Diese Fallstudienarbeit nimmt sich den norddeutschen Windkraftanlagenhersteller Enercon
zum Thema. Dreh- und Angelpunkt dieser Arbeit ist die Innovation im Kontext des
Unternehmertums. Dazu wird das betreffende Unternehmen von seiner Gründung, weiter
über wichtige Evolutionsstufen, bis hin zum aktuellen Stand angeschaut. Ein zweiter Kontext,
der Beachtung findet, ist der Umweltbeitrag, den die Innovation zu leisten vermag.
Zu Beginn dieser Arbeit wird ein überblick über das Unternehmen Enercon gegeben.
Dieser umfasst Unternehmens- wie auch Marktdaten und klärt über wichtige Rahmenbedingungen
der Branche auf. In einem zweiten Abschnitt steht die Innovation aus ökologischer
und ökonomischer Sicht im Mittelpunkt. Der dritte Abschnitt nimmt eine Fokussierung
auf den Gründer Aloys Wobben vor, wobei insbesondere seine Qualitäten als
Unternehmer von Interesse sind. Daran anschließend werden Barrieren und Widerstände
aufgezeigt, mit denen sich das Unternehmen im Laufe seiner Geschichte konfrontiert sah
und wie es mit diesen Hindernissen umging. Den Abschluss bildet die Schlussbetrachtung,
die vorab Geschriebenes nochmals zusammenfast und einen Ausblick in zukünftige
Entwicklungen geben wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Unternehmen Enercon
2.1 Das Leistungsspektrum
2.2 Der Markt
2.3 Die Strategie
2.4 Chronologie
3 Staatliche Förderung
3.1 Stromeinspeisegesetz
3.2 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
4 Innovationen des Unternehmens
4.1 Innovationen
4.2 Die technologischen Innovationen
4.2.1 Antriebssystem
4.2.2 Rotorblattgeometrie
4.2.3 Ringgenerator
4.2.4 Fundamentsetzung
4.2.5 Turmbau
4.2.6 Anlagensteuerung
4.2.7 Innovationsphasen
4.3 Ökologischer Beitrag
4.4 Ökonomischer Beitrag
5 Der Gründer und die Gründung
5.1 Lebenslauf
5.2 Historische Situation
5.3 Gründung
5.4 Unternehmensführung & Charakter
5.4.1 Wobben vs. Mainstream
5.4.2 Vermögen
5.5 Auszeichnungen
5.6 Spitznamen
5.7 Fazit
6 Barrieren und Widerstände
6.1 Übersicht
6.2 Regierung und Gesetze
6.3 Industriespionage
6.4 Indien
6.5 Auswirkungen
7 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Unternehmen Enercon als Fallstudie, wobei der Schwerpunkt auf der Rolle von Innovationen innerhalb des Unternehmertums im Bereich der Windenergie liegt. Ziel ist es, die Entwicklung des Unternehmens, seinen Beitrag zum Umweltschutz und die Reaktion auf strategische Herausforderungen zu analysieren.
- Technologische Innovationen bei Windkraftanlagen
- Die unternehmerische Rolle von Aloys Wobben
- Ökologische und ökonomische Auswirkungen technischer Neuerungen
- Einfluss staatlicher Fördermaßnahmen auf die Branchenentwicklung
- Historische Entwicklung und Markteintrittsstrategien
- Barrieren und Widerstände im unternehmerischen Kontext
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Antriebssystem
Die wichtigste und konsequent umgesetzte Innovation von Enercon ist das getriebelose Antriebssystem der Windenergieanlagen. Die Rotoreinheit ist dabei direkt mit dem Generator verbunden und wird nicht durch ein Getriebe übersetzt, wie es bei vielen konkurrierenden Herstellern der Fall ist. Rotor und Generator bilden also eine Einheit. Enercon bezeichnet diese Konstruktion als ”Direktantrieb“.
Erstmals kam der Direktantrieb (siehe Abbildung 4) 1992 bei der Anlage ”Enercon E-40 / 500kw“ zum Einsatz. Durch den Verzicht auf ein Getriebe konnten viele bewegliche Bauteile bei der Konstruktion eingespart werden. Das reduziert zum einen die physikalische Reibung und dem damit verbundenen Energieverlust. Zum anderen wird die mechanische Belastung (Materialverschleiß) der Bauteile minimiert. Dies führt zu einem verminderten Wartungsaufwand und erhöht die Lebensdauer der Windenergieanlagen. Durch die variable Drehzahl in Kombination mit dem geringen Lastniveau, erreichen die Enercon Windenergieanalgen einen optimalen Wirkungsgrad.
Beim getriebelosen Direktantrieb entspricht die Rotordrehzahl immer der Generatordrehzahl. Alle Enercon Windenergieanalgen aus dem aktuell angebotenen Sortiment haben eine durchschnittliche Drehzahl von 10 bis 20 Umdrehungen pro Minute (Abhängig von den Windverhältnissen und dem Anlagetyp / Spannweite von 4 bis 45 U/min). Herkömmliche Getriebe-Windenergieanlagen vieler konkurrierender Hersteller erreichen Generatordrehzahlen von 1200 bis 1500 U/min. Neben zunehmendem Materialverschleiß und kürzerer Lebensdauer, führen das Getriebe und die hohen Drehzahlen auch zu erhöhten Schallemissionen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Energiewende nach Fukushima ein und umreißt die Struktur der Fallstudie über das Unternehmen Enercon.
2 Das Unternehmen Enercon: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über Enercon, seine Marktposition, das Leistungsspektrum und die historische Entwicklung des Unternehmens.
3 Staatliche Förderung: Es wird die Bedeutung von staatlichen Instrumenten wie dem Stromeinspeisegesetz und dem EEG für die Marktentwicklung der Windkraft erläutert.
4 Innovationen des Unternehmens: Dieses Kapitel detailliert die technologischen Innovationen von Enercon und analysiert deren ökologische und ökonomische Vorteile.
5 Der Gründer und die Gründung: Der Fokus liegt auf der Biografie von Aloys Wobben, seinem Führungsstil und den persönlichen Eigenschaften als Unternehmer.
6 Barrieren und Widerstände: Hier werden die Hürden in der Unternehmensgeschichte, insbesondere Industriespionage und rechtliche Auseinandersetzungen im Ausland, untersucht.
7 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen und Chancen der Windenergie.
Schlüsselwörter
Enercon, Windenergie, Innovation, Direktantrieb, Aloys Wobben, Erneuerbare-Energien-Gesetz, Technologieführerschaft, Unternehmertum, Nachhaltigkeit, Industriespionage, Windkraftanlagen, Energiewende, Getriebeloser Antrieb, Marktanteile, Patentwesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Fallstudienarbeit primär?
Die Arbeit analysiert das norddeutsche Unternehmen Enercon, seine technologischen Innovationen, die Rolle seines Gründers Aloys Wobben sowie die historisch bedingten unternehmerischen Herausforderungen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen technologische Neuerungen im Windkraftsektor, ökologische Nachhaltigkeit, staatliche Subventionspolitik und unternehmerisches Risikomanagement.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Erfolg von Enercon durch die Verbindung von technischer Innovation und unternehmerischer Pionierarbeit zu erklären und dabei auch die Barrieren in der Unternehmensgeschichte zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine Fallstudienarbeit, die auf einer umfassenden Analyse von Unternehmensdaten, technologischen Konzepten und einer historischen Aufarbeitung der Firmenentwicklung basiert.
Welche Aspekte werden im Hauptteil fokussiert?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die spezifischen technischen Innovationen (z.B. Direktantrieb), deren ökologischen und ökonomischen Nutzen, die Gründerpersönlichkeit Aloys Wobben sowie kritische Barrieren wie Industriespionage.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Enercon, Windenergie, Innovation, Direktantrieb, Aloys Wobben und Unternehmertum.
Warum spielt der "Direktantrieb" eine so zentrale Rolle für Enercon?
Der Direktantrieb ist die wichtigste Innovation, da er durch den Verzicht auf ein Getriebe den Verschleiß minimiert, die Wartungskosten senkt und die Lebensdauer der Windkraftanlagen signifikant erhöht.
Welche negativen Auswirkungen hatten internationale Konflikte auf Enercon?
Enercon musste durch Industriespionage in den USA und rechtliche Patentstreitigkeiten in Indien deutliche Rückschläge hinnehmen, was zu einem Ausschluss von diesen großen Märkten führte.
Wie bewertet der Autor Aloys Wobbens unternehmerische Leistung?
Der Autor ordnet Wobben als Pionier und "Technologieführer" ein, der durch hohen Einfallsreichtum, Beharrlichkeit und eine eigene, unabhängige Strategie den langfristigen Erfolg von Enercon sicherte.
- Quote paper
- Matt Burns (Author), 2011, Enercon. Unternehmertum und Innovation aus ökologischer und ökonomischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280462