Ziel dieser Arbeit ist die Herausarbeitung der Genese des Ichs und dessen Grenzcharakter im freudschen Ich- System. Dabei sollen vordergründig die Verhältnisse der einzelnen seelischen Provinzen, also des Über- Ichs und des Es', zum Ich beleuchtet werden. Auch die Beziehung des Ichs zur Außenwelt wird dabei angeschnitten. Das Bewusste, Unbewusste und Vorbewusste werden eingangs definiert und mit dem Ich verknüpft.
Die Quelle für diese Arbeit ist das Traktat von Sigmund Freud "31. Vorlesung: Die Zerlegung der psychischen Persönlichkeit".
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2. Die Charakterisierung der Gegenspieler des Ichs
2.1 Definition von bewusst, unbewusst und vorbewusst
2.2 Die Eigenschaften des Es
2.3 Die Genese des Über- Ichs
3 Die Beziehung der Instanzen zum Ich
3.1 Das Verhalten des Über- Ichs zum Ich
3.2 Die Verbindung des Es zum Ich
3.3 Das Ich als Abgrenzung zwischen dem Über- Ich, der Außenwelt und dem Es
4 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Ziel dieser Arbeit ist es, die Genese des Ichs sowie dessen Rolle als Grenzgestalt innerhalb des freudschen Modells der psychischen Persönlichkeit zu analysieren. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf den Wechselwirkungen zwischen den Instanzen Ich, Es und Über-Ich sowie der Funktion des Ichs als Mediator zwischen den inneren Triebbedürfnissen und den äußeren Anforderungen der Umwelt.
- Grundlegende Definitionen von bewusst, unbewusst und vorbewusst.
- Analyse der Eigenschaften und Dynamiken des Es.
- Untersuchung der Entstehung und Funktion des Über-Ichs.
- Darstellung der komplexen Beziehungsgeflechte zwischen Ich, Es und Über-Ich.
- Erörterung des Ichs als schützende und regulierende Grenze zur Außenwelt.
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Verbindung des Es zum Ich
Ähnlich wie das Über- Ich aus einem Stück des Ichs entlehnt wurde, so wurde das Ich aus einem Teil des Es modifiziert. Durch die Nähe zur Außenwelt wurde der Teil des Es, der nun das Ich darstellt, verändert. Die Aufgabe des Ichs ist es die Reize der Außenwelt aufzunehmen und sie dem Es der Wahrheit entsprechend zu präsentieren. Dabei nimmt das Ich auch eine schützende Funktion ein. Das Es ist nämlich auf Grund seines triebhaften Verhaltens ständig bestrebt eine Objektbesetzung oder Identifizierung vorzunehmen. Wenn es nun das Ich als eine Art regulierende Instanz nicht gäbe, würde das Es ständig ein neues Objekt begehren oder sich mit immer wechselnden Personen oder Dingen identifizieren. Es würde wahrscheinlich zu einer Reizüberflutung des Es kommen und dieses letztendlich zerstören.
Freud hat diesen Sachverhalt an dem Beispiel eines Reiters und dessen Pferd verdeutlicht. Er meint, dass das Ich als Reiter und das Es als Pferd fungiert. Dabei lenkt der Reiter (Ich) die Aufmerksamkeit des Pferdes (Es) auf ein bestimmtes Objekt und das Pferd läuft darauf zu. Während das Ich nun die Richtung vorgibt und das Es auf einen Gegenstand lenkt, bezieht das Ich aus dem Es gleichzeitig die Energie. Das Ich ist nämlich auf die Kraft des Es angewiesen, denn es kann sie nur daher beziehen. Diese Energie braucht das Ich, um die vielen Eindrücke der Außenwelt wahrheitsgetreu in der Erinnerung zu speichern und sie damit dem Es vorstellen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Ziel der Arbeit ein, das Ich als Grenzwesen im psychoanalytischen Modell Sigmund Freuds zu untersuchen und die Begriffe des Bewussten, Unbewussten und Vorbewussten kurz zu verknüpfen.
2. Die Charakterisierung der Gegenspieler des Ichs: In diesem Kapitel werden zunächst die psychischen Begriffe definiert und anschließend die spezifischen Eigenschaften des Es sowie die Entstehungsgeschichte des Über-Ichs beleuchtet.
3 Die Beziehung der Instanzen zum Ich: Dieses Kapitel analysiert das spannungsreiche Verhältnis des Ichs zu seinen beiden Gegeninstanzen, dem Über-Ich und dem Es, sowie seine Rolle als regulierende Grenzinstanz.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die doppelte Funktion des Ichs als abgrenzendes und verbindendes Element innerhalb der psychischen Trias.
Schlüsselwörter
Sigmund Freud, Ich-System, Über-Ich, Es, Psychoanalyse, Psychische Persönlichkeit, Grenzwesen, Triebbefriedigung, Realitätsprinzip, Lustprinzip, Ödipuskomplex, Identifizierung, Objektbesetzung, Bewusstsein, Seelenapparat
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Freud'sche Modell der Persönlichkeit, mit einem besonderen Fokus auf das Ich als eine Instanz, die als Grenzwesen zwischen dem Es, dem Über-Ich und der Außenwelt fungiert.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die Genese des Über-Ichs, die Eigenschaften des Es sowie die strukturelle Organisation und die Schutzfunktion des Ichs.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist die Herausarbeitung der Rolle des Ichs als regulierende Grenzgestalt und das Verständnis der Verhältnisse der seelischen Instanzen zueinander.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es handelt sich um eine literatur- und theoriebasierte Analyse des Traktats "31. Vorlesung: Die Zerlegung der psychischen Persönlichkeit" von Sigmund Freud.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Charakterisierung von Es und Über-Ich sowie der dynamischen Interaktion dieser Instanzen mit dem Ich.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Psychoanalyse, Ich-System, Es, Über-Ich, Realitätsprinzip und psychische Persönlichkeit charakterisieren.
Wie veranschaulicht Freud das Verhältnis zwischen Ich und Es?
Freud nutzt das anschauliche Beispiel eines Reiters (Ich), der ein Pferd (Es) lenkt, wobei er jedoch auf die Energie des Pferdes angewiesen ist.
Welche Rolle spielt der Ödipuskomplex in der vorliegenden Arbeit?
Der Ödipuskomplex wird als maßgebliche Ursache für die Bildung des Über-Ichs beschrieben, durch den das Kind das elterliche Vorbild in sein eigenes Selbst integriert.
Warum wird das Ich als ein "Grenzwesen" bezeichnet?
Weil es die Reize von außen aufnimmt, das Es nach innen schützt, die Anforderungen des Über-Ichs moderiert und somit zwischen drei "Zwingherrn" vermitteln muss.
- Quote paper
- Dorothee Stauche (Author), 2012, Das Freud'sche Ich als Grenzgestalt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280487