn sie nicht stimmt.6

2.2 Großevents

Großevents sind meistens zeitlich begrenzte Veranstaltungen, die einem geplanten, festen Ablauf folgen. Neben dem vorgegebenen Ablauf sind Zeitraum und Ort festgelegt. Aufgrund der hohen politischen, öffentlichen sowie internationalen Aufmerksamkeit, die solche Mega- Events mit sich bringen, schaffen sie ein Interesse, damit einhergehende Wirkungs-Ursache Beziehungen zu analysieren. Dazu zählen sowohl die steigende Zahl der Touristen oder der Ausbau der Infrastruktur als auch die immateriellen Vorteile wie das Ankurbeln von nationalem Stolz und dem internationalen Image.7 Nach Mules und McDonals sind die meisten Studien und Analysen nur wenig umfassend. Behörden und Organisatoren haben es eilig, die hohen Ausgaben für solche Events durch Studien über ökonomische und anderweitige Vorteile zu rechtfertigen. Dabei sind die meisten davon unberechenbar und oder nur anhand grober Schätzungen erstellt.8 Diese wirtschaftliche Rechtfertigung ist so wichtig für die Elite, dass andere Faktoren und negative Auswirkungen außer Acht gelassen oder verschleiert werden.9 Nicht abzustreitende Vorteile umfassen die Verbesserung der Infrastruktur, positive Impulse für den Tourismussektor, die Schaffung neuer Arbeitsplätze und eine sich entwickelnde nationale Identität. Diese positiven Einflüsse beziehen sich jedoch nur auf gewisse Teile der Wirtschaft und Bevölkerung. Die Kehrseite von Großevents besteht aus Verkehrschaos, Verschmutzung der Luft und Umwelt, erhöhten Preise für Grundstücke, Waren und Dienstleistungen, einer erhöhten Kriminalitätsrate sowie einer möglichen Feindlichkeit zwischen Einheimischen und Touristen.10

3. Verknüpfung zwischen Großevents und der Kriminalität

Die Relation zwischen Großevents und einer sich ändernden Kriminalitätsrate stellt die zentrale Fragestellung dieser Arbeit dar. Zunächst müssen Ursachen und Einflüsse erläutert werden, die sich auf eine Veränderung der Kriminalität auswirken und diese beeinflussen können. Weiter wird aufgezeigt, mit welcher Strategie und mit welchen Daten eine Lösung für die Fragestellung gefunden werden kann. Hierbei werden zwei verschiedene Studien genutzt, die sich mit unterschiedlichen Events, aber auch mit der Veränderung der Kriminalität bei Sportevents befassen. Diese werden diskutiert und am Ende ausgewertet. Die abschließenden Auswertungen zeigen eine Übersicht über die Antworten auf die Frage, ob und inwiefern sich die Kriminalität innerhalb eines Landes während großer Events verändert.

[...]


1 Vgl. Becker (1968), S. 181.

2 Vgl. Ehrlich (1996), S. 46.

3 Vgl. Becker (1968), S. 181 f.

4 Vgl. Wright et al. (1999), S. 495.

5 Vgl. Freeman (1996), S. 30 ff.

6 Vgl. Campaniello (2011), S. 5.

7 Vgl. Campaniello (2011), S. 1.

8 Vgl. Mules/McDonald (1994), S. 48.

9 Vgl. Miller (1998), S. 1 f.

10 Vgl. Preuss/Sohlberg (2006), S. 402

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Soccer and Crime. Auswirkungen von Fußball-Großevents auf die Kriminalitätsrate
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (Institut für Mittelstandsforschung und Wirtschaft)
Veranstaltung
Economics of Crime
Note
1.7
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V280446
ISBN (eBook)
9783656743477
ISBN (Buch)
9783656743439
Dateigröße
784 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soccer, crime, auswirkungen, fußball, großevents, kriminalitätsrate
Arbeit zitieren
Patrick Palme (Autor), 2014, Soccer and Crime. Auswirkungen von Fußball-Großevents auf die Kriminalitätsrate, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280446

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