Es gibt momentan kaum ein außenwirtschaftliches Thema, dass so kontrovers diskutiert wird, wie die Verhandlungen zu der Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und der Europäischen Union. Viele Studien wurden durchgeführt, noch mehr Berichte geschrieben und mediale Diskussionen inszeniert. Es wurde zu einem der Hauptthemen des Europawahlkampfes der SPD und Schreckgespenst für europäische Verbraucherschützer.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den außenwirtschaftlichen Entwicklungen der Vereinigten Staaten von Amerika und der Europäischen Union. Im Mittelpunkt steht dabei das Transatlantische Freihandelsabkommen, dass insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Verbraucherschutzes genauer betrachtet werden wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Außenwirtschaft
2.1 Einleitung
2.2 Außenhandelspolitik
2.2.1 Ausmaß und Struktur des Handels
2.2.2 Wirtschaftliche Integration
2.2.2.1 Freihandel und Protektionismus
2.2.2.2 Motive
2.2.2.3 Die Freihandelszone
3 Außenwirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika
3.1 Die Stellung der USA in der Weltwirtschaft
3.1.1 Entwicklung
3.1.2 Weltwährungssystem
3.1.3 Aktuelle Wirtschaftskraft der USA
3.1.4 Multinationale Unternehmen
3.2 Wirtschaftliche Integrationspolitik
3.2.1 Freihandelsabkommen der USA
3.2.1.1 Die Nordamerikanische Freihandelszone
4 Außenwirtschaft der Europäischen Union
4.1 Entwicklung
4.2 Außenhandelspolitik
4.2.1 Autonome Handelspolitik
4.2.2 Vertragliche Handelspolitik
4.4 Wirtschaftliche Integrationspolitik
4.4.1 Bestehende Handelsabkommen
5 Das Transatlantische Freihandelsabkommen
5.1 Einleitung
5.2 Die Handelspartnerschaft zwischen den USA und der EU
5.3 Das Abkommen
5.3.1 Die Verhandlungen
5.3.2 Kritik
5.3.3 Verbraucherschutz und TTIP
5.3.3.1 Hintergrund
5.3.3.2 Die Problematik des Chlorhühnchens
5.3.3.3 US-amerikanischer Verbraucherschutz als Vorbild
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die außenwirtschaftliche Entwicklung der USA und der Europäischen Union mit besonderem Fokus auf das geplante Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP). Ziel ist es, die Handelspartnerschaft beider Akteure zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, welche Auswirkungen das Abkommen – insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Verbraucherschutzes – haben könnte.
- Außenwirtschaftliche Entwicklung und Integrationspolitik der USA und der EU
- Handelspartnerschaft zwischen den USA und der EU
- Analyse des geplanten Transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP)
- Verbraucherschutz im Kontext internationaler Freihandelsabkommen
- Kritische Auseinandersetzung mit regulatorischen Unterschieden (z.B. Vorsorgeprinzip)
Auszug aus dem Buch
5.3.3.1 Hintergrund
Viele Interessenverbände sehen den hohen europäischen Verbraucherschutz in Gefahr. Viele Nichtregierungsorganisationen warnen, dass genetisch veränderte Lebensmittel in den USA ebenso wenig deklariert werden müssen, wie Fleisch, dass aus geklonten Tieren hergestellt wird. Doch die fehlende Deklarierung ist nicht das einzige Problem.
Das Hauptproblem bei den Verhandlungen, insbesondere mit Bezug auf den Verbraucherschutz, ist, dass die USA und die EU völlig unterschiedliche Ansätze in puncto Verbraucherschutz verfolgen.
Während die Europäische Union eine vorsorgeorientierte Politik betreibt, wird in den USA ein Evidenz-basierendes Prinzip verfolgt.
Eine Vorsorgeorientierte Politik richtet sich nach der Sicherheit der Verbraucher. Geht es beispielsweise um die Zulassung chemischer Stoffe, so müssen Unternehmen nach der 2003 erlassenen Verordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe (REACh-Verordnung), vor Zulassung auf eigene Kosten einen umfangreichen Sicherheitsbericht erstellen. Dieser muss mögliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und die Umwelt enthalten. Denn in der EU geht man grundsätzlich zunächst davon aus, dass alle Stoffe schädlich sein können und ihre Unschädlichkeit nachgewiesen werden muss. Des Weiteren ist das Vorsorgeprinzip als handlungsleitendes Prinzip der europäischen Umweltpolitik in Art. 191 AEUV verankert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Kontroverse um das geplante Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) ein und skizziert die methodische Vorgehensweise der Arbeit.
2 Außenwirtschaft: Dieses Kapitel definiert Grundlagen der Außenwirtschaft sowie der Außenhandelspolitik und erläutert Konzepte wie Freihandel, Protektionismus und Freihandelszonen.
3 Außenwirtschaft der Vereinigten Staaten von Amerika: Hier wird die historische Entwicklung der US-Außenwirtschaft, ihre Stellung im Weltwährungssystem sowie die Integrationspolitik inklusive NAFTA analysiert.
4 Außenwirtschaft der Europäischen Union: Das Kapitel untersucht die Entwicklung, Kompetenzverteilung und vertragliche Handelspolitik der EU im Kontext internationaler Handelsbeziehungen.
5 Das Transatlantische Freihandelsabkommen: Dieses zentrale Kapitel analysiert die Verhandlungen zu TTIP, die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den USA und der EU sowie die kritische Debatte um Verbraucherschutzstandards.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen des Abkommens sowie die anhaltenden Herausforderungen für den Verbraucherschutz.
Schlüsselwörter
Außenwirtschaft, Freihandelsabkommen, TTIP, Verbraucherschutz, Europäische Union, USA, Welthandel, Integration, NAFTA, Vorsorgeprinzip, Handelspolitik, Handelshemmnisse, Chlorhühnchen, Investitionsschutz, Marktzugang
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die außenwirtschaftliche Entwicklung und Handelspolitik der USA und der EU, um die Auswirkungen und Risiken des geplanten Transatlantischen Freihandelsabkommens (TTIP) zu untersuchen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Außenwirtschaftstheorie, der historischen Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen USA und EU sowie einer detaillierten Betrachtung des Verbraucherschutzes bei TTIP.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob eine vertiefte Handelspartnerschaft zwischen USA und EU den hohen europäischen Standards gerecht werden kann, ohne diese durch unterschiedliche Ansätze wie das Vorsorgeprinzip zu untergraben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse, der Auswertung aktueller Studien sowie der Untersuchung rechtlicher Rahmenbedingungen und Abkommenspolitik.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der USA und der EU als Wirtschaftsräume sowie die spezifische Betrachtung der TTIP-Verhandlungen inklusive kritischer Fallbeispiele wie der Chlorhühnchen-Problematik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Außenwirtschaft, Freihandelsabkommen, TTIP, Verbraucherschutz und Marktintegration.
Wie unterscheiden sich die Ansätze zum Verbraucherschutz?
Die EU verfolgt ein vorsorgeorientiertes Prinzip, bei dem die Sicherheit vorab nachgewiesen werden muss, während die USA ein evidenzbasiertes Prinzip anwenden, bei dem eine Regulierung erst nach dem Eintreten eines nachweisbaren Schadens erfolgt.
Welche Rolle spielt die NAFTA für das Verständnis der Arbeit?
Die NAFTA dient als historisches Vergleichsbeispiel, um die Auswirkungen von Freihandelszonen auf nationale Märkte und die Problematik von Investitionsschutzklauseln aufzuzeigen.
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- Maria Heinemann (Author), 2014, Die Auswirkungen des geplanten Transatlantischen Freihandelsabkommen auf die amerikanische und europäische Außenwirtschaft. Mit Bezug auf den Verbraucherschutz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280490