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Das Frauenbild im Nibelungenlied

Título: Das Frauenbild im Nibelungenlied

Tesis (Bachelor) , 2013 , 40 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Tosca Tantalo (Autor)

Filología alemana - Literatura alemana antigua y medieval
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„Einer Frau gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie über den Mann Herr sei, sondern sie sei still.“
Trotz der mehr als 1000 Jahre, die zwischen Timotheus und dem Dichter des Nibelungenlieds liegen, scheint ihre Weltanschauung in Bezug auf die gesellschaftlich, rechtliche Stellung der Frau überraschend konform. „Die Frau sei still“, damit bezieht sich Timotheus zum einen auf das Verhalten der Frau, im Gottesdienst, aber darüber hinaus, auch in Beziehung auf ihren Platz innerhalb des Familiengefüges. Diese Stelle der Bibel ist neben anderen bis in die heutige Zeit Motiv für den Ausschluss der Frauen aus den höheren katholischen Ämtern. Ganz nach biblischer Vorgabe sahen auch die Gesetze des Mittelalters aus. Die Frau war dem Mann vollständig untergeordnet und hatte seinen Wünschen zu folgen. Dem Mann war sowohl im juristischen, als auch im kirchlichen Sinne, die Gewalt über die Frau gegeben.
Dies war die Ausgangslage für den Dichter, beziehungsweise die Dichter, die das Nibelungenlied niederschrieben. Vor diesem Hintergrund war es schon ein Extrem, dass Frauen, allen voran Kriemhild, solch ausschlaggebende Rollen zugesprochen bekamen, wie es im Nibelungenlied der Fall ist.
Bis dato wurden in der Literatur Bilder von Rittern und hochwohlgeborenen Jungfrauen gezeichnet, die bis ins Utopische perfekt waren und die damalige Weltanschauung repräsentierten.
Der Geschichtsverlauf wird hauptsächlich von den Frauen im Nibelungenlied vorangetrieben. Ihr Handeln führt die Katastrophe herbei und macht das Voranschreiten der Handlung erst möglich. Wenngleich die Szenen, wie der Frauenstreit oder Kriemhilds Rache, ein grausames, unmoralisches Frauenbild entwerfen, stellt sich doch die Frage, was Kriemhild dazu getrieben hat, die Welt der Normen und Ideale zu verlassen und wie man die mächtige, nordische Brünhild, in eben dieses Weltbild hineinpressen konnte.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

0.1 Einführung

0.2 Forschungsstand

0.3 Methodisches Vorgehen

0.4 Die Rechte der Frauen außerhalb der epischen Realität im frühen 13. Jahrhundert

1. Der Wandel der weiblichen Hauptcharaktere

1.1 Kriemhild: Das literarische Idealbild einer adligen Frau

1.2 Brünhild: Dämonisierung der nicht-höfischen Frau

1.3.1 Der Wandel Kriemhilds und Brünhilds bis Aventuire 14

1.3.1.1 Erläuterung Schaubild:

1.4 Kriemhild und Brünhild

1.5 Schaubild II.

1.5.1 Der Wandel Kriemhilds und Brünhilds bis Aventuire 39

1.5.1.1 Erläuterung Schaubild

1.6 Kriemhilds Rache

2. Motive

2.1 Das Motiv des herze leit (Herzensleid)

2.2 Motiv der êre (Ehre)

2.3 Motiv der triuwe (Treue)

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Bachelorarbeit untersucht das Frauenbild im Nibelungenlied unter Berücksichtigung des historischen Kontextes des 13. Jahrhunderts. Ziel ist es, den Wandel der Hauptfiguren Kriemhild und Brünhild durch den Einfluss ihrer sozialen Umgebung zu analysieren und zu hinterfragen, inwieweit ihr Handeln durch gesellschaftliche Normen und männliche Gewalt determiniert ist.

  • Historische Stellung der Frau im 13. Jahrhundert anhand des Sachsenspiegels
  • Charakteranalyse und Wandel von Kriemhild und Brünhild
  • Die Rolle der höfischen Ideale und deren Verletzung im Handlungsverlauf
  • Zentrale Motive: herze leit (Herzensleid), êre (Ehre) und triuwe (Treue)

Auszug aus dem Buch

1.2 Brünhild: Dämonisierung der nicht-höfischen Frau

Brünhild wird beschrieben als sagenumwobene Königin, aus dem fernen Norden. Als Gunther von ihr erfährt, beschließt er sie zur Frau zu gewinnen und erbittet die Hilfe Siegfrieds (325-333). Müller vergleicht sie in seinen Spielregeln mit einer Amazone. Zwar leben in ihrem Land nicht nur Frauen, sondern auch Männer, dennoch ist sie die alleinige Herrscherin über Land und Leute.35

In ihr vereinen sich „Riesenkraft mit Jungfräulichkeit“.36 Diese Frau kann man nicht durch Frauendienste und Werbung bekommen, sondern ausschließlich durch einen Kampf um Leben und Tod.37 Doch scheinen er und seine Gefolgsleute Hagen und Dankwart ihre Macht zu unterschätzen, als sie mit Siegfried nach Isenstein aufbrechen.

Brünhild begrüßt zuerst Siegfried, den sie als den mächtigsten König im Bunde erkennt. Damit folgt sie zum einen der höfischen Sitte, mit der sie also wenigstens im Ansatz vertraut scheint, zum anderen aber auch der Idee, dass nur der mächtigste ihr ebenbürtig sein kann. Doch Siegfried täuscht Brünhild, indem er Gunther als seinen Herren bezeichnet (419,420). Sogleich erlischt ihr Interesse an ihm.

Sie lässt die Spiele einleiten und legt ihr Waffenhemd an. Eine Frau in der Kleidung eines Kriegers muss für den Mann der damaligen Zeit gegen jede natürliche Ordnung verstoßen haben, rein rechtlich war ihr das Führen einer Waffe nicht einmal erlaubt.38 Doch die Regeln der kultivierten Welt, haben im Reich Brünhilds keinerlei Bedeutung. Den burgundischen Männern sinkt der Mut als sie die kampfbereite Brünhild erblicken.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Hinführung zum Thema unter Einbeziehung biblischer Zitate und Darstellung der rechtlichen Ausgangslage für Frauen im Mittelalter.

1. Der Wandel der weiblichen Hauptcharaktere: Analyse der Entwicklung von Kriemhild und Brünhild, ihrer Instrumentalisierung und ihres Aufbegehrens gegen höfische Normen.

2. Motive: Untersuchung der psychologischen und soziologischen Antriebskräfte für Kriemhilds Rache, fokussiert auf Herzensleid, Ehre und Treue.

3. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der dualistischen Frauenbilder und deren Abhängigkeit von der männlich geprägten heroischen Adelsgesellschaft.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Frauenbild, Kriemhild, Brünhild, Mittelalter, Rache, herze leit, êre, triuwe, Höfische Gesellschaft, Geschlechtsvormundschaft, Soziale Rolle, Siegfried, Unterordnung, Transformation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und Entwicklung der weiblichen Hauptfiguren im Nibelungenlied vor dem Hintergrund des mittelalterlichen Frauenbildes.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die rechtliche und gesellschaftliche Stellung der Frau im 13. Jahrhundert, die Analyse der Charaktere Kriemhild und Brünhild sowie die Untersuchung spezifischer Motive.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Wandel der weiblichen Charaktere zu beschreiben und aufzuzeigen, wie dieser durch äußere Zwänge, männliche Täuschungen und gesellschaftliche Konventionen bedingt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt den sozialgeschichtlichen Ansatz, um das literarische Handeln in den Kontext der gesellschaftlichen Bedingungen des 13. Jahrhunderts einzubetten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine interpretative Beschreibung der Charaktere, ihre Interaktionen, das Konstrukt der Rache und eine Analyse der treibenden Motive.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Schlüsselbegriffe sind neben den Hauptfiguren vor allem mittelalterliche Konzepte wie herze leit (Herzensleid), êre (Ehre) und triuwe (Treue) sowie die gesellschaftliche Rolle der Frau.

Warum wird der Sachsenspiegel für die Analyse herangezogen?

Der Sachsenspiegel dient als wichtige zeitgenössische Rechtsquelle, um die rechtliche Abhängigkeit und Vormundschaft von Frauen im 13. Jahrhundert historisch zu belegen.

Welche Rolle spielt Siegfrieds Tod für die Entwicklung der Kriemhild?

Der Tod Siegfrieds markiert den Wendepunkt, der Kriemhild von einer passiven, höfischen Königin zu einer aktiv handelnden, rachsüchtigen Figur transformiert, die ihre gesellschaftlichen Bindungen aufgibt.

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Detalles

Título
Das Frauenbild im Nibelungenlied
Universidad
University of Koblenz-Landau
Calificación
1,0
Autor
Tosca Tantalo (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
40
No. de catálogo
V280565
ISBN (Ebook)
9783656746089
ISBN (Libro)
9783656746072
Idioma
Alemán
Etiqueta
Nibelungenlied Frauenbild Kriemhild
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tosca Tantalo (Autor), 2013, Das Frauenbild im Nibelungenlied, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280565
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Extracto de  40  Páginas
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