Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der Fragestellung, inwieweit Spielplätze im Schulunterricht eine Rolle beim Erlernen turnerischer Bewegungen spielen können. Auf dem Spielplatz sind Kinder meist frei in der Auswahl ihrer Bewegungsmöglichkeiten. Sie wählen die Geräte aus, die ihnen den größten Spaß bereiten. Geräte, die keinen hohen Spielwert/Bewegungsreiz ausüben, werden auf Spielplätzen auch nicht genutzt.
Dabei betätigen sich Schülerinnen und Schüler in vielen Weisen turnerisch. Schwingen, Balancieren, Springen, Hängen, Schaukeln und weitere Bewegungsmuster sind durch die Geräteausstattung vieler Spielplätze vorgegeben. Schülerinnen und Schüler werden von sich aus auf Spielplätzen keine durchgeplanten Trainingseinheiten durchführen. Bewegungen, die in der Ausführung Lustgefühl und Genuss erzeugen, werden jenen Bewegungen vorgezogen, die (in der Bewegungsausführung) keine Freude bereiten, weil die subjektive Leichtigkeit nicht gegeben ist (vgl. Fetz, 1971, S. 31). Auf den ersten Blick mag es so erscheinen, als sei ein Trainingseffekt beim Turnen auf dem Spielplatz nicht angedacht und daher auch nicht vorhanden. Das Gegenteil ist der Fall. Die Schulung der koordinativen und konditionellen Fähigkeiten werden beim spielerischen Turnen bestens gefördert. In der Beschäftigung mit dem Geräteangebot eines Spielplatzes wird ein Kind solange „herumturnen“, bis keine unbekannten Bewegungsreize mehr vorhanden sind bzw. bis es sich alle spaßbrin-genden Bewegungsmöglichkeiten „einverleibt“ hat (vgl. Fetz, 1971, S.35).
Die vorliegende Hausarbeit wird sich an den folgenden Bewegungsphänomenen orientieren: Balancieren und Klettern, Schwingen und Schaukeln, Drehen und Überschlagen sowie Springen und Fliegen (vgl. Pott-Klindworth & Roscher, 2009, S. 161). Ziel dieser Ausarbeitung ist es, anhand exemplarischer Spielplatzgeräte die Anwendung der Bewegungsphänomene nach Pott-Klindworth und Roscher (vgl. ebd.) aufzuzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Turnen auf dem Spielplatz
2.1 Die Bewegungsphänomene
2.2 Balancieren und Klettern
3 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die Bedeutung von Spielplätzen für den schulischen Sportunterricht und analysiert, inwieweit Kinder dort turnerische Bewegungsmuster wie Balancieren, Klettern, Schaukeln oder Springen eigenständig erlernen und anwenden können.
- Bedeutung des Spielplatzes als alternativer Bewegungsraum zum klassischen Sportunterricht
- Analyse turnerischer Bewegungsphänomene auf Spielgeräten
- Didaktische Perspektiven des normfreien Turnens
- Förderung von koordinativen und konditionellen Fähigkeiten durch spielerisches Erkunden
Auszug aus dem Buch
2.2 Balancieren und Klettern
Auf vielen Spielplätzen werden Spielgeräte nicht einzeln aufgestellt, sondern als Kombinationsspielgeräte ineinander integriert. Besonders Spielgeräte, die zum Balancieren und Klettern einladen, werden zu Wegespielen kombiniert. Solche Spielburgen bieten meist unterschiedliche Zugänge zu einer höheren Ebene sowie unterschiedliche Möglichkeiten diese Ebene wieder zu verlassen. Darüber hinaus bieten TÜV geprüfte Spielplätze meist eine Art von Fallschutz. Dieser kann z.B. in Form von Holzhackschnitzeln rund um das Wegespiel ausgestreut werden und federt so Sprünge und Stürze der Kinder ab.
Anhand eines solchen Wegespiels sollen Balancier- und Klettermöglichkeiten für Kinder aufgezeigt werden.
Dieses Kombinationsspielgerät bietet zahlreiche Aufgangsmöglichkeiten, u.a. einen Balancierstrick, neben dem ein Seil gespannt ist. Auf diesem wackeligen Aufgang stützen sich Kinder mit einer Hand ab, um das Gleichgewicht halten zu können. Da Trittfläche sowie Stützobjekt nicht starr, sondern beweglich sind, wird einfaches Laufen auf diesem Weg zur Herausforderung. Die ausgeführte Bewegung unterscheidet sich in dieser Hinsicht stark vom Gehen auf einem starren Balken unter zu Hilfenahme eines starren Geländers. Insofern ist das Kind dazu gezwungen, sich in der Balance zu halten (vgl. Pott-Klindworth/Roscher, 2009, S. 162).
Jedes Spielplatzgerät, das Kindern eine Standfläche bietet, die ungewohnt beweglich oder flächenbedingt sehr klein ist, fordert Kindern Gleichgewichts- und Körpergefühl ab. Wegspiele regen stark zum Balancieren an, da das Bewegungsziel stets ein vorher unerreichbarer Punkt ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Fragestellung, inwiefern Spielplätze als Ergänzung zum Schulsport zur Ausbildung turnerischer Fähigkeiten beitragen können.
2 Das Turnen auf dem Spielplatz: Dieses Kapitel erläutert das Konzept des normfreien Turnens als didaktische Bereicherung und stellt tabellarisch didaktische Schwerpunkte für den Sportunterricht vor.
2.1 Die Bewegungsphänomene: Hier wird die theoretische Grundlage für die Anwendung der Bewegungsphänomene nach Pott-Klindworth und Roscher auf Spielplatzgeräte gelegt.
2.2 Balancieren und Klettern: Dieses Kapitel analysiert anhand von Kombinationsspielgeräten, wie instabile Untergründe und Kletterelemente Gleichgewicht und Koordination fordern.
3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Spielplätze einen wesentlichen Beitrag zur frühen motorischen Entwicklung leisten und als kreative Ergänzung zur Turnhalle dienen.
Schlüsselwörter
Spielplatz, Schulsport, Geräteturnen, Bewegungsphänomene, Balancieren, Klettern, Schaukeln, normfreies Turnen, Koordination, Motorik, Spielgerät, Bewegungsreiz, Kindesentwicklung, Sportpädagogik, Körpergefühl.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle von Spielplätzen für das Erlernen turnerischer Grundbewegungen und deren Potenzial für den schulischen Sportunterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind das normfreie Turnen, die Bewegungsphänomene nach Pott-Klindworth und Roscher sowie die didaktische Einbindung von Spielplatzgeräten in den Sportunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Kinder durch spielerisches „Herumturnen“ auf Spielplätzen ihre koordinativen und konditionellen Fähigkeiten fördern und wie Lehrkräfte diese Umgebung didaktisch nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen des Turnens mit bewegungspädagogischen Ansätzen verbindet und exemplarisch auf Spielplatzgeräte überträgt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begründung für das „Turnen auf dem Spielplatz“ und eine detaillierte Analyse spezifischer Bewegungsphänomene wie Balancieren, Klettern, Schaukeln und Drehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Spielplatz, Geräteturnen, Bewegungsphänomene, Koordination und normfreies Turnen charakterisiert.
Warum ist laut Autor der Spielplatz eine sinnvolle Alternative zur Turnhalle?
Der Spielplatz bietet eine natürliche, motivierende Umgebung für normfreies Turnen, die während des Sommers oder als Ergänzung zur Turnhalle das Bewegungsspektrum durch vielfältige, meist unbekannte Bewegungsreize erweitert.
Welche Bedeutung kommt dem "Wegespiel" bei der motorischen Entwicklung zu?
Das Wegespiel fordert durch bewegliche Trittflächen und komplexe Kombinationen gezielt das Gleichgewichts- und Körpergefühl, da das Bewegungsziel stets neu angepasst und stabilisiert werden muss.
- Citation du texte
- Tobias Bauer (Auteur), 2010, Turnen auf dem Spielplatz. Wie Kinder turnerisch spielen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280456