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Grundzüge der elektronischen Willenserklärung

Título: Grundzüge der elektronischen Willenserklärung

Tesis , 2003 , 68 Páginas , Calificación: Sehr Gut (1)

Autor:in: Dr. Fabian Höss (Autor)

Derecho - Otros sistemas jurídicos, derecho comparado
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Die Willenserklärung

Das ABGB enthält keine abschließende Definition der Willenserklärung. Nach hL und Rsp ist eine Willenserklärung eine Äußerung, die auf die Herbeiführung von Rechtsfolgen für den Erklärenden gerichtet ist. Abzugrenzen von den Willenserklärungen sind die Wissenserklärungen, die darauf gerichtet sind, nur Fakten und Kenntnisse kundzugeben. Um festzustellen, ob es sich um eine Willens- oder eine Wissenserklärung handelt, muss festgestellt werden, ob der Erklärende eine Rechtslage als gegeben ansieht und diese bloß bestätigt, oder ob er durch seine Erklärung erst eine bestimmte Rechtslage schaffen will.

Eine gültige Willenserklärung besteht aus drei Elementen: Handlungswille, Erklärungsbewusstsein und Geschäftswille. Der mangelnde Handlungswille ist meist nur von theoretischer Bedeutung (Hypnose, vis absoluta) und zieht Nichtigkeit der Erklärung nach sich. Fehlt es dem Erklärenden am Erklärungsbewusstsein, so führt dies zur Anfechtbarkeit der Erklärung. Der Erklärende muss aber zumindest fahrlässig den Schein einer Erklärung herbeigeführt haben. Fehlt es dem Erklärenden am Geschäftswillen, so stellt dies die Gültigkeit der Erklärung nur iSd §§ 869ff ABGB in Frage.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DIE WILLENSERKLÄRUNG

2.1 Besonderheiten elektronischer Willenserklärungen

2.2 Arten elektronischer Willenserklärungen

3 ANGEBOT

3.1 Allgemeines

3.2 Invitatio ad offerendum

4 ZUGANG

4.1 Allgemeines

4.2 Zugang unter Anwesenden

4.3 Zugang unter Abwesenden

4.4 Beweis des Zugangs

4.4.1 Zugang unter Abwesenden

4.4.2 Zugang unter Anwesenden

4.5 Fehlerhafter Zugang

4.5.1 Verlustrisiko

4.5.2 Verfälschungsrisiko

5 ANNAHME

5.1 Allgemeines

5.2 Annahme innerhalb der Annahmefrist

5.3 Verspätete Annahme

5.4 Deutung der Erklärung des Anbieters

6 ZURECHNUNG

6.1 Allgemeines

6.2 Stellvertretung im Internet?

6.2.1 Vertretung ohne Vertretungsmacht

6.2.2 Handeln unter fremdem Namen

6.2.3 Haftung für Missbräuche einer Zugangskennung oder eines Passwortes

6.3 Zurechnung bei Ehegatten

6.4 Abgabe von Willenserklärungen von nicht voll geschäftsfähigen Personen

6.5 Missbräuchliche Verwendung von Zahlungskarten

6.5.1 Allgemeines

6.5.2 Rechtliche Beurteilung einer missbräuchlichen Verwendung einer Zahlungskarte

7 AUSLEGUNG

8 RÜCKTRITT UND WIDERRUF

8.1 Rücktritt

8.1.1 Allgemeines

8.1.2 Rechtsfolgen des Rücktritts

8.2 Widerruf

9 ANFECHTUNG

9.1 Allgemeines

9.2 Anfechtung bei Fremdzugriff

9.3 Anfechtung bei List, Drohung oder Fehlinformation

10 ANZUWENDENDES RECHT BEI ONLINE-VERTRÄGEN

10.1 Allgemeines

10.2 Anwendbares Recht

10.2.1 Nach dem EVÜ

10.2.1.1 Anzuwendendes Recht kraft Rechtswahl

10.2.1.1.1 Verbraucherschutz des Art 5 EVÜ

10.2.1.1.1.1 Angebot oder Werbung im Staat des gewöhnlichen Aufenthaltes des Verbrauchers und Abschlusshandlung

10.2.1.1.1.2 Entgegennahme der Bestellung im Staat des gewöhnlichen Aufenthaltes des Verbrauchers

10.2.1.1.1.3 Verkaufsfahrten ins Ausland

10.2.1.2 Anzuwendendes Recht mangels Rechtswahl

10.2.1.3 Formerfordernisse

10.2.2 Nach dem UN-Kaufrecht

10.2.2.1 Anwendungsbereich des UN-Kaufrechts

10.2.2.2 Der Vertragsabschluss nach dem UN-Kaufrecht

10.2.3 Nach dem IPRG

10.2.4 Nach dem ECG

11 DIE EINBEZIEHUNG ALLGEMEINER GESCHÄFTSBEDINGUNGEN

11.1 Allgemeines

11.2 Gültige Einbeziehung von AGB

11.3 Möglichkeiten der Einbeziehung von AGB

11.4 Zumutbare Kenntnisnahme

11.5 Auslegung von AGB

11.6 Sprache der AGB

11.7 Besonderheiten bei Verträgen mit Unternehmern

12 DIGITALE SIGNATUREN

12.1 Allgemeines und technische Grundlagen

12.2 Gesetzliche Grundlagen der elektronischen Signatur

12.3 Die Folge der Anwendung digitaler Signaturen

12.3.1 Beweiskraft elektronisch signierter Dokumente

13 SCHLUSSBEMERKUNGEN

Zielsetzung und Themenbereiche

Diese Diplomarbeit untersucht die rechtlichen Grundlagen und Problemfelder von Willenserklärungen im digitalen Raum. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie herkömmliche zivilrechtliche Prinzipien auf den Online-Vertragsabschluss angewendet werden können und wo spezifische digitale Herausforderungen bestehen.

  • Grundlagen elektronischer Willenserklärungen und deren Zurechnung
  • Vertragsabschlussmechanismen, insbesondere Angebot, Annahme und Zugang
  • Die Einbeziehung und Auslegung von Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)
  • Anwendbares Recht und Verbraucherschutz bei Online-Verträgen
  • Funktionsweise und rechtliche Bedeutung digitaler Signaturen

Auszug aus dem Buch

Besonderheiten elektronischer Willenserklärungen

Zunächst stellt sich die Frage, ob Willenserklärungen über das Internet überhaupt wirksam abgegeben werden können. § 861 ABGB regelt, dass ein Vertrag gültig zustande kommt, wenn übereinstimmende Willen beider Teile vorliegen. Mit Ausnahme einiger Rechtsgeschäfte, deren Form zwingend im Gesetz vorgeschrieben wird, ist es gem § 883 ABGB möglich, Verträge über das Internet zu schließen. Aus § 863 ABGB kommt man zu dem Schluss, dass es grundsätzlich möglich ist, Willenserklärung online abzugeben, da „man [...] seinen Willen nicht nur ausdrücklich durch Worte und allgemein angenommene Zeichen; sondern auch stillschweigend durch solche Handlungen erklären [kann], welche mit der Überlegung aller Umstände keinen vernünftigen Grund daran zu zweifeln übrig lassen.“ Somit unterscheidet sich eine elektronische Willenserklärung von den herkömmlichen rechtsgeschäftlichen Erklärungen nur durch ihren Übermittlungsweg.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Darstellung der Problematik von Mängeln bei Internet-Shops und Begründung der Relevanz des Themas für den modernen Rechtsverkehr.

2 DIE WILLENSERKLÄRUNG: Definition der Willenserklärung und Abgrenzung zu Wissenserklärungen sowie Analyse der elektronischen Besonderheiten.

3 ANGEBOT: Untersuchung der Anforderungen an ein wirksames Angebot im Internet und Abgrenzung zur unverbindlichen Aufforderung (invitatio ad offerendum).

4 ZUGANG: Detaillierte Analyse des Zugangs von Willenserklärungen, insbesondere der Unterscheidung zwischen Anwesenden und Abwesenden sowie Beweisfragen.

5 ANNAHME: Prüfung der Voraussetzungen für eine gültige Annahme im Internet, einschließlich Fristen und Deutung von Bestätigungsschreiben.

6 ZURECHNUNG: Erörterung der Zurechnung von Erklärungen, Stellvertretungsfragen im Internet und Haftung bei missbräuchlicher Verwendung von Zugangsdaten.

7 AUSLEGUNG: Anwendung allgemeiner Auslegungsregeln auf elektronische Erklärungen unter Berücksichtigung der Vertrauenstheorie.

8 RÜCKTRITT UND WIDERRUF: Darstellung der spezifischen Rücktrittsrechte für Verbraucher im Fernabsatz sowie der Widerrufsmöglichkeiten.

9 ANFECHTUNG: Erläuterung der Anfechtungsgründe bei Irrtum, Fremdzugriff, List oder Drohung im Online-Kontext.

10 ANZUWENDENDES RECHT BEI ONLINE-VERTRÄGEN: Diskussion der internationalen Rechtsanwendung nach EVÜ, UN-Kaufrecht und ECG.

11 DIE EINBEZIEHUNG ALLGEMEINER GESCHÄFTSBEDINGUNGEN: Untersuchung der wirksamen Einbeziehung von AGB in Online-Verträge und deren Kontrolle.

12 DIGITALE SIGNATUREN: Erläuterung technischer Grundlagen und gesetzlicher Rahmenbedingungen der elektronischen Signatur sowie deren Beweiskraft.

13 SCHLUSSBEMERKUNGEN: Resümee über die Anwendbarkeit bestehender Gesetze und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im elektronischen Rechtsverkehr.

Schlüsselwörter

Elektronische Willenserklärung, Internet, Vertragsabschluss, Online-Handel, Zugangstheorie, AGB, Verbraucherschutz, Fernabsatz, Digitale Signatur, UN-Kaufrecht, EVÜ, Rechtswahl, Haftung, Zugangskennung, Rechtsinformatik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die juristischen Herausforderungen, die sich bei Willenserklärungen und Vertragsabschlüssen im Internet ergeben, insbesondere auf Basis des österreichischen ABGB und einschlägiger E-Commerce-Regelungen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder sind der Vertragsabschluss (Angebot und Annahme), der Zugang elektronischer Nachrichten, die Einbeziehung von AGB, internationales Privatrecht sowie der Einsatz digitaler Signaturen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Untersuchung, inwieweit bestehende, zum Teil historische Rechtsnormen auf den modernen elektronischen Rechtsverkehr übertragbar sind und wo rechtliche Lücken oder spezifische Problemlagen bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtsdogmatische Analyse, die auf der Auswertung aktueller Gesetzestexte, einschlägiger Literatur und der Rechtsprechung zu E-Commerce-Fragen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich chronologisch vom Vertragsschluss über die Willenserklärung und deren Zugang bis hin zu Zurechnungsfragen, Auslegung, Anfechtung und der Klärung des anwendbaren Rechts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie elektronische Willenserklärung, Fernabsatz, Zugangstheorie, AGB, EVÜ und digitale Signaturen charakterisiert.

Gilt der E-Mail-Posteingang rechtlich als "Briefkasten"?

Ja, laut Arbeit wird eine Mailbox rechtlich wie ein Briefkasten beurteilt, sofern der Inhaber mit seiner E-Mail-Adresse im Rechtsverkehr auftritt und somit eine Nachforschungspflicht besteht.

Warum ist die "Warnfunktion" bei digitalen Signaturen problematisch?

Die größte Schwierigkeit liegt darin, dass der Anwender lediglich ein Programm auf dem Computer starten muss, um ein Dokument digital zu signieren, wodurch der bei einer handschriftlichen Unterschrift typische psychologische Warnfaktor entfallen könnte.

Final del extracto de 68 páginas  - subir

Detalles

Título
Grundzüge der elektronischen Willenserklärung
Universidad
University of Innsbruck  (Institut für Zivilrecht)
Calificación
Sehr Gut (1)
Autor
Dr. Fabian Höss (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
68
No. de catálogo
V28053
ISBN (Ebook)
9783638299473
Idioma
Alemán
Etiqueta
Grundzüge Willenserklärung
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Dr. Fabian Höss (Autor), 2003, Grundzüge der elektronischen Willenserklärung, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/28053
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